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Eine kritische Analyse der Bildungsprobleme einiger ethnischer Minoritäten in Israel

Eine kritische Analyse der Bildungsprobleme einiger ethnischer Minoritäten in Israel
Über dieses Buch
  • Art: Seminararbeit
  • Autor: Marlis Schlobben
  • Abgabedatum: September 1976
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 3,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0576-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0576-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0576-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schlobben, Marlis September 1976: Eine kritische Analyse der Bildungsprobleme einiger ethnischer Minoritäten in Israel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Drusen, Armenier, Israel, arabische Muslime, Christen

Seminararbeit von Marlis Schlobben

Einleitung:

Die Aktualität der politischen Ereignisse im Nahen Osten zusammen mit dem Existenzproblem des Staates Israel sowie der Wunsch, sich möglichst umfassend über das Bildungssystem des Staates zu informieren, regten die Verfasserin zu dieser Arbeit an. Außerdem war sie einige Male (zuletzt im März 1976) nach Israel gereist und vermochte deshalb einige Aspekte aus eigener Anschauung zu beurteilen. In dieser Arbeit sollen die Bildungsprobleme der arabischen Muslime und Christen, der Drusen und der Armenier in Israel beschrieben und analysiert werden.

Unter 'Bildung' wird hier die bewußte, planmäßige Entwicklung der natürlich vorhandenen geistigen und körperlichen Anlagen des Menschen verstanden. Deshalb beziehen sich die Probleme nicht nur auf die Erziehung samt ihrer Institutionen, sondern auch auf die Kultur einer Minorität, ihre Sprache, Religionszugehörigkeit und Herkunft, ihre Beziehungen zum Staat und zu anderen Gruppierungen. Untersuchungsgegenstand der Arbeit soll sein:

a) Die staatliche Erziehung in Israel ist gegründet auf „die Werte der jüdischen Kultur“ und „die Treue gegenüber dem Staat Israel und dem jüdischen Volk“. Wie sollen die nichtjüdischen israelischen Staatsbürger sich zu diesen Forderungen stellen? Welche Erziehungsziele können sie vorweisen?

b) Das staatliche Schulsystem ist in zwei Typen unterteilt: die allgemeine staatliche Schule und die religiöse staatliche Schule. Ein Zweig der ersteren ist das arabische Schulsystem des Staates. Es soll untersucht werden, warum die arabischen Schulen in ihrer Qualität hinter den jüdischen Schulen liegen.

c) Das Spannungsfeld/Israel/ Besetzte Gebiete /Arabische Länder kann nur befriedet werden, wenn es zu einer politischen Lösung der Konflikte und in Israel zu einem Ausgleich zwischen der Majorität und den Minoritäten auf allen Ebenen kommt. Das scheint nur möglich, wenn die Benachteiligungen von Minoritäten und damit deren Inferioritätsgefühle und Frustrationen beseitigt werden. Wesentliche Voraussetzung dafür sind gleiche Bildungschancen. Wie steht es damit in Israel?

d) Welche Möglichkeiten und beruflichen Aussichten eröffnen sich den Minoritätenangehörigen, nachdem sie das staatliche Bildungssystem durchlaufen haben? Wie werden sie von der israelischen Gesellschaft behandelt? Wo kommt es zu negativen Diskriminierungen?

e) Die Juden haben seit der Zerstörung des Tempels 70 n. Chr.in aller Welt in der Diaspora die Probleme von Minoritäten am eigenen Leib erfahren und tun dies noch immer. Es erschien wichtig zu erkunden, ob den Juden hieraus ein besonderes Verständnis für die Minderheitsgruppen in Israel entstanden ist oder ob der historisch gewachsene Rollenwechsel zum Staatsvolk die leidvollen Erfahrungen bei der Behandlung der im Staat Israel lebenden Minoritäten verdrängt hat.

Einige dieser Probleme werden in verschiedenen Büchern und Nachschlagewerken, Broschüren und Artikeln isoliert erwähnt, aber nicht weiter eingehend behandelt. Selbst in Israel war es nicht möglich, aus einer Quelle oder aus mehreren hinreichend speziell über die Bildungsprobleme der Drusen und der Armenier informiert zu werden. Es erwies sich als schwierig, Zahlenmaterial über die kleineren Minderheiten zu erhalten. Die offiziellen Statistiken der israelischen Ämter unterscheiden zumeist nur zwischen „Juden und Nichtjuden“ oder „Juden, Araber u.a.“ Die Verfasserin hat mehrere Informationsgespräche mit Vertretern des israelischen Ministeriums für Erziehung und Kultur, der Minoritäten, der Universitäten, des Gewerkschaftsbundes „Histadrut“, Nahost-Korrespondenten, Eltern, Lehrern und Schülern geführt. Bei der Darstellung der Fakten stützt sie sich auf Informationsschriften des Staates Israel und seiner Organe (in Hebräisch und Englisch), Publikationen der UNESCO und der Encyclopaedia Judaica. Weitere Quellen sind die Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948 und die Erziehungsgesetze von 1949 und 1953. Von der benutzten Sekundärliteratur sind besonders „Education in Israel“ von Bentwich und „Society, Schools and Progress in Israel“ von Kleinberger zu erwähnen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorbemerkung 4
I. Die Stellung der Minoritäten nach dem Gesetz 7
II.1 Die gesetzlichen Grundlagen des israelischenstaatlichen Schulsystems 10
2. Die Erziehungsziele des staatlichen Schulsystems 11
III. überblick über die Minoritäten in Israel und deren Bildungsprobleme 14
1. Die arabischen Muslime und Christen 14
a) Suche nach Identität 16
b) Emanzipation der muslimischen Frauen 18
c) Die Erziehungsziele der arabischen Schulen 21
d) Die Schulen 22
d1 Gebäude und Ausstattung 24
d2 Lehrer und Lehrmethoden 26
d3 Reform von Curricula und Lehrbüchern 29
e) Arabische Studenten an israelischen Hochschulen 33
2. Die Drusen 40
a) Suche nach Identität als Druse und Israeli 41
b) Emanzipation der Drusen-Frauen 41
c) Die Erziehungsziele der Drusen-Schulen 43
d) Die Schulen der Drusen 44
d1 Curricula-Entwicklung 45
e) Drusen-Studenten an israelischen Hochschulen 46
f) Erziehung durch die israelische Armee 46
3. Die Armenier 50
a) Bewahrung der nationalen Identität 51
b) Die Ziele der armenischen Privatschulen 52
c) Sprachenlernen - ein Rezept für Unabhängigkeit 53
IV. Kontakte unter den Jugendlichen der. Minoritäten und der Majorität 56
V. Behandlung der Minoritätenangehörigen und ihre Aussichten in der israelischen Gesellschaft 59
Schlussbemerkung und Ausblick 63
Ausgewählte Literatur 67
a) Primärliteratur 67
b) Sekundärliteratur 67
Anhang I Namen und Anschriften der Informanten in Israel nach ethnischer Zugehörigkeit 71
Anhang II Landkarte von Israel von 1975

Arbeit zitieren:
Schlobben, Marlis September 1976: Eine kritische Analyse der Bildungsprobleme einiger ethnischer Minoritäten in Israel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Drusen, Armenier, Israel, arabische Muslime, Christen

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