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Soziale Verantwortung im Tourismus

Die psychologischen Ursachen und die gesellschaftlichen Auswirkungen des Prostitutionstourismus und die soziale Verantwortung aller am Tourismus beteiligten Akteure

Soziale Verantwortung im Tourismus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sandra Wengertsmann, Annette Graf
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 221 Seiten
  • Dateigröße: 3,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Heilbronn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9271-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9271-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9271-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sandra Wengertsmann, Annette Graf Juli 2005: Soziale Verantwortung im Tourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sextourismus, Moral, Reiseindustrie, Reiseveranstalter, Ethik

Diplomarbeit von Sandra Wengertsmann, Annette Graf

Gang der Untersuchung:

Jedes Jahr reisen laut der katholischen Organisation Missio 400.000 deutsche Männer ins Ausland, um sich dort sexuelle Dienstleistungen zu kaufen. Was motiviert diese Männer, aber auch zunehmend Frauen, in ferne Länder zu reisen, mit dem Ziel bei Prostituierten sexuelle Befriedigung zu finden, da doch auch überall in Deutschland Bordelle zu finden sind? Ist es das Klischee der exotischen Frau und die ungezwungene Urlaubsatmosphäre, die den tristen Alltag und die ‚emanzipierten Frauen’ in Deutschland vergessen lassen?

„Forschungen über Prostitutionstouristen haben aus vielen Gründen gesellschaftliche Relevanz. Zum einen ist der Prostitutionstourismus ein Geschäft, bei dem die ‚Waren’ Frau und kaufbarer Sex auf der einen Seite stehen und [...] Männer als Käufer auf der anderen. Prostitutionstouristisches Verhalten ist sexistisch und rassistisch, da es auf einseitigen und unumkehrbaren Ausbeutungsverhältnissen zwischen Frauen und Männern und zwischen Industrie- und sog. Entwicklungsländern beruht.“ Wenn Menschen zu einer ‚Ware’ werden, dann hat das einen bitteren Nachgeschmack. Das Phänomen des sexuell motivierten Touristen ist nicht neu, jedoch sind das quantitative Ausmaß und die hochorganisierte Form teilweise in den Zielgebieten in erschreckender Weise angewachsen.

Noch vor einigen Jahren wurden mit den ‚Bumsbombern nach Thailand’ Schlagzeilen gemacht und die Prostitutionstouristen wurden vom Zielgebiet und der Tourismusindustrie als lukrative Einnahmequelle gesehen und gefördert. Heutzutage ist diesbezüglich ein Schritt in die richtige Richtung erkennbar. Vor allem die Tourismusindustrie ist sich ihrer moralischen Verantwortung bewusster geworden, aber auch die Zielgebiete fördern den Tourismus nicht mehr um jeden Preis. Vor allem im Bereich der sexuellen Ausbeutung von Kindern durch Touristen können sich die Beteiligten nicht mehr ihrer Verantwortung entziehen.

Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung des Zusammenhangs zwischen Sexualität, Moral und Prostitution. Hieraus ergibt sich dann die Frage, ob Prostitution als moralisch verwerflich angesehen werden kann und inwieweit Prostitution als ‚notwendige Triebabfuhr’ von der Gesellschaft akzeptiert werden sollte.

Zudem soll geklärt werden, inwieweit Prostitution und Tourismus in Verbindung gebracht werden können und ob Sextourismus allgemein als unmoralisch zu bezeichnen ist. Zusätzlich ist ein Ziel dieser Arbeit die Klärung der Frage, ob Prostitutionstourismus als Spiegel der herrschenden Moral einer Gesellschaft bezeichnet werden kann oder lediglich eine unumgängliche Folgeerscheinung des Massentourismus ist.

Die Auswirkungen des Tourismus im allgemeinen und die des Prostitutionstourismus im speziellen sowie die diesbezügliche Zuordnung der Verantwortung bzw. die Frage von wem Verantwortung übernommen werden muss oder kann, werden ebenfalls herausgearbeitet. Außerdem werden bisher existierende allgemeine Maßnahmen zur Bekämpfung bzw. Lenkung des Prostitutionstourismus aufgeführt sowie zusätzliche Vorschläge für einen Umgang mit Prostitutionstourismus entwickelt.

