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Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Marketing im Konsumgüterbereich

Dargestellt am Beispiel des Biermarktes

Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Marketing im Konsumgüterbereich
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Jens Magdanz
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 82 Seiten
  • Dateigröße: 561,0 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
  • Bibliografie: ca. 43
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9946-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9946-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9946-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Magdanz, Jens Juli 2006: Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Marketing im Konsumgüterbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Senioren, Best Ager, Brauerei, Bier, Konsumgüter

Studienarbeit von Jens Magdanz

Einleitung:

Die Diskussion über den demographischen Wandel, der Situation einer schrumpfenden und gleichzeitig älter werdenden Bevölkerung, hat uns in Deutschland mit einer gewissen Verspätung aber dafür mit großer Wucht erfasst und inzwischen auch den Alltag der Menschen erreicht. Die Auswirkungen, die von diesem Wandel der Demographie ausgehen, haben wir bisher in ihrer Gesamtheit jedoch noch nicht begriffen. Und wenn wir ehrlich sind, beschäftigen wir uns auch nicht wirklich gerne mit dem Alterungsprozess.

Das Alter ist eines der letzten Tabuthemen unserer Gesellschaft. Der britische Romancier Jonathan Swift formulierte diese Situation sehr passend in dem Satz: „Jeder will alt werden, keiner will alt sein“. Dabei sollten wir den Blick zuerst auf uns selber richten, wenn wir dem demographischen Wandel angemessen begegnen wollen. Das Jahr der Geburt wird in Zukunft immer weniger darüber aussagen, ob ein Mensch gesund, attraktiv, leistungsfähig oder auch kreativ ist. Wenn wir zukünftig über Demographie reden, sollten wir uns daher alle miteinander bewusst sein: Die Alten, das sind nicht die anderen, die Alten von heute, von morgen, vielleicht auch erst von übermorgen, das sind wir alle.

Gang der Untersuchung:

Im Gegensatz zur Praxis beschäftigt sich die Marketingwissenschaft bereits seit über dreißig Jahren mit der Zielgruppe der Älteren. Dementsprechend hat sich mit dem Seniorenmarketing eine weitere Teildisziplin des Marketings, der marktorientierten Unternehmensführung, herausgebildet. Dennoch besteht offener Forschungsbedarf hinsichtlich der Auswirkungen des demographischen Wandels auf den deutschen Biermarkt sowie vor allem der konkreten Ausgestaltung eines Seniorenmarketings in der Praxis.

Diese Capstone-Arbeit soll den demographischen Wandel und seine Auswirkungen auf den Markt und somit das Marketing im Konsumgüterbereich Bier aufzeigen und setzt sich dabei mit den gegenwärtigen Marktbearbeitungsstrategien der Branche auseinander.

Weiterhin zeigt sie mögliche Lösungsansätze für die zukünftige Marktbearbeitung des Wachstumssegmentes der Generation 50 plus auf. Folgende Nebenziele sollen dabei erfüllt werden:

1. Erläuterung der demographischen Entwicklung.

2. Aufzeigen der Bedürfnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen der älteren Zielgruppe.

3. Ableitung der wachsenden Bedeutung der Senioren für den Konsumgüterbereich Bier.

4. Aufzeigen marketingstrategischer Ansätze zur Erschließung der Zielgruppe Senioren.

5. Entwicklung praktischer Empfehlungen für die Ausgestaltung eines an den Bedürfnissen der Senioren orientierten Marke-ting-Mixes.

Zur Erreichung der aufgezeigten Ziele gliedert sich die Arbeit in fünf Teile. Nach einer Einführung in die Thematik folgen explizite Darstellungen der demographischen Entwicklung, der Generation 50 plus sowie des deutschen Biermarktes als Gegenstandsbereich dieser Studienarbeit. Dabei werden die Auswirkungen des demo-graphischen Wandels auf den Biermarkt aufgezeigt und die Generation 50 plus als entscheidende Zielgruppe der Zukunft für den Biermarkt herausgestellt.

Segmentierungsansätze für die heterogene Zielgruppe der Generation 50 plus sowie die Diskussion um mögliche marketingstrategische Ansätze zur Erschließung dieser Zielgruppe bilden den Abschluss des dritten Kapitels.

