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Seniorenmarketing

Theoretische Grundlagen - Empirische Untersuchung

Seniorenmarketing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Franziska Rutishauser
  • Abgabedatum: Februar 2004
  • Umfang: 153 Seiten
  • Dateigröße: 566,4 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Universität Bern Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8561-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8561-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8561-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rutishauser, Franziska Februar 2004: Seniorenmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Senioren, 50 Plus, Zielgruppe, Alter, Best Ager

Diplomarbeit von Franziska Rutishauser

Einleitung:

Viele Märkte befinden sich im Wandel. Kennzeichnend dafür sind Sättigungserscheinungen und ein erhöhter Wettbewerbsdruck. Um überhaupt noch ein Umsatzwachstum zu erzielen, wird es unter anderem erforderlich, neue attraktive Marktsegmente anzusprechen, denn nur in solchen bislang ungesättigten Segmenten bestehen derzeit noch Wachstumsmöglichkeiten. Eine bisher häufig vernachlässigte Zielgruppe ist diejenige der Senioren. Da die Senioren in Zukunft in vielen Branchen zum wichtigsten Marktsegment werden, eröffnet eine gezielte Bearbeitung dieser Konsumentengruppe neue Marktchancen. Die nachfolgend dargestellten Entwicklungen lassen auf das hohe Potential der Zielgruppe „Senioren“ schliessen.

Die Altersstruktur der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Das Bevölkerungswachstum erfolgte hauptsächlich bei den älteren Menschen. So hat sich in der Schweiz die Zahl der über 64-Jährigen seit 1950 mehr als verdoppelt. Die Zahl der unter 20-Jährigen ist hingegen seit Beginn der 70er Jahre leicht rückläufig. Derzeit ist bereits jede dritte Person in der Schweiz über 50 Jahre alt.

Es entsteht eine historisch neue Situation, in der immer mehr ältere Menschen einer immer geringeren Anzahl jüngerer Menschen gegenüberstehen. Hauptursachen dieses demographischen Alterungsprozesses sind einerseits ein aufgrund von Individualisierungs- und Emanzipationstrends zu beobachtender Geburtenrückgang, andererseits eine infolge verbesserter Umweltbedingungen steigende Lebenserwartung. So beträgt die derzeitige mittlere Lebenserwartung für ein neugeborenes Mädchen knapp 83 Jahre, für einen neugeborenen Jungen 77 Jahre.

Eine heute 65-jährige Person hat durchschnittlich noch 19 Lebensjahre vor sich. Wird also ein 65-Jähriger als Kunde gewonnen, kann er im Durchschnitt noch 19 Jahre gebunden werden. Auch wenn sich der Anteil der Frauen und Männer zahlenmässig immer mehr angleicht, bleibt das demographische Altern vorerst weiblich. Diese durch die höhere Sterblichkeit der Männer bedingte Frauenmehrheit zeigt sich auch beim Zivilstand. So sind 77 Prozent der Männer im Pensionsalter verheiratet, bei den Frauen sind es nur gerade 43 Prozent.

Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch in den anderen Industrienationen beobachten. Gemäss Berechnungen des Bundesamtes für Statistik wird sich die Situation in den nächsten Jahren weiter verschärfen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boom-Generation der 60er Jahre in die älteren Altersgruppen aufsteigen. Erst ab dem Jahr 2035 könnte es zu einer Stabilisierung, allerdings auf hohem Niveau, kommen.

Diese Diplomarbeit setzt sich zum Ziel, den Entwicklungsstand und die konkrete Ausgestaltung des Seniorenmarketings in der Praxis aufzuzeigen. Dabei sollen insbesondere die folgenden Fragen beantwortet werden:

Was sind die Bedürfnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen der Senioren?

Welches sind die zentralen Aspekte des Seniorenmarketings?

Welches sind die wichtigsten Seniorenmärkte?

Wie soll ein an den Bedürfnissen der Senioren orientierter Marketing-Mix ausgestaltet werden?

Inwieweit und in welcher Form wird Seniorenmarketing von den Schweizer Unternehmen betrieben?

Inhaltsverzeichnis:

Management Summary i
Inhaltsübersicht vii
Inhaltsverzeichnis viii
Abbildungsverzeichnis xii
Tabellenverzeichnis xiii
Anhangsverzeichnis xv
Abkürzungsverzeichnis xvi
1. Einleitung 1
1.1 Ausgangslage 1
1.1.1 Demographische Entwicklung 1
1.1.2 Finanzielle Situation 2
1.1.3 Veränderte Lebenseinstellung 3
1.2 Problemstellung 3
1.3 Zielsetzung 4
1.4 Aufbau der Arbeit 5
TEIL I: THEORETISCHER TEIL 6
2. Abgrenzung und Segmentierung des Seniorenmarktes 6
2.1 Definition und Begriffsabgrenzung 6
2.2 Ansätze zur Segmentierung des Seniorenmarktes 8
2.2.1 Altersdimensionen 9
2.2.2 Lebensphasen 11
2.2.3 Lebensstiltypologien 12
2.3 Zusammenfassung 14
3. Charakterisierung der Zielgruppe „Senioren“ 15
3.1 Wertewandel 15
3.1.1 Senioren gestern, heute und morgen 16
3.1.2 Kohortenanalytische Untersuchungen 18
3.2 Selbstwahrnehmung versus Fremdwahrnehmung 20
3.3 Das Freizeitverhalten 21
3.4 Das Mediennutzungsverhalten 22
3.4.1 Radio und Fernsehen 24
3.4.2 Printmedien 24
3.4.3 Internet 26
3.5 Das Kauf- und Konsumverhalten 27
3.5.1 Bedeutung des Konsums 28
3.5.2 Informationsquellen 28
3.5.3 Qualitätsbewusstsein 30
3.5.4 Markenbewusstsein und Markentreue 30
3.6 Zusammenfassung 32
4. Altersbedingte Veränderungen 34
4.1 Körperliche Veränderungen 34
4.1.1 Bewegungsapparat 34
4.1.2 Sinnesorgane 35
4.1.2.1 Sehen 35
4.1.2.2 Hören 36
4.1.2.3 Geschmack und Geruch 37
4.2 Kognitive Veränderungen 37
4.2.1 Kristalline Funktionen 38
4.2.2 Fluide Funktionen 39
4.2.3 Informationsverarbeitungsphasen 39
4.2.3.1 Informationsaufnahme 40
4.2.3.2 Informationsverarbeitung 40
4.2.3.3 Informationsspeicherung 41
4.3 Defizit-Modell vs. Aktivitäts- oder Kompetenzmodell 42
4.4 Zusammenfassung 43
5. Aspekte des Seniorenmarketings 45
5.1 Die Entwicklung des Seniorenmarketings 45
5.1.1 Zeitliche Entwicklung 45
5.1.2 Geographische Entwicklung 47
5.2 Strategische Ansätze zur Erschliessung des Seniorenmarktes 49
5.3 Anwendungsbereiche 52
5.4 Widerstände gegenüber dem Seniorenmarketing 54
5.5 Zusammenfassung 54
6. Gestaltungsempfehlungen für den Marketing-Mix 56
6.1 Produkt und Sortiment 56
6.1.1 Produktgestaltung 56
6.1.2 Verpackungsgestaltung 59
6.1.3 Sortimentsgestaltung 61
6.1.4 Praxisinnovation „Age Explorer“ 61
6.2 Preis und Konditionen 62
6.3 Zusatzleistungen 63
6.3.1 Beratung und Personalschulung 63
6.3.2 Serviceleistungen 64
6.3.3 Kundenbindungsprogramme 65
6.4 Marketingkommunikation 66
6.4.1 Persönliche Ansprache 66
6.4.2 Kommunikationsbotschaft 66
6.4.3 Kommunikationsgestaltung 68
6.5 Distribution 70
6.6 Zusammenfassung 74
TEIL II: EMPIRISCHER TEIL 77
7. Empirische Untersuchung 77
7.1 Das Marktforschungsziel 77
7.1.1 Auftrag bzw. Studientyp 77
7.1.2 Untersuchungsgegenstand und Untersuchungsthemen 77
7.1.3 Untersuchungssubjekte 78
7.2 Das Studiendesign (Grobkonzept) 78
7.2.1 Marktforschungsmethode 78
7.2.2 Universum 79
7.2.3 Stichprobenverfahren und Stichprobenumfang 79
7.3 Der Marktforschungsplan (Detailkonzept) 80
7.3.1 Programmfragen 80
7.3.2 Interviewer-Leitfaden 80
7.3.3 Detailplanung der Stichprobe 81
7.3.4 Auswertungsplan 83
7.4 Auswertung der Expertengespräche 83
7.4.1 Einleitende Bemerkungen 83
7.4.2 Datenauswertung und Dateninterpretation 83
7.4.2.1 Themenkreis 1: Einsatz und Bedeutung des Seniorenmarketings 84
7.4.2.2 Themenkreis 2: Die Zielgruppe der Senioren 92
7.4.2.3 Themenkreis 3: Umsetzung des Seniorenmarketings 96
7.4.2.4 Themenkreis 4: Wirkungen des Seniorenmarketings 105
7.4.2.5 Themenkreis 5: Zukunftsperspektiven 106
7.4.3 Rückschlüsse auf den Theorieteil 108
7.5 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse 109
8. Zusammenfassung und Ausblick 112
Anhang 114
Literaturverzeichnis 124
Selbständigkeitserklärung 134

Automatisiert erstellter Textauszug:

gruppe der Senioren entdeckt und bieten zahlreiche Leistungen für ältere Konsumenten an. So richten Shoppingcenter „Silver Parking“- Bereiche ein, um den älteren Menschen lange Gehwege zum Laden zu ersparen. Die gekauften Produkte werden in Einkaufstaschen gepackt und zum Auto getragen oder frei Haus geliefert. Die Telefongesellschaft Southwestern Bell Media Inc. gibt analog der gelben Seiten die „Silver Pages“ heraus, wo Firmen gezielt ältere Personen ansprechen können. Diesen „Silver Pages“ liegt ein silberner Ausweis bei, der den älteren Konsumenten Rabatte in diversen Geschäften bietet.257 Auch die Werber sind sich der Kaufkraft der 50plus-Generation bewusst. Intergenerative Werbung ist selbstverständlich. Typische Jugend-Marken integrieren die ältere Generation in ihre Werbung. So schalten Jockey258 und McDonald’s zum Beispiel Werbespots, in denen drei Generationen gemeinsam auftreten. Zudem werden in den McDonald’s Restaurants gezielt ältere Menschen als Bedienungskräfte beschäftigt. Levi’s und Reebok entwickeln für die 50plus-Generation spezielle Line Extensions.259 In vielen Restaurants existieren „Early-Bird“-Angebote, die sich bewusst an Personen im Ruhestand wenden, da diese ihre Mahlzeiten auch zu Randzeiten einnehmen können. Viele Kaufhäuser bieten Senioren an einem bestimmten Wochentag Rabatte an.260 Auch in Japan, dem Industriestaat mit dem grössten Seniorenanteil, wird einiges getan. Das japanische Wirtschaftsministerium legt Standards für Produkte fest, die die Nutzerfreundlichkeit für Senioren erhöhen sollen.261 Die japanischen Unternehmen sind sich der kaufkräftigen Senioren bewusst. So stellt das Nobelwarenhaus Matsuya Universal-Design-Artikel her, die unauffällig Altersprobleme kompensieren. Konkret ist das modische Bekleidung mit weiter geschnittenen Schultern oder grösseren Knopflöchern, rutschfeste Badematten oder speziell laute Wecker. Das Kosmetikunternehmen Shiseido brachte eine Deoserie für ältere Kunden heraus und Toyota bietet Autos mit Sitzen an, die sich zum Ein- und Aussteigen um 90 Grad aus dem Wagen herausdrehen lassen. Das Kommunikationsunternehmen NTT DoCoMo brachte ein Handy mit vergrössertem Format auf dem Markt. Auch bei den medizinischen Geräten wurden einige Innovationen lanciert. Hitachi produziert motorisierte Gehstö- [...]

Zwei Länder, in denen die Marktchancen dieser Entwicklung schon früh erkannt wurden, sind Japan und die USA. Deshalb wird im Folgenden detaillierter auf die Ansätze des Seniorenmarketings in diesen zwei Ländern eingegangen. Hauptgrund für den fortschrittlichen Einsatz von Seniorenmarketing in den zwei Ländern ist sicherlich der konstruktive Umgang mit dem Alter. In Japan wird nicht von der Vergreisung, sondern von einer neuartigen Gesellschaft des langen Lebens gesprochen.254 In den USA wird mit Senior Erfahrung und Wissen verknüpft, der Begriff ist also nicht negativ besetzt. Auch die US-Senioren selbst haben ein positives Selbstverständnis. Sie wissen, dass sie eine kaufkräftige Zielgruppe sind und bekennen sich offen zu ihrem Alter.255 Durchsetzungsvermögen erhalten die über 50-Jährigen durch den amerikanischen Pensionistenverband AARP, der über 35 Millionen registrierte Mitglieder zählt und die Interessen der 50plus nach aussen vertritt. Jeder zweite US-Senior ist bereits Mitglied in dieser Vereinigung.256 Viele Firmen haben die kaufkräftige Ziel253 254 [...]

In praktisch allen Industrienationen lässt sich ein demographischer Alterungsprozess feststellen. Tabelle 7 zeigt für ausgewählte Länder, dass in Zukunft immer mehr ältere Menschen immer weniger jüngeren Menschen gegenüberstehen werden. Aufgrund dieser demographischen Veränderungen kann davon ausgegangen werden, dass das Seniorenmarketing in den Industrienationen an Bedeutung gewinnen wird. Diejenigen Unternehmen, die sich erfolgreich im 50plus-Markt positionieren, können folglich in mehreren Regionen der Welt eine vielversprechende Wettbewerbsposition einnehmen. Zu beachten ist dabei, dass das Seniorenmarketing-Konzept an die jeweiligen soziokulturellen Länderunterschiede angepasst wird. Jahr 2000 2025 2050 Deutschland 23.2% 32.1% 34.5% Frankreich 20.5% 28.4% 32.3% Spanien 21.2% 30.3% 40.9% USA 16.1% 23.6% 25.5% Japan 23.3% 35.5% 42.4% [...]

Arbeit zitieren:
Rutishauser, Franziska Februar 2004: Seniorenmarketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Senioren, 50 Plus, Zielgruppe, Alter, Best Ager

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