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Umweltzertifizierung von Schigebieten - Chancen und Hemmnisse auf kommunikationspolitischer Ebene

Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Planai-Hochwurzen-Bahnen in Schladming, Österreich

Umweltzertifizierung von Schigebieten - Chancen und Hemmnisse auf kommunikationspolitischer Ebene
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bettina Schmid
  • Abgabedatum: September 2003
  • Umfang: 158 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8686-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8686-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8686-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schmid, Bettina September 2003: Umweltzertifizierung von Schigebieten - Chancen und Hemmnisse auf kommunikationspolitischer Ebene, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Labeling, prozessorientiert, Skigebiet, Befragung, Öko-Audit

Diplomarbeit von Bettina Schmid

Gang der Untersuchung:

Als Grundlage dieser Arbeit gilt die Annahme: Ein Umweltzertifikat ermöglicht es dem umweltbewussten Schifahrer, sich für ein vergleichsweise umweltfreundliches Schigebiet zu entscheiden.

Durch ein entsprechendes Marketing und vor allem durch eine effektive Kommunikationsstrategie mit Hilfe eines Umweltzertifikates können dem Schifahrer Handlungsangebote und Handlungsanreize offeriert werden. Hat sich der Schifahrer bereits bewusst oder unbewusst für das zertifizierte Gebiet entschieden, kann ihm durch eine geeignete Kommunikation eine positive Rückmeldung seines umweltfreundlichen Handelns bzw. des Handelns des Seilbahnunternehmens, welches er unterstützt, gegeben werden. Dies kann dazu führen, dass der Schifahrer das Umweltschutzbemühen des Unternehmens als Zusatznutzen sieht und bereit ist, das zertifizierte Gebiet wiederholt zu besuchen.

Grundlegende Annahme dieser Arbeit ist also, dass durch eine professionell durchgeführte Kommunikationsstrategie mit Hilfe eines Umweltzertifikates die Diskrepanz zwischen Umwelteinstellung und Umwelthandeln für ökologisch orientierte Schifahrer verringert werden kann.

Aus betriebswirtschaftlicher Perspektive würde dies bedeuten, dass sich die Attraktivität von Seilbahnunternehmen durch die Auszeichnung mit einem Umweltzertifikat bei einem umweltsensiblen Kundenkreis erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dadurch gesteigert werden könnte.

Die Voraussetzung für die Bestätigung der formulierten Annahme ist, dass Schifahrer tatsächlich motiviert sind, ein umweltzertifiziertes Schigebiet gegenüber anderen zu bevorzugen. Es wird daher im Rahmen dieser Arbeit untersucht, ob ein Umweltbewusstsein, bezogen auf den alpinen Schisport in der Gesellschaft und speziell bei den Schifahrern vorhanden ist und ob dieses Bewusstsein dazu führt, dass ein Umweltzertifikat im Schigebiet als Zusatznutzen empfunden wird.

Zusätzlich wird ermittelt, ob Schifahrer tatsächlich ein Umweltzertifikat in die Wahl des Schigebietes einbeziehen würden und welche Hemmnisse dem möglicherweise entgegenstehen.

Das Ziel der Arbeit ist es, Hinweise für die Umweltkommunikation für Seilbahnunternehmen zu ermitteln, welches dazu beitragen soll, Hemmnisse des Umwelthandelns zu überwinden und Chancen für die Profilierung eines Unternehmens zu nutzen. Dieser Arbeit liegt demnach ein interdisziplinärer Ansatz zu Grunde, der versucht, durch die Verknüpfung der umweltpsychologischen mit der betriebswirtschaftlichen Perspektive Lösungen für eine ökologische Optimierung zu generieren.

Zunächst werden knapp die ökologischen Auswirkungen des alpinen Schisports aufgezeigt (vgl. Kap. 2). Des weiteren werden Umwelteinstellungen im Bezug auf den Schisport, sowohl in der Bevölkerung Deutschlands und Österreichs als auch bei politischen Akteuren skizziert und Reaktionen betroffener Verbände und Organisationen, aufgezeigt (vgl. Kap. 3).

Darauf folgend wird erörtert, wie Seilbahnunternehmen bzw. Schigebiete durch die Auszeichnung mit einem Umweltzertifikat die Umwelteinstellungen ihrer Gäste nutzen können, um ihr Image zu verbessern und sich dadurch zu profilieren (vgl. Kap. 4). Verschiedene Möglichkeiten der Umweltzertifizierung von Schigebieten werden aufgezeigt und miteinander verglichen.

Da für die mögliche Profilierung durch die Umweltzertifizierung eines Unternehmens die Nachfrage seitens der Schifahrer notwendig ist, wird in einer empirischquantitativen Untersuchung festgestellt, wie viele und welche Schifahrer an einem Umweltzertifikat potentiell interessiert sind. Einerseits wird die Einstellungsebene, also der empfundene Zusatznutzen durch ein Umweltzertifikat, und andererseits die Verhaltensebene, also der Einbezug eines Umweltzertifikates in die Wahl des Schigebietes, untersucht.

Da es für Schifahrer praktisch (noch) keine derartigen Handlungsangebote gibt, werden Hinweise und mögliche Einflussfaktoren auf den Einbezug eines Umweltzertifikates bei der Wahl des Schigebietes im Rahmen der Befragung ermittelt und abgefragt (vgl. Kap. 5). Für die Untersuchung wurde das Schigebiet der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH in Schladming, Österreich ausgewählt, das die Durchführung eines Umwelt-Audit-Verfahrens anstrebt (vgl. Kap. 6).

Im Rahmen der Auswertung werden Zielgruppen ermittelt, die sich in ihrer Motivation, ein umweltzertifiziertes Schigebiet zu wählen, unterscheiden (vgl. Kap. 7). Auf der Grundlage der empirischen Untersuchung und den vorrangegangenen Erläuterungen werden Chancen und Hemmnisse im Rahmen der Kommunikation eines umweltzertifizierten Seilbahnunternehmens aufgezeigt (vgl. Kap. 8).

Anschließend werden Empfehlungen für ein Kommunikationskonzept gegeben, welches dazu beitragen soll, die ermittelten Hemmnisse zu reduzieren (vgl. Kap. 9).

