Emotional Branding
Sinnvolle Instrumente und Strategien zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andrea Plötz
- Abgabedatum: Oktober 2005
- Umfang: 112 Seiten
- Dateigröße: 2,0 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Regensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9514-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9514-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9514-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Plötz, Andrea Oktober 2005: Emotional Branding, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Markenführung, Multisensual, Sinne, Marketing, Erlebnis
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Diplomarbeit von Andrea Plötz
Problemstellung:
Klassische Markenkommunikation funktioniert nicht mehr! In den letzten Jahren explodierte die Zahl der angebotenen Produkte und Marken. Allein in Deutschland buhlten 2004 66.000 neu angemeldete Marken um die Aufmerksamkeit des Konsumenten. Gleichzeitig liegt die Floprate von Produktneueinführungen bei 95%. Bei den kommunikativen Maßnahmen zeigt sich ein ähnliches Bild: rund 18,2 Milliarden (Mrd.) Euro brutto gaben Handel und Hersteller in Deutschland 2004 für Werbung in den klassischen Medien aus, was einen Anstieg von 5,8% - verglichen mit 2003 - bedeutet.
Bei diesem immensen Wachstum der kommunikativen Ausgaben könnte man meinen, dass bessere Wirkungen hinsichtlich des Markenaufbaus und der Markenstärkung erzielt werden. Die Rechnung wird allerdings ohne die Konsumenten gemacht: Genau das Gegenteil ist der Fall! Die Kommunikationseffizienz ist stark rückläufig, da die Konsumenten gar nicht mehr in der Lage sind, alle diese Informationen zu Marken aufzunehmen. Die Zahlen sind dramatisch: „98% der dargebotenen Informationen landen ungenutzt auf dem Müll!“ Diese „Informationsüberlastung“, der sogenannte (sog.) „Information Overload“ hat zu einer „Positionierungsenge in der Psyche der Verbraucher“ geführt, die es den Unternehmen erschwert, ein klares Vorstellungsbild ihrer Produkte und Dienstleistungen bei ihren Zielgruppen zu verankern.
Um dennoch zum Konsumenten durchzudringen, erfolgt vielfach eine überproportionale Steigerung der Kommunikationsaufwendungen. Viele Branchen beziehungsweise (bzw.) Unternehmen sind in den letzten Jahren dieser Spirale gefolgt und haben sie damit noch verstärkt. Als Konsequenz des Kommunikationswettbewerbs öffnet sich die Schere zwischen Aufwendungen und Wirkungen für klassische Kommunikation immer weiter. Effektivität und Effizienz werden daher zum zentralen Problem der Markenkommunikation.
Darüber hinaus hat die ständig wachsende Kommunikationsflut und Markenvielfalt den Konsumenten stark verunsichert. Er irrt durch den Dschungel der Marken und orientiert sich bei steigender Austauschbarkeit des Angebots zunehmend am Preis. „Smart-Shopping“, „Hybrides Kaufverhalten“ und „Variety Seeking“ beschreiben schlagwortartig das Bild auf Konsumentenseite. Treue, Loyalität und Markenbindung sind zu Fremdwörtern geworden, obwohl gerade diese bei den gegebenen Konkurrenzbedingungen zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden und als Garant für den Unternehmenserfolg gelten.
