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Das lösungsorientierte Beratungskonzept betrachtet aus der Perspektive lebensweltorientierter Sozialarbeit

Das lösungsorientierte Beratungskonzept betrachtet aus der Perspektive lebensweltorientierter Sozialarbeit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Wolfgang Geiling
  • Abgabedatum: Januar 1998
  • Umfang: 129 Seiten
  • Dateigröße: 7,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Bayerische Hochschule Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0876-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0876-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0876-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Geiling, Wolfgang Januar 1998: Das lösungsorientierte Beratungskonzept betrachtet aus der Perspektive lebensweltorientierter Sozialarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lebensweltansatz, Therapie, Kolonialisierung, Beratungstechniken, Lösungsorientierte Beratung

Diplomarbeit von Wolfgang Geiling

Gang der Untersuchung:

Dimensionen des Konzepts 'lebensweltorientierter Sozialarbeit' werden die Richtschnur für die Erörterung des lösungsorientierten Beratungsansatzes darstellen. Die Ebenen des Lebensweltkonzepts (Außenstruktur und Binnenstruktur der Sozialen Arbeit) spiegeln sich auch in der Gliederungsform dieser Diplomarbeit, in der ich überprüfe, inwieweit durch den lösungsorientierten Beratungsansatz ein adäquater innovationsfördernder Entwurf lebensweltorientierter Sozialer Beratung vorliegt.

Inhaltlich werde ich zuerst (Kapitel 2) die Strukturen der Lebenswelt der Adressatinnen Sozialer Arbeit in den Bedingungen gesellschaftlichen Wandels beschreiben. Von besonderer Bedeutung wird dabei das 'Kolonialsierungstheorem' sein, das alltägliche kommunikative Handlungsmöglichkeiten aufgrund von 'Übergriffen' zweckrationaler Systeme (z. B. Arbeitswelt) auf die Lebenswelt als eingeschränkt beschreibt. Außerdem werden Folgen sozialer Desintegration erörtert, und aufgezeigt, daß Soziale Arbeit/Beratung durch die notwendige Förderung von Milieubildungen soziale (Re-) Integrationsprozesse unterstützen kann.

Bevor ich den lösungsorientierten Beratungsansatz in Kapitel 4 und 5 zuerst in seinen grundlegenden Prinzipien und methodischen Vorgehensweisen darlege, um ihn anschließend auf seine Leistungsfähigkeit hin zu prüfen, werden in Kapitel 3 noch die institutionellen Rahmenbedingungen als bedeutsame 'Größen' im schwierigen Prozeß der fallförmigen Arbeit beschrieben. Neben organisatorischen Fragestellungen, die auf die notwendige Paßgenauigkeit der angebotenen Hilfen zu den Strukturen der Lebenswelt von Adressatinnen hinweisen, werde ich die Problematik verdeutlichen, wie leicht Soziale Arbeit selbst zum kolonialisierenden Medium wird. Diese Kolonialisierungsgefahr besteht erstens in der sozialdisziplinierenden Enge institutioneller Hilfsangebote; und .zweitens irn unausweichlichen Risiko, durch Deutungsmacht von Beraterinnen in der Fallarbeit die prinzipiellen Eigensinn ketten der Deutungs- und Handlungsmuster von Klientinnen zu übersehen. Inwieweit das lösungsorientierte Beratungskonzept zur sensiblen Wahrnehmung dieser mächtigen Eigenlogik institutionell organisierter Hilfsangebote anregt, werde ich im Hauptteil der Arbeit in Kapitel 5 prüfen.

In diesem Abschnitt, in dem ich die Grenzen der Leistungsfähigkeit und die Stärken des lösungsorientierten Beratungentwurfs .im Kontext Soziale Beratung darlegen werde; soll der Ausgangspunkt für die Erörterung die Beraterln-Klientln-Beziehung sein, da der Ansatz vorrangig Aussagen über methodische Vorgehensweisen in Bezug auf dieses 'engere' Beratungs-Beziehungs-Geschehen trifft. Wie ich aufzeigen werde, hat dieser 'enge Blick' des lösungsorientierten Beratungskonzepts die Folge, daß größere soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge in der Gefahr stehen, nur unzureichend berücksichtigt zu werden. Die Ausrichtung des Ansatzes an zählbaren Lösungen im Kontext Beratung beschreibt einige nützliche therapeutische Techniken, die aber unverbindlich bleiben, wenn sie mangelhaft auf die Lebenswelt bezogen sind. Darin liegt nicht nur eine Grenze der Leistungsfähigkeit des Ansatzes für den Bereich sozialarbeiterischer Beratung, sondern es lassen sich - wie ich zeigen werde - durch weitergehende Berücksichtigungen von Alltag und Lebenswelt der Klientinnen auch einige mögliche Gestaltungsvarianten des am Brief Familiy Therapy Center entwickelten lösungsorientierten Beratungskonzepts darstellen, die die Ergänzungsbedürftigkeit verdeutlichen werden.

Indem ich in Kapitel 5.1 die Grenzen der Einsatzfähigkeit von Methoden und Techniken markiere, wird u. a. die Zurückhaltung des Ansatzes bezüglich der Wahrnehmung von Machtstrukturen in- und außerhalb der Beraterin-Klientln-Beziehung hervorgehoben. Wie ich darlegen werde, berücksichtigt das Beratungsmodell nur unzureichend, daß Klientinnen in der Beratung nicht nur 'ihre Geschichten' erzählen, sondern z. B. auch sozial und gesellschaftlich druckvoll eingeforderte. Deshalb ist der Entwurf auch um eine weitere wichtige Dimension zu erweitern: Die leidvolle `Mächtigkeit des AIItags' von Adressatinnen läßt sich durch Beraterinnen auch zum Teil in Frage steilen.

In Kapitel 5.2 werde ich dann zeigen, daß das Beratungskonzept m. E. einige bedingt nützliche methodische Vorgehensweisen im Zusammenhang der Nähe der Beratungsarbeit zu kontrollierenden Kontexten vorschlägt.

In Kapitel 5.3 und 5.4 werden die vom lösungsorientierten Ansatz vorgeschlagenen Kriterien zur Bestimmung von Zielen im Beratungsprozeß vorgestellt und die schwierige Übertragbarkeit von Lösungen in den Alltagkontext erörtert.

In Kapitel 5.5 werden Bezugspunkte erarbeitet, die es ermöglichen sollen, die entworfenen lösungsorientierten Vorgehensweisen im Gesamt sozialarbeiterischer Gestaltungsvarianten zu positionieren.

In Kapitel 5.6 wird dann noch verdeutlicht, inwiefern eine lösungsorientierte Beratung zu den aktuellen Lebensverhältnissen paßt. Die modernen Anforderungen an die Soziale Arbeit, die eingangs skizziert wurden, werden dabei den Rahmen bilden um darzulegen, daß das erörterte Beratungskonzept viel an größeren sozialen Zusammenhängen unberücksichtigt läßt mit der Folge, daß etwa notwendige sozialintegrative Leistungsangebote durch individualisierende Effekte durch (lösungsorientierte) Beratung in den Hintergrund treten. Die primäre Zukunftsorientierung des Ansatzes, die sich in Fragetechniken verdichtet, werde ich dabei positiv hervorheben.

Während der Erörterung werde ich immer wieder auf die Notwendigkeit eines reflexiven Stils von BeraterInnen hinweisen, dem ich eine immense Bedeutung beimesse, denn nur so läßt sich mit der Anwendung von wirkungsvollen Techniken und Vorgehensweisen verantwortlich umgehen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Strukturen heutiger -Lebenswelt 9
2.1 Klärung der Schlüsselbegriffe Alltag und Lebenswelt 9
2.2 Die Kolonialisierung der Lebenswelt durch übergeordnete zweckrationale Systeme 13
2.3 Lebenswelt im Wandel: Eine Folge gesellschaftlicher Entwicklungstendenzen 16
2.3.1 Milieubildungen: Posttraditionale Entwürfe sozialer Integration 20
2.3.2 Fazit 22
2.4 Zusammenfassung 23
3. Rahmenbedingungen lebensweltorientierter Sozialarbeit 25
3.1 Lebensweltorientierung und Institution 25
3.2 Die Schwierigkeit des Fallverstehens beim methodischen Vorgehen 28
3.3 Zusammenfassung grundlegender Intentionen lebensweltorientierter Sozialer Arbeit 30
4. Das lösungsorientierte Beratungskonzept 34
4.1 Vorüberlegungen 34
4.2 Grundlegende Prinzipien des lösungsorientierten Beratungsansatzes 35
4.3 Die konkrete Arbeitsweise lösungsorientierter Beratung 38
5. Das lösungsorientierte Beratungskonzept: Ein alltags- und lebensweltorientiertes Modell Sozialer Beratung? 44
5.1 Die Beraterln-Klientln-Beziehung 44
5.1.1 Fallverstehen oder kreativ mißverstehen? 45
5.1.2 Fazit 51
5.1.3 Lösungsorientierte Fragen: Möglichkeiten zur berater(un)abhängigen Rekonstruktion lebensweltlicher Ausschnitte 52
5.1.3.1 Lösungsorientierte Fragen und die Macht des Alltags 55
5.1.3.2 Fazit 61
5.2 SozialeArbeit zwischen Klientlnnen und anderen Auftraggeberlnnen 63
5.2.1 Freiwillige und unfreiwillige KlientInnen 64
5.2.2 Resumee 69
5.3 Stabilitätsorientierung als Voraussetzung zur Entwicklung von Lösungen 72
5.3.1 Exkurs: Lösungsorientierte Kriterien zur Bestimmung von Zielen 75
5.3.2 Exkurs: Risiken des Wechsels von der problem- zur lösungsorientierten Kommunikationsweise 78
5.4 Soziale Grenzen der Übertragbarkeit von Lösungen in den Alltag 80
5.5 Lösungsorientierte Beratung im heterogenen Feld sozialarbeiterischer Handlungsformen 84
5.5.1 Soziale Beratung als zentrales Charakteristikum Sozialer Arbeit 86
5.5.2 Fazit 93
5.6 Lösungsorientierte Beratung in den aktuellen Verhältnissen 95
5.6.1 Individualisierende Effekte durch Beratung und sozialintegrative Leistungsangebote 95
5.6.2 Fazit 103
5.6.3 Die primäre Zukunftsorientierung des lösungsorientierten Beratungskonzepts 108
5.6.3.1 Utopien: Eine moderne Notwendigkeit 108

Arbeit zitieren:
Geiling, Wolfgang Januar 1998: Das lösungsorientierte Beratungskonzept betrachtet aus der Perspektive lebensweltorientierter Sozialarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lebensweltansatz, Therapie, Kolonialisierung, Beratungstechniken, Lösungsorientierte Beratung

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