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Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexandra Bruun
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 83 Seiten
  • Dateigröße: 577,1 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9149-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9149-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9149-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bruun, Alexandra Mai 2005: Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gleichberechtigung, Arbeitsmarkt, Frau, Erwerbsbeteiligung, internationaler Vergleich

Diplomarbeit von Alexandra Bruun

Problemstellung:

Vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher Bedingungen und Erfordernisse kommt dem Thema Kinderbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland eine zunehmend höhere gesamtwirtschaftliche Bedeutung zu.

Bildungsökonomisch betrachtet übernimmt die institutionelle Kinderbetreuung einen gesetzlich verankerten Bildungsauftrag und soll die Grundlagen für die Heranbildung zukunftssichernden Humankapitals schaffen. Die alarmierenden Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie aus dem Jahr 2003 haben dazu angeregt, die Qualität der Kinderbetreuung zu überprüfen, und das Augenmerk stärker auf frühkindliche Erziehung zu legen. Denn hier wird der Grundstein für das Leistungs- und Bildungspotential des Individuums gelegt - „die Weichen werden schon vor der Schule gestellt“.

Aus arbeitsmarktökonomischer Sicht begründen langfristige demographische und gesellschaftliche Veränderungen die Notwendigkeit einer stärkeren Partizipation der Frau am Erwerbsleben. In einer alternden und von Geburtenrückgängen gezeichneten Gesellschaft kommt der Frauenerwerbsquote eine Schlüsselrolle zu im Bezug auf die Aufrechterhaltung der Tragfähigkeit der Sozialversicherungssysteme und die Deckung eines für absehbare Zeit prognostizierten Mangels an (hoch)qualifizierten Fachkräften. Das Dilemma der gleichzeitigen Erfordernis einer höheren Frauenerwerbsquote und einer höheren Geburtenquote macht eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage nach Ansatzpunkten zur Verbesserung der Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf notwendig. In diesem Zusammenhang spielt der quantitative Ausbau des Kinderbetreuungsangebots als Teil einer neuen nachhaltigen Familienpolitik eine zentrale Rolle. Er wird als ein grundlegendes Instrument betrachtet, welches die Chancengleichheit der Frau auf dem Arbeitsmarkt fördern und somit die ökonomische Ausschöpfung getätigter Humankapitalinvestitionen ermöglichen soll.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine Analyse der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der institutionellen Kinderbetreuung in Deutschland aus beiden vorgestellten Perspektiven. Im Rahmen einer humankapitaltheoretischen Betrachtung der Rentabilität von Investitionen in die Kinderbetreuungsstruktur werden beide Perspektiven vereint.

Denn humankapitaltheoretisch stellt sich aus beiden Perspektiven die gleiche Frage: Handelt es sich beim bildungsökonomisch geforderten qualitativen Ausbau und dem aus arbeitsmarktökonomischer Sicht postulierten quantitativen Ausbau der Kinderbetreuung um gesamtwirtschaftlich rentable Investitionen. Oder rechtfertigt ein nicht ausreichend starker Kausalzusammenhang zwischen Instrument und Wirkung keine hohen Investitionen in den Ausbau der Kinderbetreuung? Eine angemessene Beurteilung des Kosten-Nutzen Verhältnis kann nur erfolgen, wenn die Auswirkungen einer qualitativ verbesserten Betreuungsstruktur auf das Bildungspotential und die Effekte einer quantitativ verbesserten Betreuungsstruktur auf den Arbeitsmarkt berücksichtigt werden.

Im Fokus steht daher eine Darlegung des Status Quo der Kinderbetreuungseinrichtungen im Zusammenhang mit der Erwerbsbeteiligung der Frau. Dargelegt anhand der aktuellsten Daten aus dem Jahr 2005 wird die Betreuungssituation in Deutschland in einen internationalen Kontext gebracht. Vor diesem Hintergrund wird die Erwerbsbeteiligung und ihre tatsächlichen Präferenzen analysiert. Graphiken und Tabellen veranschaulichen dabei die Erwerbsbeteiligung der Frau auf dem Arbeitsmarkt, eingeteilt in unterschiedliche Bewertungskriterien. Anhand eines fundierten internationalen Vergleichs wird die Situation dargestellt und Einschränkungen sowie mögliche Verbesserungsvorschläge vorgestellt. Abschließend wird eine Kosten Nutzen Analyse durchgeführt, welche die Perspektiven und Kosten eines Betreuungsausbaus mit den Möglichkeiten einer Erwerbserhöhung der Frauen gegenüberstellt.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit setzt sich aus sechs Teilen zusammen. Im Anschluss an die Einführung in die Thematik im ersten Teil der Arbeit werden die Grundlagen der Humankapitaltheorie als Basis und Ausgangspunkt der weiteren Argumentation im zweiten Teil kurz vorgestellt.

Der dritte Teil gibt einen detaillierten Überblick über den Status Quo der institutionellen Kinderbetreuung in Deutschland und analysiert die Qualität der Kinderbetreuungseinrichtungen unter verschiedenen Gesichtspunkten aus einer bildungspolitischen Perspektive. Ein internationaler Vergleich soll Gedankenanstöße für mögliche Ansatzpunkte einer Qualitätsverbesserung liefern und rundet den dritten Teil ab.

Der vierte Teil beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zunächst werden Gründe für die gesamtwirtschaftliche Notwendigkeit einer stärkeren Teilnahme der Frau am Erwerbsleben dargelegt. Anschließend wird ein Überblick über die derzeitige Erwerbsbeteiligung der Frau gegeben. Davon ausgehend wird nach den Bedingungsfaktoren der derzeit niedrigen Frauenerwerbsquote gesucht. Der Fokus liegt hierbei auf der Betrachtung des quantitativen Ausbaus der Kinderbetreuung als einer erklärenden Variable. Darauf aufbauend werden mögliche Auswirkungen eines mangelhaften quantitativen Ausbaus der Kinderbetreuung aufgezeigt.

