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Die mobile Generation

Eine Untersuchung zum Umgang von Jugendlichen mit Mobiltelefonen

Die mobile Generation
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rainer Schuh
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 61 Seiten
  • Dateigröße: 403,8 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9972-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9972-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9972-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schuh, Rainer Juli 2006: Die mobile Generation, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Handy, Umgang, Medium, Jugendlich, Schule

Diplomarbeit von Rainer Schuh

Einleitung:

Die mobile Kommunikation ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Seit große Teile der Bevölkerung über ein Mobiltelefon verfügen, findet Kommunikation nicht mehr nur in geschützten Räumen wie Wohnhäusern und Büros statt, sondern immer mehr im öffentlichen Raum. Überall auf der Straße, in der U-Bahn oder auf dem Sportplatz sieht man Menschen mit einem Handy am Ohr.

Sie vereinbaren Termine, geben ihren augenblicklichen Standort durch, teilen mit, wie der Tag gelaufen ist oder wann sie nach Hause kommen. Dabei scheint es sie nicht zu stören, dass sie Geschäftliches, Privates oder gar Intimes öffentlich machen. Dieser Freizügigkeit trägt auch der größte deutsche Telefonanbieter Rechnung: Die geschlossene Telefonzelle gehört der Vergangenheit an, nur noch nach allen Seiten offene Telefonsäulen werden installiert.

Vor allem bei Jugendlichen ist das Handy beliebt. Nach der aktuellen Jugend-Information, Multi-Media-Studie, kurz JIM-Studie 2005, des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) besitzen heute 92 Prozent der 12- bis 19-Jährigen ein Mobiltelefon. Dabei sind die weiblichen Jugendlichen mit 94 Prozent etwas besser ausgestattet als ihre männlichen Altersgenossen mit 90 Prozent. Bei den 12- bis 13-Jährigen verfügen 84 Prozent über ein Handy.

Am liebsten versenden die Jugendlichen mit ihren Handys kurze Textnachrichten über den Short Message Service (SMS). Dass sich dieser Dienst steigender Beliebtheit erfreut, belegen die Statistiken der Bundesnetzagentur zum Versenden von SMS: Lag die Zahl der versendeten SMS 1998 noch bei 600 Millionen, so waren es sieben Jahre später, 2005, bereits 20,6 Milliarden.

Besitzer aktueller Handymodelle können viel mehr als nur Textbotschaften versenden und Telefonate führen. Wer ein UMTS-fähiges Handys besitzt, kann dank der schnellen Datenübermittlung von bis zu 384 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) Videotelefonate führen oder Fernsehprogramme auf dem Handydisplay anschauen. Er kann mit der eingebauten Kamera Fotos mit einer Auflösung von mehr als drei Megapixeln schießen und diese sogleich mit dem Multimedia Messaging Service (MMS) an Freunde verschicken.

Die Möglichkeiten wachsen auch mit den immer größer werdenden Speicherkapazitäten der Handys. So ist in die neuen Mobiltelefone oft ein MP3-Player für die Lieblingsmusik und ein Radio für die neuesten Nachrichten vom Tage integriert. Ausstattungsmerkmale wie Kalender, Telefonbuch, Wecker, Internetbrowser und Spiele gehören heute zur Grundausstattung.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 2
Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 6
Kurzfassung 7
1. Einleitung 8
2. Die Entwicklung des Mobiltelefons zum Massenmedium 10
3. Stand der Forschung 16
3.1 SMS in den Massenmedien 16
3.2 SMS und Wissenschaft 17
3.3 Handy und SMS aus Sicht der Kommunikationswissenschaft 17
3.4 SMS und Sprachwissenschaft 18
3.5 Die „konzeptionelle Mündlichkeit“ der Kurznachricht 20
3.6 Funktionen von SMS 21
3.7 Handy im Alltag Jugendlicher 22
4. Ziel der Untersuchung 23
5. Jugendliche machen mobil 26
5.1 Das Handy als persönliches Medium 26
5.2 SMS als Hauptfunktion 27
5.2.1 Auswertung der Kurzbotschaften 29
5.2.2 160 Zeichen reichen 30
5.2.3 Die Geheimsprache der jugendlichen Simser 30
5.3 Nutzung der Zusatzfunktionen 31
5.4 Medienbesitz 34
6. Der gekonnte Umgang mit dem Mobiltelefon oder: man muss „höllisch aufpassen“ 35
6.1 Einrichten des Handys 35
6.2 Akzeptanz von „T9“ 36
6.3 Direkt ins Netz 36
6.4 SAR-Werte 37
6.5 Übertragungstechniken 38
6.6 Bekanntes und Bewährtes 38
6.7 Bescheidene Innovationswünsche 39
6.8 Hilfe bei Schwierigkeiten mit dem Handy 40
7. Lernen durch das Handy 41
7.1 Kostenbewusstsein bis 70 Euro 41
7.2 Mobilfunknetzbetreiber 42
7.3 Von Klingeltönen, Abos und Logos 42
7.4 Die Jugend wählt Design 43
7.5 Umwelt und Handy 45
7.6 Handy und Schule 46
7.7 Schulprojekt Mobilfunk 47
7.8 Polly und Fred 48
7.9 www.handysektor.de 50
7.10 Handy-Dialog mit den Eltern 51
8. Zusammenfassung 52
Quellenverzeichnis 56
Abbildungsnachweis 62
Erklärung 63

