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Die paramilitärische Erziehung durch die Hitlerjugend (HJ)

Die paramilitärische Erziehung durch die Hitlerjugend (HJ)
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Kannowski
  • Abgabedatum: Oktober 2004
  • Umfang: 90 Seiten
  • Dateigröße: 484,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8592-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8592-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8592-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kannowski, Stephan Oktober 2004: Die paramilitärische Erziehung durch die Hitlerjugend (HJ), Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Staatsjugend, Kriegseinsatz der Hitlerjugend, Jugenderziehung, Drittes Reich, Nazi

Diplomarbeit von Stephan Kannowski

Einleitung:

Ganze 12 Jahre währte das tausendjährige Reich. Keine andere deutsche Staatsform bestand für so kurze Zeit. Selbst die Weimarer Republik existierte 14 Jahre (Der staatenlose Deutsche Bund von 1815 bis 1871 insgesamt 56 Jahre, das zweite deutsche Kaiserreich von 1871 bis 1918 47 Jahre, die DDR von 1949 bis 1990 41 Jahre, die BRD seit 1949 mittlerweile 55 Jahre u.a.). Kein Staat hingegen war radikaler, totalitärer und rücksichtsloser als das Dritte Reich.

Dass die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) überhaupt als einzige politische Partei in Deutschland agieren konnte, lag u.a. auch an der hohen Begeisterung junger Menschen. Der Nationalsozialismus war eine extrem junge Bewegung, welche es schaffte, mittels der Erlebniskultur (Lagerfeuerromantik, Kameradschaft und Gemeinsinn), die Jugend für ihre Ideologie und Weltanschauung zu begeistern. Die Ursprünge der Wandervogelbewegung (Ausflüge in die Natur) wurden von reaktionär-bürgerlichen Kreisen, nicht zuletzt von den Nationalsozialisten, mit großem Erfolg weitergeführt. Die Jugend war der Motor der nationalsozialistischen Erziehung. Die Weimarer Republik mit ihren Kompromissen, ihren Debatten und Streitigkeiten besaß für viele Jugendliche keinen Reiz. In dem Nationalsozialismus sahen die Jugendlichen eine Gegenbewegung zu den bestehenden Ansichten und Meinungen.

Die Möglichkeiten, welche die Nationalsozialisten den Jugendlichen, und gerade der männlichen Jugend, in Form der Technik, des Sports und vor allem des Militärs boten, waren zu dieser Zeit einmalig. Doch letztlich war es das Ziel der NSDAP, die Jugend auf den Krieg vorzubereiten.

Dieses Thema: „Die paramilitärische Erziehung der Jugend durch die Hitlerjugend“ soll in dieser Diplomarbeit dargestellt werden.

Eine Erörterung zur Widerstandsbewegung soll in dieser Diplomarbeit nicht bearbeitet werden.

Vier Grundfragen, die dieser Arbeit zugrunde liegen sind u.a.:

Was sind die Motive, einen Krieg zu glorifizieren?

Wie sah die paramilitärische Ausbildung der Jugend in der Hitlerjugend aus?

Wie wurde die Jugend auf den Krieg vorbereitet?

Wie sah der Kriegseinsatz der Hitlerjugend aus?

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 5
EINLEITUNG 7
KAPITEL 1 METHODISCHES VORGEHEN UND CHRONOLOGIE DER HITLERJUGEND
1.1 Methodisches Vorgehen 9
1.2 Chronologie der Hitlerjugend 10
1.2.1 Die Kampfjugend 10
1.2.2 Die Staatsjugend 15
1.2.3 Die Zwangsjugend 17
1.2.4 Die Verklärung der Hitlerjugend 18
KAPITEL 2 DIE VERHERRLICHUNG DES KRIEGES
2.1 Das Wesen des Krieges 19
2.2 Krieg und Verherrlichung 20
2.3 Die Verklärung des Todes 22
2.4 Die männliche Identifikation mit dem Soldaten 25
2.4.1 Das Bild des Soldaten in der Gesellschaft 27
2.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg 29
2.5.1 Der Erste Weltkrieg 30
2.5.2 Die verlorene Frontgeneration 31
2.5.3 Der Zweite Weltkrieg 32
KAPITEL 3 Die PARAMILITÄRISCHE JUGENDERZIEHUNG IN DEUTSCHLAND VOR DEM NATIONALSOZIALISMUS
3.1 Der Beginn der preußischen Militärpolitik 35
3.1.1 Friedrich Wilhelm I 35
3.2 Die paramilitärische Jugenderziehung gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts 36
3.2.1 Die Turnbewegung 36
3.2.2 Der Zentralausschuss zur Förderung der Volks- und Jugendspiele 37
3.2.3 Jugendwehren 38
3.2.4 Der Jugendpflegeerlass 38
3.2.5 Der Jungdeutschland-Bund 39
3.3 Der Kriegseinsatz der Jugend im Ersten Weltkrieg 40
3.4 Die Weimarer Republik 42
KAPITEL 4 DIE PARAMILITÄRISCHE JUGENDERZIEHUNG INNERHALB DER HITLER
4.1 Die Bedeutung der Jugend im nationalsozialistischen Staat 44
4.2 Die Anteilnahme der Jugend 46
4.3 Die Bedeutung der sportlichen Leistung 48
4.3.1 Mädchen und Sport im Nationalsozialismus 50
4.4 Die paramilitärische Ausbildung der männlichen Jugend 50
4.5 Das Wehrertüchtigungslager 52
4.6 Die nationalsozialistischen Eliteschulen 55
KAPITEL 5 DER KRIEGSEINSATZ DER HITLERJUGEND
5.1 Die Aufgaben 59
5.1.1 Die Aufgaben der Jungen 60
5.1.2 Die Aufgaben der Mädchen 62
5.2 Die Auswirkungen 63
5.3 Biographische Erlebnisse 65
ERGEBNISSE 68
FAZIT 71
LITERATURVERZEICHNIS
QUELLEN
ANHANG

