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Betriebliche Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung der Anforderungen alternder Belegschaften

Betriebliche Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung der Anforderungen alternder Belegschaften
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marcel Priebe
  • Abgabedatum: Juli 2006
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 703,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Berlin (EFB) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 32
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9884-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9884-9 P
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Priebe, Marcel Juli 2006: Betriebliche Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung der Anforderungen alternder Belegschaften, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Betriebliche Sozialberatung, Setting-Ansatz, Gesundheitsförderung, Personalarbeit, demographischer Wandel

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Diplomarbeit von Marcel Priebe

Einleitung:

Der demographische Wandel ist in vollem Gange. Unsere Bevölkerung wird immer älter. Die Gründe: sinkende Geburtenraten bei zeitgleich steigender Lebenserwartung. Diese Entwicklung stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor große Herausforderungen. Zu ihnen zählen nicht nur der wachsende Bedarf an sozialen Dienstleistungen, sondern auch die Anpassung des Arbeitsmarktes an die neuen Anforderungen.

Das Phänomen alternder Belegschaften ist bereits jetzt in den Unternehmen sichtbar.

Durch den sich beschleunigenden Alterungsprozess wird es Arbeitgebern in circa 20 Jahren an qualifizierten Kräften mangeln. Aufgabe der Unternehmer ist es, sich dieser Entwicklung zu stellen. Sie müssen lernen, mit älteren Belegschaften zu arbeiten und sie zu binden. Voraussetzung dafür ist es, die Kompetenzen und Potentiale Älterer zu erkennen und zu fördern und sie nicht, wie in der Vergangenheit gängige Praxis, durch Frühverrentung zu verschwenden.

Um die Erfahrungen und Kenntnisse dieser Altersgruppe sinnvoll in der Wirtschaft einzusetzen, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Gründe für die Vorbehalte vieler Arbeitgeber bezüglich der Beschäftigung Älterer bestehen unter anderem in den Annahmen, in dieser Gruppe einen erhöhten Krankenstand und eine geringere Leistungsfähigkeit vorzufinden.

Diesen Annahmen gilt das Interesse der vorliegenden Arbeit. Der Schwerpunkt richtet sich dabei auf das Instrument der betrieblichen Gesundheitsförderung, welches der Gesunderhaltung von Belegschaften dienen soll, sowie auf die Untersuchung des Phänomens „Alternde Belegschaften“, dessen Hintergründe und Handlungsfelder.

Auf der Grundlage verschiedener wissenschaftlicher Arbeiten wird im Kapitel zwei der Begriff Gesundheitsförderung unter Einbeziehung vorangehender Konzepte und der geschichtlichen Entwicklung erörtert.

Anschließend soll ein Überblick über die für die demographische Entwicklung relevanten Faktoren gegeben werden, um auf deren Grundlage die Auswirkungen der veränderten Altersstruktur darzustellen. Es sollen sowohl Ursachen und Dauer der Krankenstände unter Hinzuziehung empirischer Studien, als auch die Kompetenzen verschiedener Altersgruppen gegenübergestellt werden.

Im Anschluss werden die eingangs aufgezeigten Grundlagen der Gesundheitsförderung auf das Setting Betrieb fokussiert und Aktivitäten zweier Großunternehmen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung dargestellt.

Möglichkeiten betrieblicher Einflussnahme auf die neuen Anforderungen von Belegschaften sollen anhand dieser Praxisbeispiele untersucht werden. In diesem Rahmen werden auch Funktion und Stellenwert von Sozialberatung als Bestandteil betrieblicher Gesundheitsförderung erörtert.