Im Detail sieht der Aufbau der vorliegenden Arbeit wie folgt aus:

Im ersten Teil der Arbeit werden Motivationen sowie die psychologischen Hintergründe und theoretische Ansätze der Sexualität aufgezeigt, zudem wird auf die Sexualität und das Sexualverhalten eingegangen. Die Moral und die daraus resultierende herrschende Moral, Sexualmoral und Doppelmoral bilden ein zentrales Thema in der vorliegenden Arbeit und werden in der zweiten Hälfte des ersten Teils erläutert.

Anschließend wird im zweiten Teil der Arbeit die Prostitution auf eine Folgeerscheinung des Sexualverhaltens reduziert und als eine gesellschaftliche Erscheinung der Sexualität betrachtet. In diesem Kapitel werden wichtige, für die Arbeit notwendige Begriffe zum Thema Prostitution geklärt und folglich die Prostitution in Deutschland näher erläutert. Durch ein Interview mit einem Bordellbetreiber wird das Thema praxisnah beleuchtet und abgerundet.

Im dritten Teil wird der Zusammenhang zwischen Prostitution und Tourismus allgemein geklärt. Anfänglich werden die Begrifflichkeiten Tourismus und Prostitutionstourismus erläutert und anschließend der männliche Prostitutionstourist typisiert, sowie die Beziehungsformen und die Motivationen der Männer aufgeführt. Weiterhin werden die Motivationen der Freier im In- und Ausland miteinander verglichen, und es wird auf die weiblichen Prostitutionstouristen eingegangen. Sie werden ebenfalls typisiert und ihre Motivationen aufgezeigt. Abschließend werden die strukturellen Unterschiede der Prostitution und die Unterschiede zwischen den männlichen und weiblichen Prostituierten behandelt.

Auf die wirtschaftlichen und soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus wird im vierten Teil eingegangen und der Zusammenhang mit dem Prostitutionstourismus geklärt.

Im fünften Teil der Arbeit findet eine Betrachtung ausgewählter Zielgebiete des Prostitutionstourismus unter den Aspekten der Wirtschaft, Religion, Sexualität und des Rechts im jeweiligen Land statt. Anschließend werden die wichtigsten Unterschiede in einem Ländervergleich aufgeführt und miteinander verglichen.

Im sechsten Teil werden bestehende Maßnahmen bzgl. des Umgangs und der Lenkung des Prostitutionstourismus durch das Zielgebiet, das Herkunftsland, die touristischen Akteure und durch Nichtregierungsorganisationen aufgezeigt und weitere, noch zu entwickelnde Maßnahmen vorgeschlagen. Mögliche Maßnahmen des Zielgebietes werden anhand verschiedener Länderbeispiele beschrieben.

Im siebten Teil der Arbeit findet eine Schlussbetrachtung zum Thema der moralischen Verantwortlichkeit und eine Abwägung und Wertung der Verantwortung aller Beteiligten im Tourismus statt. Ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungsperspektiven schließt die Betrachtung ab.