Anschließend steht die Ableitung eines an den Bedürfnissen der Zielgruppe 50 plus orientierten Marketing-Mixes im Fokus der Betrachtungen. Im letzten Teil der Arbeit erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse. Darauf basierend wird ein Ausblick für die weitere Marketingarbeit im Biermarkt hinsichtlich des fortschreitenden demographischen Wandels gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Vorwort 1
1. Der demographische Wandel in Deutschland - Alte Kunden, neue Märkte? 2
1.1 Die besondere Bedeutung des demographischen Wandels für den deutschen Biermarkt 3
1.2 Definition zentraler Begriffe und Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes 5
1.3 Ziel und Gang der Untersuchung 6
2. Der demographische Wandel 9
2.1 Die demographische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland 9
2.2 Allgemeine Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Marketing im Konsumgüterbereich Bier 12
2.3 Die Generation 50 plus 14
2.3.1 Das Kauf- und Konsumverhalten 16
2.3.2 Die Kaufkraft 21
2.3.3 Das Qualitäts- und Markenbewusstsein sowie die Markentreue 22
3. Die Generation 50 plus - eine wichtige Zielgruppe für den deutschen Biermarkt 24
3.1 Der deutsche Biermarkt im Wandel 25
3.1.1 Der Bierkonsum gegenwärtig und zukünftig 26
3.1.2 Die Altersstruktur der Biertrinker gegenwärtig und zukünftig 28
3.2 Die Zielgruppe Generation 50 plus - Auswirkungen auf das Marketing im Konsumgüterbereich Bier 30
3.2.1 Marktsegmentierung der heterogenen Zielgruppe Generation 50 plus 30
3.2.2 Marketingstrategische Ansätze zur Erschließung der Generation 50 plus 33
3.2.3 Seniorenmarketing - differenziertes Marketing als erfolgreicher Weg zur Erschließung der Generation 50 plus? 36
4. Empfehlungen für ein „Generation 50 plus“ Marketing-Mix 41
4.1 Produkt- und programmpolitische Empfehlungen 41
4.1.1 Produktgestaltung 42
4.1.2 Verpackungsgestaltung 43
4.1.3 Programmgestaltung 44
4.1.4 Serviceleistungen/Value-added Services 45
4.2 Kontrahierungspolitische Empfehlungen 45
4.3 Distributionspolitische Empfehlungen 47
4.4 Kommunikationspolitische Empfehlungen 49
4.4.1 Kommunikationsinstrumente 50
4.4.2 Kommunikationsbotschaft/Kommunikationsgestaltung 51
5. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung 53
Literaturverzeichnis 55
Anhang 1: Empirischer Teil 60
Anhang 2: Erläuterungsteil 71
Textprobe:

Kapitel 2.2: Der sich entwickelnde überproportionale Anteil der Menschen in der Bevölkerung über 50 Jahre hat dramatische Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche und soziale Lage Deutschlands. Noch eher am Rande der Diskussion um den demographischen Wandel stehen die Auswirkungen auf den privaten Konsum und das Marketing, gleichwohl sie die gesellschaftliche Entwicklung in erheblichem Maße beeinflussen.

Vor dem Hintergrund der geschilderten Entwicklungen erstaunt es, dass sich die Marketingpraxis weiterhin in erster Linie an der Jugend und deren Bedürfnissen orientiert. Überholte Vorstellungen des Alters, wie Krankheit, Einsamkeit und Armut sind noch immer verbreitet, aber auch die schwierige Einschätzung dieser gesellschaftlichen Gruppe hinsichtlich ihres Konsumverhaltens mag ein Grund für die Vernachlässigung der Zielgruppe Generation 50 plus sein.

Sicher ist, dass die Verschiebung in der Altersstruktur der Bevölkerung nicht nur zu einer Gesellschaft der Alten sondern damit einhergehend zu einer deutlichen Verschiebung in den Konsumbereichen führen wird. Bereits heute hat die Generation Silber einen Marktanteil von 36,4 Prozent bei der Nachfrage von alkoholhaltigen Getränken. Demnach wird die Generation 50 plus wegen ihrer steigenden Zahl, aber auch ihrer hohen Finanzkraft, zu einem immer wichtigeren Nachfragefaktor und als bedeutende Zielgruppe in den Focus der Unternehmen rücken. Das Reader’s Digest Forum spricht von der Generation 50 plus sogar als die entscheidende Generation“ und als „Lebensversicherung für Marken und Märkte.

