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Integrative Förderung geistig behinderter Kinder

Am Beispiel einer Grundschule mit integrativer Konzeption und einer Sonderschule für geistig Behinderte

Integrative Förderung geistig behinderter Kinder
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nicole Zick
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 130 Seiten
  • Dateigröße: 703,9 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Berlin (EFB) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8650-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8650-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8650-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zick, Nicole Januar 2005: Integrative Förderung geistig behinderter Kinder, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sonderpädagogik, Schulsozialarbeit, Behinderung, Schulpädagogik, Integration

Diplomarbeit von Nicole Zick

Zusammenfassung:

In der Diplomarbeit wird die integrative Förderung geistig behinderter Kinder im Primarbereich betrachtet. Hierbei werden alleinig jene Kinder berücksichtigt, die ausschließlich eine geistige Behinderung aufweisen und ohne Körperbehinderung leben. Dabei werden auch Kinder mit Sinnesbehinderungen außer Betracht gelassen.

Folglich wird auf die integrative Förderung tauber, blinder und stummer Kinder nicht eingegangen. Kinder mit Verhaltensstörungen und Lernbehinderungen werden ebenfalls nicht betrachtet. Auch wird die integrative Förderung schwer geistig behinderter Kinder keine Berücksichtigung finden. Weiterhin wird auf die integrative Förderung im Elementar- und Sekundarbereich nicht eingegangen. Ebenfalls wird die Integration im Arbeitsleben vernachlässigt und Kinder mit ausländischer Herkunft werden im Rahmen dieser Arbeit auch nicht erwähnt.

Der Bezug zur Sozialarbeit wird ausschließlich durch ein detailliertes Eingehen auf die Schulsozialarbeit hergestellt. Dadurch bleiben Betrachtungen der sozialpädagogischen Arbeit mit behinderten Kindern und deren Integration im sozialpädagogischen und sozialpsychiatrischen Dienst unberücksichtigt.

Bei der Betrachtung der Integration wird diese lediglich aus soziologischer Sicht erfolgen und sowie von einer Förderung der Kinder gesprochen wird, ist stetig die kognitive gemeint.

Zunächst werden ein historischer Rückblick über die Integration und Förderung geistig behinderter Kinder gegeben sowie die Notwendigkeit derer Integration und Förderung erörtert. Infolgedessen werden die unterschiedlichen Ebenen der schulischen Integration erklärt. Welche Voraussetzungen die jeweils beteiligten Personen, d.h. die behinderten und nichtbehinderten Schüler, deren Eltern, die Pädagogen und die Schule, zum Gelingen der integrativen Förderung beitragen müssen, wird im Anschluss daran aufgezeigt.

Am Beispiel einer Grundschule mit integrativer Konzeption wird hiernach ergründet, wie soziales und kognitives Lernen dort vonstatten geht und ob die kognitive Förderung und die schulische Integration zeitgleich erreichbar sind. Dies wird am Beispiel ausgewählter Fächer erfolgen.

