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Nutzungskonflikte im Gebiet des Nationalparks Khao Sok, Thailand

Problemerfassung und Lösungsansätze

Nutzungskonflikte im Gebiet des Nationalparks Khao Sok, Thailand
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Andreas Riedl
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 166 Seiten
  • Dateigröße: 5,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9683-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9683-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9683-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Riedl, Andreas Mai 2005: Nutzungskonflikte im Gebiet des Nationalparks Khao Sok, Thailand, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Schutzgebiet, Ökotourismus, Tropenökologie, Partizipation, Nationalpark

Magisterarbeit von Andreas Riedl

Zusammenfassung:

Thailand verfügt über ein eindrucksvolles Schutzgebietssystem, in dem heute fast alle wichtigen Ökosysteme enthalten sind. Es existiert eine umfangreiche Gesetzgebung und eine Vielzahl von staatlichen Institutionen zum Schutz und Management der biologischen Vielfalt, ergänzt durch verschiedenste Regelungen und politische Leitlinien.

Dennoch sind fast alle Nationalparks Thailands von mehr oder weniger stark ausgeprägten Nutzungskonflikten gezeichnet. Neben der schnellen Ausweitung des Schutzgebietssystems in den letzten Jahren ist dies auch auf deren zentrale Verwaltung, den Mangel an gut ausgebildetem Personal und die unsorgfältige Auswahl der geschützten Flächen zurückzuführen.

Als Hauptprobleme lassen sich jedoch die schlechten Partizipationsmöglichkeiten der lokalen Bevölkerung und die auf einen „Massen-Ökotourismus“ zielende touristische Entwicklung identifizieren. Das Gefühl, aus den Schutzgebieten ausgeschlossen worden zu sein führt bei der lokalen Bevölkerung oft zu Widerstand gegen die in Thailand praktizierte Form des Naturschutzes.

Auf der Thailändischen Halbinsel schafft die massive touristische Entwicklung Nationalparks die größten Konflikte zwischen Naturschutz und menschlicher Nutzung. Auch wenn diese Aussage vor allem für die zahlreichen Meeresnationalparks gilt, trifft sie doch für das Fallbeispiel Khao Sok ebenfalls zu. Dieser im Jahr 1980 gegründete, auf drei Seiten von anderen Schutzgebieten umschlossene Nationalpark ist Teil des größten verbleibenden Waldgebiets im Süden Thailands. Mit einer Ausdehnung von fast 4400 km² ist dieser Schutzgebietskomplex das einzige in der Region verbleibende Habitat, das lebensfähige Populationen bedrohter Großsäuger wie Tiger oder asiatische Elefanten beheimaten kann. Der Nationalpark Khao Sok enthält zudem mit seinen tropischen Turm- und Kegelkarstformationen ein weiteres Habitat, das viele endemische Arten beherbergt.

Aber schon die Planung und Gründung des Parks erfolgte eher aufgrund seiner Bedeutung als Wasserscheide und dem daraus entstehenden Nutzen für die Landwirtschaft und Industrie der Provinz Surat Thani, als wegen der des darin geschützten Ökosystems. Die Bevölkerung wurde, wie in Thailand üblich, nicht in die Planung mit einbezogen, sondern vor die in Bangkok beschlossenen Tatsachen gestellt. Somit lässt sich in diesem Fall von einem echten „top-down“ Schutzgebiet sprechen.

Es scheint so, als wäre der Schutz des Ökosystems und die Öffentlichkeitsarbeit den in diesem Nationalpark agierenden staatlichen Behörden (RFD und DNP, DOF, EGAT) bei weitem nicht so wichtig wie dessen wirtschaftliche Bedeutung als wichtige Wasserscheide, Standort eines Wasserkraftwerks, Zentrum der Binnenfischerei und Tourismusdestination. Zudem findet auf lokaler Ebene keine erkennbare Zusammenarbeit zwischen diesen jeweils zentral aus Bangkok verwalteten Behörden statt.

Dass der Schutz des Ökosystems den nationalen wirtschaftlichen Interessen unterliegt, zeigte sich auch am schon zwei Jahre nach Gründung des Nationalparks unterschriebenen Vertrag mit der Energy Generating Authority of Thailand (EGAT) zur Errichtung eines Staudammes, der später über 160 km² Tieflandregenwald überflutete. Das Habitat zahlreicher, auch als bedroht eingestufter Wildtiere wurde dadurch zerstört. Diese als Wasserscheidenschutz deklarierte wirtschaftliche Inwertsetzung des Gebietes war offensichtlich wichtiger als dessen Schutz.