Die Arbeit richtet sich an Entscheidungsträger, Psychologen, Betriebsärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter und an alle Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Gesundheit und Gesundheitsförderung: Geschichte, Definitionen, Modelle 2
2.1 Laienkonzepte Krankheit und Gesundheit 3
2.2 Expertenkonzepte Krankheit 3
2.3 Expertenkonzepte Gesundheit 8
2.4 Gesundheitsförderung 10
2.4.1 Salutogenese 11
2.4.2 Inhalte der Ottawa-Charta und Begriffsklärung 12
2.5 Der Setting-Ansatz 14
2.5.1 Life Skills 16
2.5.2 Partizipation 17
2.5.3 Organisations- / Strukturentwicklung 18
3. Der demographische Wandel und seine Folgen 20
3.1 Bevölkerungsentwicklung 20
3.1.1 Geburtenhäufigkeit 20
3.1.2 Lebenserwartung 22
3.1.3 Wanderungsbewegung 23
3.1.4 Folgen 24
3.2 Auswirkungen der veränderten Altersstruktur von Belegschaften auf Unternehmen 25
3.2.1 Kompetenzen der verschiedenen Altersgruppen 26
3.2.2 Alternde Belegschaften und die Entwicklung der Krankenstände in Unternehmen 29
3.2.3 Folgen von Handlungsversäumnissen 32
4. These 33
5. Gesundheitsförderung im Setting Betrieb 34
5.1 Erfolgsfaktoren 37
5.2 Handlungsfelder 39
5.2.1 Arbeitsbedingte körperliche Belastungen 39
5.2.2 Betriebsverpflegung 39
5.2.3 Psychosozialer Stress 40
5.2.4 Genuss- und Suchtmittelkonsum 41
5.3 Akteure 43
5.4 Instrumente 45
5.5 Der Prozess 48
6. Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung in der Praxis 49
6.1 Industriebetrieb 49
6.2 Verwaltung 58
6.3 Zusammenfassende Betrachtung der Aktivitäten 64
6.3.1 Industriebetrieb 64
6.3.2 Verwaltung 66
6.4 Der ganzheitliche Ansatz in der Praxis 69
7. Die Relevanz der Maßnahmen für alternde Belegschaften 73
7.1 Handlungsfelder demographietauglicher Personalarbeit 75
7.2 Bedeutung in den Praxisbeispielen 78
8. Zusammenfassung und Ausblick 79
9. Literaturverzeichnis 82

Automatisiert erstellter Textauszug:

Psychosozialer Stress Dieses Handlungsfeld wird sowohl von der betrieblichen Sozialberatung, als auch von den Führungskräften bearbeitet. Stress kann durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst werden. So kann Stress unter anderem in Über- oder Unterforderung, in sozialen Konflikten am Arbeitsplatz, oder auch in persönlichen Problemen, wie Partnerschaft, Krankheit in der Familie begründet sein. Aufgrund der Vielzahl der Ursachen ist eine Zusammenarbeit der Akteure von großer Bedeutung. Die Sozialberatung des Unternehmens steht allen Mitarbeitern zur Verfügung. Jeder kann sich mit seinen Problemen an die Sozialarbeiterin der Sozialberatung wenden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um persönliche, arbeitsplatzbezogene, oder wirtschaftliche Krisen handelt, denn alle Faktoren können Grund für einen Leistungsabfall sein. Die Sozialberatung arbeitet nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Gemeinsam mit dem Betroffenen werden in Konflikt- und Krisensituationen individuelle Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Die Sozialberatung verweist gegebenenfalls an interne beziehungsweise externe vernetzte Stellen. Weiterführende Hilfen werden im Unternehmen vom betriebsärztlichen Dienst, von der Personalabteilung, oder außerhalb von Behörden, Ärzten, Selbsthilfezentren oder Therapeuten angeboten. Unterstützt wird die Sozialberatung von den freiwilligen betrieblichen Sozialhelfern. Dies sind Kollegen, die neben ihrer beruflichen Tätigkeit erste Ansprechpartner bei sozialen Problemen sein können. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im Aufzeigen von Hilfsmöglichkeiten. Der Einsatz freiwilliger Sozialhelfer soll dazu beitragen, Hemmschwellen abzubauen, wenn es darum geht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung für die Arbeit als Sozialhelfer ist die Qualifikation des „freiwilligen betrieblichen Suchtgefährdetenhelfers“. Einmal monatlich findet unter Einhaltung der Schweigepflicht ein Treffen mit der Sozialberatung statt. [...]

