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Sozio-ökonomischer und sozio-kultureller Strukturwandel im ländlichen Alpenraum durch Tourismus

Am Beispiel Österreichs und des Fremdenverkehrsortes Kleinarl

Sozio-ökonomischer und sozio-kultureller Strukturwandel im ländlichen Alpenraum durch Tourismus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ann-Kathrin Reißmann
  • Abgabedatum: Juli 2004
  • Umfang: 136 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8333-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8333-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8333-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Reißmann, Ann-Kathrin Juli 2004: Sozio-ökonomischer und sozio-kultureller Strukturwandel im ländlichen Alpenraum durch Tourismus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Toursimus, Alpen, Wandel, sozioökonomisch, Strukturwandel

Diplomarbeit von Ann-Kathrin Reißmann

Zusammenfassung:

Unzählige Urlauber reisen Jahr für Jahr in die Alpenregionen, um Urlaub zu machen. Nicht nur Erlebnishunger, Neugier und Erholung sind Gründe für die immer weiter ansteigende Urlauberzahl in den Alpen, sondern auch die fortschreitende Technik ermöglicht einen immer leichteren und unbeschwerteren Zugang zum „Erlebnispark Alpen“. Nicht zuletzt sind auch steigender Wohlstand und veränderte Freizeitbedürfnisse Auslöser dieses Booms.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Tourismus zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor im Alpenraum entwickelt. Tourismus hat vielerorts zu Veränderungen von Wirtschaftsräumen beigetragen, hat aber auch zeitgleich den Lebensraum von Mensch und Natur verändert und sozialen Wandel mitbestimmt. Die Alpendörfer und ihre Bewohner sind zwangsmodernisiert und den urbanen Lebensstilen angepasst worden. Die Natur muss den Maßnahmen der touristischen Infrastruktur weichen. Interessenkonflikte zwischen Einheimischen, Touristen, Bergbahnbetreibern, Naturschützern, Organisationen und Institutionen entstehen. Die Kulturlandschaft muss sich aufteilen zwischen Erlebnisraum und Lebensraum.

Der Strukturwandel im Alpenraum ist zwar nicht ausschließlich auf den Fremdenverkehr zurückzuführen, denn der generelle Modernisierungsprozess bzw. die Industrialisierung und der technische Fortschritt waren ebenso ausschlaggebend für den besagten Wandel. Dennoch sind die sozio-kulturellen und sozio-ökonomischen Veränderungen des vergangenen Jahrhunderts seit Beginn des Tourismus im Vergleich zu allen Jahren zuvor immens und rapide verlaufen.

