Ich kaufe also bin ich: Die Zusammenhänge zwischen dem Image von Sportmarken und dem Selbstbild von Jugendlichen
Theorie und Empirie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Claudius Gebele
- Abgabedatum: April 2002
- Umfang: 132 Seiten
- Dateigröße: 1,0 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6055-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6055-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6055-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Gebele, Claudius April 2002: Ich kaufe also bin ich: Die Zusammenhänge zwischen dem Image von Sportmarken und dem Selbstbild von Jugendlichen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Adidas, Nike, Marke, Mode, Kleidung
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Diplomarbeit von Claudius Gebele
Einleitung:
Der Titel der Diplomarbeit „Ich kaufe, also bin ich“ verweist auf einen Zusammenhang, von dem in der Sportwerbung ausgegangen wird - ohne dass es hierfür bislang empirische Beläge gäbe. Diese Arbeit hatte sich das Ziel gesetzt, über einen theoretischen und empirischen Zugang grundlegend zu klären, inwiefern sich Jugendliche des Images ihrer Lieblingsmarke bedienen, um bestimmte Veränderung ihres Selbstbildes zu erreichen.
Die Erforschung dieser Zusammenhänge kann somit den Kenntnissstand erweitern, inwiefern Sportartikelhersteller durch ihr Markenimage die jugendlichen Konsumenten verstärkt für sich gewinnen könnten. In der Arbeit wird anhand einer Vielzahl von Abbildungen und Tabellen aufgezeigt, welche Dimensionen des Markenimages aus empirischen Gesichtspunkten heraus verstärkt kommuniziert werden müssten, um eine stärkere Konsumentenbindung zu bewirken. Gestützt werden diese Erkenntnisse mittels wissenschaftlich sauber ausgearbeiteten Faktorenanalysen über das Selbstbild der Jugendlichen und dem Image ihrer Lieblingsmarken.
Die ersten Theoriekapitel befassen sich mit dem Selbstbild von Jugendlichen und beleuchten die Differenzierung des Selbstbildes in Real- und Idealbild. Des weiteren wird auf die Funktionen von Markenimages eingegangen und insbesondere die „Selbstbestätigungsfunktion“ bzw. die Kongruenz-Theorie näher erläutert. Zusätzlich befasst sich die Theorie mit der Entwicklung des Markenbewusstseins bei Jugendlichen. Anhand renommierter Marktforschungsstudien (BRAVO FaktorJugend 1+2, KidsVerbraucherAnalyse 2001, Spiegel Outfit 5 etc.) wird die Bedeutung von Sportmarken bei Jugendlichen erläutert und klar dargestellt, dass diese als wichtigstes Mittel der Reflexion ihrer Persönlichkeit dienen.
Darauf werden in den Empiriekapiteln folgende Fragen benannt und beantwortet:
1. Welches sind die beliebtesten Sportmarken unter den Jugendlichen?
2. Gib es übergeordnete Dimensionen, in die sich das Markenimage und Selbstbild zuordnen lassen? Inwiefern tauschen sich die Jugendlichen mit den Eigenschaften ihrer Lieblingsmarke aus?
3. Welche Unterschiede bestehen zwischen dem Markenimage und dem Selbstbild? Welche Dimensionen des Markenimages bieten den Jugendlichen eine konkrete Nutzensteigerung für ihr eigene Person? Inwiefern lassen sich diese Differenzen aus marketingtechnischen Gesichtspunkten nutzen?
Als Untersuchungsmethode des Markenimages und des Selbstbildes wurde das Semantische Differential benutzt, wobei in einem aufwendigen Verfahren ein spezifischer Pool mit 39 Items, der für die benannten Fragestellungen relevant scheint, generiert wird. Als Stichprobe konnten 315 Schülerinnen und Schüler aus 12 Schulklassen im durchschnittlichen Alter von 14,7 Jahren erfasst werden. Die anschließende Faktorenanalyse ergaben sowohl für das Markenimage als auch für das Selbstbild ähnliche Faktoren. Im Sinne der „Kongruenz-Theorie“ können somit auch einzelne Dimensionen in ihrer Bedeutsamkeit für die Jugendlichen betrachtet werden, da die Jugendlichen ihren Selbstwert mit den Eigenschaften ihrer Lieblingsmarke zu erhöhen versuchen.