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung 1
0.1 Problemstellung 1
0.2 Stand der Forschung und Untersuchungsgegenstand 2
0.3 Zielsetzung 4
0.4 Gang der Arbeit 5
1 Die Sexualität aus psychologischer und moralischer Sicht 7
1.1 Die theoretischen Ansätze 7
1.1.1 Der instinkttheoretische und ethologische Ansatz 7
1.1.2 Der psychoanalytisch-triebtheoretische Ansatz 8
1.1.3 Der behavioristisch-biopsychologische Ansatz 9
1.1.4 Der kognitive Ansatz 10
1.1.5 Der humanistische Ansatz 11
1.1.6 Der evolutionäre Ansatz 12
1.1.7 Abschließende Betrachtung 13
1.2 Die Sexualität 14
1.2.1 Begriffsabgrenzung 14
1.2.2 Die psychosexuelle Entwicklung 15
1.2.3 Die Triebunterdrückung 16
1.2.4 Die Sexualität in Verbindung mit den Geschlechterrollen 18
1.2.5 Die Sexualität im Zusammenhang mit Macht 21
1.2.6 Das Sexualverhalten 23
1.2.7 Abschließende Betrachtung 28
1.3 Die Moral 29
1.3.1 Definition Moral und Ethik 29
1.3.2 Der Unterschied zwischen Moral und Ethik 30
1.3.3 Die Funktion von Moral 30
1.3.4 Abschließende Betrachtung 31
1.4 Die herrschende Moral 32
1.4.1 Verstoß gegen die herrschende Moral 32
1.4.2 Kulturelle Unterschiede der Moral 34
1.4.3 Zusammenhang zwischen Recht und Moral 35
1.4.4 Recht vs. Moral 36
1.4.5 Unterschied zwischen Sittennormen und Rechtsnormen 36
1.4.6 Abschließende Betrachtung 37
1.5 Sexualmoral 38
1.5.1 Kulturelle Unterschiede der Sexualmoral 39
1.5.2 Triebverdrängende Sexualmoral 39
1.5.3 Normkonformes Sexualverhalten 40
1.5.4 Abnormes Sexualverhalten 41
1.5.5 Doppelmoral 44
1.5.6 Die Verhandlungsmoral als neue Sexualmoral 44
1.5.7 Fallstudie Kinsey 45
1.6 Fazit 46
2 Die Prostitution als Folge der Sexualität unter moralischen Gesichtspunkten 48
2.1 Prostitution und Sexualität als Ware der Gesellschaft 48
2.1.1 Begriffsbestimmung Prostitution 49
2.1.2 Die Zwangsprostitution 51
2.1.2.1 Kinderprostitution als Form der Zwangsprostitution 52
2.1.2.2 Menschenhandel 54
2.1.2.3 Kinderhandel als Form von Menschenhandel und Zwangsprostitution 54
2.1.3 Die Prostitution als Spiegel der Doppelmoral 55
2.2 Prostitution in Deutschland 55
2.2.1 Rechtliche Situation 55
2.2.2 Zahlen und Fakten 57
2.2.3 Freier im Inland 58
2.2.4 Exkurs: Im Gespräch mit einem Bordellbesitzer 60
2.3 Fazit 62
3. Prostitution und Tourismus im Zusammenhang - unter psychologischen und gesellschaftlichen Aspekten 63
3.1 Tourismus 63
3.1.1 Ursprünge des Tourismus 63
3.1.2 Motive der Touristen 64
3.2 Prostitutionstourismus 65
3.2.1 Begriffsbestimmung Prostitutionstourismus 65
3.2.2 Tourismus als Auslöser für Prostitution - Prostitution als Auslöser für Tourismus 67
3.3 Die männlichen Prostitutionstouristen 69
3.3.1 Typisierungen 70
3.3.2 Angestrebte Beziehungsformen 73
3.3.2.1 Kurzer sexueller Kontakt 73
3.3.2.2 Längerfristiger sexueller Kontakt 74
3.3.2.3 Suche nach der Lebenspartnerin 75
3.3.2.4 Suche nach der ‚besonderen Frau’ 75
3.3.2.5 Ungeplanter, spontaner sexueller Kontakt 75
3.3.3 Motivationen 76
3.3.3.1 Preis 76
3.3.3.2 Bequemlichkeit und Sex ohne Verantwortung 76
3.3.3.3 Macht 77
3.3.3.4 Abnormes Sexualverhalten und die Vermeidung strafrechtlicher Verfolgung 77
3.3.3.5 Anonymität 78
3.3.3.6 Emanzipation 78
3.3.3.7 Exotik 79
3.3.3.8 Emotionalität 79
