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The way they communicate

Jugendliches Kommunikationsverhalten via Handy und E-Mail aus konsumsoziologischer und identitätstheoretischer Sicht

The way they communicate
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Laura Dahm
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 124 Seiten
  • Dateigröße: 641,2 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6962-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6962-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6962-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dahm, Laura Mai 2002: The way they communicate, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Jugend, Identitätstheorien, Kommunikationstheorien, mobile Kommunikation, Konsumzoziologie

Magisterarbeit von Laura Dahm

Einleitung:

Wenn die Massenmedien sich über den Einfluß technischer Innovationen, speziell im Kommunikationsbereich, auf jugendliche Lebenswelten und Verhaltensweisen äußern, wurde bislang gerne das Bild des einsamen Computerfreaks gezeichnet. Seit der massenhaften Verbreitung des Mobiltelefons jedoch betont man lieber das gesteigerte Kommunikationsbedürfnis Jugendlicher. Ihre permanente Kommunikationsbereitschaft ist unübersehbar. Es macht sogar den Eindruck, junge Leute erfreuten sich an der Möglichkeit, ihre private Kommunikation in die Öffentlichkeit tragen zu können. Überall und permanent haben sie ihren Blick auf die Handytastatur gerichtet, um sogleich ihre geübten Finger auf dieselbe drücken zu lassen. Scheinbar zweitrangig sind dann plötzlich die anwesenden Freunde, wenn das Handy klingelt oder piepst. Moderne Kommunikationsmedien ergänzen herkömmliche, direkte oder telefonische Kommunikationsweisen und sie wirken auf die Jugendlichen besonders faszinierend. Jungsein heute bedeutet multimedial aufzuwachsen. Die Jugendlichen fühlen sich davon jedoch nicht überfordert, sondern aus dieser Vielfalt ziehen sie die Befriedigung des Bedürfnisses nach Erlebnis, Abwechslung und Kommunikation. Nicht zuletzt dienen ihnen neue Kommunikationsmedien und deren teilweise recht eigenwillige Aneignung zur Abgrenzung, entweder von der Erwachsenenwelt oder untereinander. Das Internet bietet Chat-Räume als Treffpunkte Gleichgesinnter und die Option des E-Mailens an. Aber unter soziologischen Gesichtspunkten relevanter, weil ortsungebunden und somit ständig und überall verfügbar, ist das Handy samt seiner SMS-Funktion, der anfangs niemand eine solche massenhafte Verbreitung vorausgesagt hätte. Vor allem via Handy stehen Jugendliche permanent in Verbindung mit Gleichaltrigen. Diese Feststellungen und die Tatsache, daß Jugendliche die Gesellschaft von morgen entscheidend prägen werden, hat mein Interesse an dieser Thematik geweckt. Ziel der Arbeit ist die soziologische und sozialpsychologische Herausarbeitung der sozialen Bedeutung des Mobiltelefons unter Zuhilfenahme konsumsoziologischer, identitätstheoretischer und kommunikationswissenschaftlicher Herangehensweisen. Fragen nach den Ursachen für das ausgeprägte Kommunikationsbedürfnis und solche nach den sozialen Auswirkungen medial vermittelter Kommunikation bilden die Grundlage des theoretischen Teils, der der Einführung in verschiedene Problembereiche und der Hinführung zu einer empirischen Analyse der Kommunikation via Handy und SMS dient. Ebenso hätte man die Online-Nutzung Jugendlicher mit dem Fokus auf die E-Mail zum Forschungsgegenstand machen können. Jedoch ist dieser Bereich wesentlich besser erforscht als die Handy-Nutzung, die mich zudem aufgrund ihres kometenhaften Aufstiegs innerhalb weniger Jahre stärker interessiert. Die E-Mail wird an manchen Stellen zur Kontrastierung herangezogen, denn für sie gelten völlig andere Bedingungen als für das Handy.

Die intensive Handy-Nutzung Jugendlicher verweist auf lebensphasenspezfische Bedingungen. Ihre aktuellen Lebensphase muß zudem vor dem Hintergrund gewandelter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen im Zuge von Individualisierungsprozessen gesehen werden. Die Jugendphase ist gekennzeichnet durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Identitätsfindung. Aus identitätstheoretischer Sicht gilt es deshalb zu klären, ob das jugendliche Kommunikationsbedürfnis mit der Identitätsfindung zusammenhängt. Inwiefern beeinflußt die Kommunikation und Interaktion mit anderen den Prozeß der Identitätsbildung ? Bedarf sie möglicherweise anerkennungsstiftender Momente? Einen weiteren Erklärungsansatz liefert vielleicht die Konsumsoziologie. Wenn Konsumprodukte einen sekundären Nutzen haben, dann könnte der des Handys möglicherweise in seiner darstellenden Funktion nach außen bedeutsam sein, womit wiederum die Ebene der Kommunikation als eine mögliche Bedingung für Identität angesprochen wäre. Die Umwelt zollt dem Handybesitzer Anerkennung, denn das Handy ist ein sozial sichtbares und geachtetes Konsumprodukt.

Ebenso kann der Konsument sich mit einem Produkt identifizieren und daraus einen Nutzen für seine Identitätsarbeit ziehen. Diese Überlegungen auf der Objektebene lassen sich auch auf die Verwendungsebene übertragen, denn der Gebrauch hat eine signalisierende und somit wiederum kommunikative Funktion für andere. Hierbei dürfte der oben angesprochene Aspekt der Handy-Kommunikation in der Öffentlichkeit eine Rolle spielen. Beabsichtigen die Handynutzer eine Art Metakommunikation mit physisch Anwesenden, während sie gleichzeitig telefonieren oder SMS versenden? Die bisher erwähnte kommunikative Bedeutung des Handys rückt vor allem seinen Sekundärnutzen ins Zentrum. Schon hier lassen sich deutliche Differenzen zur E-Mail ausmachen, die zwar ebenfalls der interpersonalen Kommunikation dient, jedoch kaum Bedürfnisse metakommunikativer Art befriedigen kann, da sie nicht in der Öffentlichkeit stattfindet.

Weiterhin in dieser Arbeit zentral sind die Auswirkungen, die das Handy auf den zwischenmenschlichen Umgang hat. Angesichts der rasanten Verbreitung des Handys, mittlerweile haben 55 Mio. Deutsche ein Handy, der Anteil der Handybesitzer bei den unter 30jährigen beträgt sogar 85%, sind soziale Konsequenzen unvermeidlich. Sie werden zum einen im öffentlichen Raum spürbar, zum anderen verändern sie eventuell die Interaktionsweisen. Man könnte z.B. annehmen, daß die mobile Unterhaltung durch Flüchtigkeit gekennzeichnet ist. Daraus würde möglicherweise eine Vervielfältigung der Kontakte auf Kosten einer Verflachung ihrer Intensität resultieren. Menschliche Kommunikation würde sich auf einen oberflächlichen und knappen Austausch untereinander reduzieren. Gesteigert wäre dies wegen ihrer Kürze bei der SMS denkbar.

Gerade Jugendliche scheinen diese Funktion zu favorisieren. Hat das eher pragmatische Gründe oder ist dies ein Indiz für ihre Geschwätzigkeit? Die hier vermuteten sozialen Folgen können eher auch für die E-Mail-Kommunikation angenommen werden. Aufbauend auf diesen forschungsleitenden Gedanken ergibt sich der Aufbau der Arbeit. Vorangestellt ist ein ausführlicher Theorieteil, der sich in vier Teile gliedert. Zunächst soll Jugend als Lebensphase (1.1.) und soziale Altersgruppe (1.2.) vor allem unter den spezifischen Bedingungen einer individualisierten Gesellschaft betrachtet werden. Es werden an dieser Stelle bereits Überlegungen zur Bedeutung der peergroups einfließen, die für die empirische Studie relevant sind. Anschließend werden konsumsoziologische Betrachtungsweisen herangezogen, die zum einen die Rahmenbedingungen einer Konsumgesellschaft (2.) beschreiben, und vor diesem Hintergrund sozialpsychologische Erklärungsansätze des modernen Konsums liefern (2.1.). Zentral wird dabei die identitätsstiftende Bedeutung der Konsumsymbolik sein (2.1.3.). Die Beschreibung des jugendlichen Konsumverhalten soll Aufschluß über jugendliche Ressourcen (2.2.1.) und Konsumpräferenzen (2.2.2.) geben. Da das Handy hier vor allem unter dem Aspekt eines Gebrauchsguts thematisiert wird, wird seine soziale und kulturelle Implikation in Kapitel 2.3. im Mittelpunkt stehen. Dieses Kapitel ist besonders wichtig für die Herleitung empirischer Fragestellungen. In Abgrenzung dazu findet die Nutzung von Email unter 2.4. Erwähnung. Schließlich laufen im Identitätskapitel die Theoriestränge zusammen: Die Kapitel Identitätsarbeit mittels Konsum (3.2.) und Kommunikation (3.3.) bündeln die Ausführungen zu einem sich gegenseitig beeinflussenden Komplex. Ein Überblick über die Identitätsforschung (3.) und die Gegenüberstellung eines klassischen Identitätskonzepts (Erikson) und einem modernen (Keupp) wird vorangestellt (3.1.). Keupps Ausführungen zur Patchwork-Identität und die Ausführungen des Symbolischen Interaktionismus zum Thema Anerkennung dürften von besonderem Interesse sein. Bevor Handy und SMS im Spiegel repräsentativer Untersuchungen (4.2.) thematisiert werden, werde ich knapp in den Forschungsbereich der Kommunikationswissenschaft einführen (4.) und insbesondere die medienvermittelte interpersonale Kommunikation fokussieren (4.1.).

Aufgrund des Forschungsdefizits bezüglich mobiler Telefonkommunikation - auch die von mir verwendeten, kommerziellen Studien unter 4.2. bleiben für meine Zielsetzung zu sehr an der Oberfläche - wird meine Untersuchung ihren Platz im Entdeckungszusammenhang haben und demzufolge qualitativ ausgerichtet sein. Die Fragestellungen und die Auswertung sind theoriegeleitet, dienen aber nicht der Überprüfung konkreter Hypothesen. Einstellungen zu, die konkrete Nutzung von und die Bedeutungszuschreibung des Handys und der SMS stehen im Mittelpunkt. Auf der Basis der Ergebnismaterials sollen Typen gebildet werden, die eine Kategorisierung jugendlicher Handynutzer erlaubt. Die Typenbildung zentriert sich um einige identitätsrelevante Aspekte, die durch sekundär strukturierende Aussagen der Befragten ergänzt werden. Sie sollen jeweils auch auf ihre soziodemographische Zusammensetzung hin überprüft werden. Gibt es mögliche Zusammenhänge? Die gewonnenen Ergebnisse sollen in die Theorie rückgebunden werden, die Generierung von Hypothesen ermöglichen und weitere Forschungsrichtungen aufweisen.

Inhaltsverzeichnis:

EINLEITUNG 1
Teil I Theorie
1. DIE JUGEND 5
1.1. STRUKTURWANDEL DER JUGENDPHASE 6
1.2. JUGEND ALS SOZIALE ALTERSGRUPPE 7
2. DER MODERNE KONSUM 12
2.1. SOZIALPSYCHOLOGISCHE ERKLÄRUNGSANSÄTZE DES MODERNENKONSUMS 16
2.1.1. PRESTIGE- UND STATUSSTREBEN182.1.2. IMAGINATIVER HEDONISMUS 19
2.1.3. KONSUMSYMBOLIK 20
2.1.4. ERLEBNISORIENTIERUNG 24
2.1.5. PSYCHISCHE UND SOZIALE DETERMINANTEN DES KONSUMENTENVERHALTENS 25
2.2. JUGEND UND KONSUM 26
2.2.1. SOZIOÖKONOMISCHE RESSOURCEN: EINKÜNFTE UND AUSGABEN JUGENDLICHER 28
2.2.2. GÜTER- UND DIENSTLEISTUNGSKONSUM VON JUGENDLICHEN 28
2.3. DAS MOBILTELEFON ALS GEBRAUCHSGUT 30
2.4. DIE VERWENDUNG DES INTERNETDIENSTES E-MAIL 38
3. DIE MODERNE IDENTITÄT 41
3.1. GELUNGENE IDENTITÄTSBILDUNG ODER PATCHWORK-IDENTITÄT? 43
3.2. IDENTITÄTSARBEIT MITTELS KONSUM 48
3.3. IDENTITÄTSARBEIT DURCH KOMMUNIKATION 52
4. DIE MODERNE KOMMUNIKATION 55
4.1. MEDIENVERMITTELTE INTERPERSONALE KOMMUNIKATION 57
4.2. HANDY UND SMS IM SPIEGEL REPRÄSENTATIVER UNTERSUCHUNGEN 60
Teil II Empirische Analyse der Handynutzung von Jugendlichen
5. FRAGESTELLUNG UND DURCHFÜHRUNG DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
5.1. PROBLEMAUFRIß UND FRAGESTELLUNG 66
5.2. WAHL DER ERHEBUNGSMETHODE 67
5.3. DATENBASIS DER UNTERSUCHUNG 68
5.4. TECHNIK DER AUSWERTUNG 70
5.5. TYPENBILDUNG 71
6. ERGEBNISSE 73
6.1. DARSTELLUNG UND INTERPRETATION WICHTIGER ERGEBNISSE 73
6.1.1. HANDY-BESITZ, FINANZIELLE AUFWENDUNGEN UND NUTZUNGSINTENSITÄT 74
6.1.2. BEDEUTUNG IDENTITÄTSRELEVANTER PARAMETER (MARKE, OPTIK, EXPRESSIVE FUNKTION UNDANERKENNUNG) 77
6.1.3. STELLENWERT, VOR- UND NACHTEILE VON HANDY UND SMS 81
6.1.4. NUTZUNG VON HANDY UND SMS 84
6.1.5. HANDYNUTZUNG IN ANWESENHEIT DRITTER (METAKOMMUNIKATION) 86
6.1.6. AUSWIRKUNGEN DES HANDYS AUF DAS SOZIALE ZUSAMMENLEBEN 87
6.1.7. MEDIENNUTZUNG ALLGEMEIN 88
6.1.8. FREUNDE UND SOZIALES NETZWERK 88
6.1.9. EINSTELLUNGEN ZUM MOBILFUNKMARKT 89
6.2. TYPENBILDUNG 90
6.3. REFLEXION DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE 101
7. SCHLUSSBETRACHTUNG 104
8. LITERATURVERZEICHNIS 107

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kommunikation jeweils für sich erschöpfend erforscht worden und werden es noch immer, aber zu ihrer Verknüpfung findet sich kaum Material. Nun hat sich diese Kombination nicht zufällig ergeben, sondern basiert auf der Zielsetzung meiner Arbeit: Das Handy soll nicht als neutrales Medium der Kommunikation verstanden, sondern in seiner sozialen Bedeutung erfaßt werden. In diesem Zusammenhang interessiert die Verwendung des Mobiltelefons, sein Stellenwert für das Individuum und die von seinem Gebrauch ausgehenden sozialen Veränderungen. Ich habe mich für die Untersuchung dieser Aspekte auf Jugendliche konzentriert. Zum einen scheinen sie meinen alltäglichen Beobachtungen zufolge ein besonders ausgeprägtes Kommunikationsbedürfnis zu haben, zum anderen prägen sie als nachwachsende Generation die Gesellschaft nachhaltig. Hat man diese Untersuchungseinheit vor Augen, ergeben sich Fragen nach dem Zusammenhang der intensiven Handynutzung und lebensphasenspezifischen Besonderheiten. Darüber gelangt man zu identitätstheoretischen Annahmen, denn ein gesteigerter Kommunikationsbedarf hängt mit der Angewiesenheit Jugendlicher auf die Bestätigung durch andere zusammen. Dieses Bedürfnis erwächst aus gesellschaftlich gewandelten Verhältnissen, wie sie im Theorieteil ausführlich beschrieben wurden. Zentral ist dabei die Freisetzung aus festen Gruppenzugehörigkeiten und festgelegten Identitäten, die Jugendliche verstärkt zwingen, eigene soziale Netzwerke zu bilden. Dies wiederum erfordert eine ausgeprägte kommunikative Kompetenz. Nur in einem solchen interaktiven Austausch und den darin enthaltenen Anerkennungserfahrungen kann sich Identität bilden. Umgekehrt muß sie permanent überprüft werden, in dem man sie u.a. mithilfe der kommunikativen Funktion von Konsumobjekten nach außen darstellt und die Reaktion der Umwelt auf das eigene Verhalten verarbeitet. Dies geschieht ebenfalls innerhalb von Kommunikationsprozessen. Sowohl als Konsumprodukt als auch als Kommunikationsmedium weist das Handy somit identitätsrelevante Implikationen auf. Das Modell stellt die Herleitung der Forschungsfragen aus dem Identitätskonzept und der Konsumtheorie dar. Neben der Frage nach den Ursachen für die Handy-Euphorie, muß man auch nach den Auswirkungen auf das soziale Zusammenleben Jugendlicher fragen. Der Sekundärnutzen des Mobiltelefons reduziert sich nicht auf seine [...]

Beurteilung wesentlich mehr bei den Mädchen als bei den Jungen zum Vorschein. Insgesamt doppelt so viele Ältere im Vergleich zu den Jüngeren geben an, dieser Faktor sei für sie gar nicht wichtig. Bis auf die Frage nach Gründen für den Handybesitz bleibt die BRAVO-Studie relativ oberflächlich. Eine im Jahr 2001 von Jamba22 durchgeführte Befragung mit 12-19jährigen ermittelt das Nutzungsverhalten jugendlicher Handybesitzer. Mehr als 75% nutzen ihr Handy sowohl zum Telefonieren als auch zum „Smsen“23. 33% haben ihr Handy bei fast allen Gelegenheiten und meist rund um die Uhr einsatzbereit, auch in der Schule und im Job. 40% nutzen ihr Handy täglich, 37% mehrmals wöchentlich und 23% einmal in der Woche. Hauptsächlich dient es zur Organisation des Privatlebens. Dieses Verhalten hat Auswirkungen auf die zwischenmenschliche Kommunikation, denn immer mehr Jugendliche bevorzugen die Kommunikation per Handy anstatt des persönlichen Kontakts: 71% halten mit ihrem Handy Kontakt zu ihrem Freundeskreis; mehr als die Hälfte hat schon mal einen Flirt per SMS begonnen; 44% haben mindestens einen SMSLiebesbrief verschickt und knapp 50% fällt eine Entschuldigung per SMS leichter als in einem persönlichen Gespräch. Diese Daten und durchschnittlich 17 versendete SMS wöchentlich pro Jugendlichen belegen, daß SMS ein favorisiertes Kommunikationsmittel ist. Jeder dritte Jugendliche nutzt laut einer Studie des InternetMarktforschungsinstituts MMXI die Möglichkeit der kostenlosen SMS-Übertragung über bestimmte Internet-Anbieter, die sich über Werbung finanzieren. Darüber hinaus haben sich ca. 60% der befragten Jugendlichen bereits Klingeltöne, Bildmitteilungen, Logos u.ä. auf ihr Handy schicken lassen. Daneben lassen sich Oberschalen, Schutzhüllen, Headsets für Autofahrer, Spiele etc. vermarkten. [...]

BRAVO Faktor Jugend 3 ermittelt folgendes: Zu einem Handy gehört für 86% unbedingt die SMS-Funktion dazu, wobei mehr Mädchen und mehr 18jährige dies als sehr wichtig empfinden. Nur 2% finden SMS gar nicht wichtig. Es folgt auf der Rangliste die Gebührenkontoabfrage und die Mailbox. Die verschiedenen Klingeltöne und –melodien sind für 61% bedeutsam, vor allem für die 12-13jährigen. Für 13%, darunter mehr Jungen, sind sie gar nicht wichtig. 51% legen Wert auf die Rufnummernübermittlung und 41% auf die Uhr mit Alarmfunktion. Bei einer anderen Befragung liegt ebenfalls SMS mit 100% Zustimmung an erster Stelle, gefolgt von aufladbaren Klingeltönen (67%), Texterkennung bzw. T919 (60%), Bildanzeige etc. 71% der 14-19jährigen versenden wöchentlich 1-30 SMS (22% 6-10); 24% versenden mehr als 30 SMS (8% 41-50) und nur 5% versenden keine.20 Einer anderen Quelle sind folgende Angaben zu entnehmen: 7% der 14-19jährigen versenden täglich keine SMS, 45% 1-2, 27% 3-5 und 21% 6 und mehr.21 „´Vor allem Mädchen schicken SMSBotschaften, und sie nutzen häufiger als die Jungen die Kapazität von 160 Zeichen aus` bestätigt der Kommunikationswissenschaftler Joachim Höflich“ (Lehmkuhl u.a. 2002, S. 11). Beinahe alle Befragten führen als Grund für den Handy-Besitz die permanente Erreichbarkeit für Freunde und die Möglichkeit an, jemanden schnell zu erreichen, wenn etwas Unvorhergesehens passiert. Letzteres ist für die Mädchen und die Jüngeren noch wichtiger als für die Jungen und die Älteren. Für über 90% ist die Flexibilität bei Verabredungen u.ä. und die Praktikabilität in Örtlichkeiten ohne Telefon ein Argument für das Handy. Der großen Mehrheit, vor allem den Jüngeren, macht es einfach Spaß, mit dem Handy zu telefonieren oder Nachrichten zu verschicken. Ähnlich vielen ist es wichtig, daß die Eltern beruhigt sind, weil sie einen erreichen können. Dies spielt eher für die Mädchen und die 12-13jährigen eine Rolle. Interessant ist die Frage nach der Bedeutung des Handys für die Zugehörigkeit und das In-Sein, denn nur 39% geben zu, daß dies für sie eine Rolle spielt. Die Jungen und ganz deutlich die jüngeren Befragten bejahen dies eher, wobei bei der Variable „sehr wichtig“ die Mädchen stärker vertreten sind. Innerhalb dieser Variable kommt der beschriebene Altersunterschied in der [...]

Arbeit zitieren:
Dahm, Laura Mai 2002: The way they communicate, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Jugend, Identitätstheorien, Kommunikationstheorien, mobile Kommunikation, Konsumzoziologie

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