Der Wandel vom Alpinismus zum Alpentourismus bzw. von der anfänglichen Naturbewegung zur touristischen Massenbewegung in den Alpen ist Gegenstand dieser Arbeit. Wie begründet sich die touristische Dynamik im Alpenraum? Wie verändert der Tourismus den Lebens- und Kulturraum Alpen? Welche Auswirkungen sind aus der Vergangenheit festzustellen? Wie wird sich die Zukunft des Alpenraums gestalten? Welche Entwicklungen sind zu erwarten? Welchen Einfluss wird dabei der Tourismus haben? Diese und damit im Zusammenhang stehende Fragestellungen werden in dieser Arbeit aufgeworfen und einer genaueren Betrachtung unterzogen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 6
1.1 Problemaufriss und Fragestellung 6
1.2 Wissenschaftliches Erkenntnisinteresse 8
1.2.1 Persönliches Erkenntnisinteresse 9
1.3 Beschreibung und Abgrenzung des Untersuchungsgebietes 11
1.3.1 Die Gemeinde Kleinarl 13
1.4 Vorgehensweise, Aufbau und Zielsetzung 16
2. ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DES TOURISMUS IM ALPENRAUM 18
2.1 Die vortouristische Zeit der Alpennutzung 18
2.1.1 Der Präalpinismus 18
2.1.2 Der Alpinismus 19
2.2 Der vorindustrielle Tourismus im Alpenraum 21
2.3 Der Tourismus und der Strukturwandel im Alpenraum 22
2.3.1 Das zugrundeliegende soziologisch analytische Modell 22
2.3.2 Die Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft im Kontext des sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Strukturwandels 24
2.3.3 Der Strukturwandel vor 1955 (Phase I (P. I)) 24
2.3.3.1 Der Strukturwandel auf der materiellen Ebene (P. I) 25
2.3.3.2 Der Strukturwandel auf der Interaktionsebene (P. I) 29
2.3.3.3 Der Strukturwandel auf der Institutionsebene (P. I) 31
2.3.3.4 Der Strukturwandel auf der Werteebene (P. I) 35
2.3.4 Der Strukturwandel ab 1955 bis heute (Phase II (P. II)) 36
2.3.4.1 Der Strukturwandel auf der materiellen Ebene (P. II) 37
2.3.4.2 Der Strukturwandel auf der Interaktionsebene (P. II) 43
2.3.4.3 Der Strukturwandel auf der Institutionsebene (P. II) 46
2.3.4.4 Der Strukturwandel auf der Werteebene (P. II) 51
2.4 Der Alpentourismus im ständigen Wandel 54
2.4.1 Der Bedeutungscharakter der Alpen 54
2.4.2 Die Rollen des Sommer- und Wintertourismus im Vergleich 56
2.4.3 Die Interdependenz von Sport und Tourismus 58
3. DIE BEDEUTUNG UND BEWERTUNG DES ALPENTOURISMUS 60
3.1 Die sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Bedeutung von Tourismus 60
3.1.1 Die sozio-ökonomische Bedeutung des Tourismus – am Beispiel des Bundeslandes Salzburg 60
3.1.1.1 Ein Vergleich von Sommer- und Wintersaison anhand von Übernachtungszahlen 63
3.1.1.1.1 Bundesland Salzburg 63
3.1.1.1.2 Gemeinde Kleinarl 65
3.1.2 Die sozio-kulturelle Bedeutung des Tourismus - am Beispiel des Bundeslandes Salzburg 68
3.1.3 Die sozio-ökonomische und -kulturelle Bedeutung des Tourismus für Kleinarl im Vergleich mit Saalbach-Hinterglemm 70
3.2 Tourismusinduzierter sozialer Wandel: methodische Hinweise für die Entwicklung von Theorieansätzen 75
3.2.1 Modelle zum tourismusinduzierten sozialen Wandel 77
3.2.1.1 Das Modell nach Bachleitner 78
3.2.1.2 Das Modell nach Doxey 79
3.2.1.3 Das Modell nach Bjorklund und Philbrick 80
3.2.1.4 Tourismus im Analysefeld der Systemtheorie 82
3.2.2 Die Frage der Völkerverständigung 85
3.2.3 Interkulturelle Interaktion und ihre Auswirkungen 86
4. DIE ZUKUNFT DES LEBENS- UND KULTURRAUMS ALPEN 89
4.1 Prognosen für die Entwicklung der Alpen 89
4.1.1 Sozio-ökonomische Prognosen 89
4.1.2 Sozio-kulturelle Prognosen 93
4.2 Pragmatische Wege in die Zukunft der Alpen 95
4.2.1 Der Begriff des sanften Tourismus 95
4.2.2 Der Begriff der Nachhaltigkeit 96
4.2.3 Konzepte für eine Zukunft der Alpen mit nachhaltigen Tourismus 98
4.2.3.1 Die Alpenkonvention 102
4.2.4 Maßnahmen für die Zukunft: nachhaltige Projekte im Alpenraum und ihre Reichweite 103
5. SCHLUSSBETRACHTUNGEN 108
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 109
5.2 Abschließende Bewertung 110
ANHANG 113
A 1 Die Partnerinstitutionen der CIPRA 113
A 2 Gedicht: Urlaub aufn Bauernhof: a leichtvadeats Geld! 116
A 3 Übernachtungszahlen für das Bundesland Salzburg und die Gemeinden Kleinarl und Saalbach-Hinterglemm 117
A 3.1 Übernachtungen für das Bundesland Salzburg 1950- 2003 117
A 3.2 Übernachtungen für Kleinarl 1956-2003 118
A 3.3 Übernachtungen für Saalbach-Hinterglemm 1953-2003 119
QUELLENVERZEICHNIS 121
Q 1 Literaturverzeichnis 121
Q 2 Verzeichnis der Internetquellen 125
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 128
TABELLENVERZEICHNIS 128
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 129

Automatisiert erstellter Textauszug:

Weiterhin ausschließlich dem Wirtschaftszweig Tourismus zuzuordnen sind neben den Ämtern für Wirtschaftsförderung die als Werbeträger fungierenden Großraumzusammenschlüsse. Mehrere Gemeinden und Liftbetreiber schließen sich zusammen, um den Wintergästen für den Kauf einer einzigen Liftkarte den Zugang zu allen Skiliften der zum Großraum zugehörigen Orte zu gewährleisten. Dieser Trend hält bis heute an und lässt Skigebiete zu wahren Skiarenen heranwachsen. Der Konkurrenzdruck zwischen den Skigebieten ist immens und hat die Monopolisierung von wenigen, strategisch günstig beschaffenen und standorttechnisch vorteilhaft gelegenen Orten zur Folge. Um auf dem Markt mithalten zu können, entwickeln sich die Skigebiete infrastrukturell ständig fort und verbessern damit ihr Image. Kleinarl wurde so im Jahre 1988 Teil des Kartenverbunds "Salzburger Sportwelt Amadé", der zum damaligen Zeitpunkt acht Gemeinden samt ihrer Skilifte mit einbezog.93 Seit der Wintersaison 2003/04 stellt die "Salzburger Sportwelt [...]