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Darstellungsverzeichnis V
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis VII
Vorwort IIX
1. Einleitung 1
2. Auswirkungen des alpinen Schisports auf die Umwelt 6
2.1 Auswirkungen durch die Erschließung von Schigebieten 6
2.1.1 Rodung 7
2.1.2 Planierung 7
2.1.3 Bau der Infrastruktur 8
2.2 Auswirkungen durch die Pistenpflege 8
2.2.1 Präparierung der Pisten 8
2.2.2 Künstliche Beschneiung 9
2.3 Auswirkungen durch das Schifahren 10
3. Umweltbewusstsein und Schisport 12
3.1 Begriffsbestimmung „Umweltbewusstsein“ und „Umweltsensibilität“ 12
3.2 Umweltbewusstseinsentwicklung in Deutschland und Österreich 12
3.3 Umweltbewusstsein von Schifahrern 14
3.4 Aktivitäten von Verbänden und Organisationen zum Thema „Schisport und Umwelt“ 16
3.5 Reaktionen zum Thema „Schisport und Umwelt“ 17
3.5.1 Reaktionen der Politik 17
3.5.2 Reaktionen der Tourismus-, Sport- und Schiverbände 19
3.5.3 Reaktionen der Seilbahnverbände 20
3.6 Umweltbewusstsein - Risiko oder Chance für Seilbahnunternehmen? 21
4. Formen der Umweltzertifizierung und deren Anwendungsmöglichkeiten auf Schigebiete, speziell Seilbahnunternehmen 23
4.1 Begriffsbestimmung und Formen der Umweltzertifizierung 23
4.1.1 Qualitätsbezogene Umweltzertifizierung 23
4.1.2 Prozessbezogene Umweltzertifizierung 25
4.2 Umweltzertifizierung von Schigebieten, speziell Seilbahnunternehmen 27
4.2.1 Qualitätsbezogene Umweltzertifizierung für Schigebiete 30
4.2.2 Prozessbezogene Umweltzertifizierung für Schigebiete 33
4.2.3 Prozessbezogene versus qualitätsbezogene Umweltzertifizierung von Schigebieten 34
4.3 Voraussetzungen für die Entfaltung der marktbezogenen Wirkung eines Umweltzertifikates 35
4.4 Attraktivitätssteigerung eines Seilbahnunternehmens durch ein Umweltzertifikat bei einem umweltsensiblen Kundenkreis aus betriebswirtschaftlicher und umweltpsychologischer Perspektive 36
5. Empirische Untersuchung: Einbezug eines Umweltzertifikates bei der Wahl des Schigebietes - Ermittlung der Motivation von Schifahrern und Erforschung möglicher Hemmnisse 40
5.1 Fragebogenkonzept 40
5.1.1 Hypothesen 40
5.1.2 Befragungsprinzip 40
5.1.3 Fragen 41
5.1.4 Reihenfolge der Fragen 48
5.1.5 Untersuchungsort 49
5.2 Untersuchungsort: das Schigebiet „Planai & Hochwurzen“ 50
5.2.1 Die Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH 50
5.2.2 Umweltmaßnahmen als Profilierungsstrategie 52
5.2.3 Vorgehensweise bei der Gästebefragung 53
5.3 Auswertung 54
5.3.1 Die Stichprobe 54
5.3.2 Darstellung und Interpretation der Befragungsergebnisse 58
5.3.3 Indikatorbildung für die Motivation zur Wahl eines umweltzertifizierten Schigebietes 75
5.3.4 Zielgruppenanalyse 82
6. Hemmnisse und Chancen auf kommunikationspolitischer Ebene 100
6.1 Hemmnisse 100
6.1.1 Hemmnisse in Bezug auf die Empfindung eines Umweltzertifikats als Zusatznutzen 100
6.1.2 Hemmnisse in beim Einbezug eines Umweltzertifikates in die Wahl des Schigebietes 101
6.2 Chancen 102
7. Empfehlungen für die Nutzung eines Umweltzertifikates auf kommunikationspolitischer Ebene 103
7.1 Umweltzertifizierung und Marketing 103
7.2 Grundlagen des Kommunikationskonzeptes 105
7.3 Empfehlungen für ein Kommunikationskonzept 106
7.3.1 Ziele 106
7.3.2 Zielgruppen 107
7.3.3 Inhalte 110
7.3.4 Kommunikationsinstrumente 111
7.3.5 Medien 117
7.3.6 Zusammenfassende Darstellung der Empfehlungen für ein Kommunikationskonzept 120
8. Fazit 122
Anhang A: Fragebogen 126
Anhang B: Transkribierte Interviews 132
Literaturverzeichnis 138
Verzeichnis der elektronischen Quellen 144
Verzeichnis der Leitlinien, Richtlinien und Gesetze 145