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 2
Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 6
Kurzfassung 7
1. Einleitung 8
2. Die Entwicklung des Mobiltelefons zum Massenmedium 10
3. Stand der Forschung 16
3.1 SMS in den Massenmedien 16
3.2 SMS und Wissenschaft 17
3.3 Handy und SMS aus Sicht der Kommunikationswissenschaft 17
3.4 SMS und Sprachwissenschaft 18
3.5 Die „konzeptionelle Mündlichkeit“ der Kurznachricht 20
3.6 Funktionen von SMS 21
3.7 Handy im Alltag Jugendlicher 22
4. Ziel der Untersuchung 23
5. Jugendliche machen mobil 26
5.1 Das Handy als persönliches Medium 26
5.2 SMS als Hauptfunktion 27
5.2.1 Auswertung der Kurzbotschaften 29
5.2.2 160 Zeichen reichen 30
5.2.3 Die Geheimsprache der jugendlichen Simser 30
5.3 Nutzung der Zusatzfunktionen 31
5.4 Medienbesitz 34
6. Der gekonnte Umgang mit dem Mobiltelefon oder: man muss „höllisch aufpassen“ 35
6.1 Einrichten des Handys 35
6.2 Akzeptanz von „T9“ 36
6.3 Direkt ins Netz 36
6.4 SAR-Werte 37
6.5 Übertragungstechniken 38
6.6 Bekanntes und Bewährtes 38
6.7 Bescheidene Innovationswünsche 39
6.8 Hilfe bei Schwierigkeiten mit dem Handy 40
7. Lernen durch das Handy 41
7.1 Kostenbewusstsein bis 70 Euro 41
7.2 Mobilfunknetzbetreiber 42
7.3 Von Klingeltönen, Abos und Logos 42
7.4 Die Jugend wählt Design 43
7.5 Umwelt und Handy 45
7.6 Handy und Schule 46
7.7 Schulprojekt Mobilfunk 47
7.8 Polly und Fred 48
7.9 www.handysektor.de 50
7.10 Handy-Dialog mit den Eltern 51
8. Zusammenfassung 52
Quellenverzeichnis 56
Abbildungsnachweis 62
Erklärung 63

Textprobe:

Das Mobiltelefon spielt im Leben von Jugendlichen eine immer größere Rolle. Schon mehr als 90 Prozent der Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren besitzen ein eigenes Handy. Für viele ist der Verlust des Handys geradezu eine Katastrophe, sind auf dem Handy doch alle wichtigen Kontakte zur Umwelt gespeichert.

Neben dem Short Message Service (SMS) gewinnen der eingebaute Fotoapparat und der MP3-Player zunehmend an Bedeutung. Klingeltöne und Logos werden weit weniger heruntergeladen, als uns die Dauerwerbung auf VIVA und MTV glauben machen will. Die Kenntnisse der jungen Leute über die technischen Voraussetzungen des mobilen Telefonierens lassen allerdings zu wünschen übrig. Nur wenige kennen z. B. den Mobilfunkstandard UMTS.

Was bei den jungen Menschen vor allem zählt ist, dass die Geräte ansprechend im Design sind. Sie zahlen zwischen 7.50 Euro und 70 Euro an monatlichen Gebühren. Die Erhebung eines Textkorpus von 100 SMS ergab, dass die Jugendlichen im Zusammenhang mit den Kurznachrichten keine Geheimsprache entwickelt haben und auch Akronyme nur selten verwendet werden.

Gefragt sind neue Ansätze zur Vermittlung von technischer und allgemeiner Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen, die dem Handy einen wichtigen Platz einräumen. Wie dies spielerisch gelingen kann, zeigt z. B. eine neue Lernsoftware des Institutes für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU).

Automatisiert erstellter Textauszug:

(mail back) (Schlobinski et al. 2001, S. 18, 24/ Döring 2002b, S. 13). Nur wenige nannten ihre Namen am Ende der Botschaft. Dass in den Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln so gut wie keine Namen vorkommen, liegt einerseits daran, dass SMS-Kommunikation hauptsächlich in einem kleinen bekannten Personenkreis stattfindet, andererseits aber auch daran, dass der Absender, wenn er im elektronischen Telefonbuch des Empfängers gespeichert ist, automatisch auf dem Display angezeigt wird. 5.2.2 160 Zeichen reichen Für die an den Gruppendiskussionen teilnehmenden Schülerinnen und Schüler war der Kostenfaktor ein wichtiger Grund für das Versenden von SMS, das billiger sein kann als ein über mehrere Minuten geführtes Handygespräch. Gespart wird aber nur dann, wenn man sich an die Vorgabe für die Zeichenanzahl hält. Schreibt man mehr als 160 Zeichen, wird eine Folgebotschaft generiert und zusätzlich abgerechnet. Folglich war es von Interesse, ob die Jugendlichen sich an die Zeichenvorgabe des GSM-Standards halten. Die kürzeste Botschaft mit sechs Zeichen stammt von einem 15-jährigen Realschüler und lautet „tschöö“. Derselbe Schüler verfasste aber auch die längste Nachricht mit 191 Zeichen. Dies war die einzige Botschaft im gesamten Textkorpus, die durch Überlänge eine Folgebotschaft nach sich zog. Im Durchschnitt schrieben die Realschüler 16,6 Wörter in einer Nachricht mit durchschnittlich 94,1 Zeichen. Die Gymnasiasten kamen mit 19,8 Wörtern pro Botschaft aus und blieben mit 104,3 Zeichen pro Botschaft auch weit unter der 160er-Marke. 5.2.3 Die Geheimsprache der jugendlichen Simser Die in den Medien immer wieder diskutierte „Geheimsprache“ der Jugendlichen konnte anhand des vorliegenden Textkorpus nicht mit Beispielen belegt werden. Im Gegenteil, die Inhalte der SMS waren auch dem nicht „Eingeweihten“ leicht verständlich. Abkürzungen und Akronyme wurden meistens dann eingesetzt, wenn es um die Versicherung der gegenseitigen Zuneigung ging. Auch die oft genannten Emoticons wurden nur sparsam als Gefühlsverstärker eingesetzt. In nur zehn Prozent der Nachrichten fanden sich die Symbole für Ge- [...]

die Nerven geht. Es ist zu anstrengend und zudem schreibt man ja auch nicht das, was man wirklich sagen will.“ 5.2.1 Auswertung der Kurzbotschaften Von den insgesamt 16 verteilten Fragebögen zum SMS-Verhalten der Diskussionsteilnehmer wurden 14 ausgefüllt zurückgegeben. Dadurch liegen 100 authentische Kurzbotschaften der Schülerinnen und Schüler zur Auswertung vor. In fast zwei Dritteln der von den Schülern notierten Botschaften herrscht die Kleinschreibung vor (anders Schlobinski et al. 2001, S. 8). Bei der Zeichensetzung fällt auf, dass sehr viele Sätze mit einem Ausrufungs- oder Fragezeichen beendet wurden. 26 Botschaften waren mit mindestens einem Ausrufungszeichen versehen. In 45 Kurznachrichten waren bis zu drei Sätze untergebracht, die mit einem Fragezeichen endeten, wie z. B. in dieser SMS eines 16-jährigen Gymnasiasten: „Hey ho. Alles klar bonbönchen? Wie war dein tag? Bis morgen hamwa nur französisch auf oder? Machs gut und schönen abend noch.“ In insgesamt 19 SMS wurde mit beiden Satzzeichen gearbeitet.12 In den untersuchten SMS finden sich bange Fragen wie „Ich brauch doch nix zu befürchten?“ (Realschülerin, 15 Jahre) oder mit Nachdruck formulierte Wünsche: „Du Arme. Ich wünsch dir gute Besserung!!!“. Iterativ wurde nur das Ausrufungszeichen als Satzabschluss in den Botschaften verwendet. Bei den Grußund Anredeformeln stellte sich heraus, dass die Gymnasiasten in der Mehrzahl Formen wie „Hey Schatz“ oder umgangssprachlicher „Jo tach“ an den Anfang ihrer Botschaften setzten. Die Realschüler gingen mit den Grußformeln eher sparsam um. Der Unterschied hinsichtlich der Verabschiedung war nicht so gravierend. Realschüler wie Gymnasiasten verabschiedeten sich gleichermaßen gerne mit Akronymen in der folgenden Art: „lg“ (liebe grüße), „hdl“ (hab dich lieb) beziehungsweise „hdgggdl“ (hab dich ganz ganz ganz doll lieb) oder einfach „mb“ [...]

gaben an, mit dem Handy mehr zu telefonieren als zu simsen. Beide verfügten allerdings über ein Vertragshandy, deren Gebühren über die Eltern abgerechnet werden. Eine andere Schülerin macht es von der Person abhängig, ob sie diese telefonisch oder per SMS kontaktiert. Bei der Auswertung des Fragebogens zum SMS-Verhalten der Schülerinnen und Schüler fällt auf, dass die jugendlichen Handybesitzer mehr Kurznachrichten empfangen als senden. Die Zahlen bestätigen aber auch die Vermutung, dass, wer viele SMS verschickt, auch viele erhält. Bevorzugte Kontaktpersonen beim Simsen sind Freunde und die Clique. Bei der Frage, wie oft dieser Personenkreis angeschrieben wird, gaben zwei Drittel der Teilnehmenden „sehr oft“ an. Familienmitglieder werden von zwei Dritteln „manchmal“ angeschrieben. Aber auch die Partner werden mittels SMS nicht so häufig kontaktiert. Nur zwei Untersuchungsteilnehmende gaben an, ihre Partner „sehr oft“ anzuschreiben. In der Untersuchung von Höflich und Rössler aus dem Jahr 2000 gaben die Jugendlichen dagegen an, ihre Partner häufig anzusimsen (Höflich/Rössler 2000, S. 11, Tabelle „häufig SMS an...“). Die Gründe für das Schreiben von Kurznachrichten sind vielfältig. Für eine 15jährige Realschülerin bietet sich das Simsen an, um so „Kontakt mit meinem Freund zu halten, der weiter weg wohnt.“ Für einen 16-jährigen Mitschüler ist es „schnell, unkompliziert und erspart einem das Telefonieren.“ Ebenso wird als Grund für das Simsen immer wieder genannt, dass es billiger sei als Telefonieren. Die Kosten für eine SMS gaben die Schüler mit acht bis 20 Cent an. Der Kurznachrichtendienst wird aber auch bei Problemen mit dem Freund / der Freundin eingesetzt. Ein Gymnasiast sagt dazu: „Man redet nicht mit der Person direkt, wenn man zum Beispiel Streit hat.“ Ein anderer meint, dass man sich beim Simsen mehr erzählt „als wenn man spricht oder telefoniert.“ Doch gibt es auch Gymnasiasten und Realschüler, die Einwände gegen das Schreiben von Kurznachrichten haben: aus Kostengründen wie auch wegen des hohen Aufwands, den das Tippen einer Nachricht erfordert. Eine 17-jährige Gymnasiastin begründete ihre ablehnende Haltung damit, „dass das Tippen mir auf [...]

Arbeit zitieren:
Schuh, Rainer Juli 2006: Die mobile Generation, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Handy, Umgang, Medium, Jugendlich, Schule

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