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Zur psychologischen Bedeutung der Kamerastrategie bei der Darstellung von Kommunikationssituationen zwischen Gehörlosen und Hörenden in ausgewählten internationalen Spielfilmen

Zur psychologischen Bedeutung der Kamerastrategie bei der Darstellung von Kommunikationssituationen zwischen Gehörlosen und Hörenden in ausgewählten internationalen Spielfilmen
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Deike A. van Goor
  • Abgabedatum: Dezember 2000
  • Umfang: 120 Seiten
  • Dateigröße: 806,7 KB
  • Note: 1,4
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4181-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4181-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4181-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: van Goor, Deike A. Dezember 2000: Zur psychologischen Bedeutung der Kamerastrategie bei der Darstellung von Kommunikationssituationen zwischen Gehörlosen und Hörenden in ausgewählten internationalen Spielfilmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gehörlosigkeit, Medien, Film, Kamera, Psychologie

Magisterarbeit von Deike A. van Goor

Einleitung:

Die Medien beeinflussen unser Leben. Film und Fernsehen wirken auf fast alle Menschen der westlichen Zivilisation ein und manipulieren teils offen - teils im Verborgenen unser Denken. Ist man sich einer Lenkung durch die Medien bewusst, kann man sie annehmen oder ablehnen. Erfolgt die Manipulation jedoch über das Unterbewusstsein, läuft man Gefahr, eine fremde Meinung für die eigene zu halten und danach zu handeln, ohne die Herkunft in Frage zu stellen. Verlässt man sich darauf, dass die Medien uns nur die Wahrheit vermitteln, akzeptiert man unter Umständen die Darlegung eines Sachverhalts, der einem selbst unbekannt ist, als glaubwürdig, obwohl dem vielleicht gar nicht so ist.

Gehörlosigkeit und Gebärdensprache begegnen dem Durchschnittsbürger nur selten oder gar nicht. Seine Kenntnisse in dieser Thematik sind demzufolge verständlicherweise gering bis nicht existent. Sein „Wissen“ bezieht er daher in starkem Maße aus dem Fernsehen und dem Kino. Werden Gehörlosigkeit oder die Gebärdensprache auf eine wiederholend stereotype Weise dargestellt, drängt sich dem Zuschauer dieses „Halbwissen“ auf. Als aufmerksamer Beobachter vermag er vielleicht einen Stereotypus zu erkennen und neu zu beurteilen, aber auch das intelligenteste Publikum kann in die Irre geführt werden, wenn die Botschaft verschlüsselt an das Unterbewusstsein gesendet wird und den Verstand, der der Handlung folgt, umgeht. Dies gilt insbesondere, wenn die Filmhandlung und die Bildsprache nicht deckungsgleich sind und unterschiedliche Aussagen machen.

Diese Arbeit will anhand von Filmbeispielen untersuchen, wie es möglich ist, über die psychologische Bedeutung der Kamerastrategie eine vorgefasste Meinung an das Unterbewusstsein des Zuschauers zu senden. Denn erst, wenn man sich der Existenz der Filmsprache bewusst ist, kann man richtig deuten, welche Informationen der Filmemacher aussenden wollte. Weiterhin soll geklärt werden, ob es sich bei der Darstellung von gehörlosen Figuren wirklich um Stereotype handelt und wenn ja, um welche und auf was für eine Art und Weise die Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen dargestellt wird.

Obwohl sich diese Arbeit vornehmlich mit der Wirkung gehörloser Figuren im Film auseinandersetzt, so sind doch die Erkenntnisse bezüglich der psychologischen Wirkung der Kamerastrategie allgemein gültig und auf beinahe jeden kommerziellen Fernseh- oder Kinofilm anwendbar.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 7
Sehkonventionen 8
Die Sprache des Films 11
Die Auswahl der Filme 14
Die Auswahl der Szenen 16
II. Die psychologische Bedeutung der Kamerastrategie 17
1. Analysekriterien 18
1.1 Die Einstellungslänge 18
1.2 Die Einstellungsgröße 21
1.3 Die vertikale Kameraperspektive 23
1.4 Die horizontale Kameraperspektive 26
1.5 Die Kamerabewegung 30
1.6 Die Bildgeschwindigkeit 31
2. Segmentkombinationen und Figurenprofile 32
2.1 Die Erzählperspektive 32
2.2 Die Gleichstellung 33
2.2.1 Die Identifikationsfigur 34
2.2.2 Die Bewunderung des Objekts 35
2.2.3 Die Opferrolle 35
2.4 Die Kommunikationsdarstellung 37
III. Filmbeispiele und Analyse - Protokolle 39
1. Zeichenerklärung 39
2. US-Amerikanische Spielfilme 42
2.1 After the Silence alias Breaking Through (Jenseits des Schweigens) 42
2.1.1 Inhaltsangabe 42
2.1.2 Die Kommunikation 43
2.1.3 Die Szene 43
2.1.4 Protokoll 43
2.1.5 Filminterpretation 44
2.2 The Break Up (The Break Up - Nackte Angst) 46
2.2.1 Inhaltsangabe 46
2.2.2 Die Kommunikation 47
2.2.3 Die Szene 47
2.2.4 Protokoll 47
2.2.5 Filminterpretation 48
2.3 Dead Silence (Dead Silence - Flammen in der Stille) 51
2.3.1 Inhaltsangabe 51
2.3.2 Die Kommunikation 52
2.3.3 Die Szene 52
2.3.4 Protokoll 52
2.3.5 Filminterpretation 53
2.4 Hear No Evil (Danger Sign alias Der stumme Schrei der Angst) 56
2.4.1 Inhaltsangabe 56
2.4.2 Die Kommunikation 57
2.4.3 Die Szene 57
2.4.4 Protokoll 57
2.4.5 Filminterpretation 58
2.5 His Bodyguard alias Silent Echoes (Sein Bodyguard) 59
2.5.1 Inhaltsangabe 59
2.5.2 Die Kommunikation 60
2.5.3 Die Szene 60
2.5.4 Protokoll 60
2.5.5 Filminterpretation 61
2.6 Immortal Beloved (Ludwig van B - Meine unsterbliche Geliebte) 63
2.6.1 Inhaltsangabe 63
2.6.2 Die Kommunikation 64
2.6.3 Die Szene 64
2.6.4 Protokoll 64
2.6.5 Filminterpretation 65
2.7 It's My Party (It's my Party) 67
2.7.1 Inhaltsangabe 67
2.7.2 Die Kommunikation 68
2.7.3 Die Szene 68
2.7.4 Protokoll 68
2.7.5 Filminterpretation 69
2.8 Mr Holland's Opus (Mr Holland's Opus) 71
2.8.1 Inhaltsangabe 71
2.8.2 Die Kommunikation 72
2.8.3 Die Szene 72
2.8.4 Protokoll 72
2.8.5 Filminterpretation 74
3. Europäische Filme 77
3.1 Bodyguard - Dein Leben in meiner Hand (BRD) 77
3.1.1 Inhaltsangabe 77
3.1.2 Die Kommunikation 77
3.1.3 Die Szene 77
3.1.4 Protokoll 78
3.1.5 Filminterpretation 79
3.2 Dove siete? Io sono qui (Einmal dein Lachen hören) (I) 80
3.2.1 Inhaltsangabe 80
3.2.2 Die Kommunikation 81
3.2.3 Die Szene 81
3.2.4 Protokoll 82
3.2.5 Filminterpretation 83
3.3 Four Weddings and a Funeral (Vier Hochzeiten und ein Todesfall) (GB) 84
3.3.1 Inhaltsangabe 84
3.3.2 Die Kommunikation 85
3.3.3 Die Szene 85
3.3.4 Protokoll 86
3.3.5 Filminterpretation 86
3.4 Jenseits der Stille (BRD) 88
3.4.1 Inhaltsangabe 88
3.4.2 Die Kommunikation 89
3.4.3 Die Szene 89
3.4.4 Protokoll 90
3.4.5 Filminterpretation 91
3.5 La lunga Vita di Marianna Ucria (Marianna Ucria - Die stumme Herzogin) (F/P/I) 93
3.5.1 Inhaltsangabe 93
3.5.2 Die Kommunikation 93
3.5.3 Die Szene 94
3.5.4 Protokoll 94
3.5.5 Filminterpretation 94
3.6 Lautlose Schreie - Eine Frau in Gefahr (BRD) 96
3.6.1 Inhaltsangabe 96
3.6.2 Die Kommunikation 97
3.6.3 Die Szene 97
3.6.4 Protokoll 97
3.6.5 Filminterpretation 98
3.7 Zeit des Schweigens (BRD) 100
3.7.1 Inhaltsangabe 100
3.7.2 Die Kommunikation 101
3.7.3 Die Szene 101
3.7.4 Protokoll 101
3.7.5 Filminterpretation 102
IV. Die Sprache der Bilder: Zusammenfassende Interpretation 104
1. Die Erzählperspektive 104
2. Die Gleichstellung 105
2.1 Mittelpunkt der Handlung 105
2.2 Gleichstellung - Identifikation - Bewunderung 105
2.3 Die Opferrolle 106
3. Die Kommunikationsdarstellung 107
3.1 Untertitel 107
3.2 Schriftsprache 107
3.3 Lautsprache 107
3.4 Gebärdensprache und Lautsprachbegleitende Gebärden 108
3.5 Lippenlesen 108
4. Stereotype 109
Filmografie 112
Bibliografie 114
Eidesstattliche Erklärung 116

Automatisiert erstellter Textauszug:

Erzählperspektive: neutraler Beobachter Wie oben angedeutet wechselt der Zuschauer mit jedem Tausch der Schultersichten auch seinen Standpunkt. Er nimmt also die Position einer dritten Person, eines Beobachters ein, der sich mit dem Blickfeld der Akteure identifizieren kann, und dem eine gewisse Nähe an der vertrauten Zweisamkeit erlaubt wird. Gleichstellung: Die Lehrer-Schüler-Konstellation lässt eine Höherstellung Jillians vermuten. Da aber der spielerische, intime Charakter dieser Unterhaltung unübersehbar ist, möchte ich von einer sozialen Gleichstellung der Figuren ausgehen. Es wird durch die Einstellungslänge und die gesamte Gesprächssituation aber klar, dass Ben mehr Bedeutung zugemessen wird. Er steht im Mittelpunkt der Unterhaltung, was vielleicht auch daran liegen mag, dass ein hörender Zuschauer sich vermutlich leicht mit den Fragen des neugierigen Ben identifizieren kann. [...]

2.4.1. Inhaltsangabe Eine wertvolle Münze wird gestohlen. Der Dieb trifft sich mit dem Reporter Mickey O`Malley (John C. McGinley) und gesteht ihm, dass er im Auftrag des Polizisten Lt. Brock (Martin Sheen) handelt. Als er merkt, dass sie beobachtet werden, steckt er Mickey die Münze zu und flüchtet. Mickey besucht seine Fitnesstrainerin Jillian (Marlee Matlin) und versteckt die Münze in ihrem Beeper, ehe er von Lt. Brock in ihrer Wohnung verhaftet wird. Brock setzt ihn auf freien Fuß mit einer Frist, ihm die Münze zu beschaffen. Mickey berichtet seinem Freund, dem Restaurantbesitzer Ben (D.B.Sweeney), dass Brock korrupt ist, bevor sein Wagen explodiert und von einer Brücke stürzt. Bei der Beerdigung lernt Ben Jillian kennen, die ebenfalls von Brock wegen der Münze traktiert wird. Einige Tage später überfällt eine maskierter Mann ihre Wohnung, verletzt Jillians Freundin Grace (Chistina Carlisi) schwer und greift auch Jillian an, bis Ben ihr zur Hilfe kommt. Die Beiden kommen sich näher und melden Brock bei der internen Untersuchungsbehörde der Polizei, die ohne Beweise nicht einschreiten möchte. Ben und Jillian beschließen, in Brocks Wohnung einzubrechen und ein verräterisches Überwachungsvideo zu stehlen. Der Plan gelingt, da Jillian im tonlosen Video die Lippen lesen kann. Während eines Marathonlaufes, an dem sie teilnimmt, trifft sich Ben mit Brock. Die Aufzeichnung ihres Gesprächs übersetzt Jillian erneut durch Lippenlesen und Brock wird verhaftet. Als Ben und Jillian in einen Urlaubsort fahren, um die Aufregung zu vergessen, findet Jillian durch Zufall die Münze in ihrem Beeper. Erneut erscheint der Einbrecher, um die Münze zu stehlen. Er demaskiert sich als Mickey, der die Explosion fingiert hatte, um selbst mit der Münze reich zu werden. Im Kampf stößt sie ihn aus dem Fenster in den Tod. Die Münze wird zurück ins Museum gebracht; Jillian und Ben bleiben zusammen. [...]

Horizontale Perspektive: Der horizontale Neigungswinkel ist meist normal, da er der Augenhöhe der Akteure folgt. Melanie hockt am Boden, weshalb die Aufsicht gerechtfertigt ist. Ich unterstelle dem Regisseur, dass er Melanie absichtlich in diese Körperhaltung gebracht hat, um die psychologische Bedeutung einer Aufsicht auf sie und die Untersicht auf Potter hervorzuheben. Zum Zeitpunkt der Großaufnahme von Potters Gesicht ist Melanie zwar schon aufgestanden, was den kleineren Winkel aufgrund der Körpergröße erklären würde. Sie steht jedoch zu weit von ihm entfernt, um ihn so nah zu betrachten. Daher unterstelle ich auch hier die Konnotation von Potters Überlegenheit in der Untersicht, die sowohl Melanie als auch dem Zuschauer zeigen soll, dass er Herr der Lage ist. [...]

Arbeit zitieren:
van Goor, Deike A. Dezember 2000: Zur psychologischen Bedeutung der Kamerastrategie bei der Darstellung von Kommunikationssituationen zwischen Gehörlosen und Hörenden in ausgewählten internationalen Spielfilmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gehörlosigkeit, Medien, Film, Kamera, Psychologie

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