Protestantismus
Mit dem ursprünglich politischen Begriff Protestanten werden im engeren Sinne die Angehörigen der christlichen Konfessionen bezeichnet, die im deutschen und französischen Sprachraum durch die Reformation des 16. Jahrhunderts entstanden sind. Der Begriff Protestanten geht zurück auf die Speyerer Protestation der evangelischen Stände auf dem dortigen Reichstag zu Speyer 1529. Heute werden die Begriffe protestantisch und evangelisch in der deutschen Umgangssprache austauschbar verwendet. Prägend sind die Konzentration allein auf die Bibel (sola scriptura), die Anerkennung von Jesus Christus als alleiniger Autorität (solus Christus) sowie die Lehre, dass der Mensch allein aus Gnade (sola gratia) errettet wird. Rechtfertigung erfährt der Mensch allein durch den Glauben (sola fide). Als von Christus eingesetzte Sakramente gelten die Taufe und das Abendmahl. Martin Luther prägte den Begriff des „allgemeinen Priestertums“.



