Aufbau und Entwicklung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Markus van der Zee
- Abgabedatum: Juni 2004
- Umfang: 202 Seiten
- Dateigröße: 7,5 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8635-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8635-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8635-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: van der Zee, Markus Juni 2004: Aufbau und Entwicklung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Doppik, Verwaltungsreform, Verwaltungsmodernisierung, Neus Steuerungsmodell, Kosten- und Leitungsrechnung
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Diplomarbeit von Markus van der Zee
Einleitung:
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Aufbau und der Entwicklung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) für den Landkreis Grafschaft Bentheim. Hauptziel dieses Ansatzes ist die Umstellung der bisher in der öffentlichen Verwaltung üblichen kameralistischen Buchungsmethodik auf die in der Privatwirtschaft bewährte doppelte Buchführung. Hintergrund ist das Streben nach erhöhter Effizienz im Zuge der Verwaltungsmodernisierung.
Die Arbeit teilt sich in einen theoretischen und einen praktischen Bereich. Im theoretischen Teil werden Grundlagen wie der Verlauf der Verwaltungsmodernisierung, rechtliche Regelungen und die Wirkungsweise des NKF sowie einiger Konkurrenzansätze behandelt. Der praktische Teil befasst sich dann mit einer bundesweiten Datenerhebung zu den verschiedenen Ansätzen zur Implementierung der neuen kommunalen Buchführungsmethodik. Außerdem wird aus den gewonnenen Informationen der Analyse ein möglicher Zeitplan für die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements, speziell für den Landkreis Grafschaft Bentheim, entwickelt und dargestellt.
Die immer größere Ausmaße annehmende kommunale Finanzkrise hat schonungslos aufgedeckt, dass die heutigen Verwaltungsstrukturen den Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht mehr gewachsen sind. Inzwischen hat die Finanzkrise in der öffentlichen Verwaltung Ausmaße erreicht, die nahezu keinen Handlungsspielraum mehr übrig lässt. Folglich sind Reformen dingend nötig. Zu diesen Reformen gehört auch die Optimierung des kommunalen Haushaltsrechts.
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Einführung des Neuen kommunalen Finanzmanagements beim Landkreis Grafschaft Bentheim und damit mit der Abschaffung der Kameralistik hin zur doppelten Buchführung nach kaufmännischem Vorbild. Im Wesentlichen teilt sich die Arbeit in zwei Bereiche.
Während sich die ersten beiden Kapitel mit den theoretischen Grundlagen dieser Thematik befassen, bilden die Kapitel 3 und 4 den Praxisteil dieser Arbeit. Das erste Kapitel beschreibt die Notwendigkeit der Verwaltungsreform, die gesetzlichen Grundlagen und gibt einen groben Überblick über das NKF sowie alternative Ansätze zur Einführung eines doppischen Haushalts.
Das zweite Kapitel gewährt einen Einblick in die Wirkungsweise des NKF. Nach dem Einbau sogenannter .Experimentierklauseln . in die Gemeindeverordnungen der Länder, starteten seit 1999 Modellkommunen in mehreren Bundesländern (u. a. in Bayern, Hessen, Nordrhein- Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt) mit der Erprobung der kommunalen Doppik.
