Soziale Verantwortung im Tourismus
Die psychologischen Ursachen und die gesellschaftlichen Auswirkungen des Prostitutionstourismus und die soziale Verantwortung aller am Tourismus beteiligten Akteure
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sandra Wengertsmann, Annette Graf
- Abgabedatum: Juli 2005
- Umfang: 221 Seiten
- Dateigröße: 3,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Heilbronn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9271-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9271-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9271-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sandra Wengertsmann, Annette Graf Juli 2005: Soziale Verantwortung im Tourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Sextourismus, Moral, Reiseindustrie, Reiseveranstalter, Ethik
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Diplomarbeit von Sandra Wengertsmann, Annette Graf
Gang der Untersuchung:
Jedes Jahr reisen laut der katholischen Organisation Missio 400.000 deutsche Männer ins Ausland, um sich dort sexuelle Dienstleistungen zu kaufen. Was motiviert diese Männer, aber auch zunehmend Frauen, in ferne Länder zu reisen, mit dem Ziel bei Prostituierten sexuelle Befriedigung zu finden, da doch auch überall in Deutschland Bordelle zu finden sind? Ist es das Klischee der exotischen Frau und die ungezwungene Urlaubsatmosphäre, die den tristen Alltag und die ‚emanzipierten Frauen’ in Deutschland vergessen lassen?
„Forschungen über Prostitutionstouristen haben aus vielen Gründen gesellschaftliche Relevanz. Zum einen ist der Prostitutionstourismus ein Geschäft, bei dem die ‚Waren’ Frau und kaufbarer Sex auf der einen Seite stehen und [...] Männer als Käufer auf der anderen. Prostitutionstouristisches Verhalten ist sexistisch und rassistisch, da es auf einseitigen und unumkehrbaren Ausbeutungsverhältnissen zwischen Frauen und Männern und zwischen Industrie- und sog. Entwicklungsländern beruht.“ Wenn Menschen zu einer ‚Ware’ werden, dann hat das einen bitteren Nachgeschmack. Das Phänomen des sexuell motivierten Touristen ist nicht neu, jedoch sind das quantitative Ausmaß und die hochorganisierte Form teilweise in den Zielgebieten in erschreckender Weise angewachsen.
Noch vor einigen Jahren wurden mit den ‚Bumsbombern nach Thailand’ Schlagzeilen gemacht und die Prostitutionstouristen wurden vom Zielgebiet und der Tourismusindustrie als lukrative Einnahmequelle gesehen und gefördert. Heutzutage ist diesbezüglich ein Schritt in die richtige Richtung erkennbar. Vor allem die Tourismusindustrie ist sich ihrer moralischen Verantwortung bewusster geworden, aber auch die Zielgebiete fördern den Tourismus nicht mehr um jeden Preis. Vor allem im Bereich der sexuellen Ausbeutung von Kindern durch Touristen können sich die Beteiligten nicht mehr ihrer Verantwortung entziehen.
Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung des Zusammenhangs zwischen Sexualität, Moral und Prostitution. Hieraus ergibt sich dann die Frage, ob Prostitution als moralisch verwerflich angesehen werden kann und inwieweit Prostitution als ‚notwendige Triebabfuhr’ von der Gesellschaft akzeptiert werden sollte.
Zudem soll geklärt werden, inwieweit Prostitution und Tourismus in Verbindung gebracht werden können und ob Sextourismus allgemein als unmoralisch zu bezeichnen ist. Zusätzlich ist ein Ziel dieser Arbeit die Klärung der Frage, ob Prostitutionstourismus als Spiegel der herrschenden Moral einer Gesellschaft bezeichnet werden kann oder lediglich eine unumgängliche Folgeerscheinung des Massentourismus ist.
Die Auswirkungen des Tourismus im allgemeinen und die des Prostitutionstourismus im speziellen sowie die diesbezügliche Zuordnung der Verantwortung bzw. die Frage von wem Verantwortung übernommen werden muss oder kann, werden ebenfalls herausgearbeitet. Außerdem werden bisher existierende allgemeine Maßnahmen zur Bekämpfung bzw. Lenkung des Prostitutionstourismus aufgeführt sowie zusätzliche Vorschläge für einen Umgang mit Prostitutionstourismus entwickelt.
Im Detail sieht der Aufbau der vorliegenden Arbeit wie folgt aus:
Im ersten Teil der Arbeit werden Motivationen sowie die psychologischen Hintergründe und theoretische Ansätze der Sexualität aufgezeigt, zudem wird auf die Sexualität und das Sexualverhalten eingegangen. Die Moral und die daraus resultierende herrschende Moral, Sexualmoral und Doppelmoral bilden ein zentrales Thema in der vorliegenden Arbeit und werden in der zweiten Hälfte des ersten Teils erläutert.
Anschließend wird im zweiten Teil der Arbeit die Prostitution auf eine Folgeerscheinung des Sexualverhaltens reduziert und als eine gesellschaftliche Erscheinung der Sexualität betrachtet. In diesem Kapitel werden wichtige, für die Arbeit notwendige Begriffe zum Thema Prostitution geklärt und folglich die Prostitution in Deutschland näher erläutert. Durch ein Interview mit einem Bordellbetreiber wird das Thema praxisnah beleuchtet und abgerundet.
Im dritten Teil wird der Zusammenhang zwischen Prostitution und Tourismus allgemein geklärt. Anfänglich werden die Begrifflichkeiten Tourismus und Prostitutionstourismus erläutert und anschließend der männliche Prostitutionstourist typisiert, sowie die Beziehungsformen und die Motivationen der Männer aufgeführt. Weiterhin werden die Motivationen der Freier im In- und Ausland miteinander verglichen, und es wird auf die weiblichen Prostitutionstouristen eingegangen. Sie werden ebenfalls typisiert und ihre Motivationen aufgezeigt. Abschließend werden die strukturellen Unterschiede der Prostitution und die Unterschiede zwischen den männlichen und weiblichen Prostituierten behandelt.
Auf die wirtschaftlichen und soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus wird im vierten Teil eingegangen und der Zusammenhang mit dem Prostitutionstourismus geklärt.
Im fünften Teil der Arbeit findet eine Betrachtung ausgewählter Zielgebiete des Prostitutionstourismus unter den Aspekten der Wirtschaft, Religion, Sexualität und des Rechts im jeweiligen Land statt. Anschließend werden die wichtigsten Unterschiede in einem Ländervergleich aufgeführt und miteinander verglichen.
Im sechsten Teil werden bestehende Maßnahmen bzgl. des Umgangs und der Lenkung des Prostitutionstourismus durch das Zielgebiet, das Herkunftsland, die touristischen Akteure und durch Nichtregierungsorganisationen aufgezeigt und weitere, noch zu entwickelnde Maßnahmen vorgeschlagen. Mögliche Maßnahmen des Zielgebietes werden anhand verschiedener Länderbeispiele beschrieben.
Im siebten Teil der Arbeit findet eine Schlussbetrachtung zum Thema der moralischen Verantwortlichkeit und eine Abwägung und Wertung der Verantwortung aller Beteiligten im Tourismus statt. Ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungsperspektiven schließt die Betrachtung ab.
Inhaltsverzeichnis:
| 0. | Einleitung | 1 |
| 0.1 | Problemstellung | 1 |
| 0.2 | Stand der Forschung und Untersuchungsgegenstand | 2 |
| 0.3 | Zielsetzung | 4 |
| 0.4 | Gang der Arbeit | 5 |
| 1 | Die Sexualität aus psychologischer und moralischer Sicht | 7 |
| 1.1 | Die theoretischen Ansätze | 7 |
