Marktentwicklungen in der Musikindustrie
Chancen und Risiken, dargestellt an ausgewählten Beispielen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Melanie Sarah Etzold
- Abgabedatum: Januar 2006
- Umfang: 96 Seiten
- Dateigröße: 808,2 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Rheinbach Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9659-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9659-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9659-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Etzold, Melanie Sarah Januar 2006: Marktentwicklungen in der Musikindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Musikwirtschaft, MP3, Digitalisierung, Internetvertrieb, Digitaler Content
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Diplomarbeit von Melanie Sarah Etzold
Einleitung:
Die Marktgegebenheiten der Musikindustrie sind durch technologische Neuerungen und deren kommerziellen Einsatz einem drastischen Wandel unterzogen. Die Musikindustrie hat durch diese Neuerungen in Teilbereichen die Kontrolle über ihr Kerngeschäft, die Distribution und die Vermarktung von Musik, verloren. Die Struktur der globalen Marktteilnehmer verändert sich aufgrund dessen fortwährend, der Branchenzweig der Musikindustrie ist dabei, sich neu zu formieren. Resultierend aus vergangenen Entwicklungen kommt es zu massiven Umsatzrückgängen in der Musikindustrie, vor allem dadurch bedingt, dass es möglich geworden ist digitale Informationsgüter, wie Musik, ohne Qualitätsverlust zu vervielfältigen und durch das Internet kostenlos zu verbreiten. Dadurch drängen neue, nicht zu vernachlässigende Akteure in den Musikmarkt, die bestehende und künftige Marktsituation ist ungewiss.
Vorliegender Arbeit soll aufzeigen, welche Marktentwicklungen bereits stattgefunden haben und wie der Markt für Musik und Musikprodukte reagierte. Zudem sollen anhand von bis dato erfolgreichen, neu entstandenen Vertriebsmodellen neuer Intermediäre im Musikmarkt Chancen und Risiken für die Musikindustrie identifiziert und beschrieben werden. Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin zu zeigen, wie mögliche identifizierte Potenziale von den Hauptakteuren der Musikindustrie genutzt werden können, um weiterhin auf dem Zukunftsmarkt zu bestehen.
Gang der Untersuchung:
Im folgenden Kapitel vorliegender Arbeit wird die Musikindustrie mit wichtigen, auf dem Markt agierenden Hauptakteuren, vorgestellt. Die Besonderheiten der Musikbranche werden anhand der Wertschöpfungskette erläutert, ebenso wird auf das rechtliche Umfeld der Musikprodukte eingegangen. Zudem wird im selben Kapitel ein Überblick über die technologischen Neuerungen und deren Entwicklung gegeben. Im Bezug auf das Internet werden nicht nur die technischen Möglichkeiten, sondern ebenso wirtschaftliche Aspekte in die Betrachtung mit einbezogen. Im dritten Kapitel möchte ich die bisherigen Auswirkungen der technologischen Neuerungen auf die Musikindustrie erklären und welche Folgen für die Teilbereiche der Musikindustrie entstanden sind. Es wird dargestellt, welchen Einfluss die technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen auf die Struktur und die Akteure in der Musikwirtschaft haben.
Weiterhin wird gezeigt, welche möglichen Neuerungen existieren, die durch den technischen Fortschritt entstanden sind und wie die Folgen für den Markt konkret aussehen. Im vierten Abschnitt rücken die Chancen und Risiken, welche sich aus den modernen Technologien ergeben haben, in den Mittelpunkt. Der Schwerpunkt wird auf das Potenzial des Marketing-Mix der Musikwirtschaft gelegt. An realen Modellen, so genannten kommerziellen Musikdiensten im Internet, wird die Umsetzung gewonnener Erkenntnisse sowie der Umgang mit den technologischen Neuerungen dargestellt. Das letzte Kapitel stellt ein Ergebnis zu vorher illustrierter Entwicklung und daraus resultierender Möglichkeiten für die Musikwirtschaft vor.
Zum Abschluss wird ein Ausblick in die mögliche Zukunft gewagt. In welchem Entwicklungsstadium befindet sich der Musikmarkt aktuell? Welche Entwicklungspotenziale ergeben sich aus weiteren technischen und gesellschaftlichen Neuerungen? Welche Bedeutung wird der Musik für den Zukunftsmarkt prognostiziert? Mit welchen weiteren interessanten technologischen Neuerungen können die Musikfans rechnen? Wie wird Musik zukünftig angeboten und wie wird sie konsumiert?
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 2 | |
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 6 | |
| 1. | Einleitung | 8 |
| 1.1 | Hintergrund und Ziel der Arbeit | 8 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 8 |
| 2. | Die Musikindustrie | 9 |
| 2.1 | Begriff und Entwicklung der Musikindustrie | 9 |
| 2.2 | Akteure auf dem Musikmarkt | 10 |
| 2.2.1 | Künstler | 10 |
| 2.2.2 | Hersteller | 11 |
| 2.2.3 | Handel | 12 |
| 2.2.4 | Musikkonsumenten | 13 |
| 2.2.5 | Verwertungsgesellschaften | 15 |
| 2.2.6 | Verbände | 15 |
| 2.3 | Branchenspezifische Besonderheiten in der Musikindustrie | 16 |
| 2.3.1 | Rechtliche Grundlagen | 16 |
| 2.3.1.1 | Urheberrecht | 16 |
| 2.3.1.2 | Copyright | 16 |
| 2.3.2 | Besonderheiten der Vermarktung | 17 |
| 2.3.3 | Wertschöpfung | 19 |
| 2.3.4 | Bedeutung der Charts | 20 |
| 2.4 | Technische Grundlagen für die Musikindustrie | 21 |
| 2.4.1 | MP3 | 21 |
| 2.4.2 | Entwicklung der Datenübertragungsformen im Internet | 21 |
| 2.4.2.1 | Internetzugangstechnologien | 21 |
| 2.4.2.2 | Angebotsmodelle und Preise | 23 |
| 2.4.3 | Speichermöglichkeiten | 24 |
| 2.4.3.1 | Optische Speichermedien | 24 |
| 2.4.3.2 | Mobile Endgeräte | 25 |
| 2.4.4 | CD/DVD-Brenner im Consumerbereich | 25 |
| 2.4.5 | Software-Entwicklungen | 26 |
| 2.4.5.1 | Schutzsysteme für digitale Musikdateien | 26 |
| 2.4.5.2 | Peer-to-Peer-Techniken | 27 |
| 3. | Auswirkungen moderner Technologien auf die Musikindustrie | 28 |
| 3.1 | Bisherige Entwicklung | 28 |
| 3.2 | Neue Vertriebswege | 31 |
| 3.2.1 | Digitale Distribution | 31 |
| 3.2.1.1 | Tauschbörsen | 31 |
| 3.2.1.2 | Internetradio | 32 |
| 3.2.1.3 | Kostenpflichtige Musik-Portale | 33 |
| 3.2.2 | Onlinehandel mit Tonträgern | 34 |
| 3.3 | Neue Akteure auf dem Musikmarkt | 35 |
| 3.3.1 | Telekommunikationsindustrie | 35 |
| 3.3.2 | Softwarehersteller | 37 |
| 3.3.3 | Hardwarehersteller | 38 |
| 3.4 | Musikpiraterie | 40 |
| 3.5 | Freizeitbudget | 41 |
| 4. | Potenziale und Herausforderungen für die Musikwirtschaft | 42 |
| 4.1 | Abschätzung der zukünftigen Marktsituation | 42 |
| 4.2 | Marketing Mix für digitale Musik | 43 |
| 4.2.1 | Produktpolitik | 43 |
| 4.2.1.1 | Bundling | 43 |
| 4.2.1.2 | Einsatz von DRM | 43 |
| 4.2.1.3 | Offline-Multimedia-Produkte | 44 |
| 4.2.1.4 | Versioning | 45 |
| 4.2.1.5 | Kopierschutz | 46 |
| 4.2.2 | Digitaler Vertrieb | 47 |
| 4.2.2.1 | Streaming | 47 |
| 4.2.2.2 | P2P Filesharing | 48 |
| 4.2.2.3 | Mobiltelefone | 49 |
| 4.2.3 | Digitale Kommunikation | 50 |
| 4.2.3.1 | Podcasts | 50 |
| 4.2.3.2 | Direktkommunikation | 52 |
| 4.2.3.3 | Erweiterung der bestehenden Musik-Portale | 53 |
| 4.2.4 | Preispolitik für digitale Musik | 56 |
| 4.2.4.1 | Musik-Abonnement | 56 |
| 4.2.4.2 | Musik-Flatrate | 56 |
| 4.2.4.3 | Bezahlung per Download | 58 |
| 4.2.4.4 | Formatumstellung | 60 |
