Usability bei Web-Applikationen
Eine Empfehlung für anwenderfreundliche Prozessbeschreibungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bettina Thurnher
- Abgabedatum: Oktober 2005
- Umfang: 152 Seiten
- Dateigröße: 2,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Vorarlberg GmbH Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9492-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9492-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9492-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Thurnher, Bettina Oktober 2005: Usability bei Web-Applikationen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Siemens, Prototype, Prozess, Intranet, Dokumentation
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Diplomarbeit von Bettina Thurnher
Einleitung:
In einer sich immer schneller wandelnden und hoch komplexen Arbeitsumgebung, die gerade von Neuerungen im Bereich der Informationstechnologie geprägt wird, ist es die Bestrebung des Usability Engineering, das Arbeiten mit Benutzerschnittstellen für den Anwender einfach zu gestalten.
Die Usability-Forschung ist eine Disziplin, welche viele Ansätze in sich vereint. Dies sind z.B. Arbeitswissenschaften, Kognition, Ergonomie, Psychologie, Informatik und Technik. Aus diesem Grund bietet sie zahlreiche Möglichkeiten zur interdisziplinären Zusammenarbeit dieser Wissenschaften. Durch die Anwendung, einstmals für die Software-Entwicklung geschaffener Kriterien für anwenderfreundliche Schnittstellengestaltung, lässt sich Usability auch auf die Prozessmodellierung anwenden.
Da die heutige Arbeitswelt durch das Zusammenarbeiten in interdisziplinären Teams geprägt ist, werden Prozessdarstellungen, die von Personen aus den verschiedensten Funktionsbereichen interpretiert und verstanden werden können, immer wichtiger.
Anwenderfreundliche Prozessdarstellungen leisten einen erheblichen Beitrag zur Kommunikation des Prozessgedankens in Unternehmen. Denn um ein Unternehmen prozessorientiert führen und ausrichten zu können, müssen die Mitarbeiter verstehen, welchen Nutzen sie von der Prozessorganisation haben. Ohne eine verständliche Darstellung und Kommunikation der Geschäftsprozesse ist dies nur sehr schwer zu erreichen, wenn nicht gar unmöglich.
Zusammenfassung:
In der vorliegenden Arbeit soll die fehlende Verbindung zwischen den beiden Disziplinen Prozessmodellierung und Usability (Anwenderfreundlichkeit) aufgezeigt werden. Durch die Möglichkeiten, die die digitale Informationsübertragung bietet, entstehen neue Anforderungen an die Prozessmodellierung als internes Kommunikationsmedium in Unternehmen.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Prozessdarstellungen für eine heterogene Anwendergruppe verständlich und intuitiv verwendbar sein. Diese Ansprüche werden durch die Darstellung von Geschäftsprozessen mittels des Wasserfallmodells nicht erfüllt.
Aus diesem Grund wurde im Rahmen dieser Arbeit ein Modell entwickelt, das die Prozessmodellierung unter der Einbeziehung von verschiedenen Anwendergruppen realisiert. Im Gegensatz zum Wasserfallmodell, bei dem von einer linearen Entwicklung eines Geschäftsprozesses ausgegangen wird, verfolgt das Modell zur anwenderfreundlichen Prozessdarstellung einen iterativ-inkrementellen Modellierungsansatz.
Für die Prozessdarstellung wurden zehn Kriterien zur anwenderfreundlichen Prozessgestaltung erarbeitet, die vormals für die Gestaltung von anwenderfreundlichen Benutzerschnittstellen eingesetzt wurden. Mittels dieser Kriterien wurden drei unterschiedliche Prozessdarstellungen der Firma Siemens AG Österreich, Programm- und Systementwicklung, evaluiert. Die daraus gewonnen Ergebnisse flossen in die Entwicklung des anwenderfreundlichen Prozessmodells ein.
Des weiteren wurde begründet auf einer qualitativen Studie, eine Prozessdarstellung entwickelt und am Beispiel des Angebotsprüfungsprozesses ausgearbeitet. Die so entstandene Darstellung wurde den Testpersonen erneut vorgelegt und von ihnen bewertet, um einen iterativ-inkrementellen Entwicklungszyklus des Prozessdesigns zu gewährleisten.
