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Regain Management und E-Commerce

Regain Management und E-Commerce
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniel Steinberg
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 70 Seiten
  • Dateigröße: 304,1 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8343-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8343-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8343-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Steinberg, Daniel Juni 2004: Regain Management und E-Commerce, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kundenrückgewinnung, Churn Management, Customer Recovery, Beziehungsmanagement, Internet

Diplomarbeit von Daniel Steinberg

Problemstellung:

Die bisher kaum beantwortete Frage, inwieweit der Einsatz des Electronic Commerce (E-Commerce) im Rahmen des Regain Managements sinnvoll sein kann, soll Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sein. Im Rahmen des Kundenbeziehungsmanagements stellt das Kundenrückgewinnungsmanagement dabei den dritten abnehmergerichteten Strategieansatz neben der Neukundengewinnung und dem Kundenbindungsmanagement dar. Maßnahmen des Kundenrückgewinnungsmanagements setzen in diesem Zusammenhang dort ein, wo Aktivitäten des Kundenbindungsmanagements erfolglos geblieben sind. Das primäre Ziel des Regain Managements kann dabei darin gesehen werden, abgewanderte Kunden dazu zu bewegen, die Geschäftsbeziehung wieder aufzunehmen.

Aufgrund der Erkenntnis, dass langfristige Kundenbeziehungen häufig von einer höheren Profitabilität gekennzeichnet sind, als kurzfristig transaktionsorientierte Beziehungen, hat das Kundenmanagement als wesentlicher Bestandteil einer verstärkten Kundenorientierung im Rahmen der Marketingwissenschaft und -praxis zunehmend an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang wirft das in vielen Branchen immer noch festzustellende starke Wachstum des E-Commerce die Frage auf, wie sich die bestehenden Kenntnisse für das Kundenmanagement geändert haben bzw. noch ändern könnten. Inwiefern E-Commerce zur Neukundengewinnung und insbesondere zur Kundenbindung beitragen kann, scheint dabei bereits ausführlicher behandelt worden zu sein als die im Rahmen dieser Arbeit behandelte Frage, „ob“ und wenn ja, „wie“ E-Commerce im Rahmen des Kundenrückgewinnungsmanagements eingesetzt werden kann. Dabei wird neben dem E-Commerce besonders auch für das Regain Management im Rahmen des wohl ohnehin immer bedeutender werdenden Kundenmanagements ein überproportionaler Bedeutungszuwachs prognostiziert. Eine Ursache dieses Bedeutungszuwachses kann in der in vielen Branchen beobachtbaren Zunahme der Wechselbereitschaft (Churn) gesehen werden. Ein Überblick darüber, wie diese Zusammenhänge und offene Fragen näher untersucht werden sollen, wird im nachfolgenden Abschnitt gegeben.

Im Rahmen einer Geschäftsbeziehung, unter der eine Folge von Marktransaktionen, die nicht zufällig ist verstanden werden kann, sollen sowohl Markttransaktionen zwischen Unternehmen und Endverbrauchern (Business-to-Consumer bzw. B2C) als auch solche zwischen zwei Unternehmen (Business-to-Business bzw. B2B) betrachtet werden. Das aussichts-reichere Feld des E-Commerce scheint dabei zwar im B2B-Bereich zu liegen, aufgrund der bisherigen Literatur zum Regain Management kann jedoch vermutet werden, dass dieses für beide Bereiche von hoher Bedeutung ist. Somit scheint es auch für diese Arbeit zweckmäßig, die Betrachtungen nicht lediglich auf einen Bereich zu beschränken.

Ferner soll sich die Arbeit nicht nur auf Kunden beschränken, die bereits vor ihrer Abwanderung die Möglichkeiten des E-Commerce genutzt haben. Stattdessen soll auch untersucht werden, inwieweit solche Kunden zur Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen bewegt werden können, welche bis dato nicht von diesen Möglichkeiten Gebrauch gemacht haben.

Wenn man davon ausgeht, dass das Interesse an der Wiederaufnahme einer kundenseitig beendeten Geschäftsbeziehung primär auf Seiten des Anbieters gesehen werden kann, so soll sich auch für die weiteren Ausführungen dieser Arbeit größtenteils auf diese Perspektive beschränkt werden. Die vorliegende Untersuchung ist dabei in 6 Kapitel gegliedert.

Nach den einführenden Gedanken des ersten Kapitels erfolgt in Kapitel zwei zunächst eine für die vorliegende Untersuchung zweckmäßig erscheinende Abgrenzung des Begriffs des Electronic Commerce. Um die Einbettung des Regain Managements im Rahmen des Marketings - welches als ein um-fassendes Konzept der markt- und kundenorientierten Unternehmensführung bzw. als ein Management von Wettbewerbsvorteilen verstanden werden soll - genauer darzustellen, werden anschließend die Begriffe Beziehungsmanagement und Kundenbeziehungslebenszyklus kurz erläutert.

