Bachelor + Master Publishing
765 Bachelorarbeiten, 508 Masterarbeiten, 10.071 Diplomarbeiten

Präventivmedizinisch bedeutsame Auswirkungen eines speziellen Bewegungs- und Ernährungsprogramms

Präventivmedizinisch bedeutsame Auswirkungen eines speziellen Bewegungs- und Ernährungsprogramms
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Till Sukopp
  • Abgabedatum: Dezember 2004
  • Umfang: 140 Seiten
  • Dateigröße: 3,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8842-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8842-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8842-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sukopp, Till Dezember 2004: Präventivmedizinisch bedeutsame Auswirkungen eines speziellen Bewegungs- und Ernährungsprogramms, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sportmedizin, Gesundheit, Gewichtsreduktion, Training, Fitness

Dissertation / Doktorarbeit von Till Sukopp

Gang der Untersuchung:

Wir erleben gerade die größte Umbruchsituation in der Geschichte der Medizin. Stand bisher die Therapie im Vordergrund von Forschung, Lehre und Praxis, so verlagern sich die Schwerpunkte seit Ausklang des letzten Jahrhunderts immer mehr in Richtung Prävention. Die Vermeidung vieler Krankheiten muss mehr im Vordergrund stehen, weil dadurch die Lebensqualität der betroffenen Personen weitestgehend erhalten bleiben oder sogar verbessert werden kann.

Derzeit sterben jährlich über 19 Millionen Menschen an den Folgen von Gefäßkrankheiten. Allein in Deutschland wird die Zahl von jährlich 280.000 Herzinfarkten bis 2010 auf über 340.000 ansteigen. Über 150 Millionen Menschen sind weltweit an Diabetes mellitus erkrankt, wobei die Dunkelziffer hoch ist und mit einer erheblichen Prävalenz in den kommenden Jahren gerechnet werden muss. So erkranken in Deutschland jährlich 350.000 Menschen an Typ-2-Diabetes. Das Gesundheitssystem kann die immer größer werdenden finanziellen Ausgaben immer weniger tragen. Die Behandlungskosten allein von Diabetes-Patienten betragen in Deutschland 23 Milliarden Euro pro Jahr.

Durch Vermeidung oft selbst herbeigeführter oder mitverursachter Risiken kann einem Großteil der Zivilisations- und Wohlstandserkrankungen wirksam vorgebeugt und entgegengetreten werden. Effektive und effiziente Programme zur Vorbeugung und Gesundheitsförderung können sowohl die Lebensqualität, als auch die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung nachhaltig verbessern und einen Teil der sonst anfallenden Kosten vermeiden.

Alle Empfehlungen zur Prävention sind jedoch nur so wirksam wie ihre praktische Umsetzung. Zwar werden die positiven Auswirkungen von Bewegung, Training und Sport auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts vermehrt untersucht und publiziert, doch obwohl dem Großteil der Bevölkerung die vielfältigen positiven Auswirkungen sportlicher Aktivität und gesunder Ernährung bewusst sind, ist die Umsetzung dieses Wissens nach über 40 Jahren immer noch ungenügend. Untersuchungen zeigen, dass 85 bis 90 Prozent der erwachsenen Bundesbürger nicht im präventivmedizinisch empfohlenen Rahmen von zwei bis vier Stunden pro Woche sportlich aktiv sind.

Um die regelmäßige Umsetzung des präventivmedizinischen Wissens in die Praxis zu erleichtern, gilt es einfache und im Alltag praktikable Konzepte zu entwickeln, damit ein mittel- bis langfristig aktiver und gesundheitskonformer Lebensstil übernommen und beibehalten werden kann. Es zeigt sich jedoch, dass für den mittelfristigen Erfolg von Gesundheitsförderungsprogrammen eine mehrmonatige Betreuung notwendig zu sein scheint.

Ein spezielles praxisnahes Konzept mit einem zweitägigen Gesundheitsseminar und einer sich anschließenden zeit- und ortsunabhängigen E-Mail-Betreuung hat sich hier als sehr effektiv für den Einstieg und die Compliance in den ersten drei Monaten erwiesen. Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen waren beachtlich. Bisher liegen jedoch noch keine Untersuchungen über die Langzeitwirkungen eines derartigen Betreuungssystems nach der gezielten Einführung in dieses spezielle Minimalprogramm vor.

Aufgrund dieser Datenlage soll in der vorliegenden Untersuchung dargestellt werden, inwiefern sich die gesundheitlichen Auswirkungen dieses Bewegungs- und Ernährungsprogramms im Jahr nach Beendigung der Betreuung verändern.

