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Sind strategische Unternehmensberatungen lernende Organisationen?

Eine empirische Analyse

Sind strategische Unternehmensberatungen lernende Organisationen?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Judith Schremper
  • Abgabedatum: Januar 2003
  • Umfang: 160 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6922-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6922-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6922-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schremper, Judith Januar 2003: Sind strategische Unternehmensberatungen lernende Organisationen?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lernende Organisation, Managementberatung, Befragungsstudie, Aktionsforschung, Wissensmanagement

Diplomarbeit von Judith Schremper

Einleitung:

Die maßgeblich von Chris Argyris in die Diskussion gebrachte „lernende Organisation“ ist derzeit eines der prominentesten Schlagwörter in der Managementlehre. Theoretiker und Praktiker versprechen sich hiervon eine neuartige Organisationsform, die sich durch schnelleres Lernen im Vergleich zu Wettbewerbern auszeichnet und damit in einem wirtschaftlichen Umfeld, das durch Globalisierung der Märkte und wachsendem Konkurrenzdruck gekennzeichnet ist, als entscheidender Wettbewerbsfaktor betrachtet wird. Traditionelle Steuerungskonzepte werden häufig den Anforderungen des sich schnell verändernden Umfelds nicht mehr gerecht. Daher gilt es, die Ressourcen wie z. B. die Lernpotenziale aller Mitarbeiter eines Unternehmens für die Erreichung des Unternehmensziels zu mobilisieren.

Gerade im Dienstleistungsbereich ist die Bedeutung von Wissensgenerierung von herausragender Bedeutung. Dies trifft in besonderer Weise auf strategische Unternehmensberatungen zu. Um innovative Lösungsansätze speziell auf den jeweiligen Kunden zuzuschneiden, sind Beratungen darauf angewiesen, das verfügbare Wissen der einzelnen Mitarbeiter innerhalb des Beraterteams nutzbar zu machen. Da innerhalb von drei Jahren die Hälfte der Neueinsteiger schon wieder aus dem Unternehmen ausscheidet, erscheint es unumgänglich, das Wissen der Mitarbeiter zu dokumentieren und verfügbar zu machen, damit es weiter für die Beratungsfirma nutzbar bleibt. Wissen muss somit in besonderer Weise gemanagt werden, um das Wissen des Einzelnen zu kollektivieren.

Ziel dieser Untersuchung ist es somit zu analysieren, inwieweit strategische Unternehmensberatungen als lernende Organisationen qualifiziert werden können. Hierzu werden geeignete Anforderungen identifiziert, die an eine lernende Organisation speziell im Fall von Unternehmensberatungen zu stellen sind. Mit Hilfe einer eigenen empirischen Befragung wird darauf aufbauend eruiert, inwieweit diese Anforderungen von den in Deutschland operierenden großen Strategieberatungen, die das Premium-Segment der Unternehmensberatungen bilden, erfüllt werden. Ergänzend werden ebenfalls über die Befragung empirisch die aktuelle und zukünftige Bedeutung von Beratungsprojekten zum Thema „lernende Organisation“ in Deutschland erhoben werden.

Diese Arbeit trägt somit dazu bei, die bisher überwiegend normativ geführte Diskussion über lernende Organisationen durch eigene empirische Belege zu objektivieren.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VII
Tabellenverzeichnis IX
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung und Ziel der Untersuchung 1
1.2 Gang der Untersuchung 5
2. Begriffliche Abgrenzungen 8
2.1 Organisation und Organisationsentwicklung 8
2.1.1 Organisation 8
2.1.2 Organisationsentwicklung 10
2.2 Lernen 11
2.2.1 Psychologische Betrachtungsebene 11
2.2.1.1 Allgemeines Lernverständnis 11
2.2.1.2 Assoziative Lerntheorien 12
2.2.1.3 Kognitive Lerntheorien 14
2.2.1.4 Denken als Lernprozess nach Dewey 15
2.2.2 Organisationale Betrachtungsebene 17
2.3 Wissen und Wissensmanagement 21
2.3.1 Wissen 21
2.3.2 Wissensmanagement 24
2.4 Kapitelzusammenfassung 26
3. Beratungsmarkt in Deutschland 29
3.1 Überblick 29
3.2 Rolle und Funktion des Beraters 30
3.3 Branchenvolumen und Marktwachstum 32
3.4 Beratungsfelder 36
3.5 Anbieter von Beratungsleistungen 40
3.6 Nachfrager von Beratungsleistungen 46
3.7 Kapitelzusammenfassung 50
4. Anforderungen an eine lernende Organisation 52
4.1 Einführung in die lernende Organisation und Kapitelüberblick 52
4.2 Konstituierende Bestandteile einer lernenden Organisation 57
4.2.1 Aktionsforschung 57
4.2.1.1 Subjektbezogene Handlungstheorien 57
4.2.1.2 Kausalitätskonzepte als Instrument zur Erstellung aktionsfähigen Wissens 61
4.2.1.3 Lernhemmnisse 63
4.2.2 Umsetzung organisationalen Lernens 67
4.2.2.1 Umdenken als Werkzeug des Unternehmenswandels 67
4.2.2.2 Wissen im Zusammenhang organisationaler Lernprozesse 70
4.2.3 Die „fünf Disziplinen“ 73
4.2.3.1 Personal Mastery 74
4.2.3.2 Mentale Modelle 77
4.2.3.3 Team-Lernen 79
4.2.3.4 Gemeinsame Vision 83
4.2.3.5 Systemdenken 88
4.2.3.6 Ebenen der fünf Disziplinen 95
4.3 Anforderungen an Beratungen als lernende Organisationen 97
4.3.1 Unternehmensberatung als prädestinierte lernende Organisation 97
4.3.2 Hypothesenbildung 100
5. Eigene empirische Untersuchung 105
5.1 Untersuchungsdesign und Datenbasis 105
5.1.1 Anforderungen an Fragebogenuntersuchungen und Untersuchungsdesign 105
5.1.2 Datenbasis 109
5.2 Auswertung der Untersuchungsergebnisse 110
5.2.1 Rücklaufquote und Rücklaufcharakteristik 110
5.2.2 Empirische Relevanz der „lernenden Organisation“ in der Beratungspraxis 112
5.3 Kapitelzusammenfassung 126
6. Zusammenfassung und Ausblick 128
6.1 Zusammenfassung 128
6.2 Ausblick 131
Anhang 134
Literaturverzeichnis 138

Automatisiert erstellter Textauszug:

Vision fundamental wichtig für eine lernende Organisation, da sie den Hauptgehalt und den Ehrgeiz für generatives Lernen enthält. Eine Vision erhöht den Eigenantrieb der Mitarbeiter insofern, als dass sie sich freiwillig mit produktiven Lernprozessen auseinandersetzen und nicht weil es ihnen befohlen ist. Der Begriff der „gemeinsamen Vision“ ist auch in den Führungsetagen der Unternehmen weit verbreitet. Hierbei handelt es sich aber häufig um ein verzerrtes Verständnis einer gemeinsamen Vision, da diese Worthülse gerne vom Management benutzt wird, um eigene Ideen, die häufig nicht die Größe einer Vision in sich tragen, den Mitarbeitern zu oktroyieren. Diese Auslegung kann verhängnisvoll sein, denn wenn der Majestätsplural „wir“ das „ich“ ersetzt, besteht die Gefahr, dass nicht der erforderliche Dialog die kollektive Vision hervorbringt, sondern die Unternehmensführung ihre Vision als die Allgemeine implementiert. Dies kann im günstigsten Fall zur Einwilligung der Mitarbeiter führen, hieraus entsteht aber nicht ihr erforderlicher Enthusiasmus, der für die schöpferische und kreative Arbeit in einer lernenden Organisation nötig ist. Zum einen besteht die Schwierigkeit in der Frage der Umsetzung einer persönlichen in eine „gemeinsame Vision“, da Visionen [...]

fen in einem Dialog abgeschafft bleiben. Ohne ihn besteht die Gefahr, dass die Gesprächsteilnehmer in das gewohnte Diskussionsverhalten zurückfallen. Durch geschickte Begleitung des Dialogs kann der Helfer den Entwicklungsfluss laufend günstig beeinflussen. Sind die Teilnehmer geübter im Umgang mit dem Dialog, so kann sich der Helfer auf eine reine Teilnahme beschränken. Später ist sogar ein begleiterfreier Dialog denkbar. Sowohl Diskussion als auch Dialog können sich ergänzen, wenn das Team beide Fertigkeiten beherrscht und sie gezielt einsetzt. Die nötige Nivellierung zum Dialog im Team-Lernen bewirkt die Diskussion. Während des Dialoges werden vielschichtige Probleme beleuchtet. Dies ist erforderlich, um neue Impulse zu erhalten, aber für die endgültige Entscheidungsfindung ist die Kommunikationsform der Diskussion nötig. Intention einer Diskussion ist ein gemeinsames Ergebnis, Absicht des Dialogs ist eine Transparenz vielschichtiger Probleme. Ein lernendes Team ist in der Lage, [...]

Vernetztes Wissen von Einzelpersonen innerhalb eines Teams ist mehr, als die Summe des individuellen Wissens der Mitglieder. Die Erkenntnis des sich ergänzenden, individuellen Handelns der einzelnen Teammitglieder für das gemeinsame Arbeitsziel verspricht ein koordiniertes, verknüpftes Endergebnis. Eine weitere Domäne ist das gegenseitige Kopieren der Methoden und Techniken der Teams untereinander. Die lernenden Teams fördern sich mit dem eigenen Team-Lernen unweigerlich gegenseitig, da jedes Team seine Methoden und Fähigkeiten an andere Teams weitergibt. Für ein effektives Team-Lernen ist die Fähigkeit des Dialogs immanent. Unter einem Dialog ist ein verbaler Gedankenaustausch von Ideen und Gedanken mit seinen Gesprächspartnern zu verstehen. Der Begriff „Dialog“ ist nicht synonym mit dem Begriff „Diskussion“ zu verwechseln, da in einem Dialog die Überlegungen eines anderen Gruppenmitgliedes ohne Wertung aufgenommen werden. Bei einer Diskussion hingegen versuchen die einzelnen Teilnehmer ihren Standpunkt zu verteidigen und zu bewahren. Das Ziel des Dialogs ist es, individuelle Sichtweisen konstruktiv mit den Perspektiven der anderen Dialogteilnehmer zu vergleichen und u. U. zu ergänzen oder zu korrigieren. Das Thema eines Dialogs wird durch die divergierenden Betrachtungsweisen transparenter, da der Inhalt von unterschiedlichen Seiten beleuchtet wird. Das Ziel ist nicht einzig und allein Fakten und Meinungen zu kumulieren und die Einzelteile dann zu einem Bild zusammenzusetzen. An die Disziplin der Dialogführung, knüpft sich sehr wohl die Erwartung eines komplexeren Verständnisses des Themas, in Folge der konstruktiven Nutzung unterschiedlicher Betrachtungsweisen der Mitglieder. [...]

Arbeit zitieren:
Schremper, Judith Januar 2003: Sind strategische Unternehmensberatungen lernende Organisationen?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lernende Organisation, Managementberatung, Befragungsstudie, Aktionsforschung, Wissensmanagement

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