Aufbauend auf den einleitenden Begriffsabgrenzungen des zweiten Kapitels soll im Rahmen des dritten Kapitels zuerst auf die Problematik einer exakten Abgrenzung der Begriffe Regain Management und Kundenabwanderung eingegangen werden, um den Untersuchungsrahmen für die Einsatzmöglichkeiten des E-Commerce möglichst genau festzulegen. Daraufhin erfolgt eine Darstellung möglicher Abwanderungskategorien, welche zu einer Systematisierung nach Ursprung und Art der Kundenabwanderungsgründe beitragen kann. Anschließend werden die Motive des Regain Managements genauer betrachtet. Auf Basis der verschiedenen in der Literatur diskutierten Phasenkonzepten wird als letzter Punkt des dritten Kapitel ein alternatives Phasenmodell dargestellt, welches für den weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit am zweckmäßigsten scheint. Im Rahmen des vierten Kapitels sollen neben den generellen Zielen und Instrumenten auch die Merkmale des E-Commerce zur Gestaltung von Geschäftsbeziehungen näher erläutert werden, welche sich durch die in Kapitel 2.1 zugrunde gelegte Definition ergeben.

Auf Basis dieser Ausführungen werden in Kapitel fünf denkbare Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes des E-Commerce in den - an dieser Stelle näher betrachteten - Phasen des Regain Managements untersucht. Zur Beurteilung dieser Möglichkeiten werden die zuvor erläuterten Bewertungsmaßstäbe der Effektivität und Effizienz herangezogen. Abschließend sollen in Kapitel Fünf noch einige Problembereiche eines „ganzheitlichen Strategieansatzes“ angesprochen werden, bevor in Kapitel sechs eine Zusammen-fassung der Ergebnisse dieser Arbeit und eine Darstellung möglicher zukünftiger Forschungsbereiche erfolgt.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Thematische Einführung
1.1 Relevanz der Untersuchung 1
1.2 Abgrenzung des Themenbereiches und Gang der Untersuchung 2
2. Einleitende Begriffsabgrenzungen
2.1 Electronic Commerce 4
2.2 Regain Management als Teilbereich des Beziehungsmanagements
2.2.1 Abgrenzung des Begriffs Beziehungsmanagement 5
2.2.2 Der Kundenbeziehungslebenszyklus als ein phasenorientiertes Konzept zur Darstellung von Geschäftsbeziehungen 6
3. Entscheidungstatbestände im Regain Management
3.1 Abgrenzung der Begriffe Regain Management und Kundenabwanderung 9
3.2 Mögliche Gründe einer Kundenabwanderung 11
3.3 Motive im Regain Management. 13
3.4 Phasen im Regain Management 15
4. Die Nutzung des E-Commerce zur Gestaltung von Geschäftsbeziehungen
4.1 Ziele und Instrumente des E-Commerce 17
4.2 Merkmale des E-Commerce 18
5. Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des Electronic Commerce im Rahmen des Regain Managements
5.1 Effektivität und Effizienz als Bewertungsmaßstäbe 19
5.2 Einsatz des Electronic Commerce in den Phasen des Regain Managements
5.2.1 Die Rückgewinnungsanalyse
5.2.1.1 Identifikation verlorener Kunden 21
5.2.1.2 Sammeln und Auswerten von Informationen über die Abwanderungsgründe 25
5.2.1.3 Kundenwertanalyse und Selektion verlorener Kunden 29
5.2.2 Akquisitorische Maßnahmen zur Kundenrückgewinnung
5.2.2.1 Intensivierung der Kommunikation 31
5.2.2.2 Kundenindividuelles Rückgewinnungsangebot 35
5.2.3 Betreuung der zurückgewonnenen Kunden 42
5.2.4 Das Rückgewinnungscontrolling 44
5.3 Probleme eines ganzheitlichen Strategieansatzes 45
6. Zusammenfassung der Ergebnisse und offene Problemfelder 48
7. Literaturverzeichnis 51
8. Expertengespräch 60

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kundenbindungsmanagement nicht immer eindeutig sind, soll dieser Fall nicht näher untersucht werden138. Aufbauend auf der frühzeitigen Identifikation eines abgewanderten Kunden gilt es im Rahmen der nächsten Phase der Rückgewinnungsanalyse, nähere Informationen über die Abwanderungsgründe zu sammeln und auszuwerten. Während sich die in diesem Kapitel betrachteten Methoden zur Identifikation verlorener Kunden eher dem Bereich der Beobachtung zuordnen lassen, sind für die Ausführungen in den nächsten Kapiteln besonders auch die Möglichkeiten der Befragung relevant139. 5.2.1.2 Sammeln und Auswerten von Informationen über die Abwanderungsgründe Unter der Annahme, dass die Analyse der Abwanderungsursachen für einen Anbieter wesentlich ist, um aus eventuellen Fehlern zu lernen, so könnte es zweckmäßig sein, die Abwanderungsgründe möglichst vieler verlorener Kunden zu erforschen140. Neben diesem Motiv, welches im Rahmen des Regain Managements eher zur Erreichung des Präventionszieles beitragen könnte, kann das Motiv der Abwanderungsgrundanalyse in der Informationsgewinnung141 zwecks der kundenindividuellen Gestaltung der Rückgewinnungsaktivitäten gesehen werden142. Im letztgenannten Zusammenhang scheinen vor allem das Wiedergewinnungs- und das Schadenminimierungsziel zu dominieren. Auch für die Ursachenanalyse der kundenseitigen Beendigung der Geschäftsbeziehung kann vermutet werden, dass die Verfahren des DataMining mitsamt den bis dato aufgezeigten Möglichkeiten des E-Commerce von zentraler Bedeutung sind. Wenn man allerdings davon ausgeht, dass eine genaue Kenntnis der Abwanderungsgründe als grundlegendste Vorraus- [...]