Die Untersuchungen erfolgten an gesunden männlichen und weiblichen Probanden in beruflichen Führungspositionen (Alter 45,9 ± 6,4 Jahre; BMI 26,1 ± 3,0 kg/m2). Für die Vergleichsgruppe stellten sich gesunde männliche Probanden einer Firma zur Verfügung (Angestellte und Führungskräfte; Alter 46,2 ± 5,7 Jahre; BMI 24,7 ± 2,5 kg/m2).

Die Studie gliedert sich in drei Messzeitpunkte: Während des Seminars (T1), drei Monate später bei der Folgeveranstaltung (T2) und 17,7 ± 5,4 Monate nach T1 (T3). Folgende Parameter wurden untersucht: Körpergewicht, Körperzusammensetzung, Body-Mass-Index, Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Glukose, Triglyceride und Harnsäure.

Die Inhalte des initialen Gesundheitsseminars konzentrierten sich auf einfache Umsetzungsstrategien zur angewandten Präventivmedizin, welche in ein konkretes Minimalprogramm mündeten. Dieses „2 + 2 und 4“-Konzept beinhaltet zu Beginn ein zweimal wöchentlich durchgeführtes, herzfrequenzgesteuertes aerobes Ausdauertraining über jeweils mindestens 20 Minuten Dauer sowie ein zweimal wöchentlich durchgeführtes Krafttraining, ebenfalls je 20 Minuten lang. Ergänzt wird dieses Minimaltrainingsprogramm durch ein spezielles Ernährungskonzept, das sich an die mediterrane Küche anlehnt und an mindestens vier Tagen in der Woche eine angepasste und bewusste Ernährung vorgibt.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass das beschriebene Bewegungs- und Ernährungskonzept mit begleitender E-Mail-Betreuung ein sehr effektives präventivmedizinisches Minimalprogramm darstellt, mit dem ohne nennenswerten Zeitaufwand auch noch 18 Monate nach Aufnahme bzw. 15 Monate nach Beendigung des betreuten Trainings die Gesundheit, das Wohlbefinden, die körperliche Leistungsfähigkeit und die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität verbessert werden kann. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren scheinen in den niedrig angesetzten Anforderungen einerseits und der Erarbeitung eines konkreten und visualisierbaren pädagogischen Konzepts anderseits zu liegen.

Die erfolgreiche Anwendung des Konzepts bei diversen Wirtschaftsunternehmen in den letzten Jahren unterstreicht die praktikable Umsetzbarkeit im Alltag.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. EINLEITUNG 1
2. METHODIK 5
2.1 Untersuchungsgut 5
2.2 Untersuchungsgang 6
2.2.1 Das Gesundheitsseminar 7
2.2.2 Die Nachbetreuung per E-Mail 10
2.2.3 Die Folgeuntersuchung 10
2.3 Apparaturbesprechung 13
2.4 Statistik 15
3. UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE 17
3.1 Körpergewicht 18
3.2 Body-Mass-Index 22
3.3 Relativer Körperfettanteil 25
3.4 Absoluter Körperfettanteil 26
3.5 Fettfreie Körpermasse 27
3.6 Relativer Körperwasseranteil 28
3.7 Gesamtcholesterin 29
3.8 HDL-Cholesterin 32
3.9 LDL-Cholesterin 35
3.10 Triglyceride 38
3.11 Glukose 41
3.12 Harnsäure 44
4. DISKUSSION 47
4.1 Körpergewicht und –zusammensetzung 47
4.2 Triglyceride 49
4.3 Gesamtcholesterin 50
4.4 LDL-Cholesterin 50
4.5 HDL-Cholesterin 51
4.6 Harnsäure 53
4.7 Glukose 54
4.8 Zusammenfassung Laborparameter 55
4.9 Homocystein 56
4.10 “2 + 2 und 4“ 57
4.11 Bewegung („2“) 61
4.12 Bewegung („+ 2“) 63
4.13 Erfahrungen mit „2 + 2“ 64
4.14 Ernährung („und 4“) 66
4.14.1 “Basis-Tage“ 69
4.14.2 “Orgien-Tage“ 71
4.15 Wohlbefinden und Lebensqualität 72
4.16 Zusammenfassung „2 + 2 und 4“ 74
5. EMPFEHLUNGEN FÜR DIE PRAXIS 77
6. ZUSAMMENFASSUNG 80
7. LITERATURVERZEICHNIS 83
8. ANHANG 103
9. LEBENSLAUF 127

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Nüchtern-Glukosewerte zeigten keine auffälligen Veränderungen. Sie waren bei Männern und Frauen etwa gleich, änderten sich kaum und lagen durchgehend innerhalb der Norm. Im Gesamtergebnis erhöhten sich die Glukosewerte um 1,6 bis 2,1 mg/dl. Diese Unterschiede sind jedoch nicht signifikant. Da sich auch der Glukoseanstieg der Vergleichsgruppe um 3,4 mg/dl innerhalb des Normbereichs vollzog und nicht signifikant ist, wird auf dieses Ergebnis nicht weiter eingegangen. Normal sind Glukosespiegel im Bereich zwischen 70 und 100 mg/dl (GEIGER, 1999, 10). Selbst bei Glukosewerten von über 110 mg/dl mit einer pathologischen Glukosetoleranz lassen sich sowohl die Exzessmortalität als auch die Entwicklung zum manifesten Diabetes Typ 2 durch regelmäßige dynamische körperliche Aktivität und eine geeignete Ernährungsumstellung verhindern (ERIKSSON u. LINDGRÄDE, 1998; TUOMILEHTO et al., 2001). Auch hier kann das vorgestellte Konzept präventiv wirksam werden, wobei im Bewegungsteil ist, um die moderate eine Intensität der Ausdauerbelastung entscheidend eventuell erhöhte [...]

Innerhalb der ersten Monate nach Aufnahme des Minimalprogramms verringerten sich die Harnsäurewerte der Untersuchungsgruppe sehr signifikant bei den Männern um 14 Prozent und bei den Frauen um 20 Prozent. Die Werte konnten auch noch während der nächsten 15 Monaten konstant gehalten werden. Hier scheint die Ernährungsumstellung mit reduziertem Alkoholkonsum, kombiniert mit körperlichem Training, hauptverantwortlich für die Ergebnisse zu sein. Auch in der Vergleichsgruppe konnte nach einem Jahr Training und bewusster Ernährung die Harnsäurekonzentration hoch signifikant reduziert werden. Damit verbesserten sich alle Probanden innerhalb des Normbereichs von unter 5,7 (Frauen) bzw. 7 mg/dl (Männer; HOFFMANN-LA ROCHE AG u. URBAN & 53 [...]

Die Ergebnisse des HDL-Cholesterin-Verlaufs in der Untersuchung waren neben dem Parameter Glukose die einzigen ohne statistische Signifikanzen. Auch wenn sich die Ausgangswerte nach 18 Monaten kaum veränderten, ist eine geringfügige Divergenz zwischen Männern und Frauen erkennbar. Während die männlichen Probanden ihre Werte um etwa 2 Prozent anheben konnten, sanken sie bei den Frauen um etwa 1 bis 3,4 Prozent (Auswertung 1 und 2). Die Ursache hierfür ist unklar. Bei Betrachtung der Einzelergebnisse ist zu erkennen, dass sich bei 20 Personen (59 Prozent) das HDL-Cholesterin erhöhte, bei 13 Personen (38 Prozent) reduzierte und bei einer Person (3 Prozent) gleich blieb. Bei den 23 Männern überwog die Anhebung (15:8), bei den 11 Frauen hielt es sich von T1 zu T3 die Waage (5:5 und einmal unverändert). Aufgrund des Trainings und der Ernährungsumstellung wäre eigentlich eine überwiegende Verbesserung des HDLCholesterins zu erwarten. Diese sehr unterschiedlichen Ergebnisse stellten wir auch schon in anderen Untersuchungen fest (DESPEGHEL-SCHÖNE et al., unveröffentlicht), in denen ein Drittel des Gesamtkollektivs nach drei Monaten eine Abnahme der HDLKonzentration aufwies. Zu ähnlichen Resultaten kamen LEON et al. (2002) im Rahmen der HERITAGE Family Study, in der allerdings reine Auswirkungen eines Ausdauertrainings erhoben wurden. Sie nahmen als einen Grund eine genetische „Vorprogrammierung“ an. WOOD et al. (1991) berichten von einer möglichen Reduktion des HDL-Cholesterin-Spiegels durch eine zu fettarme Ernährung, welche 51 [...]

Arbeit zitieren:
Sukopp, Till Dezember 2004: Präventivmedizinisch bedeutsame Auswirkungen eines speziellen Bewegungs- und Ernährungsprogramms, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sportmedizin, Gesundheit, Gewichtsreduktion, Training, Fitness

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren