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Auswirkungen von Ernährungsinformationen auf das Ernährungsverhalten

Auswirkungen von Ernährungsinformationen auf das Ernährungsverhalten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nadja Dickmann
  • Abgabedatum: September 2005
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 752,4 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9378-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9378-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9378-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dickmann, Nadja September 2005: Auswirkungen von Ernährungsinformationen auf das Ernährungsverhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ernährungspolitik, Kommunikation, Psychologie, Kognition, Marketing

Diplomarbeit von Nadja Dickmann

Einleitung:

Mit dem im November 2004 in Großbritannien erschienenen Weißbuch der Volksgesundheit wird für so genannte kritische Lebensmittel eine umfangreiche Beschränkung der Werbung, die auf Kinder und Jugendliche abzielt, gefordert. Die Beschränkung soll sich nicht nur auf Fernsehwerbung beziehen, sondern auch auf Sponsoring, Promotionaktionen, Aktionen am Point of Sale, einschließlich Automatenverkauf in Schulen sowie auf Produktkennzeichnungen.

Ferner wird in Großbritannien über die Einführung einer Deklarierung von Lebensmitteln mit Hilfe eines einfachen Ampelsystems nachgedacht. Dieses System sieht vor, Lebensmittel mit jeweils einer der drei Ampelfarben zu kennzeichnen. Grün deklarierte Produkte sollen den Verbraucher z. B. darüber informieren, dass es sich um gesundheitlich unbedenkliche Nahrungsmittel handelt und diese Produkte daher unbegrenzt konsumiert werden können. Diese Art der Ernährungsinformation soll jeden Bürger in die Lage versetzen, selbst verantwortungsvolle Ernährungsentscheidungen zu treffen. Allerdings herrscht über das genaue Zuordnungssystem einzelner Lebensmittel zu den drei Farben derzeit kein Konsens.

Aus dem ersten Beispiel kann rück geschlossen werden, dass Minderjährige oft Zielgruppe von Ernährungsinformationen in Form von Werbemaßnahmen sind, welche sich nicht gesundheitsförderlich auswirken. Der Überfluss sowie die Übertragungsart dieser Ernährungsinformationen scheint nach britischer Meinung das Verhalten der Kinder und Jugendlichen negativ zu beeinflussen. Folglich sieht die britische Regierung die Notwendigkeit, die auf Kinder ausgerichtete Werbung für kritische Lebensmittel zu reglementieren, um das weit verbreitete Fehlernährungsverhalten einzudämmen.

Aus dem zweiten Beispiel kann ebenfalls abgeleitet werden, dass die Briten einen kausalen Zusammenhang zwischen Ernährungsinformationen und dem Ernährungsverhalten sehen. Denn aufklärende oder fachsprachliche Ernährungsinformationen scheinen nicht jedem Bürger für ein gesundes Ernährungsverhalten hilfreich zu sein.

In der komplexen Ernährungsproblematik ist Großbritannien gut mit den Gegebenheiten Deutschlands vergleichbar, da im europäischen Vergleich prozentual etwa ähnlich viele Bürger (20%) ein krankhaftes Ernährungsproblem aufweisen. Ebenfalls sind in Deutschland, wie im Vereinigten Königreich die meisten Menschen mit zu kritisierendem Ernährungsverhalten im sozial benachteiligten Umfeld zu finden.

Es stellt sich die Frage, ob die Briten mit ihren Bemühungen im Kampf um die Überernährung den Deutschen somit einen Schritt voraus sind. Denn die bislang existierenden Ernährungsinformationen führen nicht bei der Gesamtheit der Bevölkerung zu verantwortungsvollem Ernährungsverhalten. Wird die Bevölkerung im Informationszeitalter bereits mit Ernährungsinformationen überflutet? Haben Informationen zu Lebensmitteln die Macht, das Ernährungsverhalten zu beeinflussen? Zusammengefasst ergibt sich die Frage, wie Ernährungsinformationen auf das Ernährungsverhalten wirken.

Gang der Untersuchung:

Das Ziel dieser Arbeit ist es daher, anhand des Informationsprozesses Wirkungen von Ernährungsinformationen auf das Ernährungsverhalten zu untersuchen. Dazu ist es im ersten Schritt notwendig, den Kommunikationsprozess vom Sender der Ernährungsinformationen zum Empfänger zu untersuchen.

Im zweiten Schritt, der den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet, werden die Auswirkungen der Kommunikationsphase beim Rezipienten untersucht.

Um die oben gestellten Fragen zu beantworten, sind theoretische Kenntnisse darüber nötig, wie Informationen Verhalten beeinflussen können. Dazu werden zu Beginn grundlegende Lerntheorien vorgestellt, die in ihrer Gesamtheit menschliches Verhalten und dessen Veränderung erklären.

Ein anschließender Überblick über die thematische Gliederung erfolgt mit Hilfe eines Modells zum Ernährungsinformationsprozess. Entlang des Informationsprozesses wird - jeweils auch unter dem Blickwinkel des Lernens - aufgeführt, wie Sender von Ernährungsinformationen anhand ihrer Sendeabsichten unterschieden werden können, wie Ernährungsinformationen systematisiert werden können und welche Übermittlungsmöglichkeiten genutzt werden können. Um zu verstehen, wie Ernährungsinformationen auf den Empfänger wirken, wird davor geklärt, in welche Gruppen sich die Rezipienten untergliedern lassen.

In der Lernphase wird untersucht, welchen Einflüssen die Informationsverarbeitung im Rezipienten unterliegt und diese das Verhalten prägt. In abschließenden Ausführungen wird vorwiegend mit Hilfe von Studien untersucht, wie sich verschiedene Bereiche des Informationsprozesses auf das Ernährungsverhalten des Empfängers auswirken. Durch eine kritische Betrachtung des Informationsprozesses werden Verbesserungspotentiale aufgedeckt. Daraus entstehen Vorschläge, wie Ernährungsinformationen gestaltet sein sollten, um bei ausgewählten Rezipienten ein erwünschtes Ernährungsverhalten zu erzielen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Psychologische Theorien 3
2.1 Behavioristische Lerntheorien 3
2.2 Kognitive Lerntheorie 9
3. Prozess der Ernährungsinformation 13
3.1 Sender 18
3.1.1 Staaten und unabhängige Institute 18
3.1.2 Unternehmen und Unternehmensverbände 21
3.1.3 Journalismus und freie Presse 24
3.1.4 Individuelles Umfeld 25
3.2 Ernährungsinformationen 27
3.3 Transfertechniken 30
3.3.1 Art des Transfers 30
3.3.2 Transfermittel 31
3.4 Empfänger 38
3.4.1 Multiplikatoren 38
3.4.2 Endverbraucher 39
3.5 Beeinflussung der Informationsverarbeitung 45
3.5.1 Wahrnehmung 45
3.5.2 Involvement 47
3.5.3 Einstellung 50
3.5.4 Wissen 53
3.6 Wirkung auf das Ernährungsverhalten 56
3.6.1 Sender 56
3.6.2 Ernährungsinformationen 58
3.6.3 Transfertechniken 60
3.6.4 Rezipienten 61
3.6.5 5aDay-Kampagne 62
4. Fazit und Verbesserungsvorschläge 64
Literaturverzeichnis 69
Erklärung 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

(OLTERSDORF und ECKE 2003, S. 9), entweder weil dieses „eigene Handeln“ unterschätzt wird, oder weil die Sender wenig Möglichkeiten sehen, ihre Informationen auf diese Art zu transportieren. Emotionale Reize: Emotionale Reize lassen sich grob in angenehme und unangenehme Gefühlsanregungen einteilen. Werden emotionale Reize wiederholt mit Ernährungsinformationen verknüpft, können nach den Gesetzmäßigkeiten der klassischen Konditionierung emotionale Erlebniswerte entstehen (KROEBER-RIEL und WEINBERG 1999, S. 601). Nach erfolgter Konditionierung werden die auf diese Art kommunizierten Informationen der emotionalen Ausrichtung (freudig, ängstlich, ...) entsprechend beurteilt. Wortbedeutungen oder Einstellungen können also durch z. B. emotionale Werbung konditioniert werden. Durch Konditionierung haben bereits relativ schwache Emotionen einen Effekt auf das Entscheidungsverhalten (SCHMIDT-ATZERT 1996, S. 193). Die freie Presse und auch die freie Wirtschaft nutzen diesen Einfluss und senden beim Kommunizieren gleichzeitig emotiona36 [...]

risch), den Mund (gustatorisch) erregt. Die Nahsinne (tasten, riechen, schmecken) kommen zur Beurteilung von Informationen zu Lebensmitteln vor dem Essen kaum zum Einsatz. Ernährungsinformationen erreichen den Rezipienten vor allem über seine Fernsinne (sehen und hören), denn sehr viele Informationen werden massenmedial über Fernsehen, Printmedien und die Verpackungen versendet. Für das Erlernen neuer Ernährungsweisen sollten so viele Kanäle (Sinne) wie möglich genutzt und angesprochen werden, denn spätestens beim Essen wird die Mehrzahl der Sinne gleichzeitig gereizt und durch diese bewertet (OLTERSDORF und ECKE 2003, S. 60). Das Essen wird mit den Augen gesehen und mit den Händen zum Mund geführt, ein appetitlich aussehendes Gericht oder ein gut riechendes Nahrungsmittel erweckt mehr Esslust als z. B. ein blau gefärbter Joghurt oder ein geruchloses Stück Obst. Beim Essen erfühlt die Zunge die Textur verschiedener Lebensmittel, das Ohr hört z. B. ein Knacken beim Zerkauen von Keksen oder Schokolade. Ein Lebensmittel wird also stark nach dem Geschmack beurteilt (KIEFER et al. 2000, S. 4). Werden Ernährungsinformationen mit Gesundheitswert dem Empfänger in Form von Selbsterfahrung vermittelt, werden gleichzeitig handlungsrelevante und entscheidungsorientierte Kenntnisse mitgeliefert. Zudem werden Ernährungsinformationen [...]

Themen werden dazu in attraktive Unterhaltungsangebote wie z. B. Fernseh- oder Radioserien, Musikangebote, Comics, Videospiele integriert. Insbesondere Seriendramen und Seifenopern und fiktionale Formate scheinen auf jüngere Rezipienten attraktiv zu wirken und erwiesen sich daher als besonders geeignet aufzuklären und Verhaltensweisen zu ändern (TURAN 2002, S. 9). Informationsübertragung in Form von Edutainment versucht, durch das Modell-Lernen gewünschte Verwaltensweisen zu verstärken oder auch zu etablieren. Zur Erinnerung sei wiederholt, dass beim Imitationslernen nach Bandura ein Verhalten im Wesentlichen durch die Beobachtung von Modellen und durch den Einfluss von Belohnung und Bestrafung erlernt wird (LAMPERT 2003, S. 34 f.). Ernährungsinformationen, welche durch das Medium Fernsehen übertragen werden, können auch die Bevölkerungsschichten erreichen, die durch andere Medien schwer zugänglich sind und deren Ernährungsverhalten als weniger günstig anzusehen ist (RÖSSLER und WILLHÖFT 14 2004, S. 377). Dass Infotainment erfolgreich ist, aber auch Grenzen hat, zeigt dieses Zitat von WIRTH und SCHULZE (2003, S. 21 f.): [...]

Arbeit zitieren:
Dickmann, Nadja September 2005: Auswirkungen von Ernährungsinformationen auf das Ernährungsverhalten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ernährungspolitik, Kommunikation, Psychologie, Kognition, Marketing

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