| 1.1.1 | Der instinkttheoretische und ethologische Ansatz | 7 |
| 1.1.2 | Der psychoanalytisch-triebtheoretische Ansatz | 8 |
| 1.1.3 | Der behavioristisch-biopsychologische Ansatz | 9 |
| 1.1.4 | Der kognitive Ansatz | 10 |
| 1.1.5 | Der humanistische Ansatz | 11 |
| 1.1.6 | Der evolutionäre Ansatz | 12 |
| 1.1.7 | Abschließende Betrachtung | 13 |
| 1.2 | Die Sexualität | 14 |
| 1.2.1 | Begriffsabgrenzung | 14 |
| 1.2.2 | Die psychosexuelle Entwicklung | 15 |
| 1.2.3 | Die Triebunterdrückung | 16 |
| 1.2.4 | Die Sexualität in Verbindung mit den Geschlechterrollen | 18 |
| 1.2.5 | Die Sexualität im Zusammenhang mit Macht | 21 |
| 1.2.6 | Das Sexualverhalten | 23 |
| 1.2.7 | Abschließende Betrachtung | 28 |
| 1.3 | Die Moral | 29 |
| 1.3.1 | Definition Moral und Ethik | 29 |
| 1.3.2 | Der Unterschied zwischen Moral und Ethik | 30 |
| 1.3.3 | Die Funktion von Moral | 30 |
| 1.3.4 | Abschließende Betrachtung | 31 |
| 1.4 | Die herrschende Moral | 32 |
| 1.4.1 | Verstoß gegen die herrschende Moral | 32 |
| 1.4.2 | Kulturelle Unterschiede der Moral | 34 |
| 1.4.3 | Zusammenhang zwischen Recht und Moral | 35 |
| 1.4.4 | Recht vs. Moral | 36 |
| 1.4.5 | Unterschied zwischen Sittennormen und Rechtsnormen | 36 |
| 1.4.6 | Abschließende Betrachtung | 37 |
| 1.5 | Sexualmoral | 38 |
| 1.5.1 | Kulturelle Unterschiede der Sexualmoral | 39 |
| 1.5.2 | Triebverdrängende Sexualmoral | 39 |
| 1.5.3 | Normkonformes Sexualverhalten | 40 |
| 1.5.4 | Abnormes Sexualverhalten | 41 |
| 1.5.5 | Doppelmoral | 44 |
| 1.5.6 | Die Verhandlungsmoral als neue Sexualmoral | 44 |
| 1.5.7 | Fallstudie Kinsey | 45 |
| 1.6 | Fazit | 46 |
| 2 | Die Prostitution als Folge der Sexualität unter moralischen Gesichtspunkten | 48 |
| 2.1 | Prostitution und Sexualität als Ware der Gesellschaft | 48 |
| 2.1.1 | Begriffsbestimmung Prostitution | 49 |
| 2.1.2 | Die Zwangsprostitution | 51 |
| 2.1.2.1 | Kinderprostitution als Form der Zwangsprostitution | 52 |
| 2.1.2.2 | Menschenhandel | 54 |
| 2.1.2.3 | Kinderhandel als Form von Menschenhandel und Zwangsprostitution | 54 |
| 2.1.3 | Die Prostitution als Spiegel der Doppelmoral | 55 |
| 2.2 | Prostitution in Deutschland | 55 |
| 2.2.1 | Rechtliche Situation | 55 |
| 2.2.2 | Zahlen und Fakten | 57 |
| 2.2.3 | Freier im Inland | 58 |
| 2.2.4 | Exkurs: Im Gespräch mit einem Bordellbesitzer | 60 |
| 2.3 | Fazit | 62 |
| 3. | Prostitution und Tourismus im Zusammenhang - unter psychologischen und gesellschaftlichen Aspekten | 63 |
| 3.1 | Tourismus | 63 |
| 3.1.1 | Ursprünge des Tourismus | 63 |
| 3.1.2 | Motive der Touristen | 64 |
| 3.2 | Prostitutionstourismus | 65 |
| 3.2.1 | Begriffsbestimmung Prostitutionstourismus | 65 |
| 3.2.2 | Tourismus als Auslöser für Prostitution - Prostitution als Auslöser für Tourismus | 67 |
| 3.3 | Die männlichen Prostitutionstouristen | 69 |
| 3.3.1 | Typisierungen | 70 |
| 3.3.2 | Angestrebte Beziehungsformen | 73 |
| 3.3.2.1 | Kurzer sexueller Kontakt | 73 |
| 3.3.2.2 | Längerfristiger sexueller Kontakt | 74 |
| 3.3.2.3 | Suche nach der Lebenspartnerin | 75 |
