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Eine vergleichende Analyse der Produktionskosten ukrainischer Getreideproduzenten

Eine vergleichende Analyse der Produktionskosten ukrainischer Getreideproduzenten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Einax
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 523,3 KB
  • Note: 3,0
  • Institution / Hochschule: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8696-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8696-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8696-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Einax, Christian Juni 2004: Eine vergleichende Analyse der Produktionskosten ukrainischer Getreideproduzenten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Getreideproduktion, Betriebsvergleich, Betriebsanalyse, Wirtschaftlichkeit, Pflanze

Diplomarbeit von Christian Einax

Einleitung:

Die Ukraine, mit ihrer ausgeprägten Agrarstruktur und ihrer guten natürlichen und klimatischen Standortbedingungen, ist bekannt als ein bedeutender Produzent und Nettoexporteur landwirtschaftlicher Produkte wie Weizen, Gerste und Sonnenblumen.

Seit der Neugründung der Ukraine 1991 hat die Landwirtschaft des Landes im Transformationsprozess einen teilweise enormen Produktionsrückgang, nicht nur in der Getreideproduktion, hinnehmen müssen. Das Absinken der Getreideproduktion, dem größten Produktionszweig in der Landwirtschaft, von 47,4 Mio. t 1987 auf 26,5 Mio. t 1998 und die Stagnation in den folgenden Jahren werfen viele Fragen nach den Ursachen dieser negativen Entwicklung auf. Kapitalknappheit sowie ein fehlendes Finanzsystem und ein unzureichend entwickelter Bodenmarkt sind nur einige von vielen Symptomen die den allgemeinen Produktionsrückgang, sowohl in der Pflanzen- als auch in der Tierproduktion begleiten.

Viele wissenschaftliche Untersuchungen und Analysen sehen den Hauptgrund für die unbefriedigende Entwicklung in der ukrainischen Landwirtschaft darin, dass durch die Politik keine konsequenten Reformen vollzogen wurden und sich insbesondere in den landwirtschaftlichen Großbetrieben keine marktwirtschaftlichen Strukturen herausbilden konnten. Der ukrainische Agrarsektor zählte in den neunziger Jahren zu den reformbedürftigsten aller Wirtschaftszweige des Landes. An der Struktur (sowohl organisatorisch als auch rechtlich) der ehemaligen Kolchosen und Sowchosen hat sich bis 1999 praktisch nichts verändert. Die Umwandlung von staatlichen und kollektiven Betrieben in kollektivierte landwirtschaftliche Betriebe (KLB) 1992 hatte nur formalen Charakter und brachte kaum Veränderungen mit sich. Dies führte besonders bis Mitte der neunziger Jahre aber auch darüber hinaus zum Anstieg von Kompensationsgeschäften und somit zu einer z.T. starken Ausdehnung des Naturalhandels mit landwirtschaftlichen Produkten. Detailliertere Aussagen hierzu sind bei DOLUD (2003) zu finden.

Durch die im Jahr 2000 begonnenen grundlegenden Reformen der Regierung hat es starken Aufschwung in fast allen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion gegeben. Mit der Weiterführung dieser Reformen scheint die Regierung möglicherweise einen Ansatz gefunden zu haben, die Probleme zu lösen und die Landwirtschaft auch langfristig und nachhaltig als wichtigen und effizienten Wirtschaftszweig des Landes zu etablieren. Auch wenn sich schon positive Wirkungen der Neuordnung der Landwirtschaft zeigen, gibt es in einigen Bereichen noch grundlegenden Bedarf an Veränderungen. Dies gilt besonders für Organisation und Analyse des Betriebs- und Produktionsablaufs, in Fragen des Managements oder bei der Einführung von Qualitätsstandards für die Produktion bzw. die Vermarktung.

In der vorliegenden Arbeit wird versucht, den wichtigsten Betriebszweig vieler landwirtschaftlicher Unternehmen in der Ukraine, die Getreideproduktion, hinsichtlich des Entwicklungsstandes sowie der Wirtschaftlichkeit zu analysieren. Erreicht werden soll dies mittels einzelbetrieblicher Analyse und horizontalen Betriebsvergleich zwischen landwirtschaftlichen Unternehmen. Ziel ist es, Kostenhöhe und Kostenstrukturen zwischen unterschiedlich erfolgreichen Betrieben zu vergleichen, sowie Einflüsse und Einflussfaktoren darzustellen, die als kostenwirksam identifiziert werden können. Dabei sollen mögliche Schwachstellen und Kosteneinsparpotentiale innerhalb der Getreideproduktion und der gesamtbetrieblichen Organisation aufgezeigt werden.

Die Arbeit beruht auf den Jahresabschlüssen von landwirtschaftlichen Unternehmen aus den Oblasten Vinnitsa, Kiew und Tscherkassy sowie Daten des Staatlichen Statistischen Komitees der Ukraine über die Marktfrucht- und Getreideproduktion in der Ukraine und in den Oblasten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen und Symbole 4
2. Einleitung 5
3. Allgemeine Rahmenbedingungen der ukrainischen Landwirtschaft und des Getreidesektors 6
3.1 Bedeutung des Agrarsektors 7
3.2 Entwicklung der Getreideproduktion und Situation auf dem Getreidemarkt 10
3.3 Agrarpolitik und ihre Auswirkungen auf Landwirtschaft und Getreideproduzenten 13
4. Theoretische Vorarbeiten und Datengrundlage 18
4.1 Jahresabschlussanalyse und Theorie der Kosten- und Leistungsrechnung 19
4.2 Grundlagen und Methodik von Betriebsvergleichen 24
4.3 Datengrundlage 26
4.3.1 Untersuchte Oblaste 29
4.3.2 Untersuchte Betriebe 31
5. Ergebnisse 37
5.1 Gesamtbetriebliche Ergebnisse und Erfolgskennzahlen 38
5.2 Kosten der Getreideproduktion 42
5.2.1 Einzelkosten 42
5.2.2 Gemeinkosten 46
5.3 Leistungen der Getreideproduktion 50
5.4 Erfolgskennzahlen und Wirtschaftlichkeit der Getreideproduktion 51
6. Zusammenfassung 55
7. Literaturverzeichnis 57
8. Anhang 62
9. Selbständigkeitserklärung 76

Automatisiert erstellter Textauszug:

Zhitomyr, Chernyhiv sowie den untersuchten Oblast Kiew. Die kontaminierte Fläche (Belastung mit Cäsium-Isotopen > 37 kBq/m²)2 in der Ukraine beträgt ca. 28500 km2 (NESTERENKO). Böden haben bei der Bindung von Radionukliden (in Tschernobyl neben radioaktiven Cäsium freigesetzt: Strontium und Plutonium) eine zentrale Bedeutung (NÖZSV, 1999). Dadurch sind sie auch die wichtigste Quelle für den Eintritt dieser Stoffe in die Nahrungskette. Aufgrund der starken Bodenverseuchung nach der Katastrophe wurden in den betroffenen Oblasten 1800 km2 aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen (NESTERENKO). Deutlich stärker belastet ist der Wald – rund 40 v.H. der Wälder sind radioaktiv belastet. Im Oblast Kiew sind besonders Flächen im Norden des Oblastes betroffen. Laut Ministerium für Notfallfragen kann in Gebieten mit einer Belastung von 5,0-15,0 Ci/km2 (bei Cäsium) bzw. 0,15-3,0 Ci/km2 ( bei Strontium) Landwirtschaft betrieben werden, wobei die hier erzeugten Produkte (Getreide, Milch) erst nach einer Strahlenkontrolle für den Verzehr freigegeben werden (MINISTERIUM FÜR NOTFALLFRAGEN, 2002)2. Aussagekräftige Untersuchungen zu den langfristigen Auswirkungen und der Schädigung der Landwirtschaft sowie Möglichkeiten der Wiedernutzbarmachung verseuchter Flächen gibt es nicht. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass aufgrund des Abbaus der Radioaktivität der Böden langfristig landwirtschaftliche Produktion auf den meisten Flächen, mit Ausnahme der stark kontaminierten Zonen um die Städte Pripjat und Tschernobyl ( Größe 2400 km2), wieder ohne Bedenken möglich sein wird (MINISTERIUM FÜR NOTFALLFRAGEN, 2002). Unterschiede zwischen den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Oblasten, wie beispielsweise in Deutschland regionale Unterschiede beim Pachtentgelt oder unterschiedliche Höhe der staatlichen Stützung in einzelnen Bundesländern bestehen, besitzen eine wesentlich geringere Ausprägung. Es muss festgehalten werden, dass wie unter 3.1 bereits erläutert die Gesetzgebung und Verwaltung auf Ebene der Oblaste z.T. unterschiedlich sind. Der Einfluss solcher betriebsexternen Faktoren (Besteuerung, Restriktionen beim Faktoreinkauf usw.) auf die Kosten der Produktion wird in dieser Arbeit nicht weiter untersucht. [...]

28 genutzt. Ergänzend zu diesen Daten wird noch zusätzlich Datenmaterial des Agrarberatungsrings geachtet, dass die Roßlau e.V. über die Getreideproduktion Betriebsgröße, ostdeutscher und Großbetriebe im Jahr 2001 genutzt. Hier wurde bei der Auswahl der Betriebe darauf Betriebe hinsichtlich Betriebsform Anbaustruktur den ukrainischen Untersuchungsbetrieben entsprechen. Die Nutzung der Daten des Beratungsrings Roßlau dient zur weiteren Veranschaulichung der gewonnenen Ergebnisse. Der Verlauf der landwirtschaftlichen Transformation in Deutschland und der Ukraine war und ist sehr unterschiedlich. Auch zeigen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und viele externe Faktoren, die die Produktionskosten beeinflussen, große Unterschiede. Dennoch erscheint eine Gegenüberstellung sinnvoll, um die Produktionskosten und den Erfolg ukrainischer Getreideproduzenten auch im internationalen Vergleich besser einordnen und bewerten zu können. Die erhobenen Daten der untersuchten Betriebe wurden aus den Jahresabschlüssen übernommen und keiner weiteren Prüfung unterzogen. Gleiches gilt für die Daten der Produktion in den Oblasten. Es wird von einer entsprechenden Authentizität dieser Daten ausgegangen. Der für Betriebsauswertungen und -vergleiche genutzte Umfang an Kennzahlen und Kennzahlengruppen ist in der Praxis unterschiedlich. Aufgrund der vorliegenden Daten werden neben den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen auch andere Kennzahlen für die Auswertung genutzt. Dazu gehören Kennzahlen die den Standort des Betriebs beschreiben. Außerdem werden Naturaldaten, Verkaufserlöse und Anbauverhältnisse dargestellt. Die Getreideproduktion bezieht sich in dieser Arbeit auf den Anbau von Weizen, Gerste sowie Roggen als wichtigsten Getreidearten. In der Analyse der Getreideproduktion verwendete Kennzahlen beschreiben meist Aufwendungen. Die Kennzahl der Maschinenkosten als Teil der Arbeitsmittelkosten wird aus den Bestandteilen Lohnarbeit, Unterhaltung, Reparaturen, Treibstoffen sowie den Abschreibungen gebildet. Eine Berechnung der anteiligen Abschreibungen für Maschinen bzw. Gebäude aus den vorliegenden Zahlen für die Gesamtabschreibungen konnte nicht vorgenommen werden. Deshalb werden sie im Kostenblock Arbeitsmittelkosten/Gebäudekosten als eine Kostenposition angegeben. Die Kennzahl Unterhaltung/Reparaturen beinhaltet nur die Unterhaltungskosten für Maschinen, jedoch nicht die für Gebäude. Die Unterhaltungskosten für Gebäude werden durch die allgemeinen Betriebskosten erfasst. [...]

Die Daten für den horizontalen Betriebsvergleich und Betriebszweigvergleich stammen einerseits aus Jahresabschlüssen von Kooperationsbetrieben des Instituts für Betriebswirtschaft der Nationalen Agraruniversität der Ukraine in Kiew1. Zum Anderen konnten aufbereitete Daten der Jahresabschlüsse von 6 Kunden des ukrainisch-deutschen Beratungsunternehmens Agrokonsult in Tscherkassy und Vinnitsa genutzt werden. Außerdem wurden die Daten für zwei Betriebe durch Auswertung der Jahresabschlüsse und durch Befragung der Betriebsleitung selbst erfasst. Neben dem einzelbetrieblichen Vergleich werden in dieser Arbeit auch die Kosten der Getreideproduktion in den drei Oblasten, in denen die Untersuchungsbetriebe liegen, näher analysiert, d.h. es werden die statistischen Daten der Produktion aller landwirtschaftlichen Betriebe (außer Hauswirtschaften) des jeweiligen Oblastes ausgewertet. Dazu wurden Informationen und Daten des Instituts für Agrarökonomie der Akademie der Wissenschaften, des Staatlichen Komitees für Statistik sowie des Institutes für Wirtschaftsforschung (IER) in Kiew [...]

Arbeit zitieren:
Einax, Christian Juni 2004: Eine vergleichende Analyse der Produktionskosten ukrainischer Getreideproduzenten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Getreideproduktion, Betriebsvergleich, Betriebsanalyse, Wirtschaftlichkeit, Pflanze

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