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im Anschluss an die Schulkonferenz von 1890 gründete sich der „Zentralausschuss zur Förderung der Volks- und Jugendspiele“ am 21. Mai desselben Jahres in Berlin, welcher die Förderung und das Propagieren von körperlichen Ertüchtigungen und die Hebung der Gesundheit zum Ziel hatte. Darüber hinaus wollte die Regierung durch die Gründung neuer Vereine, aber auch durch die Schaffung von sogenannten Nationalfesten, die Jugend für Themen wie Vaterland, Nation, Militär und Wehrkraft, Gesundheit und Kolonialismus begeistern. Ebenfalls war man bestrebt, die Klassenunterschiede aufzuheben, damit sich die Jugend untereinander und mit dem Kaiserreich solidarisieren konnte. Der Ausschuss wurde von meist aggressiven und proimperialistischen Verbänden unterstützt, wie dem „Alldeutschen Verband“ oder dem „Flottenverein“. Beabsichtigt war, die Jugend vornehmlich auf spielerischem Wege zu gewinnen: Obwohl der Ausschuss eng mit dem Militär zusammenarbeitete, lehnten die Mitglieder einen harten militärischen Drill ab. Durch Aktivitäten wie Wanderungen bei Wind und Wetter, Sportarten wie Laufen, Reiten, Schwimmen, Rudern, Radfahren, Turnen, Turnmärsche, aber auch Ballspiele wie Hockey, Fußball u.a., sollte die Jugend [...]

Jahrhunderts entstand durch die Initiativen von Friedrich Ludwig Jahn („Turnvater Jahn“), (geboren in Lanz bei Wittenberge am 11.8. 1778, gestorben in Freyburg/Unstrut am 15. 10. 1852) die Turnbewegung.56 Im Zeitalter der napoleonischen Herrschaft beabsichtigte Jahn, die Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes zu stärken, indem Körper und Charakter geschult und trainiert wurden. Das Turnen besaß für Jahn politischen und symbolischen Charakter zugleich. Jahn verstand das Turnen als Grundlage für eine Bewegung, in der die Deutschen jeder Herkunft zusammenfinden und die Gedanken von Kleinstaaterei und Standesunterschieden abgelegt werden sollten. Auf sein Engagement für ein demokratisches Deutschland und seine Aktivitäten für die Nationalversammlung im Jahr 1848, reagierte der preußische Staat zunächst abwehrend. Er verhängte die sogenannte „Turnsperre“ von 1820, schränkte die Aktivitäten von Jahn massiv ein und ließ ihn verhaften. Doch die Sympathien und Aktivitäten für die Turnbewegung in der deutschen Bevölkerung blieben konstant und wuchsen schließlich sogar an. Unter dem zunehmenden Druck der Bevölkerung hob die preußische Regierung das Turnverbot im Jahr 1842 auf und erkannte ihrerseits den positiven Wert des Turnens. [...]

Aufgrund der Arbeiterbewegung und der zunehmenden sozialistischen Aktivitäten im Deutschen Reich (Begründung des Kommunistischen Manifestes im Jahr 1848, Stärkung der im Jahr 1878 gegründeten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, SPD,) intensivierte der Deutsche Kaiser Wilhelm II. politische Maßnahmen, um seinen Staat nach innen, wie nach außen für seine imperialistischen Ziele zu stabilisieren.55 Das erste Ziel war, das Volk zu einen und die Verschiedenheit der Parteiinteressen sowie der Klassengegensätze zumindest zu mindern. Dabei lag sein Interesse vor allem darin, die Jugend durch gemeinsame Aktivitäten für seine Interessen zu begeistern und zu disziplinieren. Die „kaiserliche Ordre“ vom 1. Mai 1889 galt als der erste Vorläufer für eine staatlich durchorganisierte Jugenderziehung in der Wilhelminischen Ära. Dieser Erlass gab vor, die Fächer Religion und den Geschichtsunterricht mit nationaler und vaterländischer Betonung an den Schulen zu intensivieren. Eine Konzentration auf eine nationale Geschichte, die Schilderungen von deutschen Siegen und Helden, sollte das nationale Ehrgefühl, besonders in den Kreisen der Arbeiter und der proletarischen Bewegungen stärken und eine zunehmende Identifikation mit dem Kaiserreich herbeiführen. [...]

Arbeit zitieren:
Kannowski, Stephan Oktober 2004: Die paramilitärische Erziehung durch die Hitlerjugend (HJ), Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Staatsjugend, Kriegseinsatz der Hitlerjugend, Jugenderziehung, Drittes Reich, Nazi

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