Die finale Prozessdarstellung erfüllt nicht nur die Kriterien an eine anwenderfreundliche Prozessabbildung, sondern ist weiters für die Kommunikation von Geschäftsprozessen in Web-Applikationen geeignet.
Gang der Untersuchung:
Da in der vorliegenden Arbeit ein breites Spektrum von Prozessdarstellungen bis Usability behandelt wird, soll vorab der Aufbau der vorliegenden erläutert werden.
Das Kapitel 1 beschreibt die Problemstellung welche den Ausgangspunkt für diese Arbeit lieferte. Darüber hinaus werden der Aufbau der Arbeit, die Zielsetzung, sowie die Methodik zur Ereichung der Zielsetzung beschrieben. Zunächst werden in Kapitel 2 grundsätzliche Begriffe in Bezug auf Geschäftsprozesse definiert, sowie Workflows und Prozessarten erläutert. Weiters werden fünf verschiedene Tools zur Prozessvisualisierung, -modellierung und -simulation sowie zum Workflow-Management und CASE-Tools vorgestellt.
Darüber hinaus wird eine Studie der BPMS-Gruppe (Business Process Management System) beleuchtet, welche den Einsatz von Geschäftsprozessmanagement-Tools in Österreich untersucht hat.
In Kapitel 3 wird der Begriff Usability eingeführt und dessen geschichtlicher Hintergrund betrachtet. Darüber hinaus werden die Vorgehensweise und die Vorteile des Usability Engineering in Bezug auf die Prototypenherstellung beschrieben. Außerdem werden allgemein gültige Richtlinien für eine anwenderfreundliche Prozessdarstellung in Web-Applikationen aufgestellt.
In Kapitel 4 wird erläutert, warum Web-Applikationen eine immer wichtigere Rolle im Zusammenhang mit Prozessdarstellungen spielen und welche Bedeutung diese als Kommunikationsplattformen für Geschäftsprozesse, und für die Verbreitung des Prozessgedankens, in Unternehmen haben.
In Kapitel 5 werden die im Kapitel 3 aufgestellten Richtlinien für anwenderfreundliche Prozessdarstellungen in Web-Applikationen angewendet, um drei Beispiele für Prozessdarstellungen der Firma Siemens AG Österreich, Programm- und Systementwicklung zu bewerten.
Das Kapitel 6 behandelt die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte Befragung zur Anwenderfreundlichkeit von bestehenden Prozessdarstellungsarten am Beispiel des Angebotsprüfungsprozesses der Firma Siemens AG Österreich, Programm- und Systementwicklung.
In Kapitel 7 fließen die Erkenntnisse aus den Kapiteln 3, 5 und 6 zusammen, um so eine Prozessdarstellung zu kreieren, die nicht nur für das Anwendungsbeispiel der Firma Siemens AG Österreich, Programm- und Systementwicklung Gültigkeit hat, sondern Modellcharakter für jegliche Art von Prozess in jeder Branche besitzt. Die so entstandene Prozessdarstellung des Angebotprüfungsprozesses wurde von im Prozess involvierten Personen evaluiert und auf ihre inhaltliche Richtigkeit geprüft.
Kapitel 8 gibt einen Ausblick darüber, welche Aspekte der anwenderfreundlichen Prozessdarstellung in Web-Applikationen in Zukunft von Bedeutung sein werden. Weiters wird beschrieben, welche Anforderungen in Zukunft an Prozessmodellierungs-Tools gestellt werden.
Ein zusammenfassendes Resümee gibt Aufschluss über die gewonnen Erkenntnisse und allgemein anwendbare Kriterien zur Steigerung der Anwenderfreundlichkeit von Prozessdarstellungen.
