Performing a Glocal Culture - HipHop in Rom
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anne-Katrin Kasten
- Abgabedatum: Februar 2005
- Umfang: 130 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9566-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9566-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9566-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kasten, Anne-Katrin Februar 2005: Performing a Glocal Culture - HipHop in Rom, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Soziokultur, Musik, Globalisierung, Italien, Jugend
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Diplomarbeit von Anne-Katrin Kasten
Einleitung:
Der HipHop ist in seinem dreißigsten Geburtsjahr keineswegs mehr nur Repräsentant der afro-amerikanischen Kultur, er ist vielmehr zu einem Motor für den Zusammenschluss einer globalen Jugend und zu einem Werkzeug zur Ausarbeitung einer lokalen Identität auf der ganzen Welt geworden.
Die heutzutage erfolgreichste Popkultur steht durch seine weltweite Verbreitung mittels Medialisierung und Kommerzialisierung besonders im Spannungsfeld von Lokalisierung und Globalisierung. Die mediale Verbreitung von Produkten, Bildern und Symbolen durch weltweit agierende Mediennetzwerke regt zur Bildung lokaler Ausprägungen an. Allerdings ist dem Prozess der Globalisierung eine Tendenz zur kulturellen Homogenisierung nicht abzusprechen.
Doch gerade weil im Zentrum des Prozesses die Gefahr einer Erosion der nationalen Identitäten besteht, kommt es immer wieder zu einer Faszination für das Andersartige. „Zusammen mit dem Einfluss des Globalen gibt es ein neues Interesse am Lokalen.“ Die flexible Spezialisierung und das Nischen-Marketing gelten als anschauliche Beispiele für die besondere Beachtung der lokalen Differenzierungen. Ganz im Sinne der Agenda 21 „Global denken, lokal handeln“, stellt die Rap-Musik einen Zugang zu einer so genannten glokalen Kultur her.
Gang der Untersuchung:
Auf der Grundlage der vorhandenen Forschungsliteratur und der vor Ort und im Internet recherchierten Daten ist die Arbeit Performing A Glocal Culture – HipHop in Rom entstanden. Sie ist deskriptiv angelegt und will in erster Linie die Glokalität des römischen HipHop als Nischenmusik beschreiben.
Dabei geht es im Wesentlichen darum aufzuzeigen, wie eine globale komplexe Kultur wie die des HipHop sich von ihren US-amerikanischen Wurzeln entfernt und in der italienischen Hauptstadt authentisch angeeignet wird. Bevor der HipHop als globale Kultur behandelt werden kann, muss klar sein, wie eine globale Kultur im Prozess der kulturellen Globalisierung entsteht.
Dafür werden im zweiten Kapitel zwei prominente Erklärungsansätze, die Kulturimperialismusthese und die Rezeptionstheorie, angeschnitten. Nach einer aktuellen Bewertung des Prozesses der kulturellen Globalisierung stellt sich als Ergebnis die Hybridität heraus. Daraufhin wird das Konzept der Glokalisierung vorgestellt.
Im dritten Kapitel werden die vier beziehungsweise fünf Elemente der HipHop-Kultur präsentiert und auf die besondere Rolle der Blackness verwiesen. Nachdem die Grundlagen geschaffen sind, kann die Frage, wie die Aneignung der globalen Kultur HipHop vollzogen wird, in Angriff genommen werden (viertes Kapitel).
Dies führt im fünften Kapitel erst zur historischen Beschreibung lokaler Ausprägungen in Italien und dann zur Vorstellung konkreter Gruppen in Rom. Die empirischen Daten erheben sich aus der Befragung von sechs teils national bekannten römischen HipHoppern, die in persönlichen Interviews bereitwillig Rede und Antwort standen. Die Erkenntnisse daraus sind als Zitate in die Arbeit eingegangen.
Daran schließt sich eine Ausführung über die Verbreitung und Vermarktung in der Szene in Kapitel sechs an.
Im Zusammenhang mit Vermarktung stellt sich immer wieder die Frage nach Authentizität und sell out, welcher im siebten Kapitel in Ansätzen nachgegangen werden soll.
