Eine spieltheoretische Darstellung über die Bedeutung von Risikoverhalten und Zeitpräferenz für das strategische Wahlverhalten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Susanne Zillmann
- Abgabedatum: September 2000
- Umfang: 88 Seiten
- Dateigröße: 4,2 MB
- Note: 2,7
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3074-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3074-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3074-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zillmann, Susanne September 2000: Eine spieltheoretische Darstellung über die Bedeutung von Risikoverhalten und Zeitpräferenz für das strategische Wahlverhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Risikoverhalten, Entscheidungstheorie, Nutzenfunktion, Spieltheorie, Strategie
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Diplomarbeit von Susanne Zillmann
Gang der Untersuchung:
Die Spieltheorie konzentriert sich auf die wichtigste aller Kernfragen im strategischen Management: Wie kann die beste Strategie gefunden und die richtigen Entscheidungen getroffen werden?
Dabei befasst sie sich mit der Analyse von Konfliktsituationen zwischen rational handelnden Entscheidungsträgern wie Individuen, Organisationen und Gruppen. Der Konflikt besteht darin, dass die einzelnen Entscheidungsträger ihre eigenen Ziele nicht unabhängig von den Entscheidungen der anderen verfolgen können. Anhand von Matrizen oder Spielbäumen werden aus den komplexen Entscheidungssituationen Spiele definiert und versucht optimale Entscheidungen abzuleiten (Kapitel 2).
Um die Beziehung des strategischen Managements zur Spieltheorie zu verdeutlichen werden in Kapitel 3 zunächst zwei Beispiele der Anwendung spieltheoretischer Modelle auf strategische Entscheidungen vorgestellt. Die Beispiele wurden bewusst aus zwei unterschiedlichen Bereichen des strategischen Management, der Strategieformulierung und der Strategieimplementierung, gewählt um die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten spieltheoretischer Modelle darzustellen.
Trotz der großen Anwendungsmöglichkeiten konnte sich die Spieltheorie bisher im strategischen Management nicht über eine Heuristik hinaus entwickeln. Dies ist vor allem auf die zahlreiche Kritik bezüglich der Anwendbarkeit auf strategische Problemstellungen zurückzuführen. Eine umfassende Abbildung der bestehenden Kritik wird Inhalt des 4. Kapitel sein.
Der Schwerpunkt wird dabei auf die Kritik gesetzt, dass grundsätzlich angenommen wird, die Spieler besäßen vollständige Informationen. Den Spielern sind demnach alle, das Spiel betreffenden Informationen wie z.B. Eigenschaften und Präferenzen aller Spieler bekannt. Es kann jedoch angenommen werden, dass diese Annahme, gerade in Wettbewerbssituationen wie sie im strategischen Management dargestellt werden, nur selten erfüllt ist.
Um dieser Annahme nachzugehen, wird in Kapitel 5 eine ausführliche Darstellung der Ermittlung von Präferenzen (Nutzenwerten) auf theoretischer Ebene erfolgen. In der Spieltheorie werden Nutzenwerte mit Hilfe der Bernoullinutzenfunktion ermittelt. Anschließend wird durch kritische Überlegungen die Möglichkeit einer Übertragung dieser Ermittlungsmethode auf Entscheidungen des strategischen Management geprüft. Es wird sich zeigen, dass die Ermittlung einer Nutzenfunktion nach dem Bernoulliprinzip für Anwendungen in spieltheoretischen Modellen des strategischen Managements in den meisten Fällen nicht geeignet ist. In diesen Fällen handelt es sich um Spiele mit unvollständiger Informationssituation, denn die Spieler kennen nicht ihre Auszahlungen. Um diese Spiele zu lösen muss eine Transformation vorgenommen werden. Für die Anwendung im strategischen Management stellt diese Transformation eine eher unbefriedigende Lösung dar, denn auch durch die Transformation bleibt es eine Herausforderung Nutzenfunktionen zu bestimmen, insbesondere die eines Konkurrenten.
Aus dieser Kritik heraus soll in dieser Arbeit ein alternativer Weg zur Nutzenwertbestimmung aufgezeigt werden. Eine Übertragung spieltheoretischer Modelle auf Problemstellungen im strategischen Management soll somit erleichtert werden. Dazu werden zwei Ansätze aus der Entscheidungstheorie verwendet. Der erste Ansatz basiert auf dem m,s Prinzip. Mit diesem Prinzip ist es möglich eine Nutzenfunktion zu bestimmen, welche die Risikoneigungen des Entscheidungsträgers abbildet. Um diese Risikoneigungen zu bestimmen werden zusätzlich verhaltenswissenschaftliche Studien hinzugezogen.
Im zweiten Ansatz stehen nicht mehr die Risikoneigung von Managern, sondern deren Zeitpräferenzen im Mittelpunkt der Betrachtungen. Es wird eine intertemporale Nutzenfunktion vorgestellt, die diese Zeitpräferenzen abbilden kann. Anhand eines Beispiels werden die Auswirkungen unterschiedlicher Zeitpräferenzen von Managern auf die Lösung in strategischen Spielen und somit auf das strategische Wahlverhalten dargestellt.
Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, ob eine Synthese aus den vorgestellten Ansätzen für die Nutzenwertbestimmung in Spielen des strategischen Managements sinnvoll sein kann.
An dieser Stelle möchte ich meinem Betreuer Erik Eschen für seine Unterstützung bei der Erstellung der Diplomarbeit herzlich danken.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführende Überlegungen | 1 |
| 2. | Spieltheoretische Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Definition und Entstehung der Spieltheorie | 3 |
| 2.2 | Abgrenzung zur Entscheidungstheorie | 4 |
| 2.3 | Grundzüge der Spieltheorie | 5 |
| 2.3.1 | Spieler | 5 |
| 2.3.2 | Strategien | 6 |
| 2.3.3 | Auszahlungen | 6 |
| 2.3.4 | Spielregeln | 7 |
| 2.4 | Darstellung von Spielen | 7 |
| 2.4.1 | Extensive Form | 7 |
| 2.4.2 | Normalform | 10 |
| 2.5 | Lösungskonzepte | 12 |
| 2.5.1 | Das Nash Gleichgewicht | 12 |
| 2.5.2 | Gleichgewicht bei unvollständiger Information | 13 |
| 3. | Spieltheoretische Modelle im strategischen Management | 15 |
| 3.1 | Spieltheorie in der Konkurrentenanalyse | 16 |
| 3.1.1 | Konkurrentenanalyse | 16 |
| 3.1.2 | Beispiel eines spieltheoretischen Analyserahmens in der Konkurrentenanalyse | 17 |
| 3.2 | Spieltheorie und der Principal Agent Konflikt | 22 |
| 3.2.1 | Der Principal Agent Konflikt | 22 |
| 3.2.2 | Beispiel einer spieltheoretischen Modellierung eines Principal Agent Konfliktes | 23 |
| 4. | Kritische Betrachtung bezüglich der Anwendbarkeit spieltheoretischer Modelle im strategischen Manangement | 28 |
| 4.1 | Gleichgewichtsbedingung | 28 |
| 4.2 | Das 'chopstick' Problem | 30 |
| 4.3 | Das 'Pandora's Box' Problem | 31 |
| 4.4 | Das 'Kollage' Problem | 32 |
| 4.5 | Rationalitätsannahmen | 33 |
| 4.6 | 'Blind Spots' | 36 |
| 4.7 | Das Problem der unvollständigen Informationssituation | 38 |
| 4.7.1 | Problem Zufallsmechanismus | 38 |
| 4.7.2 | Komplexitätsproblem | 39 |
| 4.7.3 | Problem der Nutzenwertbestimmung | 39 |
| 5. | Bestimmung von Nutzenwerten in der Spieltheorie | 41 |
| 5.1 | Das Bernoulli Prinzip | 41 |
| 5.1.1 | Das m Prinzip | 41 |
| 5.1.2 | Bernoulli Nutzenfunktion | 44 |
| 5.1.3 | Bernoulli Befragung | 45 |
| 5.2 | Kritische Betrachtungen bezüglich der Anwendbarkeit der Bernoulli Nutzenfunktion im strategischen Management | 50 |
| 6. | Alternative Methoden zur Bestimmung von Nutzenwerten | 55 |
| 6.1 | Das m, s Prinzip | 55 |
| 6.1.1 | m, s Nutzenfunktion | 55 |
| 6.1.2 | Ermittlung der Risikopräferenz a von Entscheidungsträgern | 58 |
| 6.2 | Temporales Prinzip | 61 |
| 6.2.1 | Zeitpräferenzen von Entscheidungsträgern bei strategischen Entscheidungen | 62 |
| 6.2.2 | Intertemporale Nutzenfunktion | 65 |
| 6.2.3 | Ermittlung der Zeitpräferenzrate z von Entscheidungsträgern | 66 |
| 7. | Ausblick | 69 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832430740
Arbeit zitieren:
Zillmann, Susanne September 2000: Eine spieltheoretische Darstellung über die Bedeutung von Risikoverhalten und Zeitpräferenz für das strategische Wahlverhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Risikoverhalten, Entscheidungstheorie, Nutzenfunktion, Spieltheorie, Strategie