In den meisten Studien werden als die zukünftigen Wachstumsmärkte im Rahmen dieser Entwicklung die Konsumfelder Wohnen, Gesundheit/Körperpflege und Erziehung/Bildung sowie Freizeit aufgeführt. Aber auch der Konsumgüterbranche Nahrungsmittel, zu der auch der Biermarkt gehört, werden Wachstumschancen prognostiziert. Vorausgesetzt sie erkennt das wirtschaftliche Potential, welches vom demographischen Wandel ausgeht.

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Strategie der undifferenzierten Marktbearbeitung bietet dabei die Möglichkeit, den Konsumenten bereits in jungen Jahren an eine Biersorte oder die jeweilige Biermarke zu binden und so eine Nutzung der jeweiligen Biere bzw. Marken bis ins hohe Alter zu forcieren. Generell kann diese Strategie verwendet werden für Biersorten wie z. B. Weizen, die im Alter selten gewechselt werden. Aufgrund der abnehmenden Markentreue für das Produkt Bier bei gleichzeitig stark ausgeprägtem Markenbewusstsein ist diese Vorgehensweise jedoch nur noch bedingt realisierbar und wird zukünftig immer weniger umgesetzt werden können. Die zweite relevante Vorgehensweise, die (selektiv) differenzierte Strategie, richtet sich direkt an die ausgewählten Segmente, also an die Generation 50 plus. Es handelt sich dabei um die in der Literatur behandelte klassische Form eines Seniorenmarketings.89 [...]

Nicht nur die Demographie, auch der deutsche Biermarkt befindet sich im Wandel. Zwar gehören die Deutschen mit 115,2 Litern ProKopf-Verbrauch im Jahre 2005 nach wie vor zu den Spitzenreitern im Bierkonsum, doch der drittgrößte Biermarkt der Welt und der größte in Europa hat in den letzten zehn Jahren deutlich an Bedeutung verloren. Bier ist im Inland immer weniger gefragt. Der jährliche Gesamtausstoß aller deutschen Brauereien reduzierte sich in diesem Zeitraum von 116,7 Mio. hl auf 105,0 Mio. hl im Jahre 2005.63 Seit 1992 ist der Bierausstoß zugunsten von alkoholfreien Getränken und im besonderen Maße von Wein um mehr als 13 Prozent gesunken.64 Der Absatzrückgang und die deutlichen Ertragsprobleme vieler Brauereien üben einen beträchtlichen Konsolidierungsdruck auf die Branche aus. Mit 1274 Brauereien ist der deutsche Biermarkt gegenwärtig noch stark regionalisiert und mittelständisch geprägt und somit einzigartig auf der Welt.65 Dennoch sind die Prognosen für das Jahr 2015 alles andere als positiv für die deutsche Traditionsbranche; es wird davon ausgegangen, dass 2/3 der Brauereien in den nächsten neun Jahren aus dem Markt ausscheiden, der Bierausstoß um 30 Prozent sinken wird und internationale Braukonzerne den deutschen Biermarkt beherrschen werden.66 [...]

Der deutsche Biermarkt befindet sich seit längerer Zeit in einem deutlichen Veränderungsprozess, der an Dynamik und Bedeutung in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Kennzeichnend dafür sind vor allem der seit mehr als zehn Jahren sinkende ProKopf-Verbrauch bei fortschreitend gestiegenen Überkapazitäten der Brauereien von bis zu 50 Prozent. Diese Entwicklung sorgt für einen ruinösen Wettbewerb, der auf einen klaren Verdrängungswettbewerb hinzielt. Dabei ist sich die Branche hinsichtlich der Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Zukunft des Biermarktes, bzw. auf den zukünftigen Bierkonsum, noch uneinig.60 Die renommierte Unternehmensberatung Ernst & Young vergleicht die demographische Entwicklung diesbezüglich mit einem einstürzenden Eckpfeiler.61 Sie prognostiziert für das Jahr 2015 als erste Auswirkung der demographischen Entwicklung einen Rückgang des jährlichen Bierausstoßes um 2,5 Mio. hl, nicht zuletzt bedingt durch etwa zwei Millionen Menschen, die zu diesem Zeitpunkt in Deutschland weniger leben.62 [...]

Arbeit zitieren:
Magdanz, Jens Juli 2006: Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Marketing im Konsumgüterbereich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Senioren, Best Ager, Brauerei, Bier, Konsumgüter

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