Die Analysen zweier Texte von römischen HipHoppern sollen schließlich Aufschluss über die konkrete glokale Aneignung und die Darstellung der HipHop-Kultur als Glocal Identity geben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | ||
| 1. | Intro: Soundtrack der Gegenwart | 2 |
| 2. | Kulturelle Globalisierung | 5 |
| 2.1 | Die Kulturimperialismusthese | 7 |
| 2.2 | Die Rezeptionstheorie | 10 |
| 2.3 | Kulturelle Globalisierung und Hybridität | 11 |
| 2.4 | Glokalisierung: Homogenität und Heterogenität in Raum und Zeit | 12 |
| 3. | HipHop | 14 |
| 3.1 | HipHop-Elemente | 15 |
| 3.2 | Das fünfte Element | 17 |
| 3.3 | Blackness | 18 |
| 3.4 | HipHop als Teil der globalen Kulturindustrie | 23 |
| 4. | Aneignung von globalen (performativen) Kulturen | 23 |
| 4.1 | Die kulturelle Aneignung und Rekontextualisierung beim HipHop | 24 |
| 4.2 | Intertextualität | 29 |
| 4.3 | Die lokale Szene als Lebenswelt des HipHoppers | 31 |
| 5. | Lokale Ausprägungen | 35 |
| 5.1 | HipHop in Italien | 35 |
| 5.1.1 | Centri Sociali und die italienischen Possen | 36 |
| 5.1.2 | Die ersten Rap-Manifestationen | 37 |
| 5.1.3 | Adaption des Rap in Italien | 40 |
| 5.1.4 | Entertainment anstatt Education | 41 |
| 5.2 | Römischer HipHop | 42 |
| 5.2.1 | Vecchia Scuola | 43 |
| 5.2.2 | Authentische Adaption und Professionalisierung | 44 |
| 5.3 | Undici Domande | 54 |
| 6. | Verbreitung und Vermarktung | 56 |
| 6.1 | Labels | 57 |
| 6.2 | Mediale Versorgung | 60 |
| 7. | Authentizität | 63 |
| 7.1 | Be Real und Sell Out | 64 |
| 7.2 | Jovanotti – eine ambivalente Figur | 66 |
| 8. | Glocal Identity durch Sprache | 68 |
| 8.1 | Ritualisierte Sprechhandlungen | 69 |
| 8.2 | Sprache | 70 |
| 8.3 | Textanalyse „Che idea“ | 72 |
| 8.4 | Textanalyse „42 gradi“ | 76 |
| 9. | Outro und Bonustrack | 81 |
| Anhang | 83 | |
| Interviews | 84 | |
| Fotos | 116 | |
| Bibliografie | 119 | |
| Erklärung | 130 |
„at the same time, even as it remains a global music, it is firmly rooted in the local and the temporal; it is music about ‚where I’m from’, and as such proposes a new kind of universality based not on indifference but on an assemblage of local and intercommunicating nodes. Thus, hip-hop, along with other vernacular media, needs to be seen as part of a new structural order which is both local and global at the same time.” 260 5.1.4 Entertainment anstatt Education „Il rap di per sè è qualcosa di totalmente apolitico. In Italia è successo una cosa che non è successa negli altri paesi e cioè che il rap e la politica si sono uniti perchè nascevano nello stesso luogo e cioè il centro sociale che era l’unico posto a disposizione di chi veniva dalla strada.”261 Der Talentscout des Labels L9 FRANCESCO LANCIA beschreibt die Phase der Possen, welche Mitte der Neunziger Jahren vorüber ist. Die Leute wollen nämlich bei einem Konzert in erster Linie unterhalten und nicht politisch unterrichtet werden. Somit stellt das Jahr 1995 eine Zäsur in der italienischen HipHop-Szene dar, die sich von da an gereifter und vielfältiger präsentiert. Während einige Gruppen wie ALMAMEGRETTA und 99 POSSE sich vom Terrain des HipHop entfernen, verlieren die italienischen Possen an Bedeutung und die Centri Sociali werden mehr und mehr zu kulturellen anstatt politischen Treffpunkten, welche die Möglichkeit bieten, für wenig Geld gute Musik zu hören.262. Der HipHop in Form der Possen entfernt sich von den besetzten Centri Sociali und findet seinen Platz immer mehr auf der Straße, in den Schulen, in den Häusern und Autos.263 Die Konflikte Street Credibility versus Funky Sensibility zwischen den politischen und eher kommerziellen Rappern treten ebenfalls in den Hintergrund. So veröffentlichen die aus der ONDA ROSSA POSSE hervorgegangenen ASSALTI FRONTALI, die sich immer für ihre Unabhängigkeit von der Musikindustrie ausgesprochen haben, im Jahre 1999 bei dem Major-Label BMG die Single „Banditi“, die der aus Ostia stammende DJ ICE ONE alias SEBASTIANO R UOCCO von COLLE produziert. [...]
