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Die wirtschaftliche Auswirkung von Private Equity als Finanzierungsalternative für mittelständische Unternehmen

Die wirtschaftliche Auswirkung von Private Equity als Finanzierungsalternative für mittelständische Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mathias Saggau
  • Abgabedatum: Januar 2007
  • Umfang: 135 Seiten
  • Dateigröße: 10,4 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
  • Bibliografie: ca. 180
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0349-2
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0349-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Saggau, Mathias Januar 2007: Die wirtschaftliche Auswirkung von Private Equity als Finanzierungsalternative für mittelständische Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Klein- und Mittelbetrieb, Private Equity, Finanzierung, Venture Capital, Heuschrecken Fonds

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Diplomarbeit von Mathias Saggau

Einleitung:

Debatten über die Rolle des Kapitals in der Wirtschaft gab es in der Geschichte mehrfach. Meist ging es nicht nur um die rein ökonomische Dimension des Themas, sondern auch um die Frage der Wirtschaftsordnung und der Ethik von Kapital und Finanzierungsgeschäften. Reibungspunkte bildeten insbesondere die Frage nach der Entlohnung von Arbeit und Kapital hinsichtlich eines gesellschaftlich erstrebenswerten Verhältnisses beider Produktionsfaktoren zueinander. Trotz des fachkundigen Diskurses war und wird die Diskussion gerade in Zeiten der Globalisierung besonders emotional geführt. Das mag daran liegen, dass der Finanzsektor vielen Menschen auf Grund seiner Abstraktheit fremd und bedrohlich erscheint und Kapitalbesitz häufig mit Macht und Einfluss assoziiert wird. Abgesehen davon bleibt festzustellen, dass die Rolle des Kapitals mit steigender Wirtschaftskraft tatsächlich immer gewichtiger wird.

Obwohl sich die Welt und der Kapitalismus seit der Zeit des maßgeblichen Kritikers der klassischen politischen Ökonomie, Karl Marx, vor rund 150 Jahren stark verändert haben, scheint das folgende Zitat bemerkenswert aktuell: „Mit dem Wachstum des stofflichen Reichtums wächst die Klasse der Geldkapitalisten; es vermehrt sich einerseits die Zahl und der Reichtum der sich zurückziehenden Kapitalisten […] und zweitens wird die Entwicklung des Kreditsystems gefördert und damit die Zahl der Bankiers, Geldverleiher, Finanziers etc. vermehrt. – Mit der Entwicklung des disponiblen Geldkapitals entwickelt sich die Masse der zinstragenden Papiere, […] damit zugleich die Nachfrage nach disponiblem Geldkapital“.

Im April 2005 stieß Franz Müntefering, zu dieser Zeit Vorsitzender der SPD, eine Auseinandersetzung um die Praktiken des modernen Kapitalismus in einer globalisierten Welt an. Er verglich ausländische Investoren mit Heuschrecken. In einem Interview mit der Bild am Sonntag sagte er: „Sie [die Finanzinvestoren, Anm. d. Verf.] bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter. Gegen diese Form des Kapitalismus kämpfen wir“. Das verwendete Bild, das besonders auch die Industriegewerkschaft Metall in ihrer Zeitschrift „Metall“ aufgriff, löste im In- und Ausland heftige Kontroversen aus und wurde Teil des Wahlkampfs der vorgezogenen Bundestagswahl von 2005.

Angesichts der teilweise sehr emotional geführten Debatte stellt sich die Frage, ob die in den Medien und Teilen der Politik schnell übernommene These, dass Finanzinvestoren in ihren „kurzen und intensiven Verwertungszyklen, Unternehmen finanziell und substanziell auszehren und vermehrten Arbeitsplatzabbau folgen lassen“, mit der ökonomischen Realität übereinstimmt. Umfragen zur Zeit der „Heuschreckendebatte“ zufolge äußerten sich 70% der Deutschen zustimmend zu der Kapitalismuskritik. Um zu überprüfen, ob die herrschende Meinung mit den wirklichen Folgen übereinstimmt, sollen daher in der folgenden Arbeit die Auswirkungen von Private Equity auf „das Rückgrat“ der deutschen Wirtschaft, den Mittelstand mit kleinen und mittleren Unternehmen, untersucht werden. Da sich in mittelständischen Unternehmen der Großteil der Arbeitsplätze sowie der Großteil der Wertschöpfung und der Investitionen der deutschen Volkswirtschaft akkumuliert, eignet er sich gut für eine Überprüfung dieser These. Im Vergleich zu Großunternehmen hat der Mittelstand geringere Eigenkapitalmittel und eine beschränkte Auswahl an Finanzierungsmöglichkeiten.

Gerade in einer vernetzten „globalisierenden“ Welt ist sowohl die Finanzierung der Eigenkapitalbasis als auch die Strukturierung der Fremdkapitalbasis eines Unternehmens ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. In Zukunft könnte die Nutzung von alternativen Finanzierungen, wie etwa Mezzaninkapital oder Private Equity, dafür nötig sein, um am internationalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, ob professionelle Finanzinvestoren durch die Vergabe von Eigenkapital, Beratungsleistungen und die Integration in das Netwerk der Beteiligungsgesellschaft insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen Werte schaffen können.

Gang der Untersuchung:

Nach einer kurzen Einleitung, der Erläuterung der Problemstellung und der Methodik folgt im zweiten Kapitel die theoretische und praxisbezogene Einordnung von Private Equity und des deutschen Mittelstandes in die Ökonomie. Das Verständnis der Funktionsweise und der konkreten Ziele von Finanzinvestoren sowie die Situation des deutschen Mittelstandes, welche in Kapitel zwei erläutert werden, ist für die Erörterung des Themas: „Die wirtschaftliche Auswirkung von Private Equity als Finanzierungsalternative für mittelständische Unternehmen“ unerlässlich.

Das dritte Kapitel beschreitet den Hauptteil der vorliegenden Analyse auf der Basis des methodischen Ansatzes einer Literaturarbeit. Für die Strukturierung der Gliederung des Hauptteils wurde ein „Bottom Up“ Ansatz gewählt. Das heißt, dass zuerst die einzelwirtschaftlichen mikroökonomischen Einflüsse von Private Equity auf mittelständische Unternehmen und im weiteren Verlauf die gesamtwirtschaftlichen makroökonomischen Aspekte des Themas untersucht werden. Im Einzelwirtschaftlichen Teil werden die zentralen Werttreiber der Beteiligungsfinanzierung durch Private Equity dargestellt. Im Rahmen dieses Abschnitts werden sowohl Chancen als auch Risiken, die durch die Beteiligung entstehen, aus der Sicht von Einzelunternehmen betrachtet und zentrale Erfolgsfaktoren für einen positiven Ausgang der Beteiligung vorgestellt.