Abschließend wurde in weiteren Auswertungsoperationen herausgearbeitet, dass bestimmte Faktoren durch entsprechende Kommunikationsmaßnahmen erhöht werden sollten, um die Jugendlichen verstärkt an die Marke zu binden. Insbesondere ein Vergleich zwischen den Käufern mit der Lieblingsmarke adidas und den Konsumenten mit der Lieblingsmarke Nike liefert interessante Denkanstöße.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Anlagenverzeichnis | VII | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG | 2 |
| 1.2 | AUFBAU DER ARBEIT | 3 |
| 2. | DAS SELBSTKONZEPT VON JUGENDLICHEN | 5 |
| 2.1 | GRUNDLEGENDE THEORIEN | 6 |
| 2.1.1 | JAMES (1890): OBJEKTE ALS TEIL DES MENSCHEN | 6 |
| 2.1.2 | MEAD (1934): OBJEKTE ALS SYMBOLE | 8 |
| 2.2 | ELEMENTE DES JUGENDLICHEN SELBSTKONZEPTES | 8 |
| 2.2.1 | DEFINITIONEN | 9 |
| 2.2.2 | MODELLE DES SELBSTKONZEPTES FÜR JUGENDLICHE | 10 |
| 2.2.3 | AUSPRÄGUNGEN DES SELBSTKONZEPTES: SELBSTBILDER | 13 |
| 2.2.4 | DIE ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHE SICHT | 14 |
| 2.3 | EINFLUSS VON DINGEN AUF DAS SELBSTKONZEPT | 15 |
| 2.3.1 | BEDEUTSAMKEIT VON DINGEN | 15 |
| 2.3.2 | DIE KONKRETE DINGWELT DER JUGENDLICHEN | 16 |
| 2.4 | FAZIT | 18 |
| 3. | MARKE UND IMAGE | 19 |
| 3.1 | MARKE UND SPORTMARKE | 19 |
| 3.1.1 | DEFINITION DER MARKE | 20 |
| 3.1.2 | DEFINITION DER SPORTMARKE | 21 |
| 3.2 | IMAGE UND IMAGEFUNKTIONEN | 22 |
| 3.2.1 | DEFINITION DES IMAGES | 23 |
| 3.2.2 | IMAGEFUNKTIONEN | 24 |
| 3.3 | FAZIT | 28 |
| 4. | SPORTMARKEN UND JUGENDLICHE | 29 |
| 4.1 | ENTWICKLUNG DES MARKENBEWUSSTSEINS | 29 |
| 4.2 | FORMEN DER MARKENBINDUNG | 31 |
| 4.3 | SPORTMARKEN IN DER ALLTAGSWELT VON JUGENDLICHEN | 32 |
| 4.3.1 | SPORTMARKEN IM BEKLEIDUNGSMARKT | 32 |
| 4.3.2 | SPORTMARKEN IM SCHUHMARKT | 35 |
| 4.4 | FAZIT | 37 |
| 5. | VON DER THEORIE ZUR EMPIRIE | 38 |
| 5.1 | RAHMEN DER UNTERSUCHUNG | 38 |
| 5.1.1 | UNTERSUCHUNGSZIELE | 38 |
| 5.1.2 | UNTERSUCHUNGSOBJEKT | 39 |
| 5.2 | METHODIK DER UNTERSUCHUNG | 40 |
| 5.2.1 | BEFRAGUNGSMETHODE: DAS SEMANTISCHE DIFFERENTIAL | 40 |
| 5.2.2 | GENERIERUNG DES ITEM-POOLS | 44 |
| 5.2.3 | FRAGEBOGENKONSTRUKTION | 45 |
| 5.3 | ABLAUF DER UNTERSUCHUNG | 46 |
| 6. | DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE | 48 |
| 6.1 | DIE STICHPROBE | 48 |
| 6.2 | BELIEBTESTE SPORTMARKEN | 50 |
| 6.3 | FAKTORENANALYSEN | 52 |
| 6.3.1 | FAKTOREN DES MARKENIMAGES | 52 |
| 6.3.2 | FAKTOREN DES SELBSTBILDES | 58 |
| 6.3.3 | VERGLEICH DER FAKTOREN | 63 |
| 6.3.4 | FAZIT | 65 |
| 6.4 | MARKENIMAGE UND SELBSTBILD: SIGNIFIKANZ-TESTS | 66 |
| 6.4.1 | GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE | 67 |
| 6.4.1.1 | Unterschiede beim Markenimage | 68 |
| 6.4.1.2 | Unterschiede beim Selbstbild | 70 |
| 6.4.2 | VERGLEICH ZWISCHEN MARKENIMAGE UND SELBSTBILD | 73 |
| 6.4.2.1 | Unterschiede bei den Jungen | 74 |
| 6.4.2.2 | Unterschiede bei den Mädchen | 77 |
| 6.4.3 | FAZIT | 79 |
| 6.5 | ZUSAMMENFASSUNG DER UNTERSUCHUNG | 81 |
| 7. | INTERPRETATION DER ERGEBNISSE | 83 |
| 8. | AUSBLICK: DIE „LEISTUNG“ DES MARKENIMAGES NUTZEN | 88 |
| 9. | ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT | 93 |
| Anhang | 97 | |
| Literaturliste | 117 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 125 |
tel 2.3). Somit müssten in diesem Alter die Zusammenhänge zwischen Markenimage und Selbstbild am deutlichsten zu erkennen sein. Für die Auswahl der Probanden ist es wichtig, eine möglichst heterogene Stichprobe zu erhalten. Nach mehreren Treffen mit Direktoren bzw. Rektoren verschiedener Bayreuther Schulen ergab sich eine Kooperation mit dem „Städtisches Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium Bayreuth“. Die Schulleitung gestattete eine Befragung im Rahmen des Unterrichts und es wurden jeweils vier 8.-10. Schulklassen ausgewählt, da das Alter der Schüler dem Alter des Untersuchungsobjekts entsprach. Als Untersuchungszeitraum wurde der 21.01.-25.01.2002 festgelegt und die Erhebung an den fünf Vormittagen durchgeführt. Leider war es nicht möglich, Real- und Hauptschulklassen in die Untersuchungen einzubinden, da sich dem Untersuchungsleiter keine Zusammenarbeit mit derartigen Schulen eröffnete. [...]
2. „Gibt es übergeordnete Dimensionen auf die sich das Markenimage und das Selbstbild zuordnen lassen?“ Anhand einer Faktorenanalyse soll geklärt werden, ob sich das Image der Lieblingsmarke und das Selbstbild von Jugendlichen in verschiedene Komponenten aufteilen lassen. Dies würde bei späteren Vergleichen zwischen Markenimage und Selbstbild die Möglichkeit eröffnen, nicht nur einzelne Eigenschaften, sondern gesamte Dimensionen betrachten zu können. Des weiteren könnte ein Vergleich der zwei Faktorenanalysen Hinweise darauf geben, welche Dimensionen zur Beschreibung einer Marke und zur Beschreibung eines Menschen verwendet werden können. Dadurch können strukturelle Gemeinsamkeiten der beiden Konstrukte dargelegt werden. 3. „Welche Unterschiede bestehen zwischen dem Markenimage und dem Selbstbild?“ Wie in der theoretischen Ausarbeitung bereits dargelegt, basieren beide Konstrukte auf Einstellungen (Kapitel 2.2.1 und Kapitel 3.2.1). Deren Unterschiede werden mittels einer geeigneten Messmethode analysiert und im weiteren Verlauf die Bedeutung der einzelnen Dimensionen betrachtet. In einem weiteren Schritt werden die Erkenntnisse in Bezug zum „Konzept der Kongruenz vom Produkt- und Selbstimage“ (Kapitel 3.2.2) gesetzt. Damit wird ersichtlich, bei welchen Eigenschaften der Sportmarken die Jugendlichen ihr Selbstbild bestätigen und bei welchen Eigenschaften die Sportmarke ein idealisiertes Selbstbild vertritt. 5.1.2 Untersuchungsobjekt Für die empirische Untersuchung muss das Untersuchungsobjekt festgelegt werden. Dies hilft zusätzlich bei der Entwicklung einer geeigneten Befragungsmethodik, da die notwendige Verständlichkeit der Befragung dem Alter und Bildungsgrad der Probanden angemessen sein muss (MUMMENDEY 1995, 62). Die zu untersuchenden Probanden sollen zwischen 13 und 17 Jahre alt sein. Die Jugendlichen haben zu Beginn dieser Altersspanne eine kognitive Entwicklungsstufe erreicht, die einerseits die umfassende Beschreibung des Selbstbildes ermöglicht (Kapitel 2.2) und andererseits die Jugendlichen markenbewusst handeln lässt (Kapitel 4.1). Dazu wird in diesem Zeitabschnitt die Möglichkeit der Selbstdarstellung und Selbstreflexion mittels der getragenen Kleidung von den Jugendlichen am höchsten eingeschätzt (Kapi- [...]
Im Folgenden werden die Untersuchungsziele (Kapitel 5.1.1) und das Untersuchungsobjekt (Kapitel 5.1.2) festgelegt. 5.1.1 Untersuchungsziele Aus den theoretischen Ausarbeitungen des vorherigen Kapitels ergeben sich drei übergeordneten Fragestellungen. Sie geben einen ersten Einblick in die Vorgehensweise der Empirie: 1. „Welches sind die beliebtesten Sportmarken unter den Jugendlichen?“ Dieses erste Untersuchungsziel steht zwar nicht im direkten Zusammenhang mit der Thematik, wird aber aufgrund der zu Rate gezogenen Sekundärliteratur in die Untersuchung mit einbezogen (Kapitel 4.3). Diese genannten Studien beschreiben Tendenzen bezüglich der Beliebtheit einzelner Sportmarken, jedoch berücksichtigen sie stets sämtliche Marken im Bekleidungs- oder Schuhmarkt. Des weiteren erläutert keine der Untersuchungen, in welcher Form der Fragestellung die Beliebtheit der Marken erfasst wurde. Daher soll eine offene Fragestellung darlegen, welches die beliebtesten Sportmarken unter den Jugendlichen sind. Die Jugendlichen dürfen hier nur eine Marke nennen. [...]
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