Hiernach werden Probleme aus Sicht der Sonder- und Integrationspädagogik dargestellt. Im Anschluss daran wird beurteilt, ob sich die aufgestellte These „Eine notwendige Förderung geistig behinderter Kinder im sozialen und kognitiven Bereich sowie deren zeitgleiche schulische und soziale Integration in unsere Gesellschaft sind in einer Integrationsklasse aufgrund der sozialen Gegebenheiten nicht ohne Weiteres möglich. Durch das Einsetzen eines Sozialpädagogen können unterrichtsbegleitende Angebote realisiert und die Integration der geistig behinderten Kinder gefördert werden.“ bestätigen lässt, indem die Literatur mit der Praxis verglichen wird und es werden daraus Schlussfolgerungen für die Schulsozialarbeit gezogen. Zuletzt werden die wesentlichen Inhalte dieser Arbeit zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT 5
1. EINLEITUNG 6
1.1 Themenbegrenzung 6
1.2 Methodik 7
2. HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER INTEGRATION UND FÖRDERUNG GEISTIG BEHINDERTER KINDER 12
2.1 Entwicklung bis Ende des 19. Jahrhunderts 12
2.2 Entwicklung ab 1900 15
3. NOTWENDIGKEIT DER SCHULISCHEN INTEGRATION UND FÖRDERUNG GEISTIG BEHINDERTER KINDER 19
3.1 Notwendigkeit der schulischen Integration geistig behinderter Kinder 19
3.2 Notwendigkeit der kognitiven Förderung geistig behinderter Kinder 24
4. EBENEN DER SCHULISCHEN INTEGRATION 27
5. VORAUSSETZUNGEN FÜR DAS GELINGEN DER KOGNITIVEN FÖRDERUNG UND DER SCHULISCHEN INTEGRATION GEISTIG BEHINDERTER KINDER 28
5.1 Voraussetzungen der Schüler 28
5.2 Voraussetzungen der behinderten Schüler 29
5.3 Voraussetzungen der Lehrer 30
5.3.1 Voraussetzungen für das Gelingen der Integration und der Förderung geistig behinderter Kinder 30
5.3.2 Voraussetzungen für das Gelingen der Integration geistig behinderter Kinder 33
5.3.3 Voraussetzungen für das Gelingen der Förderung geistig behinderter Kinder 35
5.4 Voraussetzungen der Eltern behinderter und nichtbehinderter Kinder 37
5.5 Voraussetzungen der Schule 39
5.6 Faktoren ohne Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung der Schüler 43
6. INTEGRATIVE FÖRDERUNG AN EINER GRUNDSCHULE MIT INTEGRATIVER KONZEPTION 43
6.1 Rahmenbedingungen an der Schule 43
6.2 Soziales Lernen 46
6.3 Kognitives Lernen am Beispiel ausgewählter Fächer 49
6.3.1 Kognitives Lernen an der Grundschule 49
6.3.2 Förderung im Deutschunterricht 49
6.3.3 Förderung im Mathematikunterricht 50
6.3.4 Förderung im Sportunterricht 51
6.3.5 Förderung im Kunstunterricht 53
7. PROBLEME BEI DER INTEGRATIVEN FÖRDERUNG GEISTIG BEHINDERTER KINDER 54
7.1 Probleme aus Sicht der Sonderpädagogik 54
7.2 Probleme aus der Sicht der Integrationspädagogik 57
8. AUSWERTUNG 60
8.1 Untersuchungsbedingungen 60
8.2 Auswertung des historischen Teils 61
8.3 Integrative Förderung an der untersuchten Grundschule 62
8.3.1 Voraussetzungen an der Grundschule mit integrativer Konzeption 62
8.3.2 Schulische Integration 69
8.3.3 Kognitive Förderung an der Grundschule 71
8.3.4 Soziales Lernen 73
8.3.5 Auftretende Probleme in der Integrationsklasse 73
8.4 Auswirkungen des Einsetzens von unausgebildeten Kräften 76
9. SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE SCHULSOZIALARBEIT 78
9.1 Schulsozialarbeit an der Grundschule mit integrativer Konzeption 78
9.2 Integrationsfördernde Aufgaben des Sozialpädagogen 80
10. SCHLUSSTEIL 82
11. LITERATURVERZEICHNIS 86
12. ANHANG 94
Anhang 1: Interview mit Herrn Schulze, Konrektor einer Sonderschule 94
Anhang 2: Interview mit Frau Winter, Lehrerin an einer Grundschule mit integrativer Konzeption 98
Anhang 3: Interview mit Frau Albrecht, Lehrerin an einer Sonderschule für geistig behinderte Kinder 102
Anhang 4: Interview mit Frau Christ, Schulhelferin an einer Schule mit integrativer Konzeption 107
Anhang 5: Interview mit Frau Walter, Sozialpädagogin an einer Sonderschule für geistig behinderte Kinder 115
Anhang 6: Interview mit Frau Lehmann, Rektorin einer Grundschule mit integrativer Konzeption 123
Anhang 7: Erklärung 127
Anhang 8: Erklärung 128

Automatisiert erstellter Textauszug:

Anhang 2: Interview mit Frau Winter4, Lehrerin an einer Grundschule mit integrativer Konzeption Frau Winter, Grundschullehrerin an einer Grundschule mit integrativer Konzeption und Lehrerin einer geistig behinderten Schülerin, wurde am 8. September 2004 um 11 Uhr in der Grundschule in einem separaten Raum interviewt. Das Gespräch dauerte 20 Minuten. Die Lehrerin war unvorbereitet und das Gespräch blieb ungestört. Nicole Zick: Welche Qualifikation haben sie? Frau Winter: Mein Name ist Monika Winter. Ich arbeite mit Melanie5 im Deutsch- und Mathematikunterricht. Ich bin Grundschullehrerin mit den Fächern Erdkunde und Mathematik. Wir haben vor sechs Jahren, als Melanie an die Schule kam mit der Integration, bin ich mit in die erste Klasse als gegangen, d.h. ich habe in der Klasse Mathematik unterrichtet und habe Melanie dann parallel betreut in Mathematik, aber dann in entgegengesetzten Stunden. Also immer wenn die Klasse kein Mathe hatte, hab ich dann mit Melanie Mathematik gemacht. Und zwar haben wir die Klasse zusammen mit einer Sonderpädagogin geführt, Frau Heuser6 unter deren Anleitung ich dann auch mit Melanie erarbeitet habe das Zahlenverständnis. Im vierten Schuljahr wurde Melanie dann durch den Klassenlehrerwechsel von anderen Lehrern und Kollegen betreut und im fünften Schuljahr hab ich sie wieder übernommen mit je zwei Stunden täglich, eine Stunde Deutsch und eine Stunde Mathematik. Nicole Zick: Was und wie lernt Melanie im Mathematikunterricht? Frau Winter: Das Programm für Melanie ist in Mathematik die Erfassung der Zahlenmenge bis fünf. Sie muss mit ganz konkretem anschaulichem Material arbeiten, also sehr handlungsorientiert, immer wieder Mengen bilden und Mengen erkennen. Sie hat in der Zwischenzeit gelernt auch Mengen zusammenzufügen. Es gelingt ihr bis vier ganz gut, bei der fünf sind wir noch bei und sie orientiert sich immer noch durch Abzählen. Also sie hat noch nicht die optische Wahrnehmung der Zahl fünf sicher erfasst. Körper und Formen kann sie unterscheiden ge4 5 [...]