3.3.3.9 Regeneration 80
3.3.4 Abschließender Vergleich zwischen Prostitutionstouristen und Freiern im Inland 80
3.4 Die weiblichen Prostitutionstouristen 81
3.4.1 Typisierungen 82
3.4.2 Motivationen 84
3.4.2.1 Bestätigung der Weiblichkeit 84
3.4.2.2 Das Klischee der Fremdartigkeit 85
3.4.2.3 Macht 86
3.4.2.4 Emotionale Bindung und Romanze 87
3.5 Die Prostituierten 87
3.5.1 Strukturelle Unterschiede und Arten der Prostitution 87
3.5.2 Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Prostituierten 89
3.6 Fazit 90
4. Die allgemeinen Auswirkungen des Tourismus auf das Zielgebiet im Zusammenhang mit dem Prostitutionstourismus 92
4.1 Wirtschaftliche Auswirkungen 92
4.1.1 Die Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes 92
4.1.2 Die Verbesserung der Zahlungsbilanz 93
4.1.3 Die Förderung der Regionalentwicklung 93
4.1.4 Die Steigerung der öffentlichen Einnahmen 93
4.1.5 Die Verbesserung des Einkommensniveaus durch Schaffung neuer Arbeitsplätze 93
4.2 Soziokulturelle Auswirkungen 94
4.2.1 Akkulturation und Demonstrationseffekt 95
4.2.2 Sozialstruktur und Tradition 96
4.2.2.1 Familienstruktur 96
4.2.2.2 Stellung der Frau 97
4.2.2.3 Soziale Hierarchie 98
4.2.2.4 Umsiedlung 98
4.2.3 Kultur und Tradition 99
4.2.4 Werte und Moral 100
4.2.5 Gesundheit 101
4.2.5.1 HIV/Aids im Allgemeinen 101
4.2.5.2 HIV/Aids im Zusammenhang mit Tourismus 101
4.2.6 Kriminalität: Drogen, Terrorismus, Verbrechen 102
4.2.7 Völkerverständigung 102
4.3 Fazit 103
5. Zielgebiete des Prostitutionstourismus 105
5.1 Thailand 105
5.1.1 Landesstruktur und Bevölkerung 105
5.1.2 Wirtschaft 106
5.1.3 Prostitution und Tourismus 108
5.1.3.1 Entstehung der Prostitution 108
5.1.3.2 Aktuelle Lage 108
5.1.3.3 Zwangsprostitution 109
5.1.3.4 HIV/Aids 110
5.1.4 Religion 110
5.1.5 Sexualität 111
5.1.6 Die Rolle der Frau in der Gesellschaft 112
5.1.7 Der rechtliche Aspekt der Prostitution 113
5.2 Kambodscha 115
5.2.1 Landesstruktur und Bevölkerung 115
5.2.2 Wirtschaft 115
5.2.3 Prostitution und Tourismus 116
5.2.3.1 Entstehung 116
5.2.3.2 Aktuelle Lage 117
5.2.3.3 Zwangsprostitution 117
5.2.3.4 HIV/Aids 118
5.2.4 Religion 119
5.2.5 Die Rolle der Frau in der Gesellschaft 119
5.2.6 Der rechtliche Aspekt der Prostitution 119
5.3 Kenia 121
5.3.1 Landesstruktur und Bevölkerung 121
5.3.2 Wirtschaft 121
5.3.3 Prostitution und Tourismus 123
5.3.3.1 Entstehung 123
5.3.3.2 Aktuelle Lage 123
5.3.3.3 Zwangsprostitution 123
5.3.3.4 HIV/Aids 124
5.3.4 Religion 124
5.3.5 Sexualität 125
5.3.6 Die Rolle der Frau in der Gesellschaft 125
5.3.7 Der rechtliche Aspekt der Prostitution 126
5.4 Jamaika 127
5.4.1 Landesstruktur und Bevölkerung 127
5.4.2 Wirtschaft 127
5.4.3 Prostitution und Tourismus 129
5.4.3.1 Entstehung 129
5.4.3.2 Aktuelle Lage 129
5.4.3.3 Zwangsprostitution 129
5.4.3.4 HIV/Aids 130
5.4.4 Religion 130
5.4.5 Die Rolle der Frau und des Mannes in der Gesellschaft 131
5.4.6 Der rechtliche Aspekt der Prostitution 132
5.5 Kuba 133
5.5.1 Landesstruktur 133
5.5.2 Wirtschaft 133
5.5.2.1 Wirtschaftfaktor Tourismus 134
5.5.2.2 Aktuelle Lage 134
5.5.3 Prostitution und Tourismus 136
5.5.3.1 Entstehung 136
5.5.3.2 Aktuelle Lage 137
5.5.3.3 Zwangsprostitution 137
5.5.3.4 HIV/Aids 138
