mySAP SRM als Evolution des E-Procurement und der öffentlichen Marktplätze
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Joachim Katzer
- Abgabedatum: Mai 2002
- Umfang: 80 Seiten
- Dateigröße: 2,7 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5751-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5751-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5751-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Katzer, Joachim Mai 2002: mySAP SRM als Evolution des E-Procurement und der öffentlichen Marktplätze, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: E-Commerce, E-Business, Business-to-Business, SAP, Elektronische Marktplätze
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Joachim Katzer
Einleitung:
„In fünf Jahren gibt es keine speziellen Internetfirmen mehr. Dann muss jedes Unternehmen eine Internet-Firma sein, um überhaupt überleben zu können“, so lautete schon vor einiger Zeit die Aussage des Chefs eines führenden US-Halbleiter-Herstellers. Auch wenn sich dies ein wenig übertrieben anhört, so muss man doch beachten, dass in vielen Unternehmen keine Innovation eine solch strategische Bedeutung erreicht hat, wie die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie.
Der Siegeszug des Internets bringt auch eine starke Veränderung der Anforderungen an Unternehmen mit sich. Die Märkte wachsen zusammen, werden größer und transparenter. Informationen stehen weltweit, rund um die Uhr und sozusagen auf Mausklick zur Verfügung. Geschäftsprozesse laufen mit enormer Geschwindigkeit ab. Der mit dieser Globalisierung einhergehende Wandel bricht die traditionellen Unternehmensstrukturen auf und stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Der steigende Wettbewerbs- und Kostendruck, der schnelle technologische Fortschritt sowie die hohe Dynamik des Unternehmensumfeldes erfordern von Unternehmen strategisch wichtige Entscheidungen. Vor allem die stärkere Orientierung zu Kunden und Lieferanten, die Bildung von zwischenbetrieblichen Kooperationen, die Generierung neuer Beschaffungswege sowie die optimale Gestaltung der Geschäftsprozesse sind zentrale Aufgaben für die Unternehmen zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.
Den in diesem Zusammenhang auftretenden Schlagworten wie „E-Commerce“ oder „Business-to-Business“ kann sich heutzutage kein Unternehmen mehr verschließen. Zwar werden DV-technische Lösungen schon lange für innerbetriebliche Prozesse eingesetzt, doch reicht es mittlerweile bei weitem nicht mehr aus, bestehende interne Abläufe elektronisch abzubilden. Vielmehr wird es immer wichtiger, global mit anderen Unternehmen zu kommunizieren. Durch die Ergänzung der eigenen Geschäftsprozesse um die der Zulieferer werden unternehmensübergreifende Systeme entwickelt und Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Lieferanten effizienter gestaltet.
Während schon seit einigen Jahren viele Unternehmen zumindest Teile ihrer Beschaffung auf elektronischem Wege über sogenannte E-Procurement-Systeme durchführen, haben sich in der Vergangenheit immer mehr elektronische Marktplätze gebildet, deren Funktionalität weit über die Beschaffung hinausreicht. Momentan geht die Entwicklung in die Richtung privaterMarktplätze, wobei der Begriff Supplier Relationship Management (SRM), also die Handhabung der Lieferantenbeziehungen, immer größere Bedeutung erhält.
Das Softwareunternehmen SAP AG entwickelte im Rahmen der E-Commerce-Plattform mySAP.com Softwarelösungen und Serviceleistungen, die internetbasierte Geschäftsprozesse und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit (Kollaboration) ermöglichen sollen. Diese Arbeit zeigt anhand der Lösungen mySAP E-Procurement, mySAP Exchanges und mySAP SRM die Entwicklung von der einfachen Beschaffung indirekter Güter über das Internet bis hin zu kollaborativen Aktivitäten zwischen Lieferanten und Einkäufern, wie z.B. Produktentwicklung und -design, über elektronische Marktplätze. Zunächst werden der Aufbau und die Funktionalität der einzelnen Lösungen beschrieben, wobei v.a. auf die Neuerungen gegenüber der Vorgänger-Lösung eingegangen werden soll. Anschließend werden die Nutzenpotenziale des Business-to-Business-Geschäfts aufgegriffen und untersucht, inwieweit die einzelnen Lösungen zur Erfüllung dieser Potenziale beitragen können. Dabei wurde auch ein Kriterienkatalog entworfen, anhand dessen wichtige Entscheidungsmerkmale hinsichtlich der Wahl einer Lösung erläutert werden. Abschließend werden die Gründe für die Entwicklung dargestellt und ein kleiner Ausblick gegeben, wie die Erwartungen an das B2B-Geschäft für die Zukunft aussehen. Zudem wurde im Rahmen dieser Diplomarbeit eine Informationsveranstaltung der SAP mit dem Titel „Einkauf trifft Verkauf“ besucht, die am 09.04.2002 in München stattfand und u.a. die Themen „mySAP SRM“ und „mySAP E-Procurement“ umfasste. Die dabei gewonnenen Informationen und Erkenntnisse sollen in diese Arbeit mit einfließen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Grundlagen des E-Commerce | 3 |
| 2.1 | Begriff und Abgrenzung | 3 |
| 2.2 | Business-to-Business (B2B) | 3 |
| 2.3 | E-Procurement | 4 |
| 2.4 | Elektronische Marktplätze | 4 |
| 2.4.1 | Öffentliche Marktplätze | 5 |
| 2.4.2 | Private Marktplätze | 5 |
| 3. | mySAP E-Procurement | 6 |
| 3.1 | Übersicht und Architektur | 6 |
| 3.2 | Komponenten | 6 |
| 3.2.1 | Enterprise Buyer Professional (EBP) | 6 |
| 3.2.1.1 | Kernfunktionen | 7 |
| 3.2.1.2 | Einzelrollen im EBP | 10 |
| 3.2.1.3 | Katalogmanagement | 12 |
| 3.2.2 | Advanced Planner and Optimizer (APO) | 13 |
| 3.2.3 | Business Information Warehouse (BW) | 13 |
| 3.3 | Zusammenfassung | 14 |
| 4. | mySAP Exchanges | 15 |
| 4.1 | Übersicht und Architektur | 15 |
| 4.2 | Komponenten | 17 |
| 4.2.1 | MarketSet Procurement | 17 |
| 4.2.2 | MarketSet Order Management (MOM) | 17 |
| 4.2.3 | MarketSet Dynamic Pricing | 18 |
| 4.2.4 | MarketSet Catalog | 19 |
| 4.2.5 | MarketSet Life-Cycle Collaboration | 20 |
| 4.2.6 | MarketSet Supply Chain Collaboration | 21 |
| 4.2.7 | MarketSet Bulletin Board | 22 |
| 4.2.8 | MarketSet Analytics | 23 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 24 |
| 5. | mySAP SRM | 25 |
| 5.1 | Übersicht und Architektur | 25 |
| 5.2 | Komponenten | 28 |
| 5.2.1 | Requisite Products | 28 |
| 5.2.2 | Decision Support | 30 |
| 5.2.3 | Collaborative Room | 30 |
| 5.2.4 | Weitere Komponenten | 31 |
| 5.3 | Zusammenfassung | 33 |
| 6. | Vergleich und Beurteilung von B2B-Lösungen | 35 |
| 6.1 | Nutzenpotenziale von B2B-Lösungen | 35 |
| 6.1.1 | Kosteneinsparungen | 35 |
| 6.1.2 | Return on Investment und Amortisationsdauer | 37 |
| 6.1.3 | Neue Formen der Lieferantenbindung | 38 |
| 6.1.4 | Weitere Potenziale | 38 |
| 6.1.5 | Zusammenfassung | 39 |
| 6.2 | Entscheidungskriterien | 40 |
| 6.2.1 | Kosten der Implementierung | 40 |
| 6.2.2 | Dauer und Komplexität der Implementierung | 41 |
| 6.2.3 | Technische Architektur | 42 |
| 6.2.4 | Aufbau und Handhabung | 43 |
| 6.2.5 | Aufbereitung der Inhalte | 43 |
| 6.2.6 | Kommunikationsmöglichkeiten | 44 |
| 6.2.7 | Sicherheit und Vertraulichkeit | 44 |
| 6.2.8 | Weitere Release-Planung und Wartung | 45 |
| 7. | Entwicklung des Business-to-Business | 45 |
| 7.1 | E-Procurement als Vorreiter der B2B-Marktplätze | 45 |
| 7.2 | Private Marktplätze verdrängen öffentliche | 46 |
| 7.3 | Entwicklungsperspektive | 50 |
| 8. | Fazit | 51 |
| Literaturverzeichnis | 54 | |
| Internetverzeichnis | 56 | |
| Anhang | 66 | |
| Server-Landschaft für mySAP E-Procurement | 66 | |
| Server-Landschaft für mySAP Exchanges | 67 |
Beim Ausschreibungsverfahren hat der Einkäufer für die Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen die Möglichkeit offener und nicht-offener Ausschreibungen. Offene Ausschreibungen richten sich an alle potenziellen Bieter und werden über das Internet veröffentlicht, nicht-offene Ausschreibungen werden nur ausgewählten Bietern per EMail bekanntgemacht. Über einen Hyperlink können sich die Bieter am EBP-System anmelden und ihr Gebot abgeben. Um ggf. ein noch besseres Angebot zu erhalten, können Ausschreibungen auch in eine Einkaufsauktion (engl. Reverse Auction) umgewandelt werden. Hierbei erstellt der Einkäufer eine Anfrage für ein Produkt oder eine Dienstleistung, woraufhin die Verkäufer ihre Preise gegenseitig unterbieten können. Nach Eingang der Gebote werden diese geprüft und dem besten Gebot der Zuschlag erteilt.22 Bei der Beschaffung auf Grundlage von Kontrakten kann im Planungssystem ein Kontrakt als Bezugsquelle eingebunden werden. Entsteht ein Bedarf an Direktmaterialien, wird dieser der Bezugsquelle zugeordnet. Wird ein Bedarf nicht durch das Planungssystem, sondern manuell erfasst, wird der Kontrakt im Einkaufswagen als Bezugsquelle angelegt.23 Weiterhin können professionelle Einkäufer existierende Verträge ansehen, verschiedene Lieferanten miteinander vergleichen und über neue Kontrakte verhandeln. Auf Grundlage der Kontraktbedingungen können Einkaufswagen angelegt werden und die Kontrakthistorie zu Bestellungen aktualisiert werden.24 • Komponentenplanung Neben der Beschaffung von normalerweise nicht-zeitkritischen Posten ist es wichtig, schnellen Zugriff auf die Teile zu haben, die zu geplanten Wartungsarbeiten und vor allem zur Beseitigung ungeplanter Störungen benötigt werden. Da solche Störungen, wie z.B. Maschinenausfälle, hohe Kosten in Form entgangener Umsätze oder Verzugsgebühren nach sich ziehen können und somit den Erfolg negativ beeinflussen, ist die Komponentenplanung ein wesentlicher Bestandteil der Beschaffungsfunktion in Unternehmen. Die Komponentenplanung ist der Prozess zur Steuerung und Planung von Bestellungen für Wartungs- und Instandhaltungsleistungen mit dem Enterprise Buyer. Solche Bestellungen werden im SAP R/3-Modul PM generiert. Der Benutzer hat Zugang zu den Enterprise-Buyer-Katalogen und kann das richtige Material vom Katalog in die Bestellung von Instandhaltungsleistungen übertragen. Danach wird die Bestellung von SAP R/3-PM freigegeben.25 [...]
Wert aus. Mit dem Enterprise Buyer Professional haben die Mitarbeiter nun die Möglichkeit, benötigtes Material selbst zu beschaffen. Anforderungen werden direkt von den Benutzern erzeugt, wobei dies alle Angestellten sein können, nicht nur professionelle Einkäufer. EBP integriert hierbei jeden Benutzer in eine benutzergruppen-spezifische Schnittstelle, die die Teilnahme an einem Geschäftsprozess ermöglicht. Man spricht hierbei auch von Self-Service-Beschaffung. Der Bedarf wird dort formuliert, wo er entsteht.19 Dabei ist es möglich, Bestellungen auf vorab genehmigte Lieferanten zu beschränken oder einzelnen Personen bzw. Abteilungen Obergrenzen für Ausgaben zu setzen.20 • Strategische Beschaffung Während mit SAP BBP, dem Vorgänger von EBP, nur die Beschaffung von indirekten Materialen möglich war, unterstützt das System nun auch die Beschaffung direkter Materialien. Direkte Beschaffung ist der Prozess des Einkaufs von Waren oder Dienstleistungen, die geplant sind. Diese Direktmaterialien stehen im Gegensatz zu den ungeplanten Materialien, bei denen die Anforderung durch manuelle Eingaben in das Beschaffungssystem entsteht.21 Die strategische Beschaffung wird unterschieden in Beschaffung über Planungssysteme, Ausschreibung und Kontrakte. Gewöhnlich wird der Bedarf für Direktmaterialien durch MRP- (Material Requirements Planning) oder APS- (Advanced Planning and Scheduling) Systeme, wie z.B. SAP APO, geplant und in Form einer Anforderung an den Einkauf geleitet. Abb. 1 zeigt den Beschaffungsprozess unter Anbindung des SAP APO. [...]
3.2.1.1 Kernfunktionen Zu den Kernfunktionen des EBP gehören die operative und strategische Beschaffung, die Komponentenplanung, das Content Management sowie mobile Anwendungen. • Operative Beschaffung Herkömmliche Beschaffungsprozesse sind oft mit komplexen und langwierigen Genehmigungsprozessen verbunden, die selbst bei kleinen Beschaffungen große Verzögerungen hervorrufen, was wiederum hohe Transaktionskosten verursacht. Durch Vereinfachung der Beschaffungsprozesse können gerade bei nicht-fertigungsgebundenen bzw. indirekten Waren und Dienstleistungen enorme Einsparungspotenziale realisiert werden. Indirekte Beschaffung, oft auch MRO-Beschaffung (Maintenance, repair and operations) genannt, ist der Prozess des Einkaufs nicht-strategischer, indirekter Güter.18 Beispiele für solche Waren sind Büromaterialien, Ersatzteile, Arbeitskleidung oder Schulungen und Weiterbildungen. Sie zeichnen sich durch häufige Beschaffungsvorgänge, aber geringen [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832457518
Arbeit zitieren:
Katzer, Joachim Mai 2002: mySAP SRM als Evolution des E-Procurement und der öffentlichen Marktplätze, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
E-Commerce, E-Business, Business-to-Business, SAP, Elektronische Marktplätze