| 4.3 | Etablierte Musikdienste im Internet | 61 |
| 4.3.1 | iTunes | 62 |
| 4.3.1.1 | Hintergrund | 62 |
| 4.3.1.2 | Konzept | 63 |
| 4.3.1.3 | Bewertung und Perspektive | 68 |
| 4.3.2 | Musicload | 70 |
| 4.3.2.1 | Hintergrund | 70 |
| 4.3.2.2 | Konzept | 71 |
| 4.3.2.3 | Bewertung und Perspektive | 75 |
| 4.4 | Zusammenfassung der Erkenntnisse | 76 |
| 5. | Ergebnis und Ausblick | 82 |
| Literaturverzeichnis | 86 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 99 |
das permanente mobile Musikstreaming schon möglich, allerdings wären die zu entrichtenden Gebühren relativ kostenintensiv für die Nutzerseite. 4.2.2.2 P2P Filesharing Die Funktionsweise des Peer-to-Peer-Verfahrens ermöglichte eine bahnbrechende Entwicklung für die Tauschbörsen. Heute funktioniert der überwiegende Teil der Tauschbörsen nach dem P2P-Prinzip.183 Um diese Technologie für einen legalen Musikvertrieb zu nutzen, ist es vorstellbar, neben dem bisherigen illegalen Angebot auch Bezahloptionen für die Inhalte einer Tauschbörse zu implementieren. Die Inhalte müssen in diesem Fall garantiert vollständig, in hoher Qualität und virenfrei sein. Diese Mischform aus Tauschbörse und Kontrolle hat zur Bedingung, dass der Konsument „ehrlich“ ist und bereit ist, für die angebotenen legalen Downloads zu bezahlen. Um dies zu erreichen ist es notwendig, dass die Musikindustrie den Musikfans auf kommunikativer Ebene erläutert, wie sich der Preis von Musik zusammensetzt. Zudem muss eine digitale Musikdatei als qualitatives Markenprodukt dargestellt werden, damit Konsumenten ein Wertgefühl für digitale Musikdateien entwickeln können. Ebenfalls denkbar ist es, im Zusammenhang mit der Legalisierung der Tauschbörsentechnologie eine zentrale Struktur zu schaffen, wie sie vormals bei Napster zu finden war. Suchanfragen nach Musiktiteln laufen bei dieser Lösung über einen zentralen Server und wären somit kontrollier- und registrierbar. Theoretisch ist es in diesem Modell möglich, Zusatzleistungen für die Nutzer über den zentralen Server anzubieten, wie Informationen über Musikgenres, Konzertmitschnitte, Remixe, Vorschläge für ähnliche Musiktitel des präferierten Musikers. Zudem können so genannte Communities gegründet werden, in welchen die Nutzer untereinander Kontakt aufnehmen; dadurch wird die Verbundenheit und Loyalität der Teilnehmer gestärkt. Dieser Zusatznutzen einer über den Musiktausch hinausgehenden Interessengemeinschaft stellt sicherlich einen Grund zur Teilnahme an der legalen Tauschbörse dar. Für die Musikindustrie wären bei dem Angebot einer mit Peer-to-Peer funktionierenden legalen Tauschbörse die Bereitstellungs-, Wartungs- und Pflegekosten geringer, weil der Verkehr auf dem Server geringer ist als bei klassischen Downloadportalen.184 Eine weitere Chance, digitale Musik im Internet zu vertreiben, besteht darin, die illegalen Tauschbörsen als Vertriebskanal zu [...]
4.2.2.1 Streaming Durch die Streaming-Technologie ergeben sich Vertriebsmöglichkeiten von Musik, welche zu einem völlig neuen Nutzerverhalten führen könnten. Wie vorangehend beschrieben, ermöglicht Streaming das fast zeitgleiche Anhören der Musikdateien während des Downloads. Dabei verbleibt der Download bei der Quelle. Derzeit wird Streaming neben den Internetradios häufig von Musikdiensten benutzt. Es ist den Onlineshoppern möglich, die Musik zur Probe zu hören, bevor sie sich zum Kauf entschließen. Aus Konsumentensicht spielt die Möglichkeit des Probehörens eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung des Musikprodukts.179 Das Verfahren kann mit der Koppelung an ein entsprechendes Preismodell dazu ausgeweitet werden, die gewünschten Musikdateien für den Nutzer jederzeit verfügbar zu machen.180 Dabei gehen die Musikdateien nicht in den Besitz des Konsumenten über, sondern er mietet die Musik mit einer zeitlichen Begrenzung. Für den Nutzer bedeutet dies einen erheblichen Effizienzgewinn aus der Nutzung des neuen StreamingVerfahrens, weil er sehr individuell agieren kann und die Vorauswahl durch Tonträgerhersteller mit der Zeit gänzlich nicht mehr erforderlich ist.181 Wenn dieses Verfahren durch die Musikindustrie erweitert würde, indem sich der Nutzer die Musik selbst zusammenstellen könnte und für dieses Angebot bereit ist, einen entsprechenden Preis zu zahlen, ist die Streaming-Technologie nicht nur eine Übertragungsmöglichkeit, sondern eine Produktinnovation: Musik als Dienstleistung.182 Aktuell ist die Technologie-Entwicklung noch nicht soweit vorangeschritten, um die Portabilität von Musik-Streaming konsumgerecht anzubieten. Technisch gesehen ist [...]
in Datenbanken. Andererseits ist bei dieser Lösung des Musikvertriebs damit zu rechnen, dass Impuls- und Spontankäufe seitens der Nachfrager ausbleiben, weil der selbst zusammengestellte Tonträger nicht mehr physisch am POS platziert werden kann. Für die Konsumenten bedeutet die eigene Musik-Zusammenstellung einen hohen persönlichen Individualisierungsgrad.172 Für die Musikindustrie stellt die Entbündelung vom Album-Format aufgrund von ausbleibenden Cross-SellingEffekten einen negativ zu bewertenden Umstand dar. Es ist denkbar, dass ausschließlich die Musik sehr bekannter Interpreten nachgefragt wird. Bei der Instore Production werden Kosten bei der Herstellung der individuellen CDs eingespart, weil keine Booklets wie bei klassischen Tonträgern mit produziert werden. Ob diese Einsparungen an die Konsumenten weiter gegeben werden, ist fraglich. Das Modell der Instore Production ist auch für das MP3-Format denkbar; vor allem ältere, nicht technikversierte Musikkonsumenten können von einem solchen Service mit entsprechender Beratung durch geschultes Personal profitieren. Diese Ladestationen für mobile MP3-Player könnten in Kooperation mit Handel, Hardware und Softwareindustrie am POS platziert werden. Diese Automaten, welche Musik im digitalen Format bereit halten, können durch eine Netzverbindung gewartet und mit Inhalten aktualisiert werden, was ebenso die Betriebskosten auf einem minimalen Niveau hält. Künftig ist ebenfalls eine Bereitstellung an anderen Stätten, wie beispielsweise Cafés, Tankstellen oder öffentliche Wartezonen, vorstellbar.173 4.2.1.4 Versioning Unter Versioning ist die Aufspaltung von Musik in verschiedene, ungleiche Versionen zu verstehen. Seit der Digitalisierung ist es ein Leichtes, eine Produktdifferenzierung, d.h. eine andere Version des Informationsprodukts, zu erzeugen. Vor allem im Bereich der digitalen Musik, bietet Versioning eine neue, digitale Distributionsmöglichkeit.174 Auf die hier betrachtete Musikindustrie angewendet, wäre es denkbar, mehrere Versionen eines Musikstücks den Konsumenten zum Download anzubieten. Dabei sollten sich die Versionen des Musiktitels hinsichtlich ihres Preises und der Nutzungsmöglichkeiten unterscheiden. Durch DRM ist es möglich, die Musikstücke so zu manipulieren, dass beispielsweise eine Version angeboten wird, [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832496593
Arbeit zitieren:
Etzold, Melanie Sarah Januar 2006: Marktentwicklungen in der Musikindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Musikwirtschaft, MP3, Digitalisierung, Internetvertrieb, Digitaler Content