5.5.4 Religion 138
5.5.5 Die Rolle der Frau in der Gesellschaft 139
5.5.6 Der rechtliche Aspekt der Prostitution 140
5.6 Fazit: Die Länder im Vergleich 141
6. Maßnahmen aller am Tourismus beteiligten Akteure und ihr Umgang mit Prostitution und Prostitutionstourismus 144
6.1 Das Zielgebiet 144
6.1.1 Rechtliche Maßnahmen 145
6.1.1.1 Verbot oder Legalisierung von Prostitution 146
6.1.1.2 Registrierung der Prostituierten am Beispiel Thailand 147
6.1.1.3 Vorverlagerung der Sperrzeit am Beispiel Thailand 147
6.1.1.4 ‚Ausgehsperren’ für Frauen am Beispiel Thailand 148
6.1.1.5 Lizenzvergabe 148
6.1.2 Lenkung der Touristenströme 149
6.1.2.1 Einreisepolitik 150
6.1.2.2 Strukturpolitik 150
6.1.3 Bildungspolitik 151
6.1.3.1 Bildungspolitik am Beispiel Kuba 152
6.1.3.2 Eine speziell auf Tourismus bezogene Bildungspolitik am Beispiel Kuba 153
6.1.4 Informationspolitik 153
6.1.4.1 Information der eigenen Bevölkerung 153
6.1.4.2 Information der Touristen 154
6.1.5 Gesundheitspolitik 156
6.1.5.1 Allgemeine Maßnahmen im Bereich HIV/Aids 156
6.1.5.2 Die Präventionskampagne: ’100 % Condom Campain’ am Beispiel Thailand 156
6.1.5.3 Patentrechtregelung für Medikamente am Beispiel Thailand 157
6.1.6 Finanzpolitik 157
6.1.6.1 Steuererhebungen 157
6.1.6.2 Finanzpolitik am Beispiel Kuba 158
6.1.7 Die Vermarktung und Darstellung des Landes 158
6.1.7.1 Information der Reisenden über Geschlechtskrankheiten und Prostitution 159
6.1.7.2 Imagedarstellung des Landes 160
6.2 Das Herkunftsland 161
6.2.1 Gesundheitspolitik 161
6.2.1.1 Aids-Präventionsmaßnahmen am Beispiel der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 161
6.2.1.2 Weitere mögliche Aids-Präventionsmaßnahmen der BzgA 162
6.2.2 Informationspolitik 163
6.2.3 Schulung des Moral- und Verantwortungsbewusstseins 164
6.2.4 Finanzielle Unterstützung von Organisationen und Entwicklungsdiensten 165
6.3 Die Tourismusindustrie 165
6.3.1 Reiseveranstalter 166
6.3.1.1 Reiseprospekte als Verkaufsinstrument 166
6.3.1.2 Weitere mögliche Maßnahmen 168
6.3.1.3 Sozialverantwortliches Reisen am Beispiel Studiosus 169
6.3.2 Fluggesellschaften 170
6.3.2.1 Inflight-Videos zur Sensibilisierung des Fluggastes 170
6.3.2.2 Einsatz des Inflight-Spots „Kindermissbrauch ist kein Kavaliersdelikt“ 171
6.3.2.3 Die interkulturelle Verständigung am Beispiel der deutschen Lufthansa 172
6.3.3 Hotels 172
6.3.3.1 Mögliche Maßnahmen 173
6.3.3.2 Verhaltenskodex in der Hotelbranche 173
6.3.4 Reisebüros 174
6.3.5 Medien 175
6.3.5.1 Reiseführer 175
6.3.5.2 Stadtpläne 179
6.4 Die Nichtregierungsorganisationen 181
6.4.1 Maßnahmen im Zielgebiet 181
6.4.1.1 Die Unterstützung der Prostituierten am Beispiel von Empower 181
6.4.1.2 Erfolgreiche Medienberichterstattung am Beispiel von P.E.A.C.E. 182
6.4.2 Maßnahmen im Herkunftsland 182
6.4.2.1 Exterritorialprinzip 182
6.4.2.2 Aufklärungs- und Bildungsarbeit 183
6.4.3 Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der Reiseindustrie 183
6.4.3.1 Code of Contact 183
6.4.3.2 Trainingsprogramm Child Wise Tourism 183
6.4.3.3 Aufklärungsarbeit 184
6.5 Fazit 184
7. Schlussbetrachtung und Ausblick 187
8. Literaturverzeichnis 191
9. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 212