unterscheiden. Beispielhaft sei hier etwa die schlechte Zahlungsmoral des Kunden genannt.131 Wenn man davon ausgeht, dass diese Methode eine rechtzeitigere Identifikation der impliziten Kündigung ermöglicht, so kann ein solches automatisiertes Frühwarnsystem ähnlich zeitnahe Reaktionen ermöglichen, wie es bei den Fällen einer expliziten Kündigung denkbar ist. Dabei ist anzunehmen, dass diese Methode gerade für „e-Kunde“ durch die Möglichkeiten des E-Commerce - wobei dem schnellen, kostengünstigen und ortsunabhängigen Verfahren des Web-Mining eine besonders wichtige Rolle zukommen dürfte - sinnvoll unterstützt werden kann.132 Wenn man das Einrichten guter Beschwerdemöglichkeiten133 u. a. als einen Baustein zur rechtzeitigen Erkennung von „Schläfern“ betrachtet134, so könnte dies zusätzliche Informationen für die Cluster-Analyse-Methode bieten, um besonders starke Abwanderungssignale näher betrachten zu können. Eventuell kann dieses Verfahren noch durch die Datengewinnung mittels so genannter „E-Mail-Meckerkästen“ - bei denen der Kunde gegebenenfalls eine geringere „psychologische Scheu“ zur Artikulation seiner Beschwerde sieht, als etwa bei einem Anruf -135 begünstigt werden, indem die per E-Mail eingehenden Beschwerden klassifiziert werden.136 Da diese reaktive Art des Beschwerdemanagements137 aber einerseits voraussetzt, dass der zu identifizierende Kunde seine - glaubhafte - Abwanderungsabsicht einem Anbieter auch tatsächlich kommuniziert und anderseits die Grenzen zum [...]

erst mit erheblicher Verzögerung zu identifizieren, verursacht dies wegen der gestiegenen Anzahl von potentiell verlorenen Kunden einerseits zusätzliche Kosten. Anderseits könnte dadurch das Risiko entstehen, den Kunden zu früh als verloren anzusehen und Maßnahmen im Rahmen des Regain Managements zu ergreifen, die der Kunde als unangemessen empfindet, da er sich nach wie vor als Kunde betrachtet. Es ist wohl davon auszugehen, dass ein geeigneter „Mittelweg“ primär aufgrund der Analyse vergangener Erfahrungen gefunden werden kann. Wenn man analog den Überlegungen des Kapitels 3.1 davon ausgeht, dass ein Teil der „Schläfer“ mit zunehmendem zeitlichem Abstand zwischen - impliziter - Kündigung und erfolgter Reaktion des betrachteten Anbieters gegebenenfalls zu einem Wettbewerber wechselt, so bedarf es für diese Art abgewanderter Kunden einer verlässlicheren Identifikation des Abwanderungszeitpunktes127. Eine erfolgsversprechendere Methode der rechtzeitigen Identifizierung von „Schläfern“ könnte eventuell im Vergleich des Verhaltens zwischen Kunden, welche als aktuell betrachtetet werden, und dem Kündigungsverlaufprofil von in der Vergangenheit abgewanderten Kunden liegen128. Zu diesem Zweck werden verlorene Kunden anhand wichtig erscheinender Charakteristika klassifiziert129. Wird bei einem Kunden ein gewisses - vorher festzulegendes - Maß an Ähnlichkeiten zu einer dieser Gruppen festgestellt, so könnte es sinnvoll sein, die Geschäftsbeziehung mit diesem Kunden als beendet zu betrachten. Daraufhin können dann gegebenenfalls weitere Maßnahmen im Rahmen des Regain Management-Prozesses ergriffen werden. Das „Lesen zwischen den Zeilen“130 durch Aufdecken von Mustern, Zusammenhängen und Trends und daraus abgeleiteten Frühwarnindikatoren scheint in diesem Zusammenhang wohl eine durchaus zweckmäßige Methode zur Identifizierung abgewanderter Kunden zu sein. So haben Untersuchungen gezeigt, dass „Schläfer“ bestimmte Verhaltensmerkmale aufweisen, durch welche sie sich signifikant von treuen Kunden [...]

Arbeit zitieren:
Steinberg, Daniel Juni 2004: Regain Management und E-Commerce, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kundenrückgewinnung, Churn Management, Customer Recovery, Beziehungsmanagement, Internet

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