Die in Phase I beschriebenen Institutionen, Organisationen, Verbände und Vereine (siehe Kap. 2.3.3.3) sind bis heute erhalten und haben sich in ihren Aufgaben und Zielsetzungen weiter entwickelt. Die internationalen Institutionen wie die CIPRA, die größte aller Organisationen und dessen rund 100 Partnerinstitutionen (siehe Kap. 2.3.4.3 & Anhang, S. 113-115) "arbeiten an der Aufbereitung eines mehrsprachigen und grenzüberschreitenden Informationsflusses im gesamten Alpenraum. Diese Informationsdrehscheibe erreicht Entscheidungsträger genau so wie jene Menschen, die vor Ort für eine nachhaltige Entwicklung arbeiten. Sie arbeitet an der Umsetzung dieser Idee, mit Hilfe von Publikationen und konkreten Projekten."90 Ihr entsprungen ist auch die sogenannte "Allianz in den Alpen" – auch "Alpenallianz" genannt –, ein Gemeindenetzwerk, das 1997 gegründet wurde und sich um konkrete nachhaltige Arbeit in allen drei Dimensionen in unterschiedlichen Bereichen bemüht. (siehe Kap. 4.2.3.1) Die Naturfreunde, die 1895 entstanden, beschreiben gut 100 Jahre nach ihrer Gründung als ihr "oberstes Ziel die Wiederherstellung und Erhaltung der natürlichen Umwelt als Lebensgrundlage." Ein "sanftes und sozialverträgliches Reisen und [die] umweltschonende Ausübung sportlicher Tätigkeiten" wird u.a. mit Hilfe von derzeit etwa eintausend Häusern alpenweit ermöglicht. Diese Hütten sollen einen kostengünstigen Aufenthalt für Jedermann ermöglichen und einen "Treffpunkt für Gleichgesinnte" darstellen, die die Möglichkeit einer "sinnvollen Gestaltung der Freizeit" erhalten.91 Wie in Kap. 2.3.3.3 bereits für Phase I erwähnt, existieren noch weitere derartige Institutionen mit ähnlichen Zielsetzungen. Das trifft auch für die Phase II zu (siehe Anhang, S. 113-115) Die bedeutendsten und größten sollen an dieser Stelle genügen. Ein Meilenstein sowohl in der Entwicklung hinsichtlich der Bemühungen um eine überregionale und internationale Alpenpolitik als auch in der Entwicklungsphase der zahlreichen international und überregional fungierenden Organisationen unter Oberaufsicht der CIPRA ist die Erreichung der sogenannten Alpenkonvention (siehe Kap. 4.2.3.1), die nach langer Planungs- und Entwurfszeit im Jahre 1991 von den [...]

Bett gebracht werden oder kaum noch Familienausflüge stattfinden.84 Wenn auch die Qualität von sozialen Kontakten innerhalb der Familie abgenommen hat, so hat – zumindest in Familienbetrieben – die Quantität sogar leicht zugenommen. Obwohl v.a. durch den Betrieb mehr Zeit miteinander verbracht wird, nimmt die Intensität der Interaktion bzw. Kommunikation ab, da die Zeit nicht füreinander bereitsteht, sondern in erster Linie dem Gast gewidmet wird. Dies kommt gerade den jüngeren Kindern, die noch bei ihren Eltern wohnen, zugute, die ihre Eltern bzw. Bezugspersonen stets um sich herum haben.85 Einer 1994 geführten Umfrage zu Folge fühlte sich im Bundesland Salzburg jeder Vierte "im eigenen Lebensraum eingeschränkt, empfand den Tourismus als Eingriff in seine persönliche 'Hinterbühne' und sah sich in der Privatheit gestört."86 Der oft enge Kontakt mit den Gästen erscheine lästig und unangenehm und reiße das Familienleben auseinander, so die Ergebnisse einer Umfrage aus dem Jahr 1994.87 "Abstand zu [den Gästen zu] halten, gelang stets leichter in professionalisierten Beherbergungsbetrieben, in denen die Dienstleistungskultur – d. h. Einheimische in der Rolle der Gastgeber, Hotelbesitzer, Kellner, Receptionisten etc. – Reisende und Bereiste unter Wahrung verschiedener Verhaltensregeln, wie etwa Vermeidung zu engen Kontaktes oder Respektierung des Statusunterschiedes, trennte."88 [...]

Arbeit zitieren:
Reißmann, Ann-Kathrin Juli 2004: Sozio-ökonomischer und sozio-kultureller Strukturwandel im ländlichen Alpenraum durch Tourismus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Toursimus, Alpen, Wandel, sozioökonomisch, Strukturwandel

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