Die Folgen sind klar: Klassische Ansätze im Branding stoßen angesichts des „Information Overload“ und der damit einhergehenden sinkenden Werbeeffizienz zunehmend an ihre Grenzen. Unternehmen sind gezwungen, ihre verfügbaren Ressourcen noch effektiver und effizienter im Sinne eines wertorientierten Managements einzusetzen, um den langfristigen Erfolg der Marke zu sichern. Es muss daher dringend über Alternativen nachgedacht werden, bevor der Werbeeuro weiter an Wert verliert und die Markenloyalitäten gänzlich wegschmelzen.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit basiert auf ausführlichen wissenschaftlichen Literaturrecherchen, unterstützt durch Zeitschriftenartikel, das Internet sowie diverse Marktstudien. Zur Einführung werden in Kapitel 2 Grundlagen zu den Themen „Marke“, „Wertorientierte Markenführung“ sowie „Emotionen“ erarbeitet. Zunächst werden alle relevanten markenspezifischen Begriffe definiert und erklärt (vgl. Punkt 2.1). Im Anschluss wird als Basis für Kapitel 5 kurz der Ansatz der wertorientierten Markenführung vorgestellt (vgl. Punkt 2.2). Schließlich wird die Bedeutung von Emotionen in der Markenführung untersucht (vgl. Punkt 2.3). Es erfolgt eine Definition des Begriffs der Emotion sowie eine Betrachtung der Wirkungsweise und Relevanz von Emotionen in Bezug auf Marken anhand neuester Erkenntnisse aus Gehirnforschung und Neurobiologie.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit den aktuellen Rahmenbedingungen der Markenführung. In den Bereichen Wettbewerb (vgl. Punkt 3.1), Handel (vgl. Punkt 3.2) und Abnehmer (vgl. Punkt 3.3) werden relevante Probleme und Veränderungen identifiziert. Darauf aufbauend erfolgt die Ableitung der Relevanz des Emotional Branding: Es wird die Entwicklung vom traditionellen Branding hin zum Emotional Branding dargestellt (vgl. Punkt 3.4).
Der nachfolgende erste Schwerpunkt der Arbeit stellt ausführlich das Konzept des Emotional Branding vor (vgl. Kapitel 4). Zunächst werden kurz die wichtigsten Ansätze des Emotional Branding beschrieben (vgl. Punkt 4.1). Anschließend erfolgt eine Betrachtung der charakteristischen Merkmale der Strategie (vgl. Punkt 4.2), um darauf basierend eine allgemeingültige Definition des Begriffs Emotional Branding abzuleiten (vgl. Punkt 4.3). Danach wird untersucht, inwieweit die fünf Basissinne (Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen) als Instrumente zum Aufbau tiefer emotionaler Bindungen zwischen Marke und Konsument geeignet sind (vgl. Punkt 4.4).
In Kapitel 5 - dem zweiten Schwerpunkt der Arbeit - erfolgt eine Analyse und Bewertung der vorangegangenen Ausführungen zur Strategie des Emotional Branding im Kontext der Wertorientierung. Zunächst wird die Differenzierungsstrategie (vgl. Punkt 5.1) sowie das Zielsystem (vgl. Punkt 5.2) des Emotional Branding vorgestellt. Letzteres soll die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zwischen multisensualen Konsumerlebnissen als Kern der Strategie und der Steigerung des Markenwertes sowie der Steigerung des Unternehmenswertes illustrieren. Darauf folgt eine wertorientierte Diskussion der Chancen (vgl. Punkt 5.3) und Risiken (vgl. Punkt 5.4) des Emotional Branding sowie ein Fazit.
