Das Controllingkonzept in der Landesverwaltung Schleswig-Holstein
Stand der Umsetzung in ausgewählten Pilotbehörden und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Ina Koller
- Abgabedatum: Dezember 2004
- Umfang: 139 Seiten
- Dateigröße: 804,0 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Kiel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9067-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9067-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9067-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Koller, Ina Dezember 2004: Das Controllingkonzept in der Landesverwaltung Schleswig-Holstein, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Verwaltungscontrolling, Steuerungsmodell, NSM, Haushalt, Budgetierung
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Diplomarbeit von Ina Koller
Zusammenfassung:
Die öffentliche Verwaltung in Deutschland sieht sich in der jüngeren Vergangenheit einem wachsenden Veränderungs- und Modernisierungsdruck ausgesetzt. Staatliches Handeln im Spannungsverhältnis von Markt, Politik und Gesellschaft muss sich zunehmend an den Prinzipien von Effektivität und Effizienz ausrichten. Ein zentraler Ansatz zur Modernisierung der Verwaltung ist die Einführung neuer Steuerungsformen und -instrumente. Ihr Einsatz soll vor allem zu einer verstärkten Ergebnisorientierung in der Verwaltung führen.
Das Land Schleswig-Holstein gilt neben Baden-Württemberg als eines der führenden Länder im Modernisierungsprozess. Bereits seit 1993 ist die Modernisierung der Landesverwaltung Schwerpunkt der Regierungsarbeit. Mit einem Eckwertebeschluss der Landesregierung zur Flexibilisierung des Haushaltsrechts wurde 1995 die Grundlage für Projekte und Modellvorhaben in verschiedenen Ressorts geschaffen. Ein wichtiges Instrument zur effektiveren und effizienteren Steuerung ist ein modernes Controllingsystem. Es steht im Fokus der neuen Steuerungsformen. Das globale Ziel des Controllings im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung ist die Verbesserung der Führungs- und Steuerungsfähigkeit sowie die Erhöhung der Transparenz bei den Kosten und Leistungen.
Das Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, inwieweit die Einführung des Controllingsystems in der Landesverwaltung Schleswig-Holstein fortgeschritten ist.
Dazu werden zunächst die Grundlagen des Verwaltungscontrollings dargestellt. Ebenso werden die rechtlichen Grundlagen, die Systematik und die Funktionsweise des Haushaltswesens als bisheriges Steuerungsverfahren herausgearbeitet.
Im praktischen Teil der Arbeit wird der Stand und die Anwendung des Controllings in ausgewählten Pilotbehörden untersucht. Dazu werden in folgenden Behörden Interviews mit den Controllingbeauftragten durchgeführt:
- Landesforstverwaltung Schleswig-Holstein.
- Staatliche Internatsschule für Hörgeschädigte.
- Landesarchiv Schleswig-Holstein.
Aus den Erkenntnissen der Pilotprojekte werden Rückschlüsse für eine landesweite Umsetzung gezogen. Empfehlungen, die dem Fortschritt bei der Einführung des Controllings in der gesamten Landesverwaltung dienen, werden herausgearbeitet und dargestellt.
Textauszug aus Kapitel 4.3.2. „Outputorientierte Budgetierung“:
Neben den Pilotbehörden wird die Budgetierung - zunächst noch inputorientiert - 1998 im Personalbereich erprobt. Aufgrund dieser und der Erfahrungen in den Pilotbehörden stellt die Landesregierung 1999 in Abstimmung mit dem Landtag ein Konzept zur Einführung der outputorientierten Budgetierung vor. Es soll eine klare Trennung der politisch-strategischen Führung von der betrieblich-operativen Führung ermöglichen. Das Konzept sieht im Einzelnen vor, dass mit dem Parlament Zielvereinbarungen in Form von Zusätzlichen Erläuterungen vor der Budgetierung einzelner Bereiche zu treffen sind.
Im Rahmen des neuen Haushaltsaufstellungsverfahrens entscheidet die Landesregierung zunächst über ein Globalbudget (Gesamtausgabevolumen des kommenden Haushaltsjahres). Dabei werden die politisch-strategischen Zielvorgaben des Parlaments und Maßnahmenvorschläge der Landesverwaltung berücksichtigt. Im zweiten Schritt beschließt das Parlament den Haushalt auf Basis der Zusätzlichen Erläuterungen. Das Globalbudget wird in Form von Teilbudgets den Aufgabenfeldern der Fachressorts zugeordnet. Die Teilbudgets werden im Rahmen von Verwaltungskontrakten auf die einzelnen Verwaltungsbereiche heruntergebrochen. Hierbei vereinbaren Landesregierung und Verwaltungsführung Ziele. An dieser Stelle wird über eine detaillierte Struktur der Verwaltungsausgaben verhandelt.
Der Haushaltsvollzug erfolgt dezentral in eigener Verantwortung der Behörden. Diese vergleichen auf Basis des internen Berichtswesens die Ergebnisse mit den Zielen und leiten bei Abweichungen Gegensteuerungsmaßnahmen. Damit ist die Zusammenführung von Fach- und Ressourcenverantwortung gewährleistet.
Bei der Outputorientierten Budgetierung werden Daten aus dem kameralen System mit qualitativen Informationen ergänzt. Das können angestrebte Mengen und Qualitäten sowie Kennzahlen zur Empfängerorientierung und Leistungswirkung sein.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | 3 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 6 | |
| Abbildungsverzeichnis | 8 | |
| Verzeichnis der Anhänge | 9 | |
| 1. | Einleitung | 10 |
| 1.1 | Problemstellung und Ziel der Arbeit | 10 |
| 1.2 | Vorgehensweise | 12 |
| 2. | Controlling in der öffentlichen Verwaltung | 14 |
| 2.1 | Definition | 14 |
| 2.2 | Aufgaben und Bedeutung | 15 |
| 2.2.1 | Planung | 18 |
| 2.2.2 | Kontrolle | 18 |
| 2.2.3 | Steuerung | 19 |
| 2.2.4 | Information | 19 |
| 2.3 | Abgrenzungen | 20 |
| 2.3.1 | Strategisches und operatives Controlling | 20 |
| 2.3.2 | Politisches Controlling und Verwaltungscontrolling | 21 |
| 2.3.3 | Abgrenzung zum Controlling in der Privatwirtschaft | 23 |
| 2.4 | Organisatorische Einbindung | 25 |
| 2.4.1 | Zentrales, dezentrales und Selbst-Controlling | 25 |
| 2.4.2 | Controlling-Ebenen | 26 |
| 2.5 | Das Neue Steuerungsmodell | 29 |
| 2.5.1 | Reformansatz der KGSt | 30 |
| 2.5.2 | Controlling und andere Neue Steuerungsinstrumente | 32 |
| 2.5.2.1 | Produktbildung | 33 |
| 2.5.2.2 | Budgetierung | 35 |
| 2.5.2.3 | Kosten- und Leistungsrechnung | 37 |
| 2.5.2.4 | Zielvereinbarungen und Kontraktmanagement | 39 |
| 2.5.2.5 | Kennzahlen und Indikatoren | 43 |
| 2.5.2.6 | Berichtswesen | 44 |
| 2.5.2.7 | Balanced Scorecard | 45 |
| 2.5.2.8 | Benchmarking | 46 |
| 3. | Das Haushaltswesen | 48 |
| 3.1 | Rechtliche Grundlagen | 48 |
| 3.2 | Bedeutung des Haushaltsplans | 50 |
| 3.3 | Haushaltssystematik | 53 |
| 3.3.1 | Gesamtplan | 53 |
| 3.3.2 | Einzelpläne | 54 |
| 3.3.3 | Anlagen | 56 |
| 3.4 | Mittelfristige Finanzplanung | 56 |
| 3.5 | Verwaltungskameralistik | 57 |
| 3.5.1 | Aufgaben | 57 |
| 3.5.2 | Grundzüge des kameralistischen Buchungsverfahrens | 59 |
| 3.6 | Kritische Betrachtung der bisherigen Verfahren | 60 |
| 4. | Controllingrelevante Modernisierungsaspekte in der Landesverwaltung Schleswig-Holstein | 64 |
| 4.1 | Aufbau der Landesverwaltung Schleswig-Holstein | 64 |
| 4.2 | Modernisierungsschwerpunkte | 64 |
| 4.2.1 | Schwerpunkt der Regierungsarbeit | 64 |
| 4.2.2 | Modernisierungsansätze | 67 |
| 4.2.3 | Rahmenvereinbarungen | 68 |
| 4.2.4 | Projektorganisation | 69 |
| 4.3 | Neue Steuerungsinstrumente | 71 |
| 4.3.1 | Flexibilisierung | 71 |
| 4.3.2 | Outputorientierte Budgetierung | 73 |
| 4.3.3 | Kosten- und Leistungsrechnung | 74 |
| 4.3.4 | Controlling | 75 |
| 4.3.4.1 | Grundlagenpapier zur Zielbildung und Zieldefinition | 76 |
| 4.3.4.2 | Rahmenkonzept Controlling für die Landesverwaltung Schleswig-Holstein | 77 |
| 4.4 | Darstellung der Modellprojekte | 78 |
| 4.4.1 | Landesforstverwaltung | 79 |
| 4.4.2 | Staatliche Internatsschule für Hörgeschädigte | 82 |
| 4.4.3 | Landesarchiv Schleswig-Holstein | 84 |
| 5. | Beurteilungsleitfaden zum Umsetzungsstand des Controllings in Verwaltungseinheiten | 87 |
| 5.1 | Voraussetzungen | 90 |
| 5.2 | Planung | 90 |
| 5.3 | Kontrolle | 91 |
| 5.4 | Steuerung | 91 |
| 5.5 | Information | 92 |
| 6. | Anwendung des Beurteilungsleitfadens auf die Pilotbehörden | 93 |
| 6.1 | Landesforstverwaltung | 93 |
| 6.1.1 | Voraussetzungen | 93 |
| 6.1.2 | Planung | 95 |
| 6.1.3 | Kontrolle | 95 |
| 6.1.4 | Steuerung | 97 |
| 6.1.5 | Information | 97 |
| 6.1.6 | Zusammenfassung und Bewertung | 98 |
| 6.2 | Staatliche Internatsschule für Hörgeschädigte | 101 |
| 6.2.1 | Voraussetzungen | 101 |
| 6.2.2 | Planung | 102 |
| 6.2.3 | Kontrolle | 103 |
| 6.2.4 | Steuerung | 104 |
| 6.2.5 | Information | 105 |
| 6.2.6 | Zusammenfassung und Bewertung | 105 |
| 6.3 | Landesarchiv | 107 |
| 6.3.1 | Voraussetzungen | 107 |
| 6.3.2 | Planung | 108 |
| 6.3.3 | Kontrolle | 109 |
| 6.3.4 | Steuerung | 110 |
| 6.3.5 | Information | 110 |
| 6.3.6 | Zusammenfassung und Bewertung | 110 |
| 6.4 | Behördenübergreifende Bewertung und Empfehlungen | 112 |
| 7. | Fazit und offene Fragestellungen | 120 |
| 8. | Verzeichnis der Quellen | 124 |
| 8.1 | Literatur | 124 |
| 8.2 | Persönliche Auskünfte | 128 |
| Anhang 1 | Grundsätze für eine geordnete und wirtschaftliche Haushaltsführung | 129 |
| Anhang 2 | Auszug aus dem Einzelplan 13, Kapitel 1309 „Forstämter“ | 130 |
| Anhang 3 | Leitbild der Landesregierung Schleswig-Holstein | 131 |
| Anhang 4 | Flexibilisierungsklauseln der LHO | 133 |
| Anhang 5 | Organisationsstruktur der Landesforstverwaltung Schleswig-Holstein | 134 |
| Anhang 6 | Darstellung der Ergebnisse aus den Behördenbefragungen | 135 |
Die kameralistische Buchführung arbeitet im Gegensatz zur doppelten Buchführung lediglich mit Ausgaben und Einnahmen bzw. Auszahlungen und Einzahlungen.114 In ihr werden die rechnerischen Voraussetzungen zur Verfolgung der finanzwirtschaftlichen Ziele geschaffen. Zum Nachweis der Ein- und Auszahlungen werden Zeitbücher und Sachbücher geführt. ♦ Das wichtigste Element der Zeitbücher ist das Hauptzeitbuch, in dem alle Kassenvorgänge, das heißt alle Einzahlungen und Auszahlungen in zeitlicher Reihenfolge erfasst werden. Zu den Zeitbüchern gehören außerdem Hilfsbücher, wie Tagesnachweise, das Tagesabschlussbuch und die Vorbücher zum Hauptbuch. ♦ Das wesentliche Element der Sachbücher ist das Titelbuch, dessen Gliederung mit den Einzelplänen des Haushaltsplans übereinstimmt. Es hat die Aufgabe, alle mit der Ausführung des Haushaltsplans verbundenen Vorgänge den jeweils betroffenen Einnahmeund Ausgabeansätzen zuzuordnen. Dazu ist für alle veranschlagten Einnahmen und Ausgaben, das heißt für jede Buchungsstelle im Titelbuch, ein Sachbuchkonto angelegt. [...]
Die kameralistische Buchführung von Bund, Ländern und Kommunen unterscheidet sich stark vom doppischen System privater Unternehmungen. Die Kameralistik ist eine Geld- und Finanzrechnung, die den Erfordernissen der staatlichen Haushalte durch exakte Aufzeichnungen der Einnahmen und Ausgaben gerecht wird. Auswirkungen von Haushaltsentscheidungen auf die Gesamtwirtschaft werden deutlich gemacht. Das kameralistische System gestattet zu jedem Zeitpunkt innerhalb eines Haushaltsjahres die Überprüfung der Ausschöpfung des finanziellen Rahmens und somit die Feststellung der noch verfügbaren Mittel. In erster Linie werden die folgenden finanzwirtschaftlichen Rechnungsziele verfolgt:113 ♦ Nachweis des Haushaltsplanvollzugs Durch die Haushaltsrechnung wird dargelegt, ob die veranschlagten Einnahmen aufgekommen sind und ob sich die Ausgaben im Rahmen der Ausgabenbewilligung gehalten haben. Haushaltsüberschreitungen und außerplanmäßige Einnahmen werden erfasst. ♦ Haushaltswirtschaftlicher Ergebnisausweis Das Ergebnis ergibt sich aus der Differenz zwischen den Ist-Einnahmen und Ist-Ausgaben des staatlichen Haushalts. Es kann sich ein Haushaltsausgleich, Überschuss oder Fehlbetrag ergeben. Dieses Ergebnis kann nicht als Erfolg im betriebswirtschaftlichen Sinn gedeutet werden, sondern ist eine rein finanzwirtschaftliche Größe. ♦ Nachweis des Kassenbestandes Die Verwaltungskameralistik weist die ordnungsgemäße Kassenführung nach und ermöglicht die Kontrolle über den Zahlungsmittelbestand und seinen Veränderungen. [...]
Vorausbelastungen aus bisherigen Maßnahmen zu erwarten sind und wie groß der Spielraum für die Übernahme neuer Aufgaben ist.“110 Der Finanzplan wird jährlich an die geänderten wirtschaftlichen Bedingungen angepasst und fortgeführt (gleitender Finanzplan). Somit ist der Vergleich früherer Planungsansätze mit den tatsächlichen Haushaltsergebnissen nicht aussagekräftig. Die Kontrolle früherer Planungen ist kein Bestandteil der Finanzplanung. In der Bundesrepublik besteht für alle Länder die Verpflichtung zur Finanzplanung. Sie ist spätestens mit dem Entwurf des Haushaltsgesetzes für das nächste Jahr vorzulegen.111 Im Gegensatz zu den vom Parlament zu beschließenden jährlichen Haushaltsplänen kommt dem Finanzplan lediglich Programmcharakter zu. Er ist ein Regierungsplan. Er wird in der Regel vom Finanzminister aufgestellt und dem Landtag zur Kenntnisnahme vorgelegt. Die konkrete Umsetzung findet sich in der Ausführung des Haushaltsplans. 3.5. 3.5.1. Verwaltungskameralistik Aufgaben [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832490676
Arbeit zitieren:
Koller, Ina Dezember 2004: Das Controllingkonzept in der Landesverwaltung Schleswig-Holstein, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Verwaltungscontrolling, Steuerungsmodell, NSM, Haushalt, Budgetierung




