unInnovation - Technologietransfer-Institutionen der österreichischen Forschung
Ergebnisse & Erfolgsfaktoren im internationalen Vergleich
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Bernhard Puttinger
- Abgabedatum: Januar 2006
- Umfang: 68 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9488-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9488-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9488-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Puttinger, Bernhard Januar 2006: unInnovation - Technologietransfer-Institutionen der österreichischen Forschung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Innovation, Forschungsverwertung, Universität, Österreich, International
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MA-Thesis / Master von Bernhard Puttinger
Problemstellung:
Innovation wird in den nächsten Jahren ein immer breiteres Thema.1 Speziell in lohnkostenintensiven Räumen wie Österreich wird Innovation als viel versprechender Zukunftsmotor und strategischer Vorteil im wirtschaftlichen Wettkampf der Regionen gesehen.
Dies bedeutet zum einen, dass betriebliche Innovationen einen immer höheren Stellenwert erfahren (v.a. um offene Kundenbedürfnisse zu decken - „Market Pull“) und andererseits auch eine deutlich erhöhte Forschungsquote zu einem „Technology Push“ mit oft bahnbrechenden, „radikalen“ Innovationen führen soll.
Auf politischer Seite mehren sich die Anstrengungen sowohl von der EU als auch von den einzelnen Ländern und Regionen mit Innovationsstrategien und Umsetzungsplänen um einerseits eine innovationsfreundliche Kultur zu schaffen und andererseits alle im Bereich Innovation involvierten Akteure an einem evolvierenden, gemeinsamen Strang ziehen zu lassen und zu optimieren – Unternehmen, Förderprogramme, Forschungseinrichtungen.
Bei einer sehr kleinen aber stetig steigenden Anzahl von Innovationen - v.a. bei Forschungsgetriebenen, technologischen Innovationen - unterstützen Mittlerorganisationen oder „TechnologieTransferInstitutionen“ (TTIs) die beteiligten Partner.2 Ziel ist es, die Invention (Erfindung) der Forschungsinstitutionen durch ein Unternehmen erfolgreich auf den Markt zu bringen, so dass es zu einer echten Innovation, einem neuen Produkt wird.
Von diesen Mittlerorganisationen gibt es derzeit in Österreich bereits rund 30.3 Deren Leistungen beinhalten sowohl die Unterstützung bei der Kooperation Forschung – Wirtschaft, der Patentierung, Lizenzierung, Auftragsforschung, Spin-offs von Forschungseinrichtungen und teilweise Finanzierungsfragen.
Die Bedeutung dieser Organisationen kann in Zukunft deutlich steigen. Einerseits führen die Lissabon- und Barcelona-Ziele der EU und deren Umsetzung in Österreich (3% Forschungsausgaben gemessen am BIP bis 2010) zu mehr öffentlich finanzierter oder kofinanzierter Forschung und damit immer mehr Inventionen.
Andererseits verfügen seit dem Universitätsgesetz 2002 (UG2002) nun die Universitäten selbst über die Rechte an Erfindungen (geistiges Eigentum) und nicht wie früher der Staat. Damit kann ein Kulturwandel hin zu einer erhöhten Kooperationsneigung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft beobachtet werden.4 Mit einer gewissen Öffnung der Wissenschaftseinrichtungen selbst geht die Entwicklung von TTIs im Umfeld öffentlicher Forschungseinrichtungen einher.
Ein Vergleich der Ergebnisse dieser Organisationen samt internationalem Vergleich liegt derzeit nicht vor. Sowohl die angebotenen Leistungen als auch die Wege der Umsetzung in TTIs erscheinen auf den ersten Blick nach wie vor von unterschiedlichster Ausprägung und Qualität.
Weiters existiert derzeit ein geringer Austausch dieser Organisationen. Doch gerade an diesem Punkt mit einem Ausbau der Anzahl und Umfang dieser TTIs braucht es verstärkt erfolgreiche Systeme zur Unterstützung von Innovationen.
Das Kapitel 1 dient der überblicksweisen Hinführung in den vorliegenden Themenbereich.
In Kapitel 2 erfolgt die theoretische Herleitung der Transferinstitutionen und deren Transfer-Services zur Erzielung von Innovationen. Abgeschlossen wird der theoretische Teil mit der Identifikation der potentiell ergebnisrelevanten Faktoren für den Technologietransfer in einem Modell und der Formulierung von 7 Hypothesen.
In Kapitel 3 werden die Methodik der empirischen Untersuchung in Östereich und des internationalen Vergleichs beschrieben.
Kapitel 4 stellt die Erkenntnisse der empirischen Erhebung für österreichische TTIs dar: das Profil, die Benchmarks und die Ergebnis-relevanten Unterschiede zwischen erfolgreicheren und weniger erfolgreichen TTIs auf Basis der Hypothesen.
In Kapitel 5 werden die Erkenntnisse in einen internationalen Kontext gestellt und mit TTIErfolgen in anderen Ländern verglichen. Weiters werden die in Kapitel 4 überprüften Hypothesen ergebnisreichen internationalen Fallbeispielen gegenübergestellt.
In Kapitel 6 werden die Erkenntnisse zusammengefasst und Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der Arbeit in Bezug auf die Situation der TTIs und die Möglichkeiten zur Ergebnissteigerung in Österreich gezogen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Forschungsfrage | 2 |
| 1.2 | Aufbau | 3 |
| 2. | Innovation und Technologietransfer | 4 |
| 2.1 | Innovation | 4 |
| 2.1.1 | Innovationspolitik | 5 |
| 2.1.2 | Innovationsprozess | 6 |
| 2.2 | TechnologieTransferInstitutionen (TTIs) | 7 |
| 2.2.1 | Abgrenzung TTIs | 8 |
| 2.2.2 | Arten des Technologietransfers | 9 |
| 2.2.3 | Anreize und Barrieren des Technologietransfers | 12 |
| 2.3 | Modell für TTIs | 13 |
| 2.4 | Hypothesen zum Erfolg von TTIs | 15 |
| 3. | Methoden der Erhebung | 19 |
| 3.1 | Auswahl potentieller TTIs in Österreich | 19 |
| 3.2 | Erhebung per Fragebogen | 20 |
| 3.3 | Auswertung des Rücklaufs | 21 |
| 3.4 | Internationaler Vergleich der Ergebnisse | 22 |
| 4. | TTIs in Österreich | 24 |
| 4.1 | Profil der TTIs | 24 |
| 4.2 | Erfolge von TTIs | 29 |
| 4.3 | Unterschiede der erfolgreichen TTIs | 31 |
| 5. | Internationaler Vergleich | 39 |
| 5.1 | Grundlagen | 39 |
| 5.1.1 | Struktureller Rahmen | 39 |
| 5.1.2 | Historische Entwicklung von TTIs | 40 |
| 5.2 | Erfolge von TTIs | 41 |
| 5.3 | Unterschiede der erfolgreichen TTIs | 44 |
| 5.3.1 | Beschreibung der Fallbeispiele | 44 |
| 5.3.2 | Hypothesen im Vergleich | 45 |
| 6. | Schlussfolgerungen | 50 |
| Quellenverzeichnis | 52 | |
| Literaturquellen | 52 | |
| Gesprächspartner | 57 | |
| Anhang | 58 | |
| A.1 | Fragebogen | 58 |
| A.2 | Erhobene Daten | 62 |
z.B. der erteilten Patenten von 1,6 erzielt jeder Mitarbeiter, welcher nur im Bereich Patentierung tätig ist, 1,6 Patente pro Jahr. Die hier als Mittelwert der Top-3-Werte je Bereich gebildeten Benchmarks sind vor allem in der Erfolgsdimension „Effizienz“ interessant, da diese auch über TTIs mit unterschiedlichen Schwerpunktsbereichen und Größe hinweg anwendbar sind: Erzielung von 109 Forschungskooperationen, 4 neuen Patente und 8 Spin-Offs pro Mitarbeiter im jeweiligen Bereich pro Jahr. Relativ gering erscheint die Zahl der Patente, da die Forschungseinrichtungen jeweils deutlich mehr Patente angemeldet haben dürften. Andere Untersuchungen in Teilbereichen zeigen, dass die Gesamtzahl der Patente etwa um den Faktor 10 höher zu sein scheint.85 Diese dürften durch dritte, hier nicht erhobene Organisationen oder durch die Forschenden selbst genutzt werden. Überraschend ist, dass viele TTIs Lizenznahmen als Service anbieten, aber keine einzige TTI im Jahr 2004 einen Erfolg meldete. Bei Berücksichtigung der in der empirischen Erhebung fehlenden, für diesen Bereich aber wichtigen TECMA Patentverwertungsagentur ergibt sich ein Mittelwert von bis zu 1,3 aktiven Lizenznahmen pro TTI. Angaben zu den Lizenznahmen liegen aber auch von der TECMA nicht vor. Nur wenige Aussagen können über (monetäre) Wertigkeiten der Ergebnisse der TTIs getroffen werden. Bedingt ist dies bei den via TTI vermittelten Forschungskooperationen möglich, auch wenn diese mit breit gestreuten Werten vorliegen.86 Zusammenfassend ergibt sich analog zum Prozess-Modell obige Prozess- und ErgebnisÜbersicht für österreichische TTIs. Darin werden die derzeit 4 Prozessketten samt ihrer Bedeutung (Flächenvergleich) sichtbar, die aufgrund der quantitativen Angaben der TTIs nicht linear hintereinander geschaltet scheinen, sondern parallel zueinander verlaufen (Forschungskooperation; Patentierung und Lizenzierung; Spin-offs; Sonstige Services). Der Prozess Spin-off scheint also vom Prozess der Patentierung und Lizenzierung teilweise losgelöst zu sein – dies kann als Indiz für nicht ausschließlich technologisch-innovativ getriebene Spinoffs gewertet werden. [...]
Das typische Jahresbudget der TTIs umfasst im Mittel 320.000 €, wobei der Medianwert bei rund 200.000 € liegt (das heißt, es gibt wenige größere und viele kleinere TTIs). Nur einzelne TTIs haben nennenswerte direkte (!) Einnahmen augrund der Transfer-Tätigkeit mit einem Mittelwert von rund 80.000 € (Medianwert: 0 €!). Die Einnahmen der TTI stammen fast ausschließlich aus vermittelten Forschungskooperationen mit einem Umsatz für die nahe stehende Forschungsorganisation in Höhe von 3,4 Mio. € (Median aber nur 0,4 Mio. €, da ein einzelner Spitzenwert vorhanden ist). Mit den Services im Bereich Patentierung, Lizenzierung und Spin-offs werden so gut wie keine Einnahmen erzielt. [...]
Die TTIs in Österreich sind von unterschiedlichster Größe und Ausrichtung.81 Die größte Gruppe an TTIs (rund 50%) sind die innerhalb von Universitäten angesiedelten Abteilungen („Forschungsservice“, „Außeninstitut“, etc.), welche oft mehrere Aufgaben neben dem Technologietransfer haben. Eine zweite Gruppe an TTIs (knapp 20%) sind übergeordnete Akteure, welche auf Ergebnisse mehrerer Forschungseinrichtungen, v.a. Universitäten auch über „Scouts“ vor Ort zugreifen (AWS – z.B. mit dem Programm uni:invent, INiTS). Basierend auf diesen dezentralen Inventionen werden im einen Fall zentrale Services im Bereich Patentierung- und Lizenzierung bzw. im anderen Fall Services im Bereich Spin-offs angeboten. Die sonstigen TTIs verteilen sich auf Einzelpersonen in Fachhochschulen, eigene Organisationen oder Abteilungen von außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder zentrale Innovationsoder Technologie-Programme von Bundesländern und Städten. Die Basis für den Technologietransfer bieten relativ breit verteilte Forschungsbereiche der nahe stehenden Forschungsorganisation. Die Anzahl der gemeldeten Inventionen, v.a. an den Hochschulen, betrug 2004 knapp 110, wobei die Inventionen vorwiegend aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und Maschinenbau stammten.82 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832494889
Arbeit zitieren:
Puttinger, Bernhard Januar 2006: unInnovation - Technologietransfer-Institutionen der österreichischen Forschung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Innovation, Forschungsverwertung, Universität, Österreich, International