| 3.3.2.4 | Suche nach der ‚besonderen Frau’ | 75 |
| 3.3.2.5 | Ungeplanter, spontaner sexueller Kontakt | 75 |
| 3.3.3 | Motivationen | 76 |
| 3.3.3.1 | Preis | 76 |
| 3.3.3.2 | Bequemlichkeit und Sex ohne Verantwortung | 76 |
| 3.3.3.3 | Macht | 77 |
| 3.3.3.4 | Abnormes Sexualverhalten und die Vermeidung strafrechtlicher Verfolgung | 77 |
| 3.3.3.5 | Anonymität | 78 |
| 3.3.3.6 | Emanzipation | 78 |
| 3.3.3.7 | Exotik | 79 |
| 3.3.3.8 | Emotionalität | 79 |
| 3.3.3.9 | Regeneration | 80 |
| 3.3.4 | Abschließender Vergleich zwischen Prostitutionstouristen und Freiern im Inland | 80 |
| 3.4 | Die weiblichen Prostitutionstouristen | 81 |
| 3.4.1 | Typisierungen | 82 |
| 3.4.2 | Motivationen | 84 |
| 3.4.2.1 | Bestätigung der Weiblichkeit | 84 |
| 3.4.2.2 | Das Klischee der Fremdartigkeit | 85 |
| 3.4.2.3 | Macht | 86 |
| 3.4.2.4 | Emotionale Bindung und Romanze | 87 |
| 3.5 | Die Prostituierten | 87 |
| 3.5.1 | Strukturelle Unterschiede und Arten der Prostitution | 87 |
| 3.5.2 | Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Prostituierten | 89 |
| 3.6 | Fazit | 90 |
| 4. | Die allgemeinen Auswirkungen des Tourismus auf das Zielgebiet im Zusammenhang mit dem Prostitutionstourismus | 92 |
| 4.1 | Wirtschaftliche Auswirkungen | 92 |
| 4.1.1 | Die Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes | 92 |
| 4.1.2 | Die Verbesserung der Zahlungsbilanz | 93 |
| 4.1.3 | Die Förderung der Regionalentwicklung | 93 |
| 4.1.4 | Die Steigerung der öffentlichen Einnahmen | 93 |
| 4.1.5 | Die Verbesserung des Einkommensniveaus durch Schaffung neuer Arbeitsplätze | 93 |
| 4.2 | Soziokulturelle Auswirkungen | 94 |
| 4.2.1 | Akkulturation und Demonstrationseffekt | 95 |
| 4.2.2 | Sozialstruktur und Tradition | 96 |
| 4.2.2.1 | Familienstruktur | 96 |
| 4.2.2.2 | Stellung der Frau | 97 |
| 4.2.2.3 | Soziale Hierarchie | 98 |
| 4.2.2.4 | Umsiedlung | 98 |
| 4.2.3 | Kultur und Tradition | 99 |
| 4.2.4 | Werte und Moral | 100 |
| 4.2.5 | Gesundheit | 101 |
| 4.2.5.1 | HIV/Aids im Allgemeinen | 101 |
| 4.2.5.2 | HIV/Aids im Zusammenhang mit Tourismus | 101 |
| 4.2.6 | Kriminalität: Drogen, Terrorismus, Verbrechen | 102 |
| 4.2.7 | Völkerverständigung | 102 |
| 4.3 | Fazit | 103 |
| 5. | Zielgebiete des Prostitutionstourismus | 105 |
| 5.1 | Thailand | 105 |
| 5.1.1 | Landesstruktur und Bevölkerung | 105 |
| 5.1.2 | Wirtschaft | 106 |
| 5.1.3 | Prostitution und Tourismus | 108 |
| 5.1.3.1 | Entstehung der Prostitution | 108 |
| 5.1.3.2 | Aktuelle Lage | 108 |
| 5.1.3.3 | Zwangsprostitution | 109 |
| 5.1.3.4 | HIV/Aids | 110 |
| 5.1.4 | Religion | 110 |
| 5.1.5 | Sexualität | 111 |
| 5.1.6 | Die Rolle der Frau in der Gesellschaft | 112 |
| 5.1.7 | Der rechtliche Aspekt der Prostitution | 113 |
| 5.2 | Kambodscha | 115 |
| 5.2.1 | Landesstruktur und Bevölkerung | 115 |
| 5.2.2 | Wirtschaft | 115 |
| 5.2.3 | Prostitution und Tourismus | 116 |
| 5.2.3.1 | Entstehung | 116 |
| 5.2.3.2 | Aktuelle Lage | 117 |
| 5.2.3.3 | Zwangsprostitution | 117 |
| 5.2.3.4 | HIV/Aids | 118 |
| 5.2.4 | Religion | 119 |
| 5.2.5 | Die Rolle der Frau in der Gesellschaft | 119 |
