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Die marktorientierte Gestaltung einer internationalen Management-Holding und ihre Effekte auf den Gesamtkonzern

Die marktorientierte Gestaltung einer internationalen Management-Holding und ihre Effekte auf den Gesamtkonzern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Kleßmann
  • Abgabedatum: Februar 1999
  • Umfang: 112 Seiten
  • Dateigröße: 702,0 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1656-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1656-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1656-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kleßmann, Jan Februar 1999: Die marktorientierte Gestaltung einer internationalen Management-Holding und ihre Effekte auf den Gesamtkonzern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Internationales Management, Außenhandel, Betriebswirtschaft

Diplomarbeit von Jan Kleßmann

Gang der Untersuchung:

Mit dieser Untersuchung soll versucht werden aufzuzeigen, wie eine marktorientierte Gestaltung einer Management-Holding verfolgt werden kann und welche Auswirkungen diese Ausrichtung sowohl auf die Muttergesellschaft als auch auf die Tochtergesellschaften haben kann. Dazu erfolgt zunächst die konzeptionelle Erfassung dieses Unternehmenstypes, um anschließend Ansatzpunkte mit den Schwerpunkten unternehmerischer Gestaltung, Organisation und Strategie zu erarbeiten, mit denen eine marktorientierte Gestaltung umgesetzt werden kann. Erster Schritt ist, anhand gängiger Definitionen die Unternehmensform Management-Holding darzustellen. Um einen für die gesamte Arbeit gültigen Begriff der Management-Holding verwenden zu können, erfolgt eine Abgrenzung zu weiteren Holdingformen. Weiterhin erscheint eine Abgrenzung zu typverwandten Unternehmensformen und Unternehmensverbindungen notwendig.

Im folgenden schließt sich eine für das Verständnis der Arbeit notwendige Definition der Marktorientierung an. Anschließend wird diese Sicht im Hinblick auf die Management-Holding konkretisiert. Die eine Seite bezieht sich dabei auf das Verständnis der Holdinggesellschaft als Erbringer von Dienstleistungen für die rechtlich abhängigen Tochtergesellschaften. Die andere Seite stellt die Tochtergesellschaften als eine Anlagealternative für die Obergesellschaft dar. Die Auswirkungen, die Potentiale und die Problembereiche, die auf den ersten Blick entstehen und mögliche Kriterien zu deren Bewertung werden anschließend diskutiert.