Automatisiert erstellter Textauszug:

4.2.1 Akkulturation und Demonstrationseffekt Als Akkulturation werden meist die Auswirkungen im soziokulturellen Bereich, folglich die oft gegensätzliche Beeinflussung verschiedener Kulturkreise, bezeichnet. Akkulturation bedingt, dass die touristischen Werte auch von den Einheimischen akzeptiert werden. Die Frage, ob die Auswirkungen der Akkulturation positiv oder negativ sind, ist kontrovers. Kritikpunkte sind die Beeinflussung und Zerstörung fester Kultur- und Sozialbeziehungen, sowie die teilweise zu schnelle Übertragung fremder Normen auf Gesellschaften, die auf diese Entwicklung noch nicht ausreichend vorbereitet sind. Auf der anderen Seite ist mit der Akkulturation Fortschritt und Modernisierung verbunden und vor allem Entwicklungsländer können schneller einen höheren Entwicklungsstand erreichen, da verschieden Entwicklungsstufen übersprungen werden können.459 Mit dem Akkulturationseffekt ist der Demonstrationseffekt verknüpft. Der Kontakt von Einheimischen zu Touristen führt dazu, dass Bedürfnisse geweckt werden, welche [...]

Die soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus sind erst seit Mitte der 70er Jahre Gegenstand tourismuskritischer Betrachtung und im Gegensatz zu ökonomischen Effekten kaum quantifizierbar. Die Untersuchungen erfolgen meist aufgrund von ‚common-sense’457 Theorien und auf Initiative der Entsenderländer. Das Ausmaß soziokultureller Einflüsse und die Relevanz positiver wie negativer Wirkungen sind insgesamt umstritten und allgemein abhängig vom Ausmaß, der Art und Häufigkeit der Kontakte zwischen Touristen und Einheimischen, dem allgemeinen und touristischen Entwicklungsstand des Landes, dem Neuigkeitsgrad des Tourismus, sowie von der jeweiligen Tourismusdichte und Regionalstruktur im speziellen. Tourismus kann zwar als ‚Agent des Wandels’ bezeichnet werden, jedoch ist die ihm teilweise zugeschriebene Rolle als ‚Sündenbock’ für jegliche gesellschaftliche, kulturelle und soziale Veränderungen nach heutigem Diskussionsstand nicht mehr tragbar. Vor allem die Massenmedien spielen eine große Rolle bei soziokulturellen Veränderungen. Touristische Begegnungen untermauern dann oft die dort über andere Gesellschaften und deren ökonomische und kulturelle Verhaltensweisen gezeigten Informationen.458 Nachfolgend werden nun die positiven und negativen soziokulturellen Faktoren des Tourismus in Entwicklungsländer gegenübergestellt und anschließend speziell auf den Prostitutionstourismus bezogen. [...]

drastisch zurück, kann dies zu regionalen oder nationalen Wirtschaftskrisen kommen.451 4.1.2 Die Verbesserung der Zahlungsbilanz Die Zahlungsbilanz wird durch Deviseneinnahmen aus dem Tourismus verbessert. Dabei muss jedoch der Nettodeviseneffekt beachtet werden, da ein Teil der Einnahmen wiederum für tourismusbedingte Importe wie Fahrzeuge, Luxusgüter oder Öl und zur Repatriierung von Gewinnen ausgegeben wird.452 Die Deviseneinnahmen der Dritten Welt aus dem Tourismus machen etwa 20 % der gesamten Exporteinnahmen aus, womit die Abhängigkeit der Länder vom internationalen Tourismus deutlich wird. Die Tourismuseinnahmen der Bundesrepublik Deutschland liegen auf den gesamten Export bezogen vergleichsweise bei lediglich 2,8 %.453 4.1.3 Die Förderung der Regionalentwicklung Die Tourismusinvestitionen erfolgen verstärkt in landschaftlich attraktive Regionen, die oft auch wirtschaftlich rückständig sind, und weniger in städtische Agglomerationen. 4.1.4 Die Steigerung der öffentlichen Einnahmen Tourismus führt zu einer Steigerung öffentlicher Einnahmen aus Steuern und Gebühren. Diesen Einnahmen müssen jedoch die staatlichen Tourismusinvestitionen für Verkehr, Energie- und Wasserversorgung etc. gegenübergestellt werden. Meist profitiert die Bevölkerung des Zielgebietes nur bedingt von solchen Investitionen, insbesondere wenn sie zu Lasten des Gesundheitssystems oder der Schul- und Berufsausbildung gehen.454 4.1.5 Die Verbesserung des Einkommensniveaus durch Schaffung neuer Arbeitsplätze Der Tourismus führt zu einem hohen Bedarf an Arbeitskräften und die Löhne und Verdienstmöglichkeiten in touristischen Zielgebieten sind unbestreitbar höher als in touristisch unberührten Peripheriegebieten.455 In Entwicklungsländern besteht allerdings das Problem, dass tendenziell die besser bezahlten Stellen vor allem von Aus451 452 [...]

Arbeit zitieren:
Sandra Wengertsmann, Annette Graf Juli 2005: Soziale Verantwortung im Tourismus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sextourismus, Moral, Reiseindustrie, Reiseveranstalter, Ethik

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