Schulen befragen, aus den Integrationsschulen. Kann ich nicht sagen. Wir arbeiten allerdings auch projektorientiert, d.h. auch fächerübergreifend und auch klassenübergreifend. Wir haben z.B. auch einen Schulchor, in der Werk-AG verschiedene Sachen. Ich sagte ja schon Sport, auch Internet. Also da gibt es schon verschiedene Bereiche. Was bei uns auch noch wichtig ist, wir haben neben den Lehrern und den Pädagogen auch noch Therapeuten. Und die sind ja meines Erachtens oft nicht in den Integrationsklassen. D.h. also wir haben eine Logopädin. Weil 80% unserer Kinder sind auch sprachbehindert und wir haben auch eine Ergotherapeutin. Alles das findet in der Schulzeit von acht bis 15 Uhr statt. D.h. nicht nur die pädagogische Betreuung ist da sondern auch die therapeutische. Nicole Zick: Die in Integrationsklassen nicht so gewährleistet werden kann? Herr Schulze: Nein, ich glaube nicht in der Form. Nicole Zick: Dann wäre es das erst mal. Vielen Dank. [...]

allen anderen Menschen in Berührung. Sie sollen integriert werden, sie sollen selbstständig im Geschäft sich verhalten können. Sie gehen ins Theater, sie gehen ins Kino. Wir machen mit anderen Jugendlichen aus den Regelschulen Austausche im Sport, wir besuchen andere Schulen, wir machen Fußball- also Turnierkämpfe auch. Insofern versuchen wir natürlich das, was auch unser Ziel ist, eine Integration, eine gesellschaftliche Integration, die wir bereit sind zu verwirklichen. Also wir schirmen die Kinder nicht ab, das ist jetzt hier Schule und mehr gibt es nicht sondern ganz bewusst rausgehen, alles mit den Kindern machen, Museumsbesuch, alles was ansteht, was andere Schulen auch machen. Nicole Zick: Es ist ja auch eine Theorie der Wissenschaftler, dass eine soziale Integration nur durch eine schulische Integration zu bewerkstelligen ist. Aber das wäre ja dann ein Beispiel dafür, dass es nicht so ist. Herr Schulze: Es geht vielleicht letztendlich leichter mit der sozialen Integration. Das glaube ich. Aber es geht nicht bei jedem Kind, das ist dann die Problematik. Wenn man sich bei uns in der Schule umguckt, wird man sehen, dass viele Kinder, die hier untergebracht sind und hier unterrichtet werden, in der Integration scheitern würden, weil der Aufwand, der pflegerische Aufwand, wie ich schon gesagt habe, ist erstmal viel zu hoch und kann dort meistens gar nicht geleistet werden, weil auch die Räumlichkeiten gar nicht dementsprechend sind. Ich denke nur an die Rollstuhlfahrer. Also das sind schon die Probleme, die so ein bisschen quer sind. Wo man sagt, da geht es nicht weiter. Wenn alle so ausgestattet wären, dass auch Körperbehinderte unterrichtet werden könnten, könnte man das akzeptieren. Bin ich aber trotzdem noch der Meinung, dass auch die anderen Kinder in den Regelklassen eben eine Förderung brauchen und genau das Recht auf Unterricht haben und auf Weiterkommen wie jedes andere Kind auch und dass das oft sich reibt. Aber wie gesagt, meine Meinung sagte ich ja schon, es ist durchaus individuell, es gibt ganz viele Kinder die gefördert werden in der Integration und für manche Kinder ist es eindeutig besser bei uns. Nicole Zick: Und mit Projektarbeit haben sie keine Erfahrung gemacht? Herr Schulze: Mit der Projektarbeit bei uns ja aber in Integrationsklassen kann ich das nicht sagen, da müssten sie einen Kollegen aus diesen [...]

Arbeit zitieren:
Zick, Nicole Januar 2005: Integrative Förderung geistig behinderter Kinder, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sonderpädagogik, Schulsozialarbeit, Behinderung, Schulpädagogik, Integration

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