Dance Hall und Ska.251 Häufig auftretende Themen sind beispielsweise die Mafia, Vertreibung aus den Centri Sociali, Drogengesetze, Rassismus, Kartelle, Korruption oder Staatsgeheimnisse. 252 5.1.3 Adaption des Rap in Italien Im Jahre 1992 waren die italienischen Possen „one of the most important phenomena in the ongoing history of the often vexed relationship between music, politics and the appropriation of U.S. and other foreign influences in Italian popular music.“253 Obwohl der italienische HipHop selbstverständlich über populäre transatlantische Wurzeln verfügt, ist er über das lokale Spezifikum der Possen einen eigenen Weg der Aneignung gegangen. Im Gegensatz zu Jugendkulturen in anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien, die eher bereit waren, mit den kapitalistischen Institutionen zu verhandeln, sonderte sich Italien Anfang der Neunziger Jahre wegen der wichtigen Bedeutung der Centri Sociali ab. Nachdem die Weg weisenden Gruppen ONDA ROSSA POSSE und die ISOLA POSSE A LL STARS ihre Laufbahn in den Centri Sociali begonnen haben, werden sie zu Brutstätten für eine Vielzahl von RapFormationen. Zum einen dienen ihnen die Centri Sociali als Bühne und zum anderen als Tonstudio, um die herum mehrere unabhängige Plattenfirmen, so genannte IndependentLabels gegründet wurden.254 Was in den Neunzigern den Rap in den Centri Sociali auszeichnete, war eine Technik namens microfono rotante, wobei mehrere Rap-Künstler durch Weiterreichen des Mikrofons an einem Lied beteiligt waren und die des microfono aperto, bei dem das Publikum bei einer Show zum Mitmachen aufgefordert wurde.255 Vor allem diese Jam Sessions zeigen, dass Musik die Szene verbindet.256 Jams spielen eine große Rolle in der HipHop-Kultur, da sie den Zusammenhalt der Kultur herstellen und festigen und alle Teilbereiche zum Zuge kommen.257 Das für die Aneignung der HipHop-Kultur typische Spannungsfeld von Lokalität und Globalität besteht bei den Possen darin, dass sie zwar stark lokal verankert sind258 und es sich bei ihren Themen in erster Linie um lokale Sachverhalte handelt, sie aber gleichzeitig ein globales Phänomen vertreten, indem sie sich der globalen Sprache des Rap (eventuell mit Dialekt versetzt) bedienen.259 Dies kennzeichnet die Glokalität, denn [...]
„Bildungsauftrag“ aufzugeben und die Street Credibility mit ihren moralischen Texten aufs Spiel zu setzen. Er tausche die unabhängigen Prinzipien der italienischen HipHop-Bewegung zugunsten einer leichtfüßigeren, individualistischen Funky Sensibility auf, die Rhythmus und Unterhaltung in den Vordergrund stellt. FRANKIE HI NRG werde daraufhin wie JOVANOTTI, DJ FLASH und ARTICOLO 31 zum Pop-Rapper. Überspitzt betiteln die Musikkritiker den Konflikt zwischen ihm und PAPA RICKY, der für Street credibility steht, mit „Rissa nelle posse”.248 „Such ideological and territorial conflicts over claims of authenticity versus fashion, popularity and opportunism are, of course, common in popular music scenes everywhere, particularly hip-hop scenes. What they illustrate most is the heterogenity of most local music scenes, to which Italian rap is no exception.“249 Auf dem Gipfelpunkt des Konflikts 1992 spricht PAPA RICKY dem neuen Vertreter der Funky Sensibility sogar die Zugehörigkeit zur HipHop-Gemeinschaft ab. Das erste Album von FRANKIE HI [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832495664
Arbeit zitieren:
Kasten, Anne-Katrin Februar 2005: Performing a Glocal Culture - HipHop in Rom, Hamburg: Diplomica Verlag
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Soziokultur, Musik, Globalisierung, Italien, Jugend