Den Abschluss der vorliegenden Arbeit bildet Kapitel 6 mit einer Zusammenfassung der zentralen Untersuchungsergebnisse sowie einem Blick in die Zukunft des Emotional Branding.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Inhaltsverzeichnis | I |
| B. | Abbildungsverzeichnis | IV |
| C. | Abkürzungsverzeichnis | V |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 3 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 4 |
| 2. | Grundlagen | 6 |
| 2.1 | Zur Marke | 6 |
| 2.1.1 | Definition Marke | 6 |
| 2.1.2 | Definition Markenidentität und Markenimage | 7 |
| 2.1.3 | Die Bedeutung der Marke | 8 |
| 2.1.4 | Definition und Bedeutung des Branding | 10 |
| 2.2 | Zum Hintergrund wertorientierter Markenführung | 12 |
| 2.2.1 | Definition und Bedeutung des Markenwerts | 15 |
| 2.2.2 | Markenbewertung | 17 |
| 2.3 | Zu Emotionen und ihrer Bedeutung in der Markenführung | 19 |
| 2.3.1 | Definition Emotion | 20 |
| 2.3.2 | Neuromarketing | 21 |
| 2.3.3 | Relevante Erkenntnisse aus Neurobiologie und Gehirnforschung | 22 |
| 3. | Wandel in den Rahmenbedingungen der Markenführung | 24 |
| 3.1 | Wettbewerb | 25 |
| 3.2 | Handel | 26 |
| 3.3 | Abnehmer | 27 |
| 3.3.1 | Informationsüberlastung | 27 |
| 3.3.2 | Erlebniskonsum | 28 |
| 3.3.3 | Frauen | 28 |
| 3.3.4 | Rückläufige Markentreue durch „Smart Shopping“, „Hybrides Kaufverhalten“ und „Variety Seeking“ | 29 |
| 3.4 | Von Branding zu Emotional Branding | 30 |
| 4. | Emotional Branding - Die Strategie | 33 |
| 4.1 | Emotional Branding Ansätze | 34 |
| 4.2 | Die Merkmale des Emotional Branding | 36 |
| 4.2.1 | Erlebnisse | 37 |
| 4.2.2 | Multisensual | 40 |
| 4.2.3 | Holistisch | 41 |
| 4.3 | Definition des Begriffs Emotional Branding | 43 |
| 4.4 | Instrumente zur Vermittlung multisensualer Markenerlebnisse | 44 |
| 4.4.1 | Die Wahrnehmung von Sinnesreizen | 45 |
| 4.4.2 | Visuelle Reize und sensuale Konsumerlebnisse | 48 |
| 4.4.2.1 | Farben | 51 |
| 4.4.2.2 | Formen | 53 |
| 4.4.3 | Akustische Reize und sensuale Konsumerlebnisse | 55 |
| 4.4.4 | Olfaktorische Reize und sensuale Konsumerlebnisse | 59 |
| 4.4.5 | Haptische Reize und sensuale Konsumerlebnisse | 63 |
| 4.4.6 | Gustatorische Reize und sensuale Konsumerlebnisse | 64 |
| 4.4.7 | Fazit | 65 |
| 5. | Emotional Branding im Kontext der Wertsteigerung | 67 |
| 5.1 | Differenzierung über multisensuale Markenerlebnisse | 68 |
| 5.2 | Das Zielsystem des Emotional Branding | 70 |
| 5.3 | Chancen | 73 |
| 5.3.1 | Steigerung der Markenloyalität | 74 |
| 5.3.2 | Wettbewerbsvorteil | 76 |
| 5.3.3 | Preispremium | 77 |
| 5.3.4 | Markenschutz | 78 |
| 5.3.5 | Markendehnung | 79 |
| 5.4 | Risiken | 80 |
| 5.4.1 | Vetrauensverlust seitens der treuen Kundschaft | 80 |
| 5.4.2 | Emotionalisierung um jeden Preis | 82 |
| 5.4.3 | Fehlende Integration der Mitarbeiter | 84 |
| 5.4.4 | Kostenexplosion | 85 |
| 5.5 | Fazit | 85 |
| 6. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 87 |
| D. | Literaturverzeichnis | 89 |
| E. | Anhang | 97 |
| F. | Eidesstattliche Erklärung | 104 |
Anhand der dargelegten typischen Merkmale des Emotional Branding lässt sich folgende Definition ableiten: Emotional Branding ist ein holistischer Ansatz zum Aufbau und zur Pflege von Marken mit dem Ziel eine langfristige und tiefe emotionale Bindung zwischen Konsument und Marke aufzubauen - mit anderen Worten Markenloyalität zu generieren. Zentrale Differenzierungs- und Erfolgsgrösse ist die Vermittlung einzigartiger multisensualer und emotionaler Markenerlebnisse, die durch die Stimulation möglichst aller fünf menschlichen Sinne erzeugt werden. Der Begriff des Emotional Branding erscheint insofern widersprüchlich, als dass