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Wie relevant sind Value Relevance-Untersuchungen?

Wie relevant sind Value Relevance-Untersuchungen?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Björn Gerresheim
  • Abgabedatum: August 2003
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 651,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7562-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7562-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7562-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gerresheim, Björn August 2003: Wie relevant sind Value Relevance-Untersuchungen?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: R2, Rechnungslegungsforschung, Entscheidungsnützlichkeit, Informationseffizienz, Regressionsanalyse

Diplomarbeit von Björn Gerresheim

Problemstellung:

Im Zentrum der kapitalmarktorientierten Rechnungslegung steht die Versorgung von Unternehmensinteressenten mit entscheidungsnützlichen Informationen. Diese Informationen sollen dem Adressaten die Möglichkeit geben, zukünftige Zahlungen zwischen ihm und dem Unternehmen abschätzen zu können. Zu den zentralen Eigenschaften der Entscheidungsnützlichkeit gehören die untereinander konfliktären Kriterien der Entscheidungserheblichkeit (relevance) und der Verlässlichkeit (reliability). Wertrelevanz-Untersuchungen (value relevance studies) haben die empirische Operationalisierung dieser beiden Kriterien zum Gegenstand. Eine Jahresabschlussgröße ist beispielsweise wertrelevant, wenn ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Börsenkurs (abhängige Variable) und dieser Jahresabschlussgröße (unabhängige Variable) festgestellt wird.

Im Laufe der letzten 10 Jahre der empirischen Rechnungslegungsforschung haben sich value relevance-Untersuchungen als eines der Hauptgebiete herauskristallisiert. Sie finden Anwendung bei dem Vergleich von verschiedenen Rechnungslegungssystemen als ganzes oder einzelnen Bilanzierungsmethoden, jeweils bezogen auf die Fähigkeit entscheidungsnützliche Informationen zu liefern. Der value relevance-Ansatz findet bei der Bearbeitung dieser Aufgabenstellungen so weite Verbreitung, weil er dort eine genaue Messung möglich machen soll, wo die traditionelle, argumentative Vorgehensweise an ihre Grenzen stößt. Anschließend sollen die Ergebnisse in den Entscheidungsprozess der Standardsetzer einfließen.

Die value relevance-Forschung ist ein Gebiet, das sich durch kontroverse Diskussionen und gegensätzliche Meinungen auszeichnet. Entsprechend umfangreich sind die Arbeiten und Ergebnisse zu diesem Thema. In der Diskussion geht es sowohl um ökonometrische und als auch um ökonomische Aspekte. Die ökonometrische Kritik betrifft das Verfahren der Regressionsanalyse an sich sowie die beiden Maße der value relevance. Besonders das Bestimmtheitsmaß R2 steht im Kreuzfeuer der Kritik. Im Zusammenhang mit Regressionen tauchen verschiedene Probleme auf, z.B. latente Variablen, Autokorrelation und Heteroskedastizität. Abgesehen von diesen Kritikpunkten, für die es große Anzahl von Linderungen bzw. Abhilfen gibt, bezieht sich die ökonomische Kritik auf die fundamentale Anwendbarkeit von Regressionsanalysen. So kann einem Rechnungslegungssystem eine hohe value relevance bescheinigt werden, auch wenn es keine zeitnahen, neuen Informationen bereit stellt. Dieses stellt den Informationszweck von Rechnungslegung in Frage. Des Weiteren gehen die Meinungen darüber auseinander, inwiefern informationsineffiziente Märkte und irrationales Anlegerverhalten (noise trading) die Eigenschaft von Marktpreisen beeinflussen, eine geeignete Stellvertretergröße (proxy) für den Unternehmenswert zu sein. Ebenfalls werden die möglichen Implikationen der Ergebnisse von value relevance-Studien für die Standardsetzer rege diskutiert.

Das Zusammenspiel aus Informationsökonomie, Regulierung und Ökonometrie, gilt es im Folgenden zu analysieren, um die Relevanz von value relevance-Untersuchungen beurteilen zu können.

Inhaltsverzeichnis:

Darstellungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
Symbolverzeichnis VII
1. Problemstellung 1
2. Externe Rechnungslegung als Informationssystem 3
2.1 Informationsvermittlung als Ziel der kapitalmarktorientierten Rechnungslegung 3
2.2 Informationsökonomische Grundlagen 4
2.2.1 Abgrenzung der information content-Perspektive von der measurement-Perspektive 4
2.2.2 Wirkungen von Informationen auf Kapitalmärkte 5
2.2.2.1 Informationen im Einpersonenkontext 6
2.2.2.2 Informationen im Mehrpersonenkontext 6
2.2.3 Markteffizienz als Konzept der Informationsverarbeitung der Kapitalmärkte 7
2.2.3.1 Definition und Abgrenzungen 8
2.2.3.2 Empirischer Befund 9
3. Das Konzept der value relevance 12
3.1 Das Prinzip 12
3.2 Definitionen von value relevance 13
3.3 Abgrenzung der Wertrelevanz von der Entscheidungsrelevanz 15
4. Die Methodik von value relevance-Studien 16
4.1 Einordnung der value relevance-Forschung in die empirische Kapitalmarktforschung 16
4.2 Forschungsdesigns 16
4.2.1 Typologien von value relevance-Untersuchungen 16
4.2.1.1 Assoziationsstudien 17
4.2.1.2 Informationsgehaltstudien 17
4.2.2 Grundlegende Annahmen 18
4.2.2.1 Markt(in)effizienz 18
4.2.2.2 Bewertungsmodelle 20
4.2.2.2.1 Das Bilanzmodell 20
4.2.2.2.2 Das Erfolgsmodell 21
4.2.2.2.3 Das Ohlson Modell 22
4.2.3 Verfahren der Regressionsanalyse 24
4.2.3.1 Grundsätzliche Vorgehensweise 24
4.2.3.2 Preisniveau- und Renditestudien 26
4.2.4 Unterschiedliche Maße von value relevance 28
5. Der empirische Befund von value relevance 32
5.1 Analyse einzelner Bilanzierungsthemen 32
5.1.1 Fair value-Bilanzierung von Wertpapieren 32
5.1.2 Forschungs- und Entwicklungskosten in der New Economy 33
5.1.3 Value relevance des Periodenergebnisses 36
5.2 Vergleich von Rechnungslegungssystemen 38
5.3 Zeitliche Entwicklung der value relevance von Jahresabschlussinformationen 40
6. Diskussion der Relevanz der value relevance-Untersuchungen 47
6.1 Würdigung der zugrunde liegenden empirischen Methoden 47
6.1.1 Mögliche Fehlspezifikationen von Regressionsgleichungen 47
6.1.2 Bestimmtheitsmaß versus Regressionskoeffizient 51
6.2 Würdigung des Konzeptes der value relevance 55
6.3 Mögliche Implikationen der value relevance-Forschung für die Standardsetzer 59
7. Thesenförmige Zusammenfassung 64
Literaturverzeichnis 66

Automatisiert erstellter Textauszug:

Renditestudien in der Rechnungslegungsforschung auf eine Überlegenheit gegenüber den Kursniveauansätzen hin, obwohl level- und return-Studien ökonomisch betrachtet äquivalent sind. Unterschiedliche Aussagen über die Wertrelevanz von Rechnungslegungsinformationen hängen demnach von ökonometrischen Aspekten ab. Ein Vorteil der Renditeschreibweise ist die automatische (per definitionem) korrekte Anwendung des Deflators. Hierbei handelt es sich nämlich um dem Marktwert des Eigenkapitals zu Beginn der jeweiligen Periode. Auf diese Weise wird das Problem Heteroskedastizität (das Gegenteil von Homoskedastizität, s. Seite 25) direkt umgangen, und Spezifikationsfehler aufgrund nachträglicher, nicht eindeutiger Deflationierung bei level-Studien entstehen erst gar nicht. Demnach sind Renditestudien ökonometrisch weniger problematisch.92 Im Gegensatz dazu stellen Landsman/Magliolo fest, dass eine allgemeingültige Aussage über die Vorteilhaftigkeit des einen Designs in Bezug auf das andere nicht möglich ist, da jeweils das spezifische Forschungsumfeld beachtet werden muss. Zu einem in der Aussage ähnlichen Ergebnis gelangen auch Kothari/Zimmerman. Bezüglich der hier beschriebenen Designalternativen liegt ein trade off vor. Auf der einen Seite befinden sich die Renditestudien, mit weniger Heteroskedastizität und verfälschten Koeffizienten, auf der anderen Seite die Preisniveaustudien, mit ökonomisch fähigeren Koeffizienten.93 Als Fazit dieses Kapitels lässt sich festhalten, dass die Entscheidung eine Rechnungslegungsbeziehung in Niveau- oder Renditeschreibweise darzustellen und zu analysieren von verschiedenen Umständen abhängt, die ex ante schwierig zu spezifizieren sind. Trotz oder wegen der geschilderten Vor- und Nachteile der [...]

5. Die erklärenden Variablen sind nicht stochastisch 6. Keine exakte Multikollinearität, d.h. keine exakte lineare Abhängigkeit zwischen den erklärenden Variablen (nur für multiple Regressionen) Regressionen werden in der value relevance-Literatur vor allem zum Testen von Hypothesen verwendet. Typischerweise wird dazu eine Nullhypothese aufgestellt, etwa H0: α1 = 0, d.h. zwischen den EPS und MVE gibt es keinen Zusammenhang. Auf der Basis eines gewählten Signifikanzniveaus wird ein theoretisches Testwertintervall (bei einem zweiseitigen Test) oder ein theoretischer Grenzwert (bei einem einseitigen Test) ermittelt und mit dem empirischen verglichen. Liegt der empirische Wert außerhalb des Intervalls bzw. über dem theoretischen Wert, wird die Nullhypothese verworfen. Demnach hätten Periodengewinne einen signifikanten Einfluss auf die Börsenkurse. Zur Überprüfung einzelner [...]

einen von mehreren Zeitpunkten eines Unternehmens (Zeitreihenanalysen) oder um eins von vielen Unternehmen im gleichen Zeitpunkt (Querschnittsanalysen) handeln. In vielen Studien werden diese beiden Analysearten auch zusammen durchgeführt. Der Ausdruck ε repräsentiert einen firmenspezifischen Störterm. Oft wird das ε auch als Residuum bezeichnet, also als die Differenz zwischen dem Beobachtungswert der abhängigen Variablen und dem aufgrund der Regressionsgeraden ermittelten Schätzwert dieser Variablen. Die Bestimmung der Koeffizienten α0 und α1 von Gleichung (4.6) erfolgt durch statistische Verfahren, die an dieser Stelle nicht näher erläutert werden.85 Die Regressionsgleichung (4.6) mit oder ohne multivariate Erweiterungen muss zur ordnungsmäßigen Anwendung sechs verschiedene Annahmen erfüllen:86 1. Normalverteilte Störterme ε i 2. Der Erwartungswert der Störterme beträgt Null: E (ε i) = 0 3. Homoskedastizität, d.h. die Varianz der Störgrößen ist konstant: [...]

Arbeit zitieren:
Gerresheim, Björn August 2003: Wie relevant sind Value Relevance-Untersuchungen?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
R2, Rechnungslegungsforschung, Entscheidungsnützlichkeit, Informationseffizienz, Regressionsanalyse

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