Mit dem Stausee wurde zugleich die heute bedeutendste Touristenattraktion des Nationalparks geschaffen, das heißt, der Wert dieses früher nur schwer zugänglichen Gebietes für die schnell wachsende Tourismusindustrie stieg erheblich.

Neben einer grundlegenden topographischen Karte, auf der die Grenzen des Nationalparks und des Stausees eingezeichnet sind fehlt auch jede Zonierung des Schutzgebietes. Weder hinsichtlich der touristischen Nutzung des Nationalparks selbst, noch der landwirtschaftlichen Nutzung seiner Randgebiete wurde eine Einteilung in verschiedenen Managementzonen vorgenommen. Für die Nationalparkverwaltung und die lokale Bevölkerung existiert nur Park und Nicht-Park. Auf die landwirtschaftliche und touristische Entwicklung in unmittelbarer Nähe des Nationalparks wird von offizieller Seite kein Einfluss ausgeübt.

Auch die Zusammenarbeit der staatlichen Behörden mit der lokalen Bevölkerung ist, wenn überhaupt vorhanden, nur minimal. Beginnend mit der Planung des Nationalparks fand und findet bis heute keine Einbindung der lokalen Bevölkerung ins Management des Schutzgebietes statt. Die Bewohner der umliegenden Dörfer dürfen am Tourismus im Nationalpark teilnehmen, doch verläuft die Tourismusentwicklung auf Gemeindeebene eher parallel zur staatlich geförderten Entwicklung, als dass eine Zusammenarbeit stattfinden würde. Da die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr die einzige Einkommensquelle für die Nationalparkverwaltung darstellen, kann man sogar von einer konkurrierenden Entwicklung sprechen. Vor einigen Jahren begann die Behörde mit dem Verkauf von Lizenzen zur Errichtung privater touristischer Unterkünfte auf dem Stausee; auch das ist eine kritisch zu betrachtende Entwicklung, die eine weitere Kommerzialisierung des Schutzgebietes befürchten lässt.

Die Öffentlichkeitsarbeit beschränkt sich auf das Angebot geführter Touren und Vorträge am Hauptquartier der Parkverwaltung. Die Teilnehmer an diesem kostenlosen Bildungsprogramm stammen aber alle aus vom Schutzgebiet entfernt gelegenen weiterführenden Schulen oder anderen öffentlichen und privaten Einrichtungen. Eine Öffentlichkeitsarbeit in den Grundschulen und Gemeinden der Umgebung, also dort, wo sie am effektivsten und wichtigsten wäre, findet nicht statt.

Die staatlichen Behörden haben bis heute keine Inventur der im Park geschützten Flora und Fauna vorgenommen. Vereinzelte Untersuchungen von NGO`s wie WCS und WWF beschränkten sich auf eine Bestandzählung von Großsäugern wie Tigern, Elefanten und Bantengs.

Die vom DOF vorangetriebene Entwicklung der Binnenfischerei auf dem Stausee, ursprünglich als zusätzliche Einkommensquelle für die aus den überfluteten Gebieten umgesiedelten Menschen gedacht, zog weitere Konflikte mit sich. Beginnend Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts siedelten sich zahlreiche, nicht aus der Region stammende Fischer auf dem Stausee an. Bis heute leben sie innerhalb der Nationalparkgrenzen. Die Wirtschaftsweise dieser Fischer kann nicht als nachhaltig angesehen werden und führte zu einem starken Rückgang der Fischbestände.

Zugleich machte der Stausee das Kerngebiet des Nationalparks wie auch die im Norden angrenzenden Wildschutzgebiete Khlong Nakha und Khlong Saeng für Fischer, Wilderer und Touristen zugänglich.

Die Existenz der ortsfremden Fischer und deren Wilderei im Nationalpark stellen heute nach Meinung aller Befragten eines der größten Probleme für den Nationalpark dar. Auch die Fischerei in den Flüssen des Nationalparks durch Anwohner und Parkpersonal scheint keiner Kontrolle zu unterliegen, Verstöße werden nicht verfolgt.

Einen weiteren Nutzungskonflikt stellen die Jagd und das Sammeln von NTFP`s innerhalb des Parks dar. Auch wenn die von den Anwohnern des Parks ausgehende Wilderei in den letzten Jahren wohl zurückgegangen ist - ob wegen schrumpfender Bestände jagdbaren Wildes oder der Entstehung eines Umweltbewusstseins sei dahingestellt- scheint die Jagd auf alle Wassertiere jedoch zum Alltag der lokalen Bevölkerung und der Fischergemeinschaften auf dem Chiew Larn-See zu gehören. Auch hier wurde, wie bei der Fischerei, die Teilnahme des Parkpersonals an derartigen Aktivitäten beobachtet. Problematisch ist hierbei nicht die eigentliche Nutzung, die, wenn sie in einem geregelten Rahmen stattfinden würde, die Akzeptanz des Schutzgebietes bei der lokalen Bevölkerung steigern könnte, sondern dass diese, da verboten, unkontrolliert abläuft. Ein ernstes Problem ist hier die Teilnahme des eigentlich für die Überwachung der Einhaltung der Schutzvorschriften zuständigen Parkpersonals an der nicht-nachhaltigen Nutzung des Nationalparks; nicht aus wirtschaftlichen Zwängen, sondern aus Gewohnheit.

Bei Betrachtung der Managementstrukturen des Nationalparks Khao Sok fällt auf, dass die wirtschaftliche Inwertsetzung des Nationalparks durch Tourismus fast alle Kapazitäten der Nationalparkverwaltung in Anspruch nimmt. Hier wird wieder der eigentliche Zweck des Nationalparks als Mittel zur wirtschaftlichen Entwicklung der Nation deutlich. Die positiven Aspekte des Ökotourismus im Gebiet der Fallstudie sind relativ gering. Zwar wird für die lokale Bevölkerung durch die Möglichkeit, am Tourismus im Park mitzuwirken, ein finanzieller Anreiz zur Akzeptanz des Schutzgebiets geschaffen, die mit den Tourismusaktivitäten des DNP erwirtschafteten Gewinne fließen aber zum größten Teil aus der Region ab.

Die Vorteile, welche für die lokale Bevölkerung entstehen, ob sie nun direkt im Nationalpark angestellt ist oder an touristischen Aktivitäten und Dienstleistungen in und um das Schutzgebiet verdient, bleiben gering. Die Ausbildung der auf Tagesbasis angestellten Mitarbeiter ist mangelhaft und ihre Bezahlung so gering, dass sie auf Nebeneinkünfte angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Klar erkennbar war, dass sich der Schutzgedanke in dieser Gruppe noch nicht durchgesetzt hat.

Beim Versuch der Erarbeitung von Lösungsansätzen für die in Khao Sok deutlich gewordenen Nutzungskonflikte und auch schon bei der vorangegangenen Analyse des thailändischen Schutzgebietsystems konnte festgestellt werden, dass mögliche Wege zur Vermeidung oder Minimierung von Nutzungskonflikten schon in den vergangenen Jahren auf nationaler Ebene formuliert wurden.

Im National Park Act von 1961, der People`s Constitution von 1997, Premierminister Thaksins Prinzipien der good governance, dem Community Forest Bill und der Ecotourism Management Policy der TAT sind mögliche Wege aufgezeigt worden, wie das Management von Naturschutz und wirtschaftlicher sowie sozialer Entwicklung sowohl auf nationaler als auch lokaler Ebene ablaufen sollte. Die Dezentralisierung der Verwaltung, die Durchsetzung einer nachhaltigen Entwicklung unter stärkerer Einbeziehung der lokalen Bevölkerung in den Entscheidungsprozess und das Management von Schutzgebieten sowie der mit diesen verbundenen wirtschaftlichen Nutzungen ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Ziel der Politik geworden. Eine besondere Bedeutung wird dabei dem Tourismus als Mittel zur Umverteilung von Kapital innerhalb des Landes beigemessen. Durch die Förderung eines auf Gemeindeebene organisierten, staatlich unterstützten, ökologisch verträglichen Tourismus sollen der lokalen Bevölkerung direkte finanzielle Vorteile entstehen, die Akzeptanz der Schutzvorhaben gesteigert, und somit eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und Bewahrung des Ökosystems erreicht werden.

Das Hauptproblem hierbei ist, dass diese Lösungen zwar formuliert sind, aber keine gesetzliche Grundlage existiert, die ihre Anwendung obligatorisch macht. Das DNP als zentrale Verwaltungsbehörde und die lokalen Entscheidungsträger in den jeweiligen Nationalparks bestimmen immer noch über die Form des Managements.

Im Falle von Khao Sok war keine Anwendung der genannten politischen Leitlinien und Vorschläge erkennbar. Sogar gegen bestehende Gesetze wird von der Verwaltung und den Mitarbeitern des Nationalparks, genau wie von der lokalen Bevölkerung, aktiv verstoßen.

Deshalb ist der einzig nahe liegende Lösungsansatz für die Nutzungskonflikte im Nationalpark Khao Sok, wie auch in allen andern Nationalparks Thailands, eine an die lokalen Gegebenheiten angepasste.

Durchsetzung der bestehenden Gesetzgebung und die Verabschiedung einer gesetzlichen Grundlage, auf der die neuen, überarbeiteten Lösungsansätze wirklich zur Anwendung gelangen können.

Das Konzept des Nationalparks als Mittel zur wirtschaftlichen Entwicklung der Nation muss ersetzt werden durch einen Nationalpark, der den Schutz des darin enthaltenen Ökosystems gewährleistet, indem der lokalen Bevölkerung direkte und indirekte Vorteile aus ihm entstehen. Der Nationalpark muss in der Realität, nicht nur auf dem Papier zu einem Instrument der nachhaltigen ländlichen Regionalentwicklung umfunktioniert werden.

Durch eine Dezentralisierung des Managements und die Einbindung der lokalen Bevölkerung in alle Entscheidungsprozesse und Sparten des Managements hat der Nationalpark Khao Sok als wichtigstes Ziel des Ökotourismus auf der südthailändischen Halbinsel im Verbund mit den umliegenden Nationalparks Khlong Phanom und Sri Phan-Nga das Potential, zu einem Instrument der nachhaltigen Entwicklung der Region zu werden. Allerdings müssten die bestehenden Managementstrukturen überarbeitet werden, da heute persönliche und nationale wirtschaftliche Interessen die Durchsetzung eines effektiven Schutzes unmöglich erscheinen lassen.

Nur durch die Erstellung eines Managementplanes, die Schaffung verschiedener Nutzungszonen inklusive einer Pufferzone und die Entwicklung eines ökologisch verträglichen Tourismus, der nicht auf eine Maximierung der Gästezahl und ein oberflächliches Naturerlebnis bedacht ist, lassen sich die Konflikte in Khao Sok vermindern. Das wichtigste bleibt aber die Aufhebung der Barriere, die lokale Bevölkerung und Nationalparkverwaltung trennt. Die akademische Führungsspitze der nationalen wie auch lokalen Verwaltung des Nationalparks Khao Sok - wie auch die der übrigen thailändischen Schutzgebiete - muss von ihrem hohen Ross herabsteigen und sich eingestehen, dass die Menschen in den umliegenden Gemeinden ein Recht darauf haben, am Management der natürlichen Ressourcen teilzunehmen. Nur so kann die Akzeptanz des Schutzgebietes in der Bevölkerung dauerhaft gesteigert werden und das Konfliktpotenzial langfristig reduziert werden.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 3
Tabellenverzeichnis 4
Kartenverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 6
Glossar 7
Danksagung und Widmung 8
Abstract 9
Vorwort 11
Einleitung: Schutzgebiete - Chancen, Konflikte und Lösungswege 12
1. Zielsetzung und Methodik 19
2. Nationalparks, Entwicklung und Ökotourismus in Thailand - Konflikte und Herausforderungen 22
2.1 Das Schutzgebietsystem Thailands 22
2.2 Institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen 28
2.3 Natur im Dienste der Entwicklung 30
2.4 Die thailändische Ökotourismuspolitik 35
2.5 Probleme und Herausforderungen 39
3. Fallbeispiel: Der Nationalpark Khao Sok 43
3.1 Physisch-geographischer Kontext 44
3.2 Siedlungs- und Nutzungsgeschichte 52
3.3 Einschätzung des Managementsystems 58
3.4 Gegenwärtige Nutzungen – Konflikte und Lösungsansätze 68
3.4.1 Dammbau 68
3.4.2 Fischerei 75
3.4.3 Jagd und Sammeln von NTFP`s 85
3.4.4 Tourismus 93
3.4.5 Landwirtschaft 115
Zusammenfassung und Ausblick 121
Quellenverzeichnis 127
Anhang I – VI 146

Automatisiert erstellter Textauszug:

Gemäß dem National Park Act von 1961 kommen die Parkautoritäten ihrem Bildungsauftrag nach. Problematisch ist hierbei, dass die Initiative nicht von der Parkverwaltung ausgeht. Wer an Führungen und Vorträgen interessiert ist, muss sich selbst bei der Parkverwaltung anmelden. Das Bildungsangebot wird meist von nicht aus der unmittelbaren Umgebung des Nationalparks stammenden Gruppen in Anspruch genommen. Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in den Grundschulen und Gemeinschaften der unmittelbar and das Schutzgebiet angrenzenden Dörfer wird nicht geleistet. Die Informationslage bezüglich des Nationalparks ist als schlecht einzustufen. Forschungsprojekte innerhalb des Nationalparks gibt es derzeit nicht. Der Großteil der internen, wie auch der im Besucherzentrum bereitgestellten Informationen, ist ausschließlich in thailändischer Sprache verfasst. [...]

Die Zuständigkeitsbereiche des Managements sind klar gegliedert. Die Einteilung der Managementbereiche und der Arbeitskräfte orientiert sich jedoch klar am Tourismus und der Bereitstellung und Instandhaltung touristischer Einrichtungen, nicht am Schutzgedanken. Als Beeinträchtigung der Effizienz des Managements ist auch das Fehlen einer Nutzungszonierung einzustufen. Die Vermutung, dass der Tourismus und die Tourismusentwicklung das Hauptanliegen des Managements sind, bestätigt sich darin, dass viele der für die Überwachung und Instandhaltung des Schutzgebietes eingeteilten Mitarbeiter in den Außenposten des Nationalparks in Realität in den touristischen Einrichtungen des Nationalparks als Fremdenführer, Köche, Kellner und Zimmermädchen tätig sind. Finanzielle Anreize für eine effektive Mitarbeit des Parkpersonals am Management des Schutzgebietes werden nicht geschaffen. Genauso fehlen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Positiv zu werten ist, dass fast alle Angestellten aus der unmittelbaren Umgebung des Nationalparks stammen. Aus den Angaben der Angestellten ergibt sich auch das Bild einer sehr laxen Überwachung und Kontrolle des Nationalparks. Mit Bereichen wie der Überwachung nicht-nachhaltiger Nutzung, der Kontrolle von Waldbränden und der Konfliktlösung werden nur äußerst wenige Mitarbeiter betraut. Konfliktlösung beschränkt sich auf die sporadische Bestrafung von Verstößen gegen die geltenden Regelungen, Mechanismen zur Vorbeugung von Konflikten konnten nicht ermittelt werden. Eine Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung bei der Planung des Schutzgebietes gab es nicht, bis heute partizipiert diese nicht am Management des Schutzgebiets. Nach Auskünften der Einheimischen gehen weder von der Nationalparkverwaltung noch von der örtlichen Bevölkerung selbst Initiativen aus, dieses Problem zu bewältigen. [...]

und um das Schutzgebiet geschaffen werden müsste. Die Gründe für das Unterlassen dieser Maßnahme sind unbekannt. Die von der Parkverwaltung etablierten Konfliktlösungsmechanismen beschränken sich weitgehend darauf, bei Feststellung eines Vergehens gegen das Nationalparkgesetz oder sonstigen Konflikten einzugreifen und die Schuldigen zu bestrafen. Dies geschieht aber nur sporadisch und mit einer gewissen Willkür. Es kann nicht davon die Rede sein, dass von Seiten der Nationalparkverwaltung Schritte unternommen würden, der Verletzung der Nationalparkgesetze konsequent vorzubeugen oder entgegenzutreten. Bemerkenswert ist auch, dass, wie aus der Manning Table for Operations hervorgeht, nur ein einziger auf Tagesbasis angestellter Mitarbeiter für die Konfliktlösung (Case and Property in Dispute) eingeteilt wurde, der gleichzeitig noch für die Kontrolle von Waldbränden zuständig ist (DNP 2004:15). [...]

Arbeit zitieren:
Riedl, Andreas Mai 2005: Nutzungskonflikte im Gebiet des Nationalparks Khao Sok, Thailand, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Schutzgebiet, Ökotourismus, Tropenökologie, Partizipation, Nationalpark

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