Nachhaltige Entwicklung im Tourismus in den Alpen
Ökotourismus als Chance für eine nachhaltige Entwicklung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Eva Widmann
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 75 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Mainz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8625-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8625-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8625-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Widmann, Eva Januar 2005: Nachhaltige Entwicklung im Tourismus in den Alpen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kriterien, Best-Practice Beispiel, Verfahrensweisen, österreichische Alpen, Belastung
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Diplomarbeit von Eva Widmann
Einleitung:
Im Urlaub zieht es viele Menschen aus den Ballungsräumen in die Berge, um die Natur zu erleben, die Ruhe zu geniessen, um sich entspannen zu können und wieder zu sich zu finden. Viele Menschen sind erlebnishungrig und aktiver geworden, und es geht oftmals nicht nur um Erholung, sondern auch darum sich neue „Bilder“ zu schaffen und/oder neue Erfahrungen zu machen. Doch der Tourismus ist zu einer Massenbewegung geworden; Dies wird einem meist bewußt, wenn nach einer langen Autofahrt der überfüllte Parkplatz des Startpunktes der Wanderung erreicht wird. Spätestens am Klettersteig, wenn man in einer Warteschlange steht und bis dato noch keine Tiere zu Gesicht bekommen, wird einem klar, daß die unberührte Natur hier nicht so leicht zu finden ist. Auf dem Rückweg auf der Autobahn, natürlich im Stau, kann man sich dann daran erinnern wie schön es damals war, als es noch nicht alle als schön empfunden haben.
„Auf den Bergen ist die Freiheit, auf den Bergen ist es schön“ lautet der Refrain des „Jennerwein-Liedes“. Doch im Zeitalter des Massentourismus kann diese Freiheit nicht grenzenlos sein. Die Ansprüche und Gewohnheiten von Millionen von Tagesausflüglern und Touristen haben das Ökosystem der Bergwelt empfindlich getroffen. Durch die zunehmende Infrastruktur, Bergwaldrodung und Neuerschließungen entstehen erhöhte Lawinengefahr in Skigebieten, Erdrutsch-Katastrophen im Veltlin (Tirol), Schlammlawinen im Ötztal und Stubaital (Österreich) und Felsstürze im Allgäu, um nur ein paar Beispiele zu erwähnen. Um dieser Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts entgegenzuwirken, müssen neue Formen des Tourismus umgesetzt werden, mit denen die Touristen und die Umwelt miteinander existieren können ohne sich zu schaden.
In meiner Arbeit will ich darstellen, daß die nachhaltige Entwicklung im Tourismus notwendig für die Erhaltung des empfindlichen Ökosystem der Alpen ist. Außerdem will ich prüfen, ob der Ökotourismus eine Chance für eine nachhaltige Entwicklung darstellt und ob für diesen ein Markt existiert. Und zusätzlich will ich zeigen, dass davon alle Parteien profitieren können, also die Reisenden, die Bereisten und die Tourismusbranche.
Warum ist eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus nötig? Dieser Frage werde ich mich im ersten Kapitel anhand der Problematik Tourismus & Umwelt widmen. Im Bereich der nachhaltigen Entwicklung im Tourismus haben sich viele verschiedene Tourismusformen entwickelt. Diese will ich darstellen und zur besseren Übersicht von einander abgrenzen. Als nächstes werde ich näher auf die vier verschiedenen Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung eingehen.
Dies um zu zeigen, daß die Nachhaltigkeit eine Querschnittsaufgabe zwischen der ökologischen, ökonomischen, sozialen und institutionellen Dimension darstellt. Hieran will ich belegen, dass die Umsetzung der Nachhaltigkeit im Tourismus langwierig ist. Dies liegt daran, daß sie zum einen die Dimensionen miteinander vernetzen muß und zum anderen, dass die Zielsetzung der Aufgaben meistens nicht abschätzbar sind, da sie in ferner Zukunft liegen. Nachdem ich die Begrifflichkeiten und die Notwendigkeit einer Änderung dargestellt habe, soll im zweiten Kapitel näher auf den Tourimus in den Alpen eingegangen werden.
Beispielsweise beschäftigen mich hier die Fragen:
Wie sehen die aktuellen Daten im Tourismus aus?
Wie ist die Verkehrsentwicklung und die Landschaftsauswirkungen auf die Alpen?
Um die aktuelle Situation des Tourismus leichter nachvollziehen zu können, werde ich auch näher auf die Geschichte des Alpentourismus eingehen. Des weiteren interessiert mich in diesem Kapitel, ob sich die Werte der Reisenden als auch der Bereisten verändert haben. Dabei werde ich der Frage nachgehen, ob diese Parteien für eine Veränderung, weg vom „harten Tourismus“ und hin zu einem nachhaltigen Tourismus in den Alpen, bereit sind. Organisationen die diese Notwendigkeit erkannt haben und sich dafür einsetzten, werde ich als Abschluß dieses Kapitels beschreiben.
Wie kann ein nachhaltiger Tourismus von den Organisationen, Verbänden, Tourismusbeteiligten und dem Staat umgesetzt werden? Dieser Fragestellung werde ich im Kapitel drei in den Verfahrensweisen und Instrumente des nachhaltigen Tourismus nachgehen. Zu diesem Zweck sollen die internationalen Abkommen und Projekte vorgestellt werden, genauso wie die verwendeten Maßnahmen zur Umsetzung der Nachhaltigkeit in den Alpen.
Danach möchte ich schauen, welche Operationalisierungsansätze im Tourismus bestehen, die zu einer Verbesserung der vier Dimensionen beitragen. Im letzten Kapitel werde ich den Ökotourismus in den österreichischen Alpen skizzieren. Dieser soll zu einem ersten Schritt in Richtung nachhaltiger Entwicklung beitragen. Die Vorgehensweise wird die sein, erst zu prüfen, ob überhaupt ein Potential für den Ökotourismus besteht. Danach werde ich die Handlungsfelder des Ökotourismus, also die Produktplanung, Qualitätssicherung und Vermarktung, anhand von Best-Practice-Beispielen darstellen. Beenden will ich meine Arbeit mit der Darstellung der Kosten und des Nutzen des Ökotourismus. Ich werde mich hier mit der Frage beschäftigen, ob der Ökotourismus eine Alternative zum „harten“ Tourismus darstellt.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde von mir ein Fragebogen erarbeitet und an wichtige Institutionen oder Personen versendet. Einige der Ergebnisse werde ich in verschiedenen Abschnitten der Arbeit einbringen. Dies wird jedoch nur vereinzelt sein, weil die Resonanz auf den Fragebogen gering war und es sich deswegen bei den Ergebnissen nur um Tendenzen handelt.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | 5 | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 6 | |
| TABELLENVERZEICHNIS | 7 | |
| EINLEITUNG | 9 | |
| ZIELSETZUNG DER ARBEIT | 9 | |
| METHODISCHE VORGEHENSWEISE | 10 | |
| 1. | NACHHALTIGKEIT IM TOURISMUS | 12 |
| 1.1 | TOURISMUS UND UMWELT | 12 |
| 1.1.1 | DER BEGRIFF TOURISMUS | 12 |
| 1.1.2 | DIE FOLGEN DES MENSCHLICHEN HANDELNS AUF DIE UMWELT | 14 |
| 1.2 | ABGRENZUNG DER BEGRIFFE „SANFTER TOURISMUS“, „ÖKOTOURISMUS“, „NACHHALTIGER TOURISMUS“ UND „INTEGRATIVER TOURISMUS“ | 17 |
| 1.3 | LEITLINIEN FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG | 22 |
| 1.3.1 | KRITERIEN FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG | 22 |
| 1.3.1.1 | ÖKOLOGISCHE DIMENSION | 23 |
| 1.3.1.2 | ÖKONOMISCHE DIMENSION | 23 |
| 1.3.1.3 | SOZIALE DIMENSION | 24 |
| 1.3.1.4 | INSTUTIONELLE DIMENSION | 25 |
| 2. | TOURISMUS IN DEN ALPEN | 26 |
| 2.1 | AKTUELLE DATEN DES TOURISMUS IN DEN ALPEN | 26 |
| 2.2 | GESCHICHTE DES ALPINEN TOURISMUS | 27 |
| 2.2.1 | LANDSCHAFTSAUSWIRKUNGEN – BELASTUNG ÖKOLOGISCHER ART | 30 |
| 2.2.2 | ENERGIE- UND VERKEHRSAUSWIRKUNGEN | 31 |
| 2.2.2.1 | Zahlen und Fakten des Verkehrs im Alpenraum | 31 |
| 2.2.3 | Belastungen soziokultureller Art | 35 |
| 2.2.3.1 | Der Bereiste | 35 |
| 2.2.3.2 | Die Reisenden | 38 |
| 2.2.4 | WERTEWANDEL DER REISENDEN UND BEREISTEN | 39 |
| 2.2.4.1 | Wertewandel der Reisenden | 39 |
| 2.2.4.2 | Wertewandel der Bereisenden | 42 |
| 2.5 | ORGANISATIONEN DES NACHHALTIGEN TOURISMUS IN DEN ALPEN | 44 |
| 2.5.1 | VORGEHENSWEISE | 44 |
| 2.5.2 | ALPENVEREINE | 44 |
| 2.5.3 | CIPRA INTERNATIONAL | 44 |
| 3. | VERFAHRENSWEISEN UND INSTRUMENTE DES NACHHALTIGEN TOURISMUS | 45 |
| 3.1 | ERLÄUTERUNGEN | 45 |
| 3.2 | INTERNATIONALE ABKOMMEN UND PROJEKTE | 45 |
| 3.2.1 | ALPENKONVENTION (AK) | 45 |
| 3.2.2 | GEMEINDENETZWERK „ALLIANZ IN DEN ALPEN“ | 47 |
| 3.2.3 | CIPRA PROJEKT „ZUKUNFT IN DEN ALPEN“ | 47 |
| 3.2.4 | WEITERE PROJEKTE | 48 |
| 3.3 | OPERRATIONALISIERUNGSANSÄTZE IM TOURISMUS | 49 |
| 3.3.1 | KAPAZITÄTSGRENZEN | 50 |
| 3.3.2 | KENNZAHLEN UND INDIKATOREN | 50 |
| 3.3.3 | GÜTESIEGEL | 51 |
| 4. | ÖKOTOURISMUS IN DEN ÖSTERREICHISCHEN ALPEN | 52 |
| 4.1 | GESCHICHTE UND DEFINITION | 52 |
| 4.2 | LEITLINIEN FÜR EINE NACHHALTIGE TOURISMUSENTWICKLUNG | 53 |
| 4.3 | POTENTIALE DES ÖKOTOURISMUS IN ÖSTERREICH | 54 |
| 4.3.1 | URLAUBSLAND ÖSTERREICH | 54 |
| 4.3.2 | KUNDENPROFIL DES ÖKOREISENDEN | 55 |
| 4.3.3 | POTENTIALE DES ÖKOTOURISMUS AM BEISPIEL ÖSTERREICH | 55 |
| 4.4 | HANDLUNGSFELDER DES ÖKOTOURISMUS AM BEISPIEL ÖSTERREICH (BEST PRACTICE) | 58 |
| 4.4.1 | ÖKOTOURISTISCHE PRODUKTPLANUNG- UND ENTWICKLUNG | 58 |
| 4.4.2 | QUALITÄTSSICHERUNG DES ÖKOTOURISMUS | 59 |
| 4.4.3 | MARKETINGSTRATEGIEN FÜR DEN ÖKOTOURISMUS | 60 |
| 4.4.4 | KOSTEN UND NUTZEN DES ÖKOTOURISMUS | 61 |
| 5. | FAZIT | 63 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 65 | |
| ANHANGVERZEICHNIS | 70 | |
| ANHANG | 72 |
Der Tourismus- und Freizeitverkehr beträgt 50 % vom gesamten Verkehrsaufkommen.156 Deswegen wäre es bedeutsam, dass die Kurzreisen minimiert werden und die Konzentration auf längere Reisen gelenkt wird.157 Die Definition von längeren Reisen bezieht sich auf die gefahrenen Kilometer, d.h. je mehr Kilometer zurückgelegt werden, um so länger sollte der Aufenthalt dauern. Z.B. bei einer Reise von 2.000 km mindestens zwei Wochen und bei einer Reise über 5.000 km (Fernreise) mindestens 3 Wochen, lautet die Empfehlung der Naturfreunde in ihrer Broschüre. Zieht man in seine Überlegungen mit ein, dass erst 3,5 % der Weltbevölkerung in der Lage sind zu reisen,158 sei es aus wirtschaftlichen und / oder politischen Gründen, wird einem die Auswirkung der Kurzreisen folgenschwer bewusst. Laut Voraussage der WTO werden sich die Zahl der [...]
Beispiel bietet sich eine Entzerrung des Verkehrsaufkommens (An/Abreise) durch Saisonverlängerung, 149Preisreduktion und Kooperation mit den Bahnen an, sowie die Erschwerung des Tagestourismus, örtliche Verkehrsberuhigung, Bewusstseinsbildung/ Information/ Erziehung des Urlaubers und der einheimischen Bevölkerung.150 Seit vielen Jahren wurden Modelle diskutiert die dem Verursacherprinzip entsprechend soziale, ökologische und ökonomische Schäden dem Verursacher (hier: dem Autofahrer) berechnet werden; als Vorbild gelten hier die steuerlichen Modelle (z.B. emissionsabhängige Kfz-Steuer, Co²-Steuer).151 Umgesetzt wurde noch keines der Modelle. 4. Eine andere Alternative sind die französischen Retortenstädte. Der Wagen wird bei Urlaubsbeginn in der Garage geparkt und erst wieder bei der Abreise benutzt, da in diesen Urlaubsorten alles per Fuß und Schi erreicht werden kann.152 Ein weiteres Problem neben dem Automobilverkehr ist der Güterverkehr.153 Um hierbei eine Verringerung zu erzielen, bietet es sich an den Tourismus mit der Landwirtschaft zu vernetzen. Wenn die Gastbetriebe ihren Kunden einheimische Produkte anbieten verringert dies nicht nur den Verkehr, sondern hilft auch der regionalen Wirtschaft. [...]
Gemeinde für Umweltbelange gutgeschrieben.142 Anhand dieser Strategie wurde der Verkehr vermindert und die Vogelwelt hielt wieder Einzug in diesem Gebiet. Das Problem wurde aber nicht wirklich gelöst, denn es hat lediglich eine Verkehrsumschichtung stattgefunden, da die Reisenden trotzdem mit dem Auto anreisten. Es wurde an eine andere Stelle verlagert und dies kann keine dauerhafte Lösung des Problems sein. Trotzdem stellt die Strategie einen Schritt in die richtige Richtung dar, da die Autos aus dem sensiblen Gebiet fern gehalten werden.143 Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in den Alpen Der Tourist wird durch den Lärm gestört, aus dem zunehmenden Verkehr resultiert, was bis zur Ablehnung des Urlaubsortes führen kann.144 Deswegen wurden in manchen Regionen der Alpen Alternativen konzipiert; dabei gibt es vier Konzepte der Verkehrsberuhigung:145 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832486259
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Widmann, Eva Januar 2005: Nachhaltige Entwicklung im Tourismus in den Alpen, Hamburg: Diplomica Verlag
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