sportlicher Aktivitäten zu ermöglichen. Von Bedeutung ist auch der Aspekt, dass hier eine Plattform zur Pflege sozialer Beziehungen geschaffen wird. Kollegiale Beziehungen können so über Abteilungs- und Funktionsgrenzen hinweg gefördert werden. Betriebsverpflegung Ein hoher Stellenwert wird einer gesunden Ernährung, sowie der sozialen Komponente einer Gemeinschaftsverpflegung zugeschrieben. Gesundes Essen hat im Unternehmen eine größere Bedeutung, als nur Sättigung oder Energiezufuhr. Es wird vielmehr als Element gesehen, einen Beitrag zur körperlichen und geistigen Fitness zu leisten. Bei der Zubereitung von täglich mehr als 3.000 Essen, welche in den Kantinen der beiden deutschen Standorte ausgegeben werden, werden diese ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt. Die Kantinenzeit, in der die Mahlzeiten eingenommen werden können, beträgt je nach Standort zwei bis drei Stunden. So hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, seine Pausenzeit individuell zu gestalten und – diesem Faktor fällt auch hier eine zentrale Rolle zu – nach Bedarf auch soziale Kontakte außerhalb der Abteilung zu pflegen. Die Mahlzeiten können nach Bedarf aus verschiedenen Komponenten zusammengestellt werden. Für die Zubereitung werden nur hochwertige, streng kontrollierte Zutaten verwendet. Es besteht die Möglichkeit zur kohlehydratreichen und fettarmen Ernährung. Für eine jodreiche Ernährung stehen Fischgerichte auf dem Speiseplan. Täglich werden eine Salatbar und vegetarische Gerichte angeboten. Mitarbeiter, die ihre Pause im ruhigeren Rahmen verbringen möchten, haben die Möglichkeit, eine eigene Mahlzeit in den dafür eingerichteten Küchen in jeder Abteilung zuzubereiten und einzunehmen. Weiterhin sind auf dem Firmengelände mehrere Shops zu finden, in denen Snacks erworben werden können. [...]

quelle eingereicht werden. Zur Motivation werden Verbesserungsvorschläge gegebenenfalls prämiert. Der Erfolg dieser Maßnahme wird durch die stetig niedrig gehaltenen Unfallzahlen im Unternehmen belegt. Ergonomie umfasst einen Bereich, der über die haltungsgerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes hinausgeht. Ergonomie wird als Element, körperliches und soziales Wohl der Mitarbeiter zu gewährleisten, gesehen. Die Relevanz wird in zwei Leitsätzen des Unternehmens wie folgt verdeutlicht: „Zu unserer unternehmerischen Verantwortung gehört es, Unfälle zu verhüten, vor Berufskrankheiten zu schützen, Arbeitsplätze ergonomisch zu gestalten (…)“ und „ Bei der Gestaltung der Arbeitsplätze berücksichtigen wir neben technischen und wirtschaftlichen Erfordernissen das körperliche und soziale Wohl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Berücksichtigt werden alle Einflüsse, auch die, die keine direkte Gefahr darstellen, aber langfristig zu Beeinträchtigungen führen können. Lärm, Staub, Klima oder Lichteinfall sind hier als Faktoren zu benennen, die oft durch minimalen Aufwand zu verändern sind. Der Arbeitsplatz wird hier vom Ergonom als System betrachtet. Er besteht aus Wechselbeziehungen zwischen Ursache und Wirkung. Die Arbeitssituation wird im Gesamtzusammenhang bewertet. Die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen müssen dabei berücksichtigt werden. Um ihnen Rechnung zu tragen, wurden in diesem Unternehmen zum Beispiel höhenverstellbare Büromöbel angeschafft. Es werden Unterweisungen zur richtigen Körperhaltung und zum Heben und Tragen angeboten. Nicht zuletzt dient der vom Unternehmen angebotene Betriebssport der Reduktion einseitiger körperlicher Belastungen. Vor allem bei Ausübung sitzender Tätigkeiten ist es wichtig, Ausgleich durch Bewegung zu verschaffen. Richtig betriebener Sport kann sich positiv auf körperliches und geistiges Wohl auswirken. Die Sportgemeinschaft des Unternehmens hat das Ziel, den Mitarbeitern ohne den Zwang einer Vereinsmitgliedschaft die Ausübung [...]

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Arbeit zitieren:
Priebe, Marcel Juli 2006: Betriebliche Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung der Anforderungen alternder Belegschaften, Hamburg: Diplomica Verlag

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