| 5.2.6 | Der rechtliche Aspekt der Prostitution | 119 |
| 5.3 | Kenia | 121 |
| 5.3.1 | Landesstruktur und Bevölkerung | 121 |
| 5.3.2 | Wirtschaft | 121 |
| 5.3.3 | Prostitution und Tourismus | 123 |
| 5.3.3.1 | Entstehung | 123 |
| 5.3.3.2 | Aktuelle Lage | 123 |
| 5.3.3.3 | Zwangsprostitution | 123 |
| 5.3.3.4 | HIV/Aids | 124 |
| 5.3.4 | Religion | 124 |
| 5.3.5 | Sexualität | 125 |
| 5.3.6 | Die Rolle der Frau in der Gesellschaft | 125 |
| 5.3.7 | Der rechtliche Aspekt der Prostitution | 126 |
| 5.4 | Jamaika | 127 |
| 5.4.1 | Landesstruktur und Bevölkerung | 127 |
| 5.4.2 | Wirtschaft | 127 |
| 5.4.3 | Prostitution und Tourismus | 129 |
| 5.4.3.1 | Entstehung | 129 |
| 5.4.3.2 | Aktuelle Lage | 129 |
| 5.4.3.3 | Zwangsprostitution | 129 |
| 5.4.3.4 | HIV/Aids | 130 |
| 5.4.4 | Religion | 130 |
| 5.4.5 | Die Rolle der Frau und des Mannes in der Gesellschaft | 131 |
| 5.4.6 | Der rechtliche Aspekt der Prostitution | 132 |
| 5.5 | Kuba | 133 |
| 5.5.1 | Landesstruktur | 133 |
| 5.5.2 | Wirtschaft | 133 |
| 5.5.2.1 | Wirtschaftfaktor Tourismus | 134 |
| 5.5.2.2 | Aktuelle Lage | 134 |
| 5.5.3 | Prostitution und Tourismus | 136 |
| 5.5.3.1 | Entstehung | 136 |
| 5.5.3.2 | Aktuelle Lage | 137 |
| 5.5.3.3 | Zwangsprostitution | 137 |
| 5.5.3.4 | HIV/Aids | 138 |
| 5.5.4 | Religion | 138 |
| 5.5.5 | Die Rolle der Frau in der Gesellschaft | 139 |
| 5.5.6 | Der rechtliche Aspekt der Prostitution | 140 |
| 5.6 | Fazit: Die Länder im Vergleich | 141 |
| 6. | Maßnahmen aller am Tourismus beteiligten Akteure und ihr Umgang mit Prostitution und Prostitutionstourismus | 144 |
| 6.1 | Das Zielgebiet | 144 |
| 6.1.1 | Rechtliche Maßnahmen | 145 |
| 6.1.1.1 | Verbot oder Legalisierung von Prostitution | 146 |
| 6.1.1.2 | Registrierung der Prostituierten am Beispiel Thailand | 147 |
| 6.1.1.3 | Vorverlagerung der Sperrzeit am Beispiel Thailand | 147 |
| 6.1.1.4 | ‚Ausgehsperren’ für Frauen am Beispiel Thailand | 148 |
| 6.1.1.5 | Lizenzvergabe | 148 |
| 6.1.2 | Lenkung der Touristenströme | 149 |
| 6.1.2.1 | Einreisepolitik | 150 |
| 6.1.2.2 | Strukturpolitik | 150 |
| 6.1.3 | Bildungspolitik | 151 |
| 6.1.3.1 | Bildungspolitik am Beispiel Kuba | 152 |
| 6.1.3.2 | Eine speziell auf Tourismus bezogene Bildungspolitik am Beispiel Kuba | 153 |
| 6.1.4 | Informationspolitik | 153 |
| 6.1.4.1 | Information der eigenen Bevölkerung | 153 |
| 6.1.4.2 | Information der Touristen | 154 |
| 6.1.5 | Gesundheitspolitik | 156 |
| 6.1.5.1 | Allgemeine Maßnahmen im Bereich HIV/Aids | 156 |
| 6.1.5.2 | Die Präventionskampagne: ’100 % Condom Campain’ am Beispiel Thailand | 156 |
| 6.1.5.3 | Patentrechtregelung für Medikamente am Beispiel Thailand | 157 |
| 6.1.6 | Finanzpolitik | 157 |
| 6.1.6.1 | Steuererhebungen | 157 |
| 6.1.6.2 | Finanzpolitik am Beispiel Kuba | 158 |
| 6.1.7 | Die Vermarktung und Darstellung des Landes | 158 |
| 6.1.7.1 | Information der Reisenden über Geschlechtskrankheiten und Prostitution | 159 |
| 6.1.7.2 | Imagedarstellung des Landes | 160 |
| 6.2 | Das Herkunftsland | 161 |
| 6.2.1 | Gesundheitspolitik | 161 |
| 6.2.1.1 | Aids-Präventionsmaßnahmen am Beispiel der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) | 161 |
| 6.2.1.2 | Weitere mögliche Aids-Präventionsmaßnahmen der BzgA | 162 |
| 6.2.2 | Informationspolitik | 163 |
| 6.2.3 | Schulung des Moral- und Verantwortungsbewusstseins | 164 |
| 6.2.4 | Finanzielle Unterstützung von Organisationen und Entwicklungsdiensten | 165 |
| 6.3 | Die Tourismusindustrie | 165 |
| 6.3.1 | Reiseveranstalter | 166 |
| 6.3.1.1 | Reiseprospekte als Verkaufsinstrument | 166 |
| 6.3.1.2 | Weitere mögliche Maßnahmen | 168 |
| 6.3.1.3 | Sozialverantwortliches Reisen am Beispiel Studiosus | 169 |
| 6.3.2 | Fluggesellschaften | 170 |
| 6.3.2.1 | Inflight-Videos zur Sensibilisierung des Fluggastes | 170 |
| 6.3.2.2 | Einsatz des Inflight-Spots „Kindermissbrauch ist kein Kavaliersdelikt“ | 171 |
| 6.3.2.3 | Die interkulturelle Verständigung am Beispiel der deutschen Lufthansa | 172 |
| 6.3.3 | Hotels | 172 |
| 6.3.3.1 | Mögliche Maßnahmen | 173 |
| 6.3.3.2 | Verhaltenskodex in der Hotelbranche | 173 |
| 6.3.4 | Reisebüros | 174 |
| 6.3.5 | Medien | 175 |
| 6.3.5.1 | Reiseführer | 175 |
| 6.3.5.2 | Stadtpläne | 179 |
| 6.4 | Die Nichtregierungsorganisationen | 181 |
| 6.4.1 | Maßnahmen im Zielgebiet | 181 |
| 6.4.1.1 | Die Unterstützung der Prostituierten am Beispiel von Empower | 181 |
| 6.4.1.2 | Erfolgreiche Medienberichterstattung am Beispiel von P.E.A.C.E. | 182 |
| 6.4.2 | Maßnahmen im Herkunftsland | 182 |
| 6.4.2.1 | Exterritorialprinzip | 182 |
| 6.4.2.2 | Aufklärungs- und Bildungsarbeit | 183 |
| 6.4.3 | Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der Reiseindustrie | 183 |
| 6.4.3.1 | Code of Contact | 183 |
| 6.4.3.2 | Trainingsprogramm Child Wise Tourism | 183 |
| 6.4.3.3 | Aufklärungsarbeit | 184 |
| 6.5 | Fazit | 184 |
| 7. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 187 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 191 |
| 9. | Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | 212 |
4.2.1 Akkulturation und Demonstrationseffekt Als Akkulturation werden meist die Auswirkungen im soziokulturellen Bereich, folglich die oft gegensätzliche Beeinflussung verschiedener Kulturkreise, bezeichnet. Akkulturation bedingt, dass die touristischen Werte auch von den Einheimischen akzeptiert werden. Die Frage, ob die Auswirkungen der Akkulturation positiv oder negativ sind, ist kontrovers. Kritikpunkte sind die Beeinflussung und Zerstörung fester Kultur- und Sozialbeziehungen, sowie die teilweise zu schnelle Übertragung fremder Normen auf Gesellschaften, die auf diese Entwicklung noch nicht ausreichend vorbereitet sind. Auf der anderen Seite ist mit der Akkulturation Fortschritt und Modernisierung verbunden und vor allem Entwicklungsländer können schneller einen höheren Entwicklungsstand erreichen, da verschieden Entwicklungsstufen übersprungen werden können.459 Mit dem Akkulturationseffekt ist der Demonstrationseffekt verknüpft. Der Kontakt von Einheimischen zu Touristen führt dazu, dass Bedürfnisse geweckt werden, welche [...]
Die soziokulturellen Auswirkungen des Tourismus sind erst seit Mitte der 70er Jahre Gegenstand tourismuskritischer Betrachtung und im Gegensatz zu ökonomischen Effekten kaum quantifizierbar. Die Untersuchungen erfolgen meist aufgrund von ‚common-sense’457 Theorien und auf Initiative der Entsenderländer. Das Ausmaß soziokultureller Einflüsse und die Relevanz positiver wie negativer Wirkungen sind insgesamt umstritten und allgemein abhängig vom Ausmaß, der Art und Häufigkeit der Kontakte zwischen Touristen und Einheimischen, dem allgemeinen und touristischen Entwicklungsstand des Landes, dem Neuigkeitsgrad des Tourismus, sowie von der jeweiligen Tourismusdichte und Regionalstruktur im speziellen. Tourismus kann zwar als ‚Agent des Wandels’ bezeichnet werden, jedoch ist die ihm teilweise zugeschriebene Rolle als ‚Sündenbock’ für jegliche gesellschaftliche, kulturelle und soziale Veränderungen nach heutigem Diskussionsstand nicht mehr tragbar. Vor allem die Massenmedien spielen eine große Rolle bei soziokulturellen Veränderungen. Touristische Begegnungen untermauern dann oft die dort über andere Gesellschaften und deren ökonomische und kulturelle Verhaltensweisen gezeigten Informationen.458 Nachfolgend werden nun die positiven und negativen soziokulturellen Faktoren des Tourismus in Entwicklungsländer gegenübergestellt und anschließend speziell auf den Prostitutionstourismus bezogen. [...]
drastisch zurück, kann dies zu regionalen oder nationalen Wirtschaftskrisen kommen.451 4.1.2 Die Verbesserung der Zahlungsbilanz Die Zahlungsbilanz wird durch Deviseneinnahmen aus dem Tourismus verbessert. Dabei muss jedoch der Nettodeviseneffekt beachtet werden, da ein Teil der Einnahmen wiederum für tourismusbedingte Importe wie Fahrzeuge, Luxusgüter oder Öl und zur Repatriierung von Gewinnen ausgegeben wird.452 Die Deviseneinnahmen der Dritten Welt aus dem Tourismus machen etwa 20 % der gesamten Exporteinnahmen aus, womit die Abhängigkeit der Länder vom internationalen Tourismus deutlich wird. Die Tourismuseinnahmen der Bundesrepublik Deutschland liegen auf den gesamten Export bezogen vergleichsweise bei lediglich 2,8 %.453 4.1.3 Die Förderung der Regionalentwicklung Die Tourismusinvestitionen erfolgen verstärkt in landschaftlich attraktive Regionen, die oft auch wirtschaftlich rückständig sind, und weniger in städtische Agglomerationen. 4.1.4 Die Steigerung der öffentlichen Einnahmen Tourismus führt zu einer Steigerung öffentlicher Einnahmen aus Steuern und Gebühren. Diesen Einnahmen müssen jedoch die staatlichen Tourismusinvestitionen für Verkehr, Energie- und Wasserversorgung etc. gegenübergestellt werden. Meist profitiert die Bevölkerung des Zielgebietes nur bedingt von solchen Investitionen, insbesondere wenn sie zu Lasten des Gesundheitssystems oder der Schul- und Berufsausbildung gehen.454 4.1.5 Die Verbesserung des Einkommensniveaus durch Schaffung neuer Arbeitsplätze Der Tourismus führt zu einem hohen Bedarf an Arbeitskräften und die Löhne und Verdienstmöglichkeiten in touristischen Zielgebieten sind unbestreitbar höher als in touristisch unberührten Peripheriegebieten.455 In Entwicklungsländern besteht allerdings das Problem, dass tendenziell die besser bezahlten Stellen vor allem von Aus451 452 [...]
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Sandra Wengertsmann, Annette Graf Juli 2005: Soziale Verantwortung im Tourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Sextourismus, Moral, Reiseindustrie, Reiseveranstalter, Ethik