Inhaltsverzeichnis:
| Danksagung | I | |
| Kurzfassung | V | |
| Summary | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 1.3 | Zielsetzung | 5 |
| 1.4 | Methodik | 6 |
| 2. | Was sind Prozesse | 7 |
| 2.1 | Der Prozessbegriff | 7 |
| 2.2 | Was sind Workflows | 8 |
| 2.3 | Prozessarten | 9 |
| 2.4 | Prozessdefinitionen bei der Siemens AG Österreich, Programm- und Systementwicklung | 10 |
| 2.5 | Bestehende Möglichkeiten zur Prozessdarstellung | 12 |
| 2.6 | Tools zur Geschäftsprozessmodellierung | 16 |
| 2.6.1 | Visualisierungs-Tools | 17 |
| 2.6.2 | Modellierungs-Tools | 18 |
| 2.6.3 | Simulations-Tools | 18 |
| 2.6.4 | Workflow-Management-Tools | 19 |
| 2.6.5 | Computer Aided Software Engineering-Tools (CASE) | 20 |
| 2.6.6 | Beispiele für ein Visualisierungs- und Simulations-Tools | 20 |
| 2.7 | Einsatz von Geschäftsprozessmanagement-Tools in Österreich | 24 |
| 2.7.1 | Ergebnisse der Studie | 24 |
| 2.7.2 | Anwenderfreundlichkeit und Bedienbarkeit der Tools | 25 |
| 2.7.3 | Beweggründe für Geschäftsprozessmanagement | 25 |
| 2.8 | Die Verbindung von Prozessmodellierung und Usability | 26 |
| 2.9 | Zusammenfassung | 28 |
| 3. | Was ist Usability | 29 |
| 3.1 | Der Begriff Usability | 29 |
| 3.2 | Die Geschichte von Usability | 30 |
| 3.3 | Was ist Usability Engineering | 31 |
| 3.4 | Was ist Prototyping | 32 |
| 3.5 | Allgemeine Kriterien für anwenderfreundliche Gestaltung von Benutzerschnittstellen | 33 |
| 3.6 | Zusammenfassung | 36 |
| 4. | Was sind Web-Applikationen | 38 |
| 4.1 | Der Begriff Web-Applikation | 38 |
| 4.2 | Usability - ein relevantes Thema in Web-Applikationen | 39 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 41 |
| 5. | Bewertung von Prozessdarstellungen in Web-Applikationen | 42 |
| 5.1 | Zehn Kriterien für anwenderfreundliche Prozessdarstellungen in Web-Applikationen | 42 |
| 5.2 | Konzeption zur Prozessdarstellung | 46 |
| 5.3 | Verschiedene Prozessdarstellungen der Siemens AG Österreich, Programm- und Systementwicklung im Vergleich | 47 |
| 5.3.1 | Das Arbeitszeitmanagement | 47 |
| 5.3.2 | Das Unternehmensinformationssystem | 52 |
| 5.3.3 | Der Angebotsprüfungsprozess | 60 |
| 5.4 | Zusammenfassung | 69 |
| 6. | Erhebung mittels Leitfadeninterviews | 70 |
| 6.1 | Der Begriff der qualitativen Befragung | 70 |
| 6.1.1 | Grobziel der Befragung | 71 |
| 6.1.2 | Auswahl der Testpersonen | 72 |
| 6.1.3 | Vorgehen bei der Befragung | 73 |
| 6.1.4 | Detailziele der Befragung | 77 |
| 6.1.5 | Pretest | 77 |
| 6.1.6 | Vorgehen bei der Auswertung | 78 |
| 6.1.7 | Das sechsstufige Auswertungsverfahren nach Mühlfeld | 79 |
| 6.2 | Ergebnisse der Befragung | 80 |
| 6.2.1 | Auswertung der Leitfadeninterviews | 81 |
| 6.2.2 | Interpretation | 88 |
| 6.2.3 | Auswertungsprobleme bei qualitativen Befragungen | 90 |
| 6.3 | Zusammenfassung | 92 |
| 7. | Anwenderfreundliche Prozessdarstellungen | 93 |
| 7.1 | Vorgangsweise zur Prozessmodellierung | 93 |
| 7.2 | Ein Beispiel für eine anwenderfreundliche Prozessdarstellung – erster Entwurf | 95 |
| 7.2.1 | Testen der Prozessdarstellung auf Anwenderfreundlichkeit | 100 |
| 7.2.2 | Steigerung der Übersichtlichkeit von komplexen Prozessdarstellungen | 101 |
| 7.3 | Ein Beispiel für eine anwenderfreundliche Prozessdarstellung – überarbeitete Version | 103 |
| 7.4 | Zusammenfassung | 108 |