die Strategie weitaus mehr umfasst als den simplen Einsatz von Emotionen in der Werbung. Werbung ist von je her emotional positioniert. Im Zentrum steht die Entwicklung von Erlebniswelten, mit denen man die sich auf der Sinnsuche befindlichen Konsumenten erreichen und emotional bewegen kann. 127 Emotional Branding schafft nachhaltige Erlebnisse, indem man die Marke als „Experience Provider“ begreift und sich um die sensorische Stimulation des Kunden bemüht sowie um deren die emotionale Bindung. Wo andere Anbieter über den Preis und/oder die Qualität konkurrieren, versucht Emotional Branding den Konsumenten auf der irrationalen Ebene zu erreichen. Der Kunde ist bereit mehr Geld für das Produkt oder die Dienstleistung auszugeben, weil es ihm ein einzigartiges Erlebnis bietet. Emotionen gelten folglich nur als Mittel zum Zweck, um über die Steigerung der Markenloyalität langfristigen und nachhaltigen Wert zu schaffen. Als Best Practice Beispiel für Emotional Branding kann die Coffee-Shop Kette STARBUCKS gelten. STARBUCKS verkauft nicht Kaffee, sondern holistische, multisensuale Erlebnisse. Das Erfolgsgeheimnis von STARBUCKS liegt darin, was Gründer HOWARD SCHULTZ als das „Third-Place-Concept“ bezeichnet, den dritten Ort: Einen angenehmen Lebensraum zwischen Arbeitsplatz und Wohnung zu schaffen, einen sanften Pausenplatz zwischen öffentlichem und privatem Dasein. Der Wert der [...]
Kommunikationskanäle, markenspezifischen Aktivitäten sowie Markenelemente ziehen, um ein konsistentes und unverwechselbares Bild der Marke zu manifestieren.125 Dies soll am Beispiel des Haushaltsreinigers MR. PROPER verdeutlicht werden. „Die auf dem Etikett dargestellte ‚Heldenfigur’ (Seeräuber, Geist aus der Flasche, verstärkt durch Einsatz von Duftstoffen) wird in der Form der Flasche wiederholt (breite Schulterpartie, Querrippen als starke Arme, keilförmig verbreiterte Verpackungsform als Taillensymbol) und verstärkt somit durch die Form die Reinigungskraft des Putzmittels. [...] Hiermit wird das stark emotionale Markenbild aus der Werbung in fast allen Elementen des Verpackungs-Designs, bis hin zur kräftigen farblichen Gestaltung und dem Einsatz von Duftstoffen, widergespiegelt und verstärkt.“126 Der Aspekt der Ganzheitlichkeit wird hier optimal umgesetzt, indem die Emotionalität der Marke konsistent über verschiedene Kommunikationskanäle (Werbung, Verpackung) zum Konsumenten transportiert wird. [...]
Aufbau und die Führung von Marken holistisch ausgerichtet sein. Dabei gilt es sämtliche Dimensionen der Identität einer Marke zu betrachten. Diese umfassen alle „Brandtouchpoints“ die einen Beitrag zur Vermittlung eines holistischen Markenerlebnisses leisten können. Diese reichen von der Unternehmenskultur über das Mitarbeiterverhalten, den Marktbedingungen und den Kundenbedürfnissen, den Produkten und Dienstleistungen bis hin zu Design und Werbung.124 All diese Kontaktpunkte tragen zum Aufbau von Markenbildern und eines Markenimages bei. Sie müssen folglich derart aufeinander abgestimmt sein, dass sie gleiche, widerspruchsfreie Inhalte kommunizieren. Eine solche Betrachtungsweise liefert auch die Grundlage für eine kostenoptimale Allokation der Markeninvestitionen. Gleichzeitig darf sich auch der Einsatz der verschiedenen Stimuli nicht auf einen Kommunikationskanal beschränken. Er oder sich auf bestimmte in Gestaltungselemente gleicher Weise der Marke muss vielmehr durch sämtliche [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832495145
Arbeit zitieren:
Plötz, Andrea Oktober 2005: Emotional Branding, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Markenführung, Multisensual, Sinne, Marketing, Erlebnis