Vorbedingung für eine marktorientierte Gestaltung ist die Vergleichbarkeit der von den Teileinheiten bereitgestellten Leistungen: Dazu gehören die von der Holding-Obergesellschaft wahrzunehmenden Aufgaben sowie die für die als Quasi-Anlagealternative notwendigen internen und externen Vergleiche der Tochtergesellschaften mit anderen Einheiten. Ausgehend von diesen Voraussetzungen sollen wesentliche Gestaltungsfelder in einer marktorientierten Management-Holding abgeleitet werden: die Organisationsstrukturen zwischen der Holdinggesellschaft und den operativen Tochtergesellschaften und die Auswirkungen der Marktorientierung auf die Strategiebildung im Gesamtkonzern.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis V
1. Perspektiven einer Holdinggesellschaft und deren Tochtergesellschaften im Bereich vielfältiger Marktbeziehungen 1
2. Definitorische Abgrenzung der Management-Holding 3
2.1 Definition und Merkmale der Management-Holding 3
2.2 Abgrenzung zu typverwandten Unternehmensformen und Unternehmensverbindungen 9
2.2.1 Abgrenzung hinsichtlich der originären Management-Holding-Funktion "Führung" 9
2.2.2 Abgrenzung hinsichtlich der originären Management-Holding-Funktionen "Finanzierung und Verwaltung" 10
2.2.3 Abgrenzung hinsichtlich der Organisationsstruktur ähnlicher Unternehmensverbindungen 11
3. Marktorientierung der internationalen Management-Holding 12
3.1 Pretiale Betriebslenkung und der Begriff Marktorientierung 13
3.2 Holdinggesellschaft und deren Tochtergesellschaften im Marktvergleich 19
3.2.1 Holding-Obergesellschaft der Management-Holding als Dienstleistungsanbieter für die Tochtergesellschaften 19
3.2.2 Tochtergesellschaften als Quasi-Anlagealternativen für die Holding-Obergesellschaft der Management-Holding 20
3.3 Implikationen eines marktorientierten Ansatzes und potentielle Kriterien zu dessen Bewertung 21
3.3.1 Potentielle Folgen unternehmensweiter Marktstrukturen im Gesamtkonzern 21
3.3.2 Potentielle Kriterien zur Beurteilung der Effekte von Marktstrukturen 22
4. Konzernweite Leistungsvergleiche als originäres Charakteristikum von Marktstrukturen 23
4.1 Tätigkeitsfelder der Holdinggesellschaft zur Erzielung eines konzernimanenten Mehrwertes unter Berücksichtigung des Marktmechanismus 23
4.1.1 Elementare Aufgaben der Holdinggesellschaft in einer Management-Holding 24
4.1.1.1 Führungs- und Koordinationsfunktionen 26
4.1.1.2 Dienstleistungsfunktionen 27
4.1.1.3 Rechtlich bedingte Funktionen 28
4.1.1.4 Funktionen der Selbstverwaltung 29
4.1.2 Eignung ausgewählter Funktionsbereiche zur marktstrukturierten Steuerung 30
4.1.2.1 Führungs- und Koordinationsfunktionen 30
4.1.2.2 Dienstleistungsfunktionen 31
4.1.2.3 Rechtlich bedingte Funktionen 33
4.1.2.4 Funktionen der Selbstverwaltung 34
4.1.3 Ausprägung des Zentralisationsgrades einzelner Funktionsbereiche der Holdinggesellschaft unter marktorientierten Bedingungen 34
4.1.3.1 Führungs- und Koordinationsfunktionen 39
4.1.3.2 Dienstleistungsfunktionen 42
4.1.3.3 Rechtlich bedingte Holdingfunktionen 48
4.1.3.4 Funktionen der Selbstverwaltung 49
4.2 Konzernweiter Vergleich: Die operativen Tochtergesellschaften im Intra- sowie Inter-Vergleich 50
4.2.1 Intra-Vergleich 53
4.2.1.1 Voraussetzungen, Beschreibung und Durchführung des Intra-Vergleichs 53
4.2.1.2 Auswahl konzerninterner Vergleichspartner 55
4.2.1.3 Grenzen der Ergebnisverantwortung aus dem Intra-Vergleich 55
4.2.2 Inter-Vergleich 56
4.2.2.1 Voraussetzungen, Beschreibung und Durchführung des Inter-Vergleichs 56
4.2.2.2 Auswahl konzernexterner Unternehmen für den Vergleich 57
4.2.2.3 Grenzen der Ergebnisverantwortung aus dem Inter-Vergleich 58
4.2.3 Folgen der Vergleiche 59
4.2.3.1 Analyse der Untersuchungsergebnisse 59
4.2.3.2 Unmittelbare Konsequenzen für Tochtergesellschaft und Holdinggesellschaft 60
4.2.3.3 Informationsgrenzen des Benchmarking und daraus resultierende Konflikte 61
5. Zentrale Gestaltungsfelder der internationalen Management-Holding in der Folge von Marktstrukturen 62
5.1 Organisationsgestaltung einer Management-Holding in einer marktorientierten Sichtweise 63
5.1.1 Alternative Wege zur Management-Holding mit Marktstrukturen 64
5.1.2 Organisationsstrukturen und Konzepte der marktorientierten Management-Holding 65
5.1.2.1 Klassische Organisationsmodelle bezogen auf eine marktorientierte Management-Holding 65
5.1.2.2 Organisationskonzepte einer marktorientierten Management-Holding 68
5.1.3 Ausprägungen einer internationalen Management-Holding 70
5.2 Implikationen der Marktstrukturen einer internationalen Management-Holding für die Strategie des Gesamtkonzerns 71
5.2.1 Begriff der Strategie 72
5.2.2 Implikationen aus dem Verständnis der Holdinggesellschaft als Dienstleister der Tochtergesellschaften - Zielkonflikt zwischen Autonomie und Integration 74
5.2.3 Implikationen aus dem Verständnis der Tochtergesellschaften als Quasi-Anlagealternativen - Weitergehende Steuerungsmechanismen und Anreizsysteme 76
5.2.4 Implikationen aus den Marktbeziehungen der Tochtergesellschaften untereinander - Wettbewerb versus Kooperation 80
5.2.5 Implikationen aus der Organisationsstruktur im Marktbeziehungsgeflecht zwischen Holdinggesellschaft und Tochtergesellschaften 81
6. Marktstrukturierte Koordination von Holdinggesellschaft und Tochtergesellschaften als ein Teilaspekt der umfassenden Gestaltung einer marktorientierten Management-Holding 85
Literaturverzeichnis VII
Anhang XVI
Erklärung nach § 22 Abs. 2 DPO XXII

Automatisiert erstellter Textauszug:

führt wird.243 Synergien erhalten bei der juristischen Funktion Relevanz durch die Vertretung von Betriebsbereichen bzw. hinsichtlich Länder- und Produktspezifikationen. In diesen Fällen können Spezialisierungsvorteile genutzt werden. Eine zentrale Rechtsabteilung ist insbesondere dann lohnend, wenn es sich bei den Tochtergesellschaften vornehmlich um kleine Unternehmen handelt.244 Auch die juristische Verwaltung von Patenten, Lizenzen, Marken- und Urheberrechten ist obgleich ihres immateriellen Charakters nach § 248 Abs. 2 HGB und § 5 Abs. 2 EStG von u.U. erheblicher Bedeutung. So sollte die Verantwortung zumindest für konzernweite Schutzrechte zentral bei der HoldingObergesellschaft liegen.245 In Bühners Untersuchung sind die Bereiche Steuern und Recht mit Versicherungen, Patenten und Lizenzen unter dem Stichwort Konzernadministration zusammengefaßt. Dieser Bereich wird von 75,5 % der Unternehmen zentral gesteuert. Dabei kommt mit zunehmender Unternehmensgröße dieser Tätigkeit eine wachsende Bedeutung zu.246 Mellewigt ermittelt für die Zentralität der Rechtsabteilung einen Mittelwert von 2,44. Mit Hilfe dieses Wertes läßt sich eine eindeutige Aussage bezüglich des Zentralisationsgrades nicht treffen.247 EDV- und Informationssysteme nehmen eine Position als konzernübergreifende Funktion mit Querschnittsaufgaben und konzerneinheitlichen Standards ein.248 Im Zuge eines schnellen technologischen Wandels, insbesondere in der Informationsverarbeitung, und der gebotenen Kompatibilität der Systeme innerhalb einer strategischen Holding, bietet es sich an, diese Aufgaben von zentraler Stelle aus wahrzunehmen.249 Darüber hinaus sollte in die Gestaltung von Führungsinformationssystemen die Holdingleitung eingebunden werden.250 Gemeinsame Informationssysteme werden in erster Linie bei solchen Unternehmen zentralisiert, die in ihrem Kerngeschäft (33,3 %) oder in verwandten Geschäftsbereichen tätig sind (40,9 %). Bei international stark engagierten [...]

bereithalten zu müssen. Dazu trägt entscheidend das umfassende Konzernclearing bei.235 Finanztransaktionen werden nur noch über ein zentrales Konto in der Obergesellschaft abgewickelt, eine Vielzahl dezentraler Konten können eingespart werden.236 Nach Bühner sind die Funktionen des zentralen Bankverkehrs, wie Cash-, Devisen- und Kreditmanagement zur Nutzung von Synergien in fast allen der untersuchten Konzerne in der Holdinggesellschaft zusammengefaßt.237 Das operative Controlling hat bereichsbezogene Daten bereitzustellen, mit deren Hilfe über Soll/Ist-Abweichungen Planung und Kontrolle des Geschäftsverlaufs ermöglicht werden.238 Eine dezentrale Organisation ermöglicht, die dem Controlling unterliegenden Einheiten umfassend, schnell und bereichspezifisch Steuerungsinformationen zur Verfügung zu stellen.239 Als Grundlage für das strategische Controlling könnten Mißinterpretationen der Tochtergesellschaften im Rahmen des operativen Controlling auf die Strategiebildung der Obergesellschaft durchschlagen. Insofern wäre ein zentral verankertes operatives Controlling angebracht. Bühners Untersuchung zeigt, daß sich in fast allen großen Management-Holdings mit dem operativen Finanzcontrolling zentral befaßt wird. 77,8 % der von Bühner befragten Konzerne haben diese Funktion zentralisiert.240 Mellewigts Analyse läßt einen solchen Schluß nicht ohne weiteres zu, zumal er zwischen Controlling und Beteiligungsverwaltung unterscheidet. Für das Controlling ergibt sich ein Mittelwert von 2,80, bei der Beteiligungsverwaltung liegt er bei 1,69.241 Für die Beteiligungsverwaltung läßt sich demnach eine in aller Regel zentrale Aufgabenwahrnehmung konstatieren. Das operative Personalwesen übt seine Verwaltungsaufgaben dezentral in den Tochtergesellschaften aus. Auch Ausbildungsstätten werden, wenn sie räumlich weit auseinander liegen, nicht zentralisiert.242 Bühner hat jedoch ermittelt, daß das operative Personalwesen in der Mehrzahl, von 80% der untersuchten Unternehmen, zentral durchge- [...]

fungs- und Absatzmärkte können gezielt Anlegergruppen angesprochen werden.227 Tochtergesellschaften, die keine Publikumsgesellschaften sind, erfahren über eine zentrale Finanzierungsfunktion einen unkomplizierteren Zugang zum Kapitalmarkt228 und können sich auf die Optimierung des Finanzmitteleinsatzes konzentrieren.229 Diese Funktion eignet sich auch dazu, als rechtlich selbständiges Unternehmen (Corporate Bank) im Konzernverbund geführt zu werden.230 Eine Alternative zu einer zentralisierten Finanzierungsfunktion besteht darin, der Obergesellschaft nur originäre Finanztransaktionen zu überlassen, wie etwa Dividendenzahlungen, während die Tochtergesellschaften selbst für die Bereitstellung und die Beschaffung finanzieller Mittel verantwortlich sind, eventuell unter Inanspruchnahme von (Beratungs-) Leistungen der Obergesellschaft.231 Alle in der von Bühner durchgeführten Untersuchung analysierten Unternehmen haben die Finanzierungsfunktion zentralisiert. Unterschiede existieren hinsichtlich personellen Besetzung der für die Finanzierung zuständigen Mitarbeiter: In kleinen Unternehmen (< 5.000 Konzernmitarbeiter) wird diese Aufgabe nur von einer geringen Anzahl von Mitarbeitern koordiniert, während die primär operativen Tätigkeiten in den Tochtergesellschaften durchgeführt werden. In mittleren und großen Konzernen hingegen sind die Finanzzentralen weitgehend identisch umfangreich mit Personal besetzt.232 Bei Mellewigt liegt der Mittelwert über dem Zentralisationsgrad der Finanzierungsfunktion (1 = zentral, 5 = dezentral) bei 2,39, läßt also keine eindeutige Aussage zu.233 Bühner stellt jedoch fest, daß eine stärkere Diversifizierung eines Konzerns einem zentralen Finanzbereich Vorschub leistet. Das hängt damit zusammen, daß über die Finanzierungsfunktion versucht wird, eine weitergehende Kontrolle auf die Tochtergesellschaften auszuüben.234 Ein zentraler Bankverkehr ermöglicht es den Konzernen über ein konzernweites Cash- und Devisenmanagement ein Minimum an liquiden Mitteln [...]

Arbeit zitieren:
Kleßmann, Jan Februar 1999: Die marktorientierte Gestaltung einer internationalen Management-Holding und ihre Effekte auf den Gesamtkonzern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Internationales Management, Außenhandel, Betriebswirtschaft

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