| 8. | Die Zukunft der Geschäftsprozessmanagement-Tools | 110 |
| 9. | Resümee | 113 |
| Abbildungsverzeichnis | 114 | |
| Abkürzungen und Akronyme | 115 | |
| Literaturverzeichnis | 117 | |
| Internetquellen | 123 | |
| Intranetquellen | 125 | |
| Sonstige verwendete Medien | 126 | |
| Anhang A. | Angebotsprüfungsprozess (Prosabeschreibung) | 127 |
| Anhang B. | Musterleitfaden | 129 |
| Anhang C. | Beispiel-Leitfadeninterview | 133 |
| Anhang D. | Template für ein Reviewprotokoll mittels Kommentartechnik | 139 |
| Eidesstattliche Erklärung | 142 |
Ad Kriterium 7: Ist die Konsistenz und Einhaltung von Standards gewährleistet? Dieses Kriterium wird in WERNER nur teilweise erfüllt. Z.B. befindet sich der Index an der rechten Seite der Applikation, meist befindet sich dieser aber jedoch links oder zumindest zentriert. Der Anwender muss nach dem Index erst suchen. Auch findet er darin die ansonsten üblichen Abkürzungsverzeichnisse nicht. Es handelt sich beim Index um einen Modellindex, der lediglich die verwendeten Modelle erläutert. Ad Kriterium 8: Sind Shortcuts vorhanden, ist die Handhabung leicht erlernbar? Dieses Kriterium ist nicht erfüllt. Die Applikation ist nur von Personen mit Fachwissen über den Aufbau von ARIS Modellen effizient einsetzbar. [...]
Ad Kriterium 6: Wird das Gedächtnis der Anwender möglichst wenig belastet? In der Benutzerdokumentation des Arbeitszeitmanagement erfolgen an mehreren Stellen Medienbrüche. Zum Beispiel bei der Komponente Zeiterfassung, bei der Überleitung der Daten in die Lohn- und Gehaltsabrechnung: „Sobald alle Zeitdaten eines Monats disponiert (siehe Kapitel 2.6.3) und genehmigt (siehe Kapitel 4.2) sind, werden sie in die Lohn- und Gehaltsabrechnung übergeleitet. Die Abschlusstermine finden Sie unter dem Link AZM-Termine in der Maske Arbeitszeitmanagement (siehe Kapitel 1.4) oder direkt unter der Adresse. http://pseqm.siemens.at/de/pages/blank_all.htm?4_2_1.htm (…)“. (Das neue AZM. Arbeitszeitmanagement der Stundenproduktivierung. 2003, S.4) Es wird hier also vom Anwender verlangt, dass er gleichzeitig die Hilfe Dokumentation und die Web-Applikation aufruft. Die häufige Verweisung auf andere Kapitel führt auch dazu, dass die Anwender mehr verwirrt werden, als dass sie angeleitet und unterstützt würden. [...]
Prozessinformation zum Arbeitszeitmanagement: • • Den Prozessinput stellen die von den Mitarbeitern eingetragenen Arbeitsstunden dar. Die bereichsübergreifenden Schnittstellen des Arbeitszeitmanagement stellen SAP R/3, PROWEB und EOS dar. PROWEB bedeutet PROjektkontrolling durch ein WEB-basiertes Tool. Es handelt sich hier um ein Tool zur Ressourcenplanung in Projekten. EOS ist ein Tool das die Überleitung der Daten in die Gehaltsabrechnung unterstützt. • • Den definierten Output des Arbeitszeitmanagement stellen die auf Projekte weiter verrechneten (produktivierten) Stunden dar. Der Anfang des Geschäftsprozesses ist der jeweilige letzte Tag des Kalendermonats minus sieben Tage und das Ende ist der letzte Tag des Kalendermonats minus acht Tage. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832494926
Arbeit zitieren:
Thurnher, Bettina Oktober 2005: Usability bei Web-Applikationen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Siemens, Prototype, Prozess, Intranet, Dokumentation




