Integrierte Informations- und Kommunikationstechnologien in Kommunalverwaltungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Herbst
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 883,3 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Flensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8203-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8203-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8203-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Herbst, Martin Juli 2004: Integrierte Informations- und Kommunikationstechnologien in Kommunalverwaltungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: E-Government, luK, Informationstechnologie, Public Sector, öffentliche Verwaltung
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Diplomarbeit von Martin Herbst
Einleitung:
Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) verändern seit einigen Jahren die Gesellschaft. Sie führen zu einem Wandel der Organisation bei Betrieben aller Wirtschaftszweige. Auch öffentliche Verwaltungen versuchen durch den Einsatz von IuK neue Organisationsabläufe und somit neue Dienstleistungen zu bilden.
Im Mittelpunkt der informationstechnischen Modernisierung im öffentlichen Sektor stehen die Kommunalverwaltungen wegen ihrer vielfältigen Kontakte mit Bürgern. In Bezug auf die IuK verfügen sie über heterogene IuK-Infrastrukturen. Jedes Amt setzt regelmäßig mehrere voneinander isolierte Fachanwendungen und unterschiedliche Datenbanksysteme ein. Nahezu jede Kommune erstellt eine eigene Homepage und nimmt vorrangig auf ihre Informationsanliegen Rücksicht. Workow-Management-Systeme zur Beschleunigung der Vorgangsbearbeitung und Data-Warehouse-Systeme zur Unterstützung der Entscheidungsträger nden noch viel zu selten Einsatz.
Die unzureichende Ausrichtung an den Bedürfnissen der Bürger liegt hauptsächlich in der fehlenden Integation der IuK-Systeme begründet. Jedes Amt besitzt seine eigene IuK-Ausstattung und erhebt die von ihm benötigten Daten neu, selbst wenn das Datenmaterial in anderen Dienststellen bereits vorliegt. Synergieeffekte können sich so nicht entfalten, da die einzelnen Systeme weder miteinander kommunizieren noch einander zuarbeiten.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale eines integrierten IuK-Einsatzes bei der Neugestaltung der Interaktionsbeziehungen zwischen der Kommunalverwaltung und dem Bürger. Hierbei bringt sie Erkenntnisse und Erfahrungen sowohl aus der Betriebswirtschaftslehre als auch aus der Wirtschaftsinformatik mit ein.
Das erste Kapital betrachtet die öffentliche Verwaltung als einen informationsverarbeitenden Betrieb. Nachdem die Aufgaben und die Ziele des Verwaltungsbetriebs erörtert werden, geht es auf die Bedeutung des Informationsmangements als Führungsaufgabe ein. Hierzu gehört sowohl die Bedeutung des Produktionsfaktors Information für die Dienstleistungserstellung als auch die Integration der verschiedenen Systeme.
Die Praxis der IuK-gestützten Systeme ist Gegenstand des zweiten Kapitels. Hierbei werden zunächst die verschiedenen Anwendungssysteme näher erläutert. Als wesentliches Merkmal der Dienstleistungserstellung erweist sich die Integration der verschiedenen Systeme untereinander. Überlegungen zu möglichen Organisationsformen für ein integriertes Zugangsmanagement an der Schnittstelle zum Bürger verdeutlichen die Potenziale der IuK-Integration. Neue Formen der Bereitstellung kommunaler Dienstleistungen stehen durch One-Stop-Shops, Call Center und Electronic Government zur Verfügung.
Das dritte Kapital widmet sich den kritischen Erfolgsfaktoren eines integrierten IuK-Einsatzes. Es thematisiert Schwierigkeiten bei der Umsetzung eines IuK-Konzeptes, insbesondere aufgrund der Anforderungen des Datenschutzes und der Datensicherheit und behandelt die zukünftigen Möglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung.
Das vierte Kapitel widmet sich dem derzeitigen Stand der Anwendungssysteme. Basierend auf einer Umfrage bei verschiedenen öffentlichen Verwaltungen in Schleswig-Holstein wird der derzeitige Stand der Technik analysiert und es werden Handlungsalternativen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit | 1 | |
| Erstes Kapitel: Die Kommunalverwaltung als informationsverarbeitender Betrieb | 3 | |
| A. | Bedeutung der Kommunalverwaltung | 3 |
| I. | Kommunale Selbstverwaltung und Aufgaben | 3 |
| II. | Organisation der Kommunalverwaltungen | 4 |
| B. | Betriebswirtschaftliche Ansätze in der Kommunalverwaltung | 6 |
| C. | Informationsmanagement in der Kommunalverwaltung | 9 |
| I. | Informationsmanagement als Führungsaufgabe | 9 |
| II. | Integrierter IuK-Einsatz als Aufgabe des Informationsmanagements | 12 |
| Zweites Kapitel: Integrierte Anwendungssysteme in der Kommunalverwaltung | 15 | |
| A. