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Die monetäre Bewertung von Umweltbelastungen am Beispiel von Lärmschäden

Die monetäre Bewertung von Umweltbelastungen am Beispiel von Lärmschäden
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Brigitte Kahlert
  • Abgabedatum: Januar 2001
  • Umfang: 103 Seiten
  • Dateigröße: 825,4 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4831-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4831-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4831-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kahlert, Brigitte Januar 2001: Die monetäre Bewertung von Umweltbelastungen am Beispiel von Lärmschäden, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Volkswirtschaft, Bewertungsmethoden, Kosten, Umweltökonomie

Diplomarbeit von Brigitte Kahlert

Einleitung:

Die volkswirtschaftliche Umweltökonomie hat die Aufgabe, unter Berücksichtigung der Umwelt bei der Maximierung des gesellschaftlichen Wohlstands zu helfen. Nur welche Aktivitäten steigern den gesellschaftlichen Wohlstand? Dies sollen Kosten-Nutzen-Analysen klären. Sie gehen grundsätzlich den beiden Fragen nach, ob ein staatliches Projekt aus ökonomischer Sicht sinnvoll ist, und welches Projekt durchgeführt werden soll. Im Bereich Umweltschutz geht es um die Klärung, welche Kosten höher sind, die des praktizierten oder jene des unterlassenen Umweltschutzes.

Zum Vergleich von Kosten und Nutzen benötigt man Schätzungen von Umweltschäden in Geldeinheiten. Die Kosten für die Vermeidung von Umweltschäden lassen sich relativ leicht durch Umweltschutzaufwendungen erfassen. Den Nutzen des Umweltschutzes, d.h. die vermiedenen volkswirtschaftlichen Schäden zu monetarisieren, gehört allerdings zu den größten Problemen der Umweltökonomie, da lediglich ein Teil der Auswirkungen der Umweltschäden in Geldgrößen darstellbar ist (der überwiegende Teil ist marktmäßig nicht erfaßbar).

Zur Schätzung von Umweltschäden in Geldeinheiten bietet die Umweltökonomie verschiedene Bewertungsverfahren an. Einige Umweltschäden lassen sich durch direkte, andere nur durch indirekte Bewertungsmethoden ermitteln. Direkte Verfahren werden dann angewandt, wenn es z.B. keine Abwehrmöglichkeiten gegen weitverbreiteten Lärm gibt und sich dementsprechend auch keine Auswirkungen auf Märkten niederschlagen können. Zur Ermittlung der Schadenswerte werden dann z.B. Befragungen durchgeführt. Die Ergebnisse der direkten Verfahren führen jedoch oft zu Validitätsproblemen.

Indirekte Verfahren basieren auf Abwehrmaßnahmen, die sich auf Märkten in Preisen widerspiegeln. Diese Preise zeigen meist nur eine Untergrenze der Schäden an, da z.B. die Zuordnung einer Vermeidungsaufwendung zu einer entsprechenden Umweltbeeinträchtigung oft nicht exakt möglich ist und auch lärmgeschädigte Haushalte, die keine Lärmminderungsmaßnahmen ergreifen, oft in den Ergebnissen mit dem Wert Null berücksichtigt werden und dadurch den Durchschnittswert nach unten ziehen.

Hier zeigen sich die Ansätze der Probleme, mit denen monetäre Bewertungsverfahren behaftet sind und die in der Diplomarbeit vertieft werden. Es wird sich zeigen, daß bisherige Bewertungsversuche von Lärmschäden zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Die Gründe dafür werden erläutert.

Die Diplomarbeit geht der Frage nach, ob es Möglichkeiten gibt, die durch Umweltlärm verursachten volkswirtschaftlichen Schäden monetär zu bewerten. Gibt es Bewertungsverfahren, die diese Frage beantworten können? Wenn ja, zu welchen Ergebnissen führen sie und wo liegen ihre Leistungen, Schwachstellen und Anwendungsprobleme?

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit besteht aus vier Teilen. Im ersten Teil wird auf die Probleme der monetären Bewertung von Umweltschäden am Beispiel von Lärm aufmerksam gemacht. Danach werden geschichtliche Entwicklung und aktueller Einsatz von Kosten-Nutzen-Analysen in den USA und in Deutschland beschrieben. Weiterhin wird die Zielsetzung dieser Arbeit erklärt und die Vorgehensweise, um dieses Ziel zu erreichen. Abschließend werden die vier Studien aufgelistet, die im weiteren Verlauf der Arbeit ausgewertet werden.

Der zweite Teil befaßt sich mit den theoretischen Grundlagen monetärer Bewertungsverfahren. Nach der Definition des Begriffs Monetarisierung und einer einleitenden Darstellung der Notwendigkeit und fundamentalen Werturteile von ökonomischen Bewertungen von Umweltschäden werden deren Aufgaben und Anwendungsbereiche vorgestellt. Anschließend werden die unterschiedlichen Typen von Lärmschäden erklärt. Einen Schwerpunkt bilden die direkten und indirekten Bewertungsverfahren: Analyse der Vermeidungsaufwendungen, Hedonischer Preisansatz, Kontingenter Bewertungsansatz und Marktsimulation. Zu jedem Bewertungsverfahren erfolgt eine Darlegung der entsprechenden Grundgedanken, eine Beschreibung, wie die Verfahren funktionieren und eine abschließende Beurteilung und Einschätzung.

Im Mittelpunkt des dritten Teils stehen vier ausgewählte Studien, die sich mit der Monetarisierung von Lärmschäden befassen. Die Ziele und Vorgehensweisen dieser Studien werden zunächst jeweils kurz vorgestellt. Anschließend erfolgt eine Darstellung der einzelnen Ergebnisse und eine abschließende Einschätzung der Studie. Der dritte Teil schließt mit einem Vergleich der vorgestellten Studien und Bewertungsverfahren. Dabei sollen Leistungen und Grenzen verdeutlicht und strukturelle Unterschiede aufgedeckt werden.

Die wesentlichen Erkenntnisse werden im vierten Teil dieser Arbeit zusammengefaßt. Abschließend erfolgt eine Beurteilung, welche Bedeutung diesen Ergebnissen in der Praxis im Umweltbereich Lärm zukommt. Am Schluß findet man eine Kurzzusammenfassung dieser Arbeit in deutscher und englischer Sprache.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Stand der Forschung 3
1.3 Ziel der Arbeit 6
1.4 Vorgehensweise 6
1.5 Die auszuwertenden Studien 8
2. Grundlagen und Definitionen 9
2.1 Monetarisierung 9
2.2 Notwendigkeit monetärer Bewertungen von Lärmbelastungen 9
2.2.1 Ruhe als knappes Umweltgut 9
2.2.2 Effiziente Faktorallokation 10
2.2.3 Öffentliche Umweltgüter 10
2.2.3.1 Trittbrettfahrerverhalten 11
2.2.3.2 Gefangenendilemma 11
2.2.3.3 Informationsproblem 11
2.2.4 Externe Kosten 12
2.2.5 Verhandlungen über externe Effekte 12
2.3 Wertprämissen 13
2.3.1 Konsumentensouveränität 13
2.3.2 Messung der individuellen Nutzen 14
2.3.3 Aggregationsproblematik 14
2.4 Aufgaben und Anwendungsbereiche der monetären Bewertung 15
2.5 Unterschiedliche Typen von Lärmschäden 16
2.6 Bewertungsverfahren zur Monetarisierung von Lärmschäden 18
2.6.1 Indirekte Verfahren 19
2.6.1.1 Analyse der Vermeidungsaufwendungen 19
2.6.1.2 Hedonischer Preisansatz 23
2.6.2 Direkte Verfahren 31
2.6.2.1 Kontingenter Bewertungsansatz 31
2.6.2.2 Marktsimulation 38
3. Ergebnisse der Studien zur Monetarisierung von Lärmschäden 41
3.1 Kurzdarstellungen der einzelnen Studien 41
3.1.1 Analyse der Studie „Highway Noise and Property Values“ von Nelson 41
3.1.1.1 Zielsetzung und Vorgehensweise 41
3.1.1.2 Ergebnisse 41
3.1.1.3 Einschätzung 45
3.1.2 Analyse der Studie „Der monetäre Wert einer Flug- und Straßenlärmreduktion“ von Pommerehne 46
3.1.2.1 Zielsetzung und Vorgehensweise 46
3.1.2.2 Ergebnisse 47
3.1.2.3 Einschätzung 50
3.1.3 Analyse der Studie „Die Messung sozialer Kosten des Lärms am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland“ von Weinberger 51
3.1.3.1 Zielsetzung und Vorgehensweise 51
3.1.3.2 Ergebnisse 52
3.1.3.3 Einschätzung 60
3.1.4 Analyse der Studie „Nachfrage nach Umweltqualität in der Bundesrepublik Deutschland“ von Holm-Müller 61
3.1.4.1 Zielsetzung und Vorgehensweise 61
3.1.4.2 Ergebnisse 62
3.1.4.3 Einschätzung 68
3.2 Vergleichende Einschätzung der Bewertungsverfahren unter Berücksichtigung der vorgestellten Studien 71
4. Schlußfolgerungen und Ausblick 76
Zusammenfassung 81
Summary 81
Glossar 82
Literaturverzeichnis 86

Automatisiert erstellter Textauszug:

Zwei grundsätzliche Kriterien sollte jede Zahlungsbereitschaftsanalyse erfüllen: Die Reliabilität (reliability) und die Validität (validity). Meffert definiert diese beiden Anforderungen wie folgt: Unter der Reliabilität versteht man die Zuverlässigkeit der Befragungsergebnisse, d.h. unter sonst gleichen Bedingungen sollten die Ergebnisse in einer weiteren Studie reproduzierbar sein. Die Gültigkeit (Validität) gibt an, ob inhaltlich die Informationen gemessen wurden, die auch beabsichtigt waren und sich die Ergebnisse der Befragung tatsächlich auf das zu untersuchende Thema beziehen. 147 Ursachen für eine geringe Reliabilität können nach Auffassung von Mitchell/Carson mißverständliche Frageformulierungen oder unrealistische Szenarien sein und für eine mangelnde Validität, daß die Fragestellung sich nicht mit dem eigentlichen Problem befaßt.148 [...]

Mögliche Verzerrungen der Zahlungsbereitschaft können sich auch aus nicht repräsentativen Stichproben und Antwortverweigerungen ergeben. Endres/Holm-Müller führen hierzu aus, daß der Kreis der zu befragenden Personen sorgfältig ermittelt werden muß. Es muß z.B. geklärt werden, wie man an die entsprechenden Adressen gelangt und wie der Kontakt zu ihnen erfolgen soll. Grundsätzlich sollte die Zusammensetzung der Stichprobe mit der Grundgesamtheit verglichen werden. Probanden, die telefonisch oder persönlich nicht erreicht werden können, können die Zusammensetzung der Stichprobe verändern. Befragungen auf dem Postweg bleiben häufig unbeantwortet und können das Resultat ebenfalls verzerren. 139 Bostedt/ Boman haben in einer Studie die „Nonrespondents“ überprüft und dabei festgestellt, daß sich ein „Follow-up“ lohnt. Die Nichtbeantwortung war auf allgemeine Gründe (z.B. vergessen) zurückzuführen und nur in 4,8 % auf Gründe, die mit der Befragung zu tun hatten.140 [...]

2.6.2.1.2 Vorgehensweise Römer beschreibt die Grundstruktur des KBA wie folgt: Man beginnt das Verfahren mit einer genauen Beschreibung der aktuellen Quantität und Qualität des betreffenden Umweltguts. Anschließend schafft man eine marktanaloge Situation, in der dem Teilnehmer Änderungen des Umweltgutes angeboten werden. Diese kann der Befragte kaufen und dabei seine maximale Zahlungsbereitschaft (MZB) für die Umweltverbesserung äußern, oder er kann sie verkaufen, d.h. er nennt seine minimale Kompensationsforderung (MKF), die er erhalten möchte, wenn er auf die Umweltverbesserung verzichtet. Bei der MZB muß sich der Befragte also das Recht auf eine bessere Umwelt erkaufen, während die MKF unterstellt, daß das Recht beim Teilnehmer liegt. Grundsätzlich müssen bei der Anwendung des KBA dem Befragten folgende Punkte deutlich gemacht werden: Zahlungsinstrument: In welcher Form muß die Zahlung erfolgen bzw. erhält der Proband die Zahlung (z.B. Steuererhöhung/–entlastung, Benutzergebühren/–entschädigungen)? Zahlungsregel: Bestimmt sich die Höhe seiner Be- oder Entlastung nach der Höhe seiner eigenen Angabe oder nach der durchschnittlichen Wertschätzung aller Teilnehmer? Implementierungsregel: Der individuelle Einfluß der Wertschätzung auf die Realisierung des Umweltprojektes muß deutlich werden.132 [...]

Arbeit zitieren:
Kahlert, Brigitte Januar 2001: Die monetäre Bewertung von Umweltbelastungen am Beispiel von Lärmschäden, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Volkswirtschaft, Bewertungsmethoden, Kosten, Umweltökonomie

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