Im Kapitel 3.2 wird auf die Auswirkungen, die Private Equity auf verschiedene Volkswirtschaften hat, fokussiert. Dabei werden einerseits der Markt und die Entwicklung von Private Equity und andererseits die Auswirkungen auf Unternehmen an Hand von bisher zum Thema erschienenen Studien begutachtet. Am Ende des Speziellen Teils werden sowohl ein positives als auch ein negatives Beispiel der jüngeren Vergangenheit erläutert, um die in der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse von praktischer Seite zu beleuchten. Mit Blick auf den weiterführenden Forschungsbedarf werden in einer kurzen abschließenden Schlussbetrachtung die zentralen Thesen des Themas dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis II
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 2
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit 2
2. Private Equity als Finanzierungsalternative für mittelständische Unternehmen 3
2.1 Private Equity 4
2.2.1 Definition und Abgrenzung von Private Equity 4
2.1.2 Private Equity als Finanzierungsform 5
2.1.2.1 Herkunft des Kapitals 5
2.1.2.2 Motivation der Kapitalgeber 6
2.1.2.3 Private Equity Fonds als Finanzintermediäre 6
2.1.2.4 Rechtsform von Private Equity Gesellschaften 7
2.1.3 Finanzierungstheoretische Einordnung von Private Equity 7
2.1.3.1 Finanzinvestoren aus Sicht der Neoklassischen Finanzierungstheorie 8
2.1.3.2 Neue institutionenökonomische Finanzierungstheorie 9
2.1.3.2.1 Adverse Selection 9
2.1.3.2.2 Moral Hazard 10
2.1.3.2.3 Monitoring und Signalling 11
2.1.4 Private Equity als Phasenorientiertes Geschäftsmodell 12
2.1.4.1 Finanzierungsphasen im Private Equity Geschäft 12
2.1.4.1.1 Seed Phase 13
2.1.4.1.2 Start Up Phase 14
2.1.4.1.3 Expansion 14
2.1.4.1.4 Buyouts 14
2.1.4.1.5 Turnaround 15
2.1.4.2 Sonstige Finanzierungsphasen 15
2.1.4.3 Ablauf einer Private Equity Finanzierung 15
2.1.4.3.1 Kontaktaufnahmen & Erstprüfung 16
2.1.4.3.2 Research & Finanzierungsmodell 16
2.1.4.3.3 Absichtserklärung 17
2.1.4.3.4 Due Dilligence 17
2.1.4.3.5 Vertragsausarbeitung/Vertragsabschluss 17
2.1.4.3.6 Abschluss der Finanzierung und Exit 18
2.2 Mittelständische Unternehmen 18
2.2.1 Definition und Abgrenzung des Mittelstands 18
2.2.1.1 Quantitative Merkmale 19
2.2.1.2 Qualitative Merkmale 21
2.2.1.2.1 Bedeutung des Unternehmers 22
2.2.1.2.2 Besonderheiten der Unternehmensführung bei KMU durch Eigentümerunternehmer 22
2.2.2 Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes 23
2.2.3 Mittelstand in der volkswirtschaftlichen Theorie 24
2.2.4 Situation des Mittelstandes 25
2.2.4.1 Strukturwandel am Finanzmarkt 26
2.2.4.2 Finanzierungssituation des Mittelstandes 26
2.2.4.3 Eigenkapitalsituation 27
2.2.4.4 Basel II 29
2.2.4.5 Möglichkeiten der Eigenkapitalbeschaffung 30
2.2.4.6 Herausforderungen der Globalisierung 33
2.2.5 Lösungswege für den Mittelstand 33
3. Zum Einfluss von Private Equity auf mittelständische Unternehmen und die Gesamtwirtschaft 34
3.1 Der Mikroökonomische Einfluss von Private Equity auf einzelne Portfolio Unternehmen 35
3.1.1 Chancen durch Private Equity 35
3.1.1.1 Strategische Einflußnahme, Ausrichtung und Managementunterstützung 37
3.1.1.1.1 Strategische Differenzierung und Installation von Informationssystemen 37
3.1.1.1.2 Unterstützung bei Merger & Aquisitions (M&A) 38
3.1.1.1.3 Beziehungsnetzwerk und strategische Partnerschaften 39
3.1.1.1.4 Hilfe bei Internationalisierung 39
3.1.1.1.5 Sonderfall Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen 40
3.1.1.2 Operative Restrukturierung 40
3.1.1.2.1 Allgemeine operative Restrukturierung 41
3.1.1.2.2 Sonderfall Turnaround Beteiligungen 41
3.1.1.3 Finanzielle Strukturierung 42
3.1.1.3.1 Stärkung des Eigenkapitalanteils 42
3.1.1.3.2 Financial Engineering 42
3.1.1.3.2.1 Senior Debt 43
3.1.1.3.2.2 Junior Debt 44
3.1.1.3.2.3 Eigenkapital 44
3.1.2 Risiken durch Private Equity 45
3.1.2.1 Risiken im Rahmen der aktiven Betreuung 45
3.1.2.1.1 Einseitige Abhängigkeiten im Unternehmen 45
3.1.2.1.2 Risiken bei der strategischen Ausrichtung 46
3.1.2.1.3 Risiken durch M&A 46
3.1.2.2 Strikte Renditeorientierung 47
3.1.2.3 „Corporate Raider“ 48
3.1.2.3.1 Kurzfristige Gewinnmaximierung 49
3.1.2.3.2 Feindliche Übernahmen 50
3.1.3 Erfolgsfaktoren von Private Equity Finanzierungen 50
3.1.3.1 Die Beteiligungsprüfung als zentraler Erfolgsfaktor 50
3.1.3.3.1 Strategische Aspekte der Beteiligungsprüfung 51
3.1.3.3.1.1 Höhe der Beteiligung 52
3.1.3.3.1.2 Zeithorizont und Timing 53
3.1.3.3.1.3 Vertragliche Informations-, Kontroll- und Mitbestimmungsrechte 54
3.1.3.3.2 Operative Aspekte der Beteiligungsprüfung 56
3.1.3.3.3 Finanzielle Aspekte der Beteiligungsprüfung 56
3.1.3.3.3.1 Bewertungsmodelle und Kapitalkosten 56
3.1.3.3.3.3 Kaufpreisfindung 58
3.1.3.2 Spezifische Erfolgsfaktoren des mittelständischen Unternehmens 58
3.1.3.2.1 Entscheidungsprozess der kleinen und mittelständischen Unternehmen 58
3.1.3.2.2 Managementqualifikation und Vorbereitung 60
3.1.3.2.3 Informations- und Controllinginstrumente 60
3.1.3.3 Spezifische Erfolgsfaktoren für Beteiligungsgesellschaften 61
3.2 Der Makroökonomische Einfluss von Private Equity auf die Gesamtwirtschaft 62
3.2.1 Der Einfluss von Private Equity auf die Wirtschaft 62
3.2.1.1 Bedeutung in verschiedenen Volkswirtschaften 63
3.2.1.1.1 Die Bedeutung von Private Equity in den USA 63
3.2.1.1.2 Die Bedeutung von Private Equity in Europa 64
3.2.1.1.3 Die Bedeutung von Private Equity auf die deutsche Wirtschaft 64
3.2.2 Ergebnisse ausgewählter Studien zum Einfluß von Private Equity auf die Wirtschaft 66
3.2.2.1 Studien des BVK 66
3.2.2.1.1 Objektive Faktoren 66
3.2.2.1.1.1 Umsatz- und EBIT-Wachstum 66
3.2.2.1.1.2 Auswirkungen auf die Beschäftigung 68
3.2.2.1.2 Subjektive Faktoren 69
3.2.2.1.3 Fazit der BVK-Studien 70
3.2.2.2 Zusammenfassender Überblick über andere Studien 70
3.2.3 Kritische Erklärungsansätze zum Einfluss von Private Equity 71
3.2.3.1 Vergleich von unterschiedlichen Grundgesamtheiten 71
3.2.3.2 Statistische Signifikanz der Studien 72
3.2.3.3 „Survivorship Bias“ und „Selection Bias“ 73
3.3 Praxisbeispiele für Private Equity Beteiligungen 73
3.3.1 Positivbeispiel: Wincor Nixdorf AG 73
3.3.1.1 Das Wirken von KKR und Goldman Sachs (GS) 74
3.3.1.2 Der Börsengang 2004 75
3.3.1.3 Fazit 75
3.3.2 Negativbeispiel: Die Friedrich Grohe AG 75
3.3.2.1 Ankauf von BC Partners 76
3.3.2.2 Kauf und Strukturierung durch TPG und Credit Suisse First Boston PE 77
3.3.2.3 Fazit 78
4. Thesenartige Zusammenfassung 79
Literaturverzeichnis 83
Anhang 108

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis II
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 2
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit 2
2. Private Equity als Finanzierungsalternative für mittelständische Unternehmen 3
2.1 Private Equity 4
2.2.1 Definition und Abgrenzung von Private Equity 4
2.1.2 Private Equity als Finanzierungsform 5
2.1.2.1 Herkunft des Kapitals 5
2.1.2.2 Motivation der Kapitalgeber 6
2.1.2.3 Private Equity Fonds als Finanzintermediäre 6
2.1.2.4 Rechtsform von Private Equity Gesellschaften 7
2.1.3 Finanzierungstheoretische Einordnung von Private Equity 7
2.1.3.1 Finanzinvestoren aus Sicht der Neoklassischen Finanzierungstheorie 8
2.1.3.2 Neue institutionenökonomische Finanzierungstheorie 9
2.1.3.2.1 Adverse Selection 9
2.1.3.2.2 Moral Hazard 10
2.1.3.2.3 Monitoring und Signalling 11
2.1.4 Private Equity als Phasenorientiertes Geschäftsmodell 12
2.1.4.1 Finanzierungsphasen im Private Equity Geschäft 12
2.1.4.1.1 Seed Phase 13
2.1.4.1.2 Start Up Phase 14
2.1.4.1.3 Expansion 14
2.1.4.1.4 Buyouts 14
2.1.4.1.5 Turnaround 15
2.1.4.2 Sonstige Finanzierungsphasen 15
2.1.4.3 Ablauf einer Private Equity Finanzierung 15
2.1.4.3.1 Kontaktaufnahmen & Erstprüfung 16
2.1.4.3.2 Research & Finanzierungsmodell 16
2.1.4.3.3 Absichtserklärung 17
2.1.4.3.4 Due Dilligence 17
2.1.4.3.5 Vertragsausarbeitung/Vertragsabschluss 17
2.1.4.3.6 Abschluss der Finanzierung und Exit 18
2.2 Mittelständische Unternehmen 18
2.2.1 Definition und Abgrenzung des Mittelstands 18
2.2.1.1 Quantitative Merkmale 19
2.2.1.2 Qualitative Merkmale 21
2.2.1.2.1 Bedeutung des Unternehmers 22
2.2.1.2.2 Besonderheiten der Unternehmensführung bei KMU durch Eigentümerunternehmer 22
2.2.2 Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes 23
2.2.3 Mittelstand in der volkswirtschaftlichen Theorie 24
2.2.4 Situation des Mittelstandes 25
2.2.4.1 Strukturwandel am Finanzmarkt 26
2.2.4.2 Finanzierungssituation des Mittelstandes 26
2.2.4.3 Eigenkapitalsituation 27
2.2.4.4 Basel II 29
2.2.4.5 Möglichkeiten der Eigenkapitalbeschaffung 30
2.2.4.6 Herausforderungen der Globalisierung 33
2.2.5 Lösungswege für den Mittelstand 33
3. Zum Einfluss von Private Equity auf mittelständische Unternehmen und die Gesamtwirtschaft 34
3.1 Der Mikroökonomische Einfluss von Private Equity auf einzelne Portfolio Unternehmen 35
3.1.1 Chancen durch Private Equity 35
3.1.1.1 Strategische Einflußnahme, Ausrichtung und Managementunterstützung 37
3.1.1.1.1 Strategische Differenzierung und Installation von Informationssystemen 37
3.1.1.1.2 Unterstützung bei Merger & Aquisitions (M&A) 38
3.1.1.1.3 Beziehungsnetzwerk und strategische Partnerschaften 39
3.1.1.1.4 Hilfe bei Internationalisierung 39
3.1.1.1.5 Sonderfall Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen 40
3.1.1.2 Operative Restrukturierung 40
3.1.1.2.1 Allgemeine operative Restrukturierung 41
3.1.1.2.2 Sonderfall Turnaround Beteiligungen 41
3.1.1.3 Finanzielle Strukturierung 42
3.1.1.3.1 Stärkung des Eigenkapitalanteils 42
3.1.1.3.2 Financial Engineering 42
3.1.1.3.2.1 Senior Debt 43
3.1.1.3.2.2 Junior Debt 44
3.1.1.3.2.3 Eigenkapital 44
3.1.2 Risiken durch Private Equity 45
3.1.2.1 Risiken im Rahmen der aktiven Betreuung 45
3.1.2.1.1 Einseitige Abhängigkeiten im Unternehmen 45
3.1.2.1.2 Risiken bei der strategischen Ausrichtung 46
3.1.2.1.3 Risiken durch M&A 46
3.1.2.2 Strikte Renditeorientierung 47
3.1.2.3 „Corporate Raider“ 48
3.1.2.3.1 Kurzfristige Gewinnmaximierung 49
3.1.2.3.2 Feindliche Übernahmen 50
3.1.3 Erfolgsfaktoren von Private Equity Finanzierungen 50
3.1.3.1 Die Beteiligungsprüfung als zentraler Erfolgsfaktor 50
3.1.3.3.1 Strategische Aspekte der Beteiligungsprüfung 51
3.1.3.3.1.1 Höhe der Beteiligung 52
3.1.3.3.1.2 Zeithorizont und Timing 53
3.1.3.3.1.3 Vertragliche Informations-, Kontroll- und Mitbestimmungsrechte 54
3.1.3.3.2 Operative Aspekte der Beteiligungsprüfung 56
3.1.3.3.3 Finanzielle Aspekte der Beteiligungsprüfung 56
3.1.3.3.3.1 Bewertungsmodelle und Kapitalkosten 56
3.1.3.3.3.3 Kaufpreisfindung 58
3.1.3.2 Spezifische Erfolgsfaktoren des mittelständischen Unternehmens 58
3.1.3.2.1 Entscheidungsprozess der kleinen und mittelständischen Unternehmen 58
3.1.3.2.2 Managementqualifikation und Vorbereitung 60
3.1.3.2.3 Informations- und Controllinginstrumente 60
3.1.3.3 Spezifische Erfolgsfaktoren für Beteiligungsgesellschaften 61
3.2 Der Makroökonomische Einfluss von Private Equity auf die Gesamtwirtschaft 62
3.2.1 Der Einfluss von Private Equity auf die Wirtschaft 62
3.2.1.1 Bedeutung in verschiedenen Volkswirtschaften 63
3.2.1.1.1 Die Bedeutung von Private Equity in den USA 63
3.2.1.1.2 Die Bedeutung von Private Equity in Europa 64
3.2.1.1.3 Die Bedeutung von Private Equity auf die deutsche Wirtschaft 64
3.2.2 Ergebnisse ausgewählter Studien zum Einfluß von Private Equity auf die Wirtschaft 66
3.2.2.1 Studien des BVK 66
3.2.2.1.1 Objektive Faktoren 66
3.2.2.1.1.1 Umsatz- und EBIT-Wachstum 66
3.2.2.1.1.2 Auswirkungen auf die Beschäftigung 68
3.2.2.1.2 Subjektive Faktoren 69
3.2.2.1.3 Fazit der BVK-Studien 70
3.2.2.2 Zusammenfassender Überblick über andere Studien 70
3.2.3 Kritische Erklärungsansätze zum Einfluss von Private Equity 71
3.2.3.1 Vergleich von unterschiedlichen Grundgesamtheiten 71
3.2.3.2 Statistische Signifikanz der Studien 72
3.2.3.3 „Survivorship Bias“ und „Selection Bias“ 73
3.3 Praxisbeispiele für Private Equity Beteiligungen 73
3.3.1 Positivbeispiel: Wincor Nixdorf AG 73
3.3.1.1 Das Wirken von KKR und Goldman Sachs (GS) 74
3.3.1.2 Der Börsengang 2004 75
3.3.1.3 Fazit 75
3.3.2 Negativbeispiel: Die Friedrich Grohe AG 75
3.3.2.1 Ankauf von BC Partners 76
3.3.2.2 Kauf und Strukturierung durch TPG und Credit Suisse First Boston PE 77
3.3.2.3 Fazit 78
4. Thesenartige Zusammenfassung 79
Literaturverzeichnis 83
Anhang 108

Textprobe:

Kapitel 2.2.1.2.2, Besonderheiten der Unternehmensführung bei KMU durch Eigentümerunternehmer:

Die zentrale Position des Unternehmens hat besondere Konsequenzen für die Unternehmensführung und -struktur. Für einen Unternehmer stehen i.d.R. andere Ziele im Vordergrund als für externe Manager. Verschiedene Untersuchungen ermitteln als wichtigste Antriebsquelle für Unternehmer: Freude an der Arbeit, das Herstellen guter Produkte, persönliche Unabhängigkeit, finanzielle Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung. Dies zeigt, dass die Werte und Zielsetzungen von Eigentümer-Unternehmern andere sind als bei externen Managern. Dies muss bei der Untersuchung von Private Equity und KMU berücksichtigt werden.

Besonderheiten und Schwierigkeiten der Unternehmensführung ergeben sich bei KMU oft aus einer mangelhaften strategischen Planung. Empirische Erhebungen belegen, dass Unternehmen, die betriebswirtschaftliche Methoden und strategische Planungen nutzen, erfolgreicher sind also solche, die nicht planen und dokumentieren. Zu den wichtigsten Planungsinstrumenten gehören das Rechnungswesen und insbesondere das Controlling, dem in den meisten kleinen und mittleren Unternehmen eine große Entscheidungsrelevanz beigemessen wird und das als Hauptinformationsquelle für Unternehmensinformationen genutzt wird. Oft gibt es hier aber nur eine geringe Dokumentationstiefe, die die gesetzlichen Mindeststandards gerade einhält. Weitergehende Kostenrechnung und strategische Planung der zukünftigen Schritte unterbleiben allzu oft.

Ein weiterer Nachteil kleiner Unternehmen ist, dass sie „Economies of Scale“ und „Economies of Scope“ nur in ihren Nischen erreichen können. Im Vergleich haben sie meist deutlich höhere durchschnittliche Fix- und Verwaltungskosten als Großbetriebe. Auch die Spielräume und Möglichkeiten der steuerlichen Gestaltung und Ausnutzung von Förderungsmitteln sind enger gesteckt als bei großen Unternehmen. Besonders wichtig für die Betrachtung von Private Equity als Finanzierungsalternative ist aber die Komponente des Unternehmers. Durch die Aufnahme von Beteiligungskapital und dem potenziellen Verlust der Unabhängigkeit, Handlungsfreiheit und der Kontrolle über die Unternehmensführung ergeben sich erhebliche Probleme.

Traditionelle Vorteile der Strukturen von kleinen und mittleren Unternehmen sind die Schnelligkeit und Flexibilität der Entscheidungen sowie die flachen Hierarchieebenen. Veränderungen im Umfeld können dadurch schneller antizipiert und geänderte Situationen besser gemeistert werden. Kleine und mittlere Unternehmen sind oft hoch spezialisiert und auf einen relativ kleinen Markt fokussiert. Auf diesem besitzen sie hervorragende Marktund Kundenkenntnis. Durch die Einheit von Unternehmer und Eigner tritt das Prinzipal-Agent-Problem in kleinen und mittleren Unternehmen nicht in starkem Maße auf, und der persönliche Einsatz und die Motivation von Unternehmer und Mitarbeitern sind besonders ausgeprägt.

Kapitel 2.2.2, Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes:

Der Stellenwert von kleinen und mittleren Unternehmen in der deutschen Volkswirtschaft ist unbestritten. Als Quelle von Innovation, Wachstum und Beschäftigung stellen sie das Rückrad der deutschen Wirtschaft dar. Nach Definition des IfM sind 99,7% aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen dem Mittelstand zuzurechnen. Diese Unternehmen erwirtschaften 41,2 % aller Umsätze und tätigen etwa 48 % der Bruttoinvestitionen. Mit rund 20 Millionen Menschen sind 70,2% der Arbeitnehmer und fast 81,9% aller Auszubildenden in Deutschland bei mittelständischen Unternehmen beschäftigt.144 Familiengeführte Unternehmen erwirtschaften dabei je nach Definition zwischen 38% und 81% des Bruttosozialprodukts (BSP).

In ihrer Vielfalt und regionalen Verbundenheit sorgen KMU für wirtschaftliche Stabilität und sind ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Unternehmensgrößenstruktur. Sie erleichtern Strukturwandel, fördern Innovation und stimulieren letztlich Wirtschaftswachstum und Wohlstand. In der Literatur wird angeführt, dass die Stärke einer Marktwirtschaft stark von der jeweiligen Anzahl der KMU abhängt. Volkswirtschaften mit einer großen Anzahl kleiner und mittlerer Unternehmen reagieren im Allgemeinen weniger empfindlich auf Konjunkturschwankungen als Volkswirtschaften mit einem geringeren Anteil KMU.

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