Im fünften Teil wird die Frage nach der gesamtwirtschaftlichen Rentabilität eines qualitativen (siehe Teil 3) bzw. quantitativen (siehe Teil 4) Ausbaus der Kinderbetreuung erörtert. Eine Kosten-Nutzen Analyse soll Aufschluss darüber geben, inwiefern eine qualitative bzw. quantitative Verbesserung der Kinderbetreuungsstruktur von gesamtwirtschaftlichem Nutzen ist und diesen mit den Investitionskosten ins Verhältnis setzen.

Im abschließenden sechsten Teil der Arbeit wird ein Fazit gezogen, welches die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammenfasst und darüber hinaus einen kurzen Ausblick gibt.

Das ‚Program for International Student Assessment' (PISA) der OECD hat zum Ziel, alltagsrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten 15-jähriger Schüler zu messen. PISA wird seit dem Jahr 2000 in dreijährigem Turnus in den meisten Mitgliedsstaaten der OECD und einer zunehmenden Anzahl von Partnerstaaten durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG 1
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG 2
1.3 ABGRENZUNG UND EINSCHRÄNKUNGEN 3
2. Grundlagen der Humankapitaltheorie 4
3. Qualitätsanalyse der Kinderbetreuungseinrichtungen 8
3.1 BILDUNGS- UND ERZIEHUNGSAUFTRAG IM ELEMENTARBEREICH 8
3.2 TYPOLOGIE DER KINDERBETREUUNGSEINRICHTUNGEN IN DEUTSCHLAND 11
3.3 DEFINITION VON QUALITÄT UND QUALITÄTSINDIKATOREN 11
3.4 STRUKTURELLE QUALITÄTSINDIKATOREN 12
3.4.1 Träger und Verantwortlichkeit 12
3.4.2 Finanzierungsstruktur 13
3.4.3 Betreuungsangebot 14
3.4.3.1 Betreuungsangebotstruktur nach Einrichtungsart 14
3.4.3.2 Versorgungsquoten für Krippen- und Kindergartenkinder 15
3.4.3.3 Versorgungsquoten nach zeitlichem Umfang der Betreuung 15
3.4.3.4 Besuchsquote 16
3.4.4 Fachkräfte 17
3.4.4.1 Professionalisierung der Fachkräfte 17
3.4.4.2 Vergütung der Fachkräfte 19
3.5 KONTEXTUELLER QUALITÄTSINDIKATOR: BILDUNGSPLÄNE 20
3.6 INTERNATIONALER VERGLEICH 21
3.7 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 25
4. Vereinbarkeit von Familie und Beruf 26
4.1 NOTWENDIGKEIT EINER STÄRKEREN ERWERBSBETEILIGUNG DER FRAU 27
4.1.1 Demographische Entwicklungstendenzen 27
4.1.2 Nachfrage nach Fachkräftepotential 28
4.1.3 Gesellschaftliche Veränderungen 30
4.2 ERWERBSBETEILIGUNG VON FRAUEN IN DEUTSCHLAND 30
4.2.1 Status Quo 30
4.2.2 Gegenüberstellung des Status Quo und tatsächlicher Präferenzen 33
4.3 URSACHEN DER GERINGEN ERWERBSBETEILIGUNG DER FRAU 35
4.3.1 Gesellschaftliche Werte und Einstellungen 35
4.3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen 36
4.3.2.1 Exkurs: Erziehungszeit - Gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland 37
4.3.3 Mangelndes öffentliches Kinderbetreuungsangebot 37
4.3.3.1 Charakteristika des institutionellen Kinderbetreuungsangebots 37
4.3.3.2 Zusammenhang zwischen Erwerbsbeteiligung und Betreuungsangebot 38
4.3.3.3 Einfluss des Elternbeitrags 39
4.4 AUSWIRKUNGEN EINES NICHT BEDARFSGERECHTEN BETREUUNGSANGEBOTS 41
4.4.1 Ausgedehnte Erwerbspausen und ihre Konsequenzen 41
4.4.1.1 Karrierenachteile und Einkommenseinbußen 43
4.4.1.2 Teilzeitarbeit - Chancen und Risiken 45
4.4.2 Perspektiven ausgewählter Personengruppen 46
4.4.2.1 Alleinerziehende 46
4.4.2.2 Akademikerinnen 47
4.5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 49
5. Kosten-Nutzen Vergleich 49
5.1 KOSTEN EINES QUANTITATIVEN UND QUALITATIVEN AUSBAUS 50
5.1.1 Ausgaben der öffentlichen Jugendhilfen für Kindertagesbetreuung 50
5.1.2 Kosten eines Kinderbetreuungsplatzes 51
5.2 NUTZEN 51
5.2.1 Nutzen eines qualitativen Ausbaus der Kinderbetreuung 51
5.2.2 Nutzen eines quantitativen Ausbaus der Kinderbetreuung 53
5.3 ANSÄTZE EINER QUANTIFIZIERUNG DES KOSTEN-NUTZEN-VERHÄLTNIS 56
5.4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 57
6. Fazit 57
7. Anhang 60
7.1 ERWERBSBETEILIGUNG UND BESUCHSQUOTE IM INTERNATIONALEN VERGLEICH 60
8. Literaturverzeichnis 61
9. Eidesstattliche Erklärung 76

Arbeit zitieren:
Bruun, Alexandra Mai 2005: Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gleichberechtigung, Arbeitsmarkt, Frau, Erwerbsbeteiligung, internationaler Vergleich

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