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Anteil der „Motivierten“, welche die Zusammenarbeit eines Bergbahn-, bzw. eines Seilbahnunternehmens mit anderen Tourismusanbietern als sehr wichtig oder wichtig bewerten, liegt mit einem Anteil von 93,5% ebenso hoch. Zudem stufen 88,6% die Zusammenarbeit mit dem ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) und den Bundesbahnen zur Schaffung einer umweltfreundlichen Anreise als wichtig bis sehr wichtig ein. Hier würde sich also die Überlegung lohnen, ein umweltfreundliches Pauschalangebot zu entwickeln. Der Zusammenhang zwischen der Motivation, ein umweltzertifiziertes Schigebiet zu wählen, und der Einstellung gegenüber weiteren umweltbezogenen Angeboten ist jedoch nicht signifikant. Auch das Problembewusstsein bei den „Motivierten“ ist stark ausgeprägt. Ein Anteil von 91,3% bewerten die Aussage „der Schisport ist eine Hauptbelastung der alpinen Bergwelt“ als zumindest teilweise zutreffend. Bei den „Indifferenten“ liegt dieser Anteil lediglich bei 56,7%. Der Anteil der „Motivierbaren“ liegt abermals mit 89,6% in der Mitte. Dazu muss 84 [...]

für Seilbahnunternehmen ermittelt, das dazu beitragen soll, kommunikationspolitische Hemmnisse zu überwinden und ein Umwelthandeln bei den Schifahrern zu fördern, sodass ein Umweltzertifikat seine positive Wirkung entfalten kann. 5.3.4 Zielgruppenanalyse Bei dem folgenden Vergleich der Gruppen an Hand unterschiedlicher Variablen werden lediglich die jeweils gültigen Fälle der Stichprobe berücksichtigt. Die Merkmale verschiedener Variablen der drei Gruppen werden gegenübergestellt und verglichen. Die Ergebnisse werden direkt interpretiert und Hinweise in Bezug auf ein Umweltkommunikationskonzept aufgeführt. 5.3.4.1 Vergleichende Beschreibung umweltbezogener Einstellungen der Zielgruppen Bei dem Vergleich der „Motivierten“, der „Motivierbaren“ und der „Indifferenten“ in Bezug auf ihre Erwartungen ihres Aufenthaltes im Schigebiet lässt sich ein positiver Zusammenhang zwischen den umweltbezogenen Bedürfnissen und der Motivation, ein Umweltzertifikat in die Entscheidung für ein Schigebiet mit einzubeziehen, erkennen. Der Aspekt „schöne Landschaft zu erleben“ gehört bei 80,4% der „Motivierten“ zu den Erwartungen in Bezug auf den [...]

Gruppe 1: Dies ist ein Kundenkreis mit Empfindung eines Zusatznutzens durch ein Umweltzertifikat im Schigebiet und mit der Motivation, ein Umweltzertifikat in die Wahl des Schigebietes einzubeziehen: die Motivierten; 16,2%. Gruppe 2: Die Personen dieser Gruppe besitzen eine positive Einstellung gegenüber einem Umweltzertifikat im Schigebiet und sind motivierbar, ein Umweltzertifikat bei der Wahl des Schigebietes einzubeziehen: die Motivierbaren; 30,6%. Gruppe 3: Bei dieser Gruppe ist eine umweltfreundliche Einstellung nur ansatzweise oder gar nicht vorhanden. Der Einbezug eines Umweltzertifikates bei der Auswahl des Schigebietes ist eher unwahrscheinlich: die Indifferenten; 42,6%. Im Folgenden werden die drei Gruppen genauer beschrieben und miteinander verglichen. Zunächst werden sie auf der Basis der aus dem Indikator ausgeklammerten umweltbezogenen Einstellungen genauer beschrieben. Des weiteren werden sie im Hinblick auf ihre sonstigen Merkmale (demographische Daten, Mediennutzung usw.) miteinander verglichen. Das Ziel dabei ist, auf Grundlage der Befragungsdaten Zielgruppen, die sich in ihrer Einstellung zu einem Umweltzertifikat im Schigebiet unterscheiden, zu bilden und diese möglichst umfassend zu beschreiben. Dabei werden Hinweise für ein Umweltkommunikationskonzept [...]

Arbeit zitieren:
Schmid, Bettina September 2003: Umweltzertifizierung von Schigebieten - Chancen und Hemmnisse auf kommunikationspolitischer Ebene, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Labeling, prozessorientiert, Skigebiet, Befragung, Öko-Audit

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