Die wichtigsten Teilstrategien zu einer systematischen Arbeitszeitverkürzung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Daniela Vöge
- Abgabedatum: Januar 1996
- Umfang: 86 Seiten
- Dateigröße: 741,7 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7082-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7082-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7082-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Vöge, Daniela Januar 1996: Die wichtigsten Teilstrategien zu einer systematischen Arbeitszeitverkürzung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Volkswirtschaft, Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarkt, Arbeitszeit, Arbeitslosigkeit
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Diplomarbeit von Daniela Vöge
Zusammenfassung:
Diese aus dem Jahr 1996 stammende Diplomarbeit erweist sich als eine bis heute aktuelle Studie über die Teilstrategien zu einer systematischen Arbeitszeitverkürzung. Als Politikberatungskonzept weist sie eine ungebrochene Brisanz in der Diskussion um die Krise auf dem deutschen Arbeitsmarkt auf.
In der Diplomarbeit wird der Frage nachgegangen, welche Anforderungen eine systematische Strategie der Arbeitszeitverkürzung an die Akteure des Arbeitslebens stellt, damit die Massenarbeitslosigkeit in der Bundesrepublik Deutschland weitgehend abgebaut werden kann.
Dabei gehe ich von zwei Voraussetzungen aus: Zum einen hat eine beschäftigungspolitisch erfolgreiche Strategie forcierter Arbeitszeitverkürzung die einzelnen Teilstrategien zu bündeln, um einen größtmöglichen beschäftigungswirksamen Effekt zu entfalten und zum Abbau der Massenarbeitslosigkeit beitragen zu können. Diese Teilstrategien wähle ich aus übereinstimmenden Maßnahmenkatalogen von SozialwissenschaftlerInnen und Gewerkschaften: Verkürzung der wöchentlichen Arbeits-zeit, Vorruhestandsregelungen, Abbau von Überstunden und freiwillige Teilzeitarbeit. Zum anderen sind alle genannten Akteure des Arbeitslebens gefordert: Unternehmen, Gewerkschaften, ArbeitnehmerInnen und staatliche Instanzen.
Bei der Untersuchung der Formen der Arbeitszeitverkürzung werden jeweils drei wesentliche Aspekte analysiert: 1. die Beschäftigungswirkung, 2. die Kostenfrage der Arbeitszeitverkürzung und 3. die Existenzsicherung der Beschäftigten.
Den ersten Schritt zu einer praktischen Bündelung der Teilstrategien vollziehe ich daher mit dieser Sammlung von Modellen und Anforderungen unter dem Hauptgesichtspunkt eines konkreten Abbaus der Massenarbeitslosigkeit. Der Dialog zwischen TheoretikerInnen und PraktikerInnen wird hier nachgezeichnet, um zu einem Beratungskonzept zu gelangen, das alle Akteure bei der Bewältigung der Krise auf dem Arbeitsmarkt durch eine forcierte und gleichzeitig praktikable Arbeitszeitverkürzung mit einbezieht.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 3 | |
| Einleitung | 4 | |
| 1. | Methode und Vorgehensweise | 6 |
| 2. | Ausgangslage | 8 |
| 2.1 | Hauptursachen der Massenarbeitslosigkeit | 8 |
| 2.2 | Wirtschaftswachstum und Beschäftigung | 11 |
| 2.3 | Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen durch Arbeitszeitverkürzungen | 14 |
| 3. | Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit | 16 |
| 3.1 | Beschäftigungswirkungen | 16 |
| 3.2 | Kostenentwicklungen | 19 |
| 3.2.1 | AZV mit Lohnausgleich | 19 |
| 3.2.2 | AZV ohne Lohnausgleich | 20 |
| 3.2.3 | Kostenneutralität von AZV | 21 |
| 3.2.4 | Flexibilisierung | 21 |
| 3.3 | Anforderungen | 22 |
| 3.3.1 | Flexibilisierung der wöchentlichen Arbeitszeit: Zeitsouveränität oder Auflösung der tariflichen Schutzrechte? | 22 |
| a) | Flexible Arbeitszeit und tarifliche Absicherung | 24 |
| b) | 'New Deal' in Wirtschaft und Gesellschaft | 26 |
| 3.3.2 | Beiträge der Erwerbstätigen | 27 |
| a) | Sockel- oder Festbeträge | 28 |
| 3.3.3 | Lohnsubventionen und Arbeitsmarktfonds | 29 |
| 3.3.4 | Angleichung der Arbeitszeiten Ost - West auf Westniveau | 33 |
| 4. | Abbau von Überstunden | 34 |
| 4.1 | Volumenrechnung und Kostenbetrachtung | 34 |
| 4.2 | Anforderungen | 35 |
| 4.2.1 | Das Arbeitszeitrechtsgesetz | 35 |
| 4.2.2 | Qualitative Tarifpolitik | 37 |
| 5. | Vorruhestandsregelungen | 39 |
| 5.1 | Beschäftigungswirkungen | 40 |
| 5.2 | Kostenentwicklungen | 43 |
| 5.3 | Anforderungen | 45 |
| 5.3.1 | Soziale Sicherung im Alter | 45 |
| a) | Grundrente | 45 |
| b) | Lockerung des Äquivalenzprinzips | 47 |
| 5.3.2 | Ausbau der Altersteilszeit und Schaffung von Teilzeitarbeitsplätzen | 47 |
| 6. | Freiwillige Teilzeitarbeit | 48 |
| 6.1 | Beschäftigungswirkungen | 49 |
| 6.2 | Kostenentwicklungen | 52 |
| 6.3 | Anforderungen | 55 |
| 6.3.1 | Teilzeitarbeitsplätze | 55 |
| a) | Teilzeitarbeitsplätze in Führungspositionen | 55 |
| b) | Teilzeitarbeit in Ostdeutschland | 57 |
| 6.3.2 | Sabbaticals | 58 |
| 6.3.3 | Soziale Sicherung | 59 |
| a) | Subvention von Teilzeitarbeitsplätzen | 60 |
| b) | Geringfügige Beschäftigung | 60 |
| 6.3.4 | Gewerkschaftliche Perspektiven | 62 |
| a) | Optionale AZV | 62 |
| b) | Mitbestimmung | 63 |
| 7. | Zusammenfassung | 66 |
| 7.1 | Bündelung der Teilstrategien | 69 |
| 7.2 | Einbezug aller Akteure des Arbeitslebens in den Abbau der Massenarbeitslosigkeit | 72 |
| 8. | Schlussbemerkung | 77 |
| 9. | Literaturhinweise | 79 |
In dem Dienstleistungsunternehmen Condate in Berlin kann in Absprache mit dem Arbeitsbereich Langzeiturlaub von max. sechs Kalendermonaten oder 26 Kalenderwochen (inkl. Jahresurlaub) genommen werden. Diese Zeit kann in Form von Überstunden oder durch eine befristete Gehaltsreduzierung ausgeglichen werden. Auf dem persönlichen Zeitkonto können max. 1000 Stunden angespart werden; für max. 18 Monate kann darüber hinaus die individuelle Arbeitszeit auf 30 Stunden reduziert werden. Die Absprache erfolgt über Ausschüsse auf Bereichsebene. Diese Arbeitszeitregelung dient allerdings ausschließlich einer unternehmerischen Flexibilisierung. Sabbatical-Modelle außerhalb des öffentlichen Dienstes entfalten ihre Beschäftigungswirkung vor allem in Kleinbetrieben, in denen die Personaldecke kaum ausreicht, um größere Arbeitszeitschwankungen auf der Angebotsseite auszugleichen. [...]
Welzmüller (1989:235f.) schlägt eine "großzügigere" Berechnung der Rente vor dem Hintergrund der Veränderung der Arbeitszeiten und Beschäftigungsformen vor: all jene, deren Entgelt bei 50% oder mehr des durchschnittlichen Einkommens eines/r Versicherten oder mehr lag, sollen so gestellt werden, als hätten sie 75% verdient. Ebenso sollen die Anwartschaftszeiten reduziert werden auf die Hälfte der jeweils durchschnittlichen Erwerbsdauer.48 Angesichts der Änderung der Rente nach Mindesteinkommen in der Rentenreform 1992 von 25 auf 35 nachgewiesenen Pflichtversicherungsjahren sind gegenwärtige Tendenzen gegenläufig, obwohl sich abzeichnet, dass "die Fiktion vom erfüllten 'Versicherungsleben' (...) anachronistisch" geworden ist (ebda:171). Die Lockerung bzw. Ausweitung des Äquivalenzprinzips für diejenigen Beschäftigten, die mit der individuellen Verkürzung ihrer (Lebens-)Arbeitszeit einen Beitrag zum Abbau der Massenarbeitslosigkeit leisten, könnte hingegen ein deutliches Signal für den politischen Willen des Gesetzgebers zur umfassenden Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen sein. [...]
1990 bezogen in den alten Bundesländern 21% der Rentner und 74% der Rentnerinnen monatliche Versicherungsrenten unter 1000 DM, 52% der Rentnerinnen (gegenüber 11% der Rentner) sogar unter 600 DM (Quelle: Bundesarbeitsministerium, nach: Czada u.a. 1992:268). Trotz weitgehend durchgängiger Erwerbstätigkeit ostdeutscher Frauen bestätigt sich die These nicht, dass die Zahlen zwischen männlichen und weiblichen RentnerInnen in den neuen Ländern nicht in dem Maße schwanken dürften; die Unterschiede innerhalb der weiblichen Versicherten dagegen deuten insbesondere in der Arbeiterrentenversicherung jedoch auf das unterschiedliche Erwerbsverhalten hin. Die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge belaufen sich bei weiblichen Versicherten in Westdeutschland auf 992 (ArV) bzw. 1042 DM (AnV), in Ostdeutschland auf 690 (ArV) bzw. 1015 DM (AnV) (VDR 1995:17). Die Renten der Ostdeutschen betragen durchschnittlich 75% der Westrenten (Bulletin, 30.3.94:263). [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832470821
Arbeit zitieren:
Vöge, Daniela Januar 1996: Die wichtigsten Teilstrategien zu einer systematischen Arbeitszeitverkürzung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Volkswirtschaft, Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarkt, Arbeitszeit, Arbeitslosigkeit