Eine konkrete Befragung einiger dieser Kommunen ist Gegenstand des dritten Kapitels. Im vierten Kapitel soll auf Basis der Erfahrungen der befragten Kommunen ein Plan bezüglich der taktischen und zeitlichen Umsetzung des NKF speziell für den Landkreis Grafschaft Bentheim entwickelt werden. Zudem soll ein Netzplan zur Visualisierung konzipiert werden. Ein kritisches Fazit, in dem Bedenken zur Reformumsetzung angesprochen werden und ein abschließendes Resümee runden diese Diplomarbeit ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | ||
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| Tabellenverzeichnis | IX | |
| Anlagenverzeichnis | X | |
| Einleitung | 1 | |
| 1. | Grundlegende Überlegungen für die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements | 2 |
| 1.1 | Die Verwaltungsreform | 2 |
| 1.2 | Die Einführung der Doppik als wichtige Säule der Verwaltungsreform | 4 |
| 1.2.1 | Wichtige Begriffsbestimmungen | 4 |
| 1.2.2 | Gründe für die flächendeckende Einführung der Doppik | 5 |
| 1.2.3 | Gesetzliche Vorgaben für die Einführung der Doppik | 9 |
| 1.2.3.1 | Gesetzliche Vorgaben des Bundes | 9 |
| 1.2.3.2 | Gesetzliche Vorgaben des Bundeslandes Niedersachsen | 11 |
| 1.3 | Das Neue Kommunale Finanzmanagement im Überblick | 11 |
| 1.3.1 | Verlauf des Projektes | 12 |
| 1.3.2 | Drei-Komponeneten-System | 12 |
| 1.3.2.1 | Grundlagen der Vermögens-/Schuldenrechnung (Bilanz) | 13 |
| 1.3.2.2 | Grundlagen der Ergebnisrechnung | 13 |
| 1.3.2.3 | Grundlagen der Finanzrechnung | 13 |
| 1.4 | Alternative Varianten für die Einführung eines doppischen Haushalts | 15 |
| 1.4.1 | Das Speyerer Verfahren | 15 |
| 1.4.2 | Das niedersächsische Modellprojekt der Stadtverwaltung Uelzen | 16 |
| 2. | Leitfaden für die ordnungsgemäße doppische Buchführung in Kommunen nach dem Modell des Neuen Kommunalen Finanzmanagements | 17 |
| 2.1 | Der Haushaltsplan im NKF | 17 |
| 2.1.1 | Gliederung des Haushaltsplans | 18 |
| 2.1.2 | Positionen im Haushaltsplan | 20 |
| 2.2 | Veranschlagungs-, Ansatz-, Bewertungs- und Abschreibungsregeln | 21 |
| 2.3 | Bewirtschaftung des neuen kommunalen Haushalts | 23 |
| 2.4 | Jahresabschluss | 24 |
| 2.4.1 | Bilanz | 24 |
| 2.4.2 | Ergebnisrechnung | 25 |
| 2.4.3 | Finanzrechnung | 26 |
| 2.5 | Haushaltsausgleich | 28 |
| 2.6 | Die beiden Rechnungskreise im NKF | 28 |
| 2.6.1 | Finanzbuchhaltung | 29 |
| 2.6.2 | Kosten- und Leistungsrechnung | 29 |
| 3. | Analyse und Bewertung des bisherigen Reformfortschritts in Bezug auf die Einführung der doppelten Buchführung in der Praxiseinschätzung | 30 |
| 3.1 | Vorgehensweise und Erhebungsmethodik der Untersuchung | 30 |
| 3.2 | Analyse des Reformfortschritts am Beispiel ausgewählter Kommunen | 31 |
| 3.2.1 | Reformaspekte und Teilprojekte der Modellkommunen des NKF in Nordrhein-Westfalen | 33 |
| 3.2.1.1 | Stadtverwaltung Dortmund | 34 |
| 3.2.1.2 | Stadtverwaltung Moers | 35 |
| 3.2.1.3 | Stadtverwaltung Münster | 36 |
| 3.2.1.4 | Stadtverwaltung Düsseldorf | 38 |
| 3.2.1.5 | Stadtverwaltung Brühl | 39 |
| 3.2.1.6 | Gemeindeverwaltung Hiddenhausen | 40 |
| 3.2.1.7 | Kreisverwaltung Gütersloh | 41 |
| 3.2.2 | Praxiseinführung des Speyerer Verfahrens in der Stadtverwaltung Wiesloch (Baden Württemberg) | 42 |
| 3.2.3 | Uelzen (Niedersachsen) | 45 |
| 3.2.4 | Stadtverwaltung Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) | 47 |
| 3.2.5 | Landkreis Darmstadt-Dieburg (Hessen) | 51 |
| 3.2.6 | Lahn-Dill-Kreis (Hessen) | 52 |
| 3.2.7 | Gemeindeverwaltung Hallbergmoos (Bayern) | 53 |
| 3.2.8 | Gemeindeverwaltung Putzbrunn (Bayern) | 53 |
| 3.2.9 | Stadtverwaltung Kulmbach (Bayern) | 54 |
| 3.3 | Auswertung der Umfrageergebnisse | 55 |
| 3.4 | Zwischenfazit | 56 |
| 4. | Entwicklung des zeitlichen und organisatorischen Ablaufsplans für den Aufbau und die Einführung des NKF beim Landkreis Grafschaft Bentheim | 57 |
| 4.1 | Heutiger Projektstand des Landkreises Grafschaft Bentheim bei der Umsetzung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements | 57 |
| 4.2 | Zeitliches Umsetzungsszenario der Einführung des NKF beim Landkreis Grafschaft Bentheim mit Hilfe des 4-Phasen-Modells | 57 |
| 4.2.1 | Vorbereitungsphase (1. Phase) | 59 |
| 4.2.1.1 | Modellvergleich | 60 |
| 4.2.1.2 | Projektteam bilden | 61 |
| 4.2.1.3 | Projektstruktur | 65 |
| 4.2.1.4 | Projektplanung | 68 |
| 4.2.1.5 | Softwareauswahl | 69 |
| 4.2.1.6 | Einsatz externer Berater | 72 |
| 4.2.1.7 | Interne Kommunikation | 72 |
| 4.2.2 | Modellphase (2. Phase) | 73 |
| 4.2.2.1 | Auswahl der Pilotbereiche | 74 |
| 4.2.2.2 | Dauer der Testphase | 75 |
| 4.2.2.3 | Festlegung und Anpassung des Kontenrahmens | 76 |
| 4.2.2.4 | Durchführung der Vermögensbewertung | 76 |
| 4.2.2.5 | Definition von Produkten, Zielen und Kennzahlen | 80 |
| 4.2.2.6 | Einführung der Doppik in den Pilotbereichen | 84 |
| 4.2.3 | Umstellungsphase (3. Phase) | 85 |
| 4.2.3.1 | Zusammenführen der Daten | 85 |
| 4.2.3.2 | Erstellen der Eröffnungsbilanz | 86 |
| 4.2.3.3 | Flächendeckende Einführung der Parallelbuchung von Kameralistik und Doppik | 87 |
| 4.2.3.4 | Übergang zur Kosten- und Leistungsrechnung vorbereiten | 87 |
| 4.2.4 | Umsetzungsphase (4. Phase) | 89 |
| 4.2.4.1 | Flächendeckende Abschaltung der Kameralistik | 90 |
| 4.2.4.2 | Auflösung des Projektteams | 90 |
| 4.3 | Einsatz von Strukturierungs- und Planungsinstrumenten am Beispiel der Implementierung des NKF beim Landkreis Grafschaft Bentheim | 92 |
| 4.3.1 | Aufbau und Funktion eines Netzplanes | 93 |
| 4.3.2 | Konzeption eines Netzplanes für die Einführung des NKF beim Landkreis Grafschaft Bentheim | 96 |
| 4.4 | Ausblick auf die kommenden Aufgaben | 98 |
| 5. | Kritische Bewertung der Einführung des NKF | 99 |
| 6. | Resümee | 100 |
| Zusammenfassung | 101 | |
| Zusammenfassung in englischer Sprache | 102 | |
| Literaturverzeichnis | 103 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 108 | |
| Anlagen | 109 |
In Bayern gibt es eine ganze Reihe von Projekten zur Einführung doppischer Haushalte. Drei dieser Vorhaben sollen zum Abschluss dieser Analyse beschrieben werden. Für die Gemeinde Hallbergmoos stand außer Frage, dass die Verwaltungsreform nur mit einem neuen kommunalen Haushalt und mit der Einführung der doppelten Buchführung durchzuführen ist. Bereits Anfang des Jahres 2000 verabschiedete die Gemeinde Hallbergmoos deshalb den Grundsatzbeschluss zur Einführung des neuen Haushalts- und Rechnungswesens.120 Wie das niedersächsische Projekt der Stadt Uelzen, wird auch die Gemeinde Hallbergmoos von der INFOMA Software Consulting GmbH unterstützt. Der Anbieter für Kommunalsoftware implementiert auch hier sein Softwaremodul „newsystem kommunal“ und unterstützte die Gemeinde Hallbergmoos überdies mit der Beratung, Schulung, Einführungshilfe sowie der Produktpflege. Grundlage ist auch in Hallbergmoos das Drei-Komponenten-System. Ein Testlauf mit der Software von INFOMA verlief genauso erfolgreich, wie die Integration des Steuer- und Abgabenbereichs in die kaufmännische Buchführung. Mit Beginn des Jahres 2002 hat die Gemeinde Hallbergmoos von der kameralen auf die kaufmännische doppelte Buchführung umgestellt. Weitere Schritte werden die Fortentwicklung der Kosten- und Leistungsrechnung durch die Definition von Produkten, eine outputorientierte Budgetierung sowie der Aufbau eines Controllingsystems sein.121 [...]
Fast zeitgleich zum gerade beschriebenen Projekt entwickelte auch der Lahn-DillKreis in Hessen ein Konzept zur Umstellung auf die Doppik. Auch sonst gibt es einige Ähnlichkeiten zum Projekt des Landkreises Darmstadt-Dieburg, denn auch im Lahn-Dill-Kreis laufen bereits die Vorbereitungen für weitere Instrumente der Verwaltungsreform wie beispielsweise die Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung. Der Kreistag hat mit seinem Beschluss vom 2. November 1998 den Startschuss für das Projekt „Steuerung 2000“ gegeben.117 Die in der Folgezeit gebildete Projektgruppe entschied sich für das Softwaremodul SAP/R3. Danach wurde der Kontenrahmen, der Bestandteil der CD-ROM ist, entwickelt und im Laufe der Zeit angeglichen. Am 1. Januar 2001 wurde auf die doppelte Buchführung umgestellt. Beide Landkreise haben trotz der erwarteten und auch aufgetretenen Probleme bewiesen, dass die Doppik als Grundlage eines kommunalen Rechnungswesens geeignet ist.118 In Hessen wird die Einführung der Doppik in sehr vielen Kommunen vollzogen werden müssen, da mehr als die Hälfte aller hessischen Kommunen weniger als 10.000 Einwohner haben.119 Viele Kommunen könnten überfordert werden und die Neueinstellung von entsprechend ausgebildetem Personal könnte zu finanziellen Problemen führen. Ähnliche Probleme könnten auch auf die im Landkreis Grafschaft Bentheim liegenden Gemeinden und Samtgemeinden zukommen. Daher könnte das weiter oben skizzierte Projekt der „Transferebene“ auch für die Mitgliedskommunen des Landkreises konzipiert werden. [...]
Das Land Hessen betreibt auf Grundlage entsprechender politischer Beschlüsse intensiv die Verwaltungsreform.113 Es ist vorgesehen, die bisher übliche Kameralistik ab dem Jahr 2005 durch die doppelte Buchführung in allen hessischen Kommunen abzulösen.114 Wie bereits weiter oben angekündigt sollen zwei hessische Landkreise analysiert werden. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Lahn-Dill-Kreis werden in ihren Vorhaben von der privaten Kommunenberatung arf GmbH betreut und unterstützt. Die arf GmbH hat diese Analyse mit der Überlassung einer größeren Menge Informationsmaterial unterstützt. Bereits im Herbst 1998 begann der Umstellungsprozess beim Landkreis Darmstadt-Dieburg mit einer flächendeckenden Aufstellung des Produktbuches. Parallel dazu erfolgte die Aufstellung einer Kostenstellen- und Kostenträgerstruktur, um die Verwaltung in die Lage zu versetzen, auf verschiedenen Ebenen Kostenbetrachtungen durchzuführen.115 Um ein ähnliches Vorgehen aller hessischen Kommunen zu erreichen, wurde 1999 mit Unterstützung des hessischen Innenministeriums das Projekt „Transferebene“ etabliert, welches das Ziel verfolgt, die Arbeitsergebnisse und Erkenntnisse für andere Kommunen nutzbar zu machen.116 Der Landkreis Darmstadt-Dieburg wählte die Software SAP R/3. Nach drei Jahren intensiver Vorbereitungsarbeit wurde der Haushalt zum 1. Januar 2001 auf die Doppik umgestellt. Eine Besonderheit an diesem Projekt war, dass die Aufstellung eines Produkthaushalts im Gegensatz zu den bisher analysierten Projekten erst in der zweiten Projektphase erfolgte. Der Zweck dieser Maßnahme [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832486358
Arbeit zitieren:
van der Zee, Markus Juni 2004: Aufbau und Entwicklung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Doppik, Verwaltungsreform, Verwaltungsmodernisierung, Neus Steuerungsmodell, Kosten- und Leitungsrechnung




