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Die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der RFID-Technologie

Die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der RFID-Technologie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Susann Heineken
  • Abgabedatum: Juli 2005
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 917,1 KB
  • Note: 2,2
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Deutschland
  • Bibliografie: ca. 38
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1530-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heineken, Susann Juli 2005: Die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der RFID-Technologie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: RFID, Handel, Technologie, Barcode, Datenschutz

Diplomarbeit von Susann Heineken

Einleitung:

RFID (Radio Frequency Identification) gehört zu den automatischen Identifikationsverfahren (Auto - ID). Diese verbreiteten sich in den vergangenen Jahren zusehendst: Dienstleistungsbereich, Handel, Beschaffungs- und Distributionslogistik sowie Produktionsbetriebe und Materialflusssysteme. Ziel und Aufgabe ist es, mit Hilfe der Auto - ID Informationen hinsichtlich Personen, Tieren, Gütern und Waren auf einfache Weise bereitzustellen.

RFID wird bereits in den unterschiedlichsten Lebensbereichen genutzt: beim Skifahren, im Krankenhaus, an Flughäfen und nun auch in der Handelslogistik. Diese Diplomarbeit wird sich vor allem mit dem zuletzt genannten Aspekt auseinandersetzen und diesbezüglich die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile (Problemfelder), insbesondere in einem real,- SB-Warenhaus, aufzeigen und bewerten.

Experten bezeichnen die Radiofrequenz schon als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Es ist keine völlig neue Errungenschaft in der Technologie. Die Historie wird im entsprechenden Kapitel näher erläutert. Begonnen wird mit der Erläuterung des Aufbaus und der Funktionsweise, um den Leser für den technischen Aspekt zu sensibilisieren und eine Grundlage für das Verstehen des wirtschaftlichen Abschnitts voraussetzen zu können. Die Nennung von Synergieeffekten erfolgt, um die Tragweite der Technologie deutlich zu präsentieren, denn im Mittelpunkt der Betrachtungen steht die wirtschaftliche Abhandlung des Themas RFID.

Im Handel befindet sich diese Form von Artikelidentifikation noch in der Einführungsphase, sodass lediglich auf unzureichende praktische Erfahrungen und die damit zusammenhängenden Werte und Zahlen zurückgegriffen werden kann. Dadurch bleibt eine Auswertung von endgültigen Ergebnissen in dieser Arbeit unberücksichtigt. Als grundlegendes Zahlenmaterial dienen veröffentlichte Planzahlen, welche mit dem aktuellen Stand der Technik und den Ergebnissen dieser Untersuchung kritisch verglichen werden. Darüber hinaus wird mit einer Prognose abgeschlossen werden.

Als Ausgangspunkt dient der heute gebräuchliche Barcode, der für die zukünftigen Anforderungen im Handel nicht mehr ausreicht. Hier schließt die RFID - Technologie an.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 5
1. Barcode 6
2. Grundlagen der RFID - Technologie 8
2.1 Frequenzen 8
2.2 Technologie 10
2.3 Funktionsweise 13
2.4 Anwendungsgebiete 15
3. Historie der RFID - Technologie 18
3.1 Die Entwicklung der RFID - Technologie 18
3.2 Die Entwicklung der Kosten der RFID - Technologie 23
4. RFID - Nutzung in Vereinbarkeit mit dem Datenschutz 26
5. RFID heute 31
5.1 Der Rollout der METRO AG 31
5.1.1 Szenario "Wareneingang" 33
5.1.2 Szenario "Verräumung" 34
5.2 Der Rollout in der real,- SB-Warenhaus GmbH 35
5.3 Kostenanalyse des Marktes Ratingen 36
5.3.1 Erwartungshaltung hinsichtlich Kostenanalyse des Marktes Ratingen 36
5.3.2 Auswertung der KER - Ergebnisse des Marktes Ratingen 38
5.3.3 Möglichkeiten der Optimierung bei der RFID - Marktumstellung 40
6. Vorteile der RFID - Technologie 42
6.1 In der Logistik 43
6.1.1 Disposition 43
6.1.2 Transport 44
6.1.3 Wareneingang 45
6.1.4 Bestandsmanagement und Inventur 45
6.1.5 Zusammenfassung 47
6.2. Am Point - of - Sale 47
6.3. Aus Sicht des Kunden 48
6.3.1 Zukunftsszenario 49
7. Probleme der RFID - Technologie 53
8. Prognosen 56
9. Zusammenfassung 59
I Abkürzungsverzeichnis 61
II Literaturverzeichnis 63
III Anlagen 66

Textprobe:

Kapitel 3,. Die Historie der RFID - Technologie:

Die Geschichte der RFID - Technologie kann von mehreren Seiten betrachtet werden. In dieser Diplomarbeit soll eine vollständige Nennung der Entwicklungsstationen aufgeführt werden und insbesondere wird mit der Kostenentwicklung je Tag abgeschlossen, da dies eine wichtige Grundlage ist, für Investitionsentscheidungen in den Handelsunternehmen.

Die Entwicklung der RIFD - Technologie:

Die Entwicklung der RFID - Technologie begann bereits im 2. Weltkrieg (1939 - 1945). Britische Armeen setzten einen Vorläufer dieser Technologie in ihren Kampfflugzeugen ein, welche nach demselben Muster funktionierte. Jedoch waren die Transponder noch so groß wie ein Koffer, sodass lediglich an den Bodenstationen die Freund- und Feinderkennung möglich war. Weiterhin wurde die Technologie zu jener Zeit ebenso vom US - Verteidigungsministerium während der Konflikte im Irak und in Afghanistan eingesetzt, um alle Aktivitäten in der umkämpften Zone elektronisch zu erfassen.

In den 60er - Jahren wurden dann die ersten kommerziellen Vorläufer der RFID - Technologie auf den Markt gebracht. Es handelte sich bereits hier um die erwähnten 1 - bit - Transponder, welche lediglich zur elektronischen Warensicherung (engl. Electronic Article Surveillance, EAS) genutzt wurden. Diese Systeme basierten auf Mikrowellentechnik oder Induktion (Magnetfelder). In den 70er - Jahren wurde die Technologie auch bei der Tiererkennung bei Viehbeständen eingesetzt. Aber auch neue Einsatzfelder, wie Automatisierung oder Straßenverkehr, wurden gesucht. In den 80er - Jahren wurde die Technologie vor allem durch die Entscheidung mehrerer amerikanischer Bundesstaaten sowie Norwegen, sie in Mautsystemen zu nutzen, gefördert. In den 90er - Jahren baute die USA ihr Mautsystem aufgrund der problemfreieren Anwendung aus. Parallel entwickelte man auf RFID basierend Zugangskontrollen, bargeldlosen Zahlungsverkehr, Skipässe und Tankkarten.

Das Jahr 2000 brachte aufgrund der Massenproduktion einen starken Preisverfall der RFID - Technik mit sich, da nun auch der Einsatz der Tags an Verbrauchsgegenständen ermöglicht wurde. Jedoch hatte die Entwicklung nun so schnell stattgefunden, dass keine industriellen Standards definiert wurden, um eine einheitliche Basis, vor allem im Handel, zu haben. Das bedeutet, dass der beschriebene Tag eines Herstellers bei dem Geschäftspartner nicht gelesen werden kann. Dieser Aufgabe nahmen sich das 1999 gegründete Auto - ID - Center und ISO (International Organization for Standardization) an. Sie schlugen eine globale Infrastruktur vor, welche es ermöglichen soll, jeden einzelnen Artikel allerorts und in Sekundenschnelle automatisch zu identifizieren. Dies entspräche einer weiteren Schicht oberhalb des Internets. ISO konnte bisher bereits 4 Frequenzbänder standardisieren:

-125 kHz - Zugangskontrolle.
-134 kHz - Tieridentifikation.
-13,56 MHz - Logistik, zunehmend auch für Einzelprodukte.
-2,45 GHz - freies Frequenzband (evtl. für kommerzielle Zwecke).
Zudem sind die Frequenzen noch länderspezifisch. Dies machen Ex- und Importe noch weitestgehend problematisch. Der Logistikdienstleister Kühne + Nagel hat sich zusammen mit Siemens dieser Tatsache mit Hilfe eines transatlantischen Projekts bereits angenommen. Es wird die Praxistauglichkeit der Technologie zwischen München und New York getestet. Dabei kommen UHF - RFID - Tags zum Einsatz, welche sowohl auf die europäischen (868 MHz) als auch auf die amerikanischen (915 MHz) Frequenzen ansprechen und dem EPC entsprechen.

Die weltweit größte Einzelhandelskette Wal - Mart verlangt bereits seit dem Sommer 2003 von einigen Lieferanten, die RFID - Technologie in ihre Logistiksysteme zu integrieren. Bis zum Januar 2005 wurden bereits 137 Lieferanten aufgenommen und damit liegt man voll im Zeitplan.

Am 08.07.2004 eröffnete das Fraunhofer Institut ein Test- und Entwicklungslabor, in welchem Wissenschaftler die Reaktion der RFID - Transponder auf Temperatur, Stöße, Vibration, elektromagnetische Einflüsse wie auch auf chemische Substanzen untersuchen. Die Firma PolyIC, ein Erlanger Start - up - Unternehmen, wie auch die Technische Universität Chemnitz entwickeln die Drucktechnik zur Tagherstellung. Da momentan noch etwa 2 % der ausgelieferten Tags fehlerhaft sind und die genutzten Frequenzen durch Metalle und Flüssigkeiten abgeschwächt werden, würde ein Durchbruch diesbezüglich eine Optimierung der Ausbringungsmenge der Transponder bedeuten und gleichzeitig ein weiterer Schritt hinsichtlich Preissenkung durch Massenproduktion und höherem Sicherheitsstandard der gespeicherten Daten bedeuten. Jedoch sind unabhängig davon bereits Pilotprojekte und Testphasen in den Hersteller- wie auch in den Handelsfirmen angelaufen. So untersucht beispielsweise der britische Händler Marks&Spencer den Einsatz von RFID - Tags am Einzelprodukt. Dabei handelt es sich um 200 000 Kleidungsstücke.

Im Rahmen der Handelsmesse NRF (New York - Retail - Foundation) Annual Convention and Expo im Januar diesen Jahres ereignete sich zwischen den drei führenden Handelsunternehmen ein Schulterschluss, welcher eine Eigendynamik entwickeln wird. Dieser wird sich kaum jemand in der Branche entziehen können, so Ulrich Blessing, Boston Consulting Group. Speziell der Rollout in der Metrotochter real,- SB-Warenhaus GmbH wird insbesondere im Kapitel 5. aufgegriffen. Dieser begann im November 2004 und stellt die erste Phase des Stufenplanes dar. Im Januar begann in der Rewe - Gruppe ein RFID - Test für Bierkästen einer bestimmten Brauerei. Auch Tchibo hat in Zusammenarbeit mit der Beratungsgruppe Accenture eine Machbarkeitsstudie positiv abschließen können. Jedoch sei nach wie vor das grundlegende Problem der noch fehlende Standard. Trotz der technischen Schwierigkeiten werden momentan jährlich 30 Milliarden Paletten und Kisten etikettiert. Damit steigt der Wert des Marktes der RFID - Etiketten für Einzelartikel wie Gepäckstücke, Medikamente, Bücher, Tiere und Fahrkarten erheblich.

Die Kühltransporte werden von Markant und Migros, beides Handelsfirmen, ab dem 2. Halbjahr 2005 per RFID - Temperatursensor überwacht, um die lückenlose Kühlung der Tiefkühlprodukte (= TK - Produkte) im Sinne des HACCP zu kontrollieren. Während den Lieferfahrten schreibt ein Sensor die Temperaturen mit und überträgt die Werte per RFID auf einen kleinen PC des Fahrers. Dieser Computer schlägt Alarm, falls die Tiefkühlkost auf ihrem Weg zu hohen Temperaturen ausgesetzt war. Parallel wird an der Oberflächentemperaturkurve verschiedener TK - Ware geforscht, um über die abgeleitete Kerntemperatur Wissen über mögliches Verderben zu erlangen. Nebenbei entsteht die Möglichkeit, die Touren- samt Mitarbeiterplanung effektiver zu gestalten. Weiterhin ist bereits die zweite Generation der RFID - Chips ausgereift, meldete die EPCglobal Inc., ein Non - Profit - Unternehmen, welchem auch die METRO AG angehört. Jedoch ist die Lizenzgebührenerhebung seitens des Patentinhabers noch unklar, sodass dieser Entwicklungsstand noch auf sich warten lässt. Dieser weitere Meilenstein verbessert durch neue Funktionen nicht nur die Sicherheit sondern auch die Leistungsfähigkeit der Technologie.

Arbeit zitieren:
Heineken, Susann Juli 2005: Die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile der RFID-Technologie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
RFID, Handel, Technologie, Barcode, Datenschutz

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