Nachhaltigkeit
Konzepte, Klimaschutzziele des Kyoto-Protokolls, System handelbarer Emissionsrechte
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Roman Skuballa
- Abgabedatum: Februar 2005
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 2,2 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8732-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8732-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8732-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Skuballa, Roman Februar 2005: Nachhaltigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Globalisierung, Ökologie, Umweltpolitik, Umweltschutz, Umweltökonomie
In den Warenkorb
98,00 €
Diplomarbeit von Roman Skuballa
Zusammenfassung:
Die Aktivität der Weltwirtschaft hat ein Ausmaß angenommen, welches es nicht mehr erlaubt, nationalstaatliche Umweltpolitiken isoliert zu betreiben. Weltweit werden Mengen an Emissionen schädlicher Substanzen freigesetzt, die die Ozonschicht zerstören oder das Klima nachhaltig zu verändern drohen, so dass die elementaren lebenserhaltenden Funktionen der Umwelt der Erde gefährdet sind.
Um das Ausmaß der menschlichen Aktivität zu verstehen, wird in der umweltökonomischen Literatur darauf hingewiesen, dass bereits über 40% der Nettoprimärproduktion der Erde an Biomasse direktem oder indirektem Zugriff des Menschen unterliegt. Es wird erwartet, dass sich dieser Anteil noch innerhalb des 21. Jahrhunderts verzweifachen wird.
Zwar ist die das Weltwirtschaftswachstum einerseits erfreulich, andererseits ist auch der weltweite Verbrauch erneuerbarer sowie nicht-erneuerbarer Ressourcen soweit gestiegen, dass der Brundtlandbericht von 1987, der dieses Problem untersuchte, einen drastischen Wohlfahrtseinbruch durch zur Neige gehende Ressourcen prognostizierte.
Aber nicht nur die Intensität der Schadstoffeinwirkungen ist gestiegen. Treibhausgase, die heute in die Atmosphäre gelangen, wie das hauptsächlich durch Kohlekraftwerke freigesetzte Kohlenstoffdioxid, können weit über hundert Jahre auf die globale Temperatur wirken. Damit werden die globalen Emissionen neben dem Verbrauch an Rohstoffen auch zu einem Problem der intergenerativen Gerechtigkeit.
In der Forstwirtschaft gilt seit Hunderten von Jahren die Regel, man solle nur soviel Holz schlagen, wie es der Wald „verkraften“ kann. Heute würde man von nachhaltiger Forstwirtschaft sprechen, die Regel müsste präziser lauten: Schlage nur soviel Holz, dass der Bestand langfristig gesichert ist.
Der Begriff der Nachhaltigkeit bezieht sich mittlerweile nicht nur auf einzelne Wirtschaftszweige, sondern auf die Wirtschaftstätigkeit als Ganzes sowie die Nachhaltigkeit in der Ökologie und die Nachhaltigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung. Man spricht auch von den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit.
Die folgenden Ausführungen werden sich auf die ökonomische und die ökologische Dimension, dem klassischen Zielkonflikt, konzentrieren. Obwohl der sozialen Dimension eine wichtige Rolle zukommt, findet sie in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur kaum Beachtung.
Nachhaltigkeit, bzw. nachhaltige Entwicklung, sind Übersetzungen der englischen Begriffe „sustainable development“, zuerst verwendet im Brundtland-Report von 1987 (Grenzen des Wachstums). Nachhaltig, so der Report, ist eine Entwicklung dann, wenn die heutigen Bedürfnisse befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können. Im Zentrum des Brundtland-Reports stand die Voraussage eines drastischen Wohlfahrtseinbruchs, ausgelöst durch die Erschöpfung der Ressourcen und ungehemmtes Bevölkerungswachstum.
Mittlerweile wurde nachhaltige Entwicklung weit über hundert Mal definiert und im Grunde gibt es mehr Definitionen als Interpreten. Üblicherweise lauten sie: dauerhaft umweltgerechte Entwicklung, zukunftsverträgliche Entwicklung, ökologisch dauerhafte Entwicklung oder zukunftsfähige Entwicklung. Allen Definitionen gemein sind die zeitliche Dimension, auf die Bezug genommen wird, sowie die zentrale Rolle der Natur aufgrund ihrer lebensspendenden Funktionen. Die räumliche Dimension von Nachhaltigkeit kann, je nach Zielsetzung, lokal, regional oder global sein.
Da solche allgemeinen Definitionen nur wenig aussagekräftig, höchstens zweckmäßig sein können, sollte eine Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit bei der Operationalisierung konkreter Regeln zur Umsetzung beginnen.
Die theoretische Ebene des Nachhaltigkeitsdiskurses hat dabei ein beachtliches Niveau erhalten und setzt sich unter anderem mit den Möglichkeiten auseinander, wie ein unendlicher Strom von Gütern gewährleistet werden kann, obwohl die Erdressourcen zweifellos endlich sind. Zwei Hauptströmungen dominieren bislang die wirtschaftswissenschaftliche Literatur: die schwache Nachhaltigkeit der Neoklassik und die starke Nachhaltigkeit der Ökologischen Ökonomik. Beide werden neben der Neuen Umweltökonomik in der Arbeit dargestellt.
Um diesen Problemen zu begegnen, wurden Nachhaltigkeitskonzepte entwickelt, die in der Lage sein sollen, sowohl das Problem endlicher Ressourcen als auch das Problem globaler (negativer) Externalitäten zu lösen. Diese Konzepte werden in Abschnitt 2.2 in ihrer theoretischen Fundierung dargestellt.
Da Umweltprobleme im Kern Koordinations- bzw. Kooperationsprobleme sind, ist eine Steuerung globaler Schadstoffe und des globalen Ressourcenverbrauchs bislang, aufgrund fehlender Institutionen, nur durch internationale Umweltverträge realisierbar.
Die Reduzierung der Treibhausgase ist durch das am 16. Februar 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll von 1997 geregelt. In Abschnitt 3 werden die Ziele des Protokolls anhand der Nachhaltigkeitskonzepte und der Empfehlung des WBGU hinsichtlich nachhaltiger Emissionspfade analysiert und bewertet.
Die auf politischer Ebene bislang wichtigsten Beiträge zur Nachhaltigkeit sind die seit der Konferenz von Rio 1992 im Abstand von einigen Jahren abgehaltenen Konferenzen der internationalen Gemeinschaft zur Nachhaltigkeit. Die Agenda 21 ist das daraus entstandene Leitbild für das 21. Jahrhundert mit dem Ziel, eine globale nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Das derzeit wichtigste internationale Umweltabkommen ist das Protokoll von Kyoto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, welches in den Abschnitten 3.4 und 3.5 anhand der hier vorgestellten Nachhaltigkeitskonzepte analysiert und bewertet wird.
In Abschnitt 4 wird ein System handelbarer Emissionsrechte analysiert und einer Nachhaltigkeitsbewertung unterzogen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 5 |
| 2. | Historische Entwicklung, Begriffsanalyse und Konzepte von Nachhaltigkeit | 6 |
| 2.1 | Historisches und Analyse des Begriffs Nachhaltigkeit | 6 |
| 2.2 | Nachhaltigkeitskonzepte und ihre theoretische Fundierung im Hinblick auf den Treibhauseffekt | 8 |
| 2.2.1 | Neoklassik und das Konzept der schwachen Nachhaltigkeit | 8 |
| 2.2.1.1 | Das statische Optimum | 8 |
| 2.2.1.2 | Umweltökonomik und Internalisierung externer Effekte | 10 |
| 2.2.1.3 | Standard-Preis-Ansatz | 14 |
| 2.2.1.4 | Neoklassische Ressourcenökonomik | 17 |
| 2.2.1.5 | Neoklassische Wachstumstheorie mit erschöpfbaren Ressourcen | 22 |
| 2.2.2 | Ökologische Ökonomik oder Starke Nachhaltigkeit | 23 |
| 2.2.2.1 | Endlichkeit der Konsummöglichkeiten natürlicher Ressourcen | 24 |
| 2.2.2.2 | Systemkomplexität und Irreversibilität | 25 |
| 2.2.2.3 | Interdisziplinarität und das Weltbild der Ökologischen Ökonomik | 29 |
| 2.2.3 | Das Nachhaltigkeitskonzept der Neuen Umweltökonomik | 29 |
| 2.2.4 | Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung | 31 |
| 2.3 | Kritik der Nachhaltigkeitskonzepte | 32 |
| 3. | Internationale Klimapolitik, Analyse und Bewertung des Kyoto-Protokolls anhand der Nachhaltigkeitskonzepte | 35 |
| 3.1 | Natürlicher und anthropogener Treibhauseffekt und die Frage nach einer möglichen Umsetzung von Nachhaltigkeit | 35 |
| 3.2 | Auswirkungen des anthropogenen Treibhauseffekts, Toleranzgrenzen und Temperatur-Leitplanke des WBGU | 40 |
| 3.3 | Empfehlung des WBGU bezüglich nachhaltiger Emissionsszenarien | |
| 3.4 | Zielanalyse des Kyoto-Protokolls | 47 |
| 3.4.1 | Rahmenübereinkommen und Ziele des Kyoto-Protokolls | 47 |
| 3.4.2 | Zielanalyse anhand der Nachhaltigkeitskonzepte | 48 |
| 3.5 | Zielbewertung anhand der WBGU-Empfehlung und der Nachhaltigkeitskonzepte | 51 |
| 3.6 | Aktueller Stand der Kyoto-Ziele und Neubewertung | 57 |
| 3.7 | Ausblick für eine Bewertung globaler Ziele nachhaltiger Entwicklung | 57 |
| 4. | Analyse und Bewertung eines Emissionshandelssystems anhand der Nachhaltigkeitskonzepte | 58 |
| 4.1 | Ökologische Wirksamkeit und Vorsichtsprinzip | 59 |
| 4.2 | Ökonomische Effizienz und Marktstrukturen | 60 |
| 4.2.1 | Zertifikatemarkt und Kosteneffizienz | 60 |
| 4.2.2 | Funktionsfähige Faktormärkte | 64 |
| 4.3 | Emissionsvermeidung und Risiko | 64 |
| 4.4 | Dynamische Anreizwirkung | 68 |
| 4.5 | Gesamtbewertung und Ausblick | 69 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 70 |
| Literaturverzeichnis | ||
| Anhang | ||
| Ehrenwörtliche Erklärung |
Die Evidenz des vom Menschen beeinflussten, bzw. anthropogenen Treibhauseffekts war lange Zeit wissenschaftlich umstritten. Erst 1996 mit der Erklärung der Genfer Ministererklärung über den Second Assesement Report (SAR) vom Intergovernmental Panel on Climate Change32 (IPCC) wurde anerkannt, dass der anthropogene Treibhauseffekt existiert und das daraus erwachsende Klimaproblem nicht mehr in Frage gestellt (Treber et al., 2000, S.7). Der damit verbundene am häufigsten zitierte Satz aus dem SAR lautet: „The balance of evidence suggests a discernible human influence on global climate. “ (IPCC, 2001, S.697) Dabei vollzieht sich die Klimaänderung in einer Geschwindigkeit, wie sie in den letzten 10.000 Jahren nicht aufgetreten ist (WBGU, 1997, S.3). Bis 2100 könnte der heutige Wert um weitere 1,4 – 5,8°C steigen, abhängig von Emissionen und zahllosen weiteren Faktoren (UNFCCC, 2004, S.8); eine weitere Steigerung der Temperatur nach 2100 ist nicht ausgeschlossen. [...]
vor allem Kohlenstoffdioxid, auf natürliche Weise zu verarbeiten. Dieses Potential wird auch Senkenpotential genannt. Bis zu 30% der Emissionen von CO2 werden momentan durch die Rodung der Tropenwälder verursacht, was die Wichtigkeit der natürlichen Speicher aufzeigt. Natürliche Quellen von Treibhausgasen sind beispielsweise vulkanische Aktivität. Derzeit stellt die Erde noch eine Netto-Senke für THG dar (ebenda, S.4). Der anthropogene Treibhauseffekt Seit Beginn der Industrialisierung Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die noch bis heute aktuellen Formen der Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern wie Kohle, später auch Erdgas und Erdöl, eingesetzt. Der daraus resultierende Ausstoß an entsprechenden31 Emissionen stieg seither (Abbildung 3) mit zunehmendem weltweitem Wirtschaftswachstum an, wobei die Industrienationen den weitaus größten Teil der bisherigen Schadstoffproduktion zu verantworten haben. Damit verbunden sind weit höhere Konzentrationen an Treibhausgasen, als dies in den letzten zehntausend Jahren der Fall war. Aufmerksam wurde man auf den anthropogenen Treibhauseffekt durch die hohe (positive) Korrelation von Treibhausgaskonzentrationen und globalem Temperaturanstieg (Abbildung 4). Im Vergleich zu vorindustriellen Werten ist die global mittlere Temperatur nun um 0,6°C höher (WBGU 2003, S.2). [...]
Die Ökologische Ökonomik fordert intertemporale Gerechtigkeit. Aber es lassen sich auch ressourcenbestandsabhängige Angebotsschocks, K-Knappheit29 (Kritische Knappheit), zur Begründung von Korrekturen des Ressourcenverbrauchs anführen. Zwar steigt der Knappheitspreis von Ressourcen abhängig von den oben formulierten Bedingungen, aber das alleinige Preissignal muss nicht unbedingt zur Erforschung geeigneter Substitute in angemessenem Zeitraum führen. Das Argument zur zeitlichen Glättung des Rohstoffkonsums zur Risikominderung von K-Knappheit lässt sich auf jede Generationen beziehen. Nach der Managementregel 2 solle die Abbaurate die Regenerationsrate langfristig nicht übersteigen. In der Realität ist die Regenerationsrate, welcher Ressource auch immer, aber von vielen Faktoren abhängig und nicht sicher bestimmbar. Deshalb sollte stets auch ein Sicherheitspuffer eingehalten werden. Auch kann es nicht darum gehen, Arten zu schützen, um Biodiversität zu erhalten, sondern die Überlebenswahrscheinlichkeit solcher zu erhöhen (Weimann, 2001, S.381). Wie ein solches Sicherheitsniveau zu bestimmen wäre und welches mögliche Niveau für eine Nachhaltigkeit konkret ausreichte, bleibt offen. Die Veränderbarkeit von Assimilationskapazität scheint in der Managementregel 3 keine Rolle zu spielen. Diese könnte aber durchaus relevant werden, wenn zwischen Emissionen, Emissionsvermeidung und Bereitstellung von Naturkapital zur Speicherung und/oder Verarbeitung von Schadstoffen abzuwägen ist. Zur Neuen Umweltökonomik Auch die Neue Umweltökonomie (nach Rogall) macht normative Aussagen, wie die Forderung nach intra- und intergenerationeller Gerechtigkeit. Konkrete Formulierungen zur Umsetzung von intragenerationeller Gerechtigkeit werden nicht genannt. Die grundsätzliche Anwendung eines Standard-Preis-Ansatzes kann vor allem im Fall öffentlicher Güter notwendig sein. Der Standard-Preis-Ansatz der Neuen Umweltökonomik unterscheidet sich vom neoklassischen nur darin, dass er die Standards interdisziplinär festlegen soll. Dies ist aber eine politische Entscheidung und steht nicht im [...]
In den Warenkorb
98,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832487324
Arbeit zitieren:
Skuballa, Roman Februar 2005: Nachhaltigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Globalisierung, Ökologie, Umweltpolitik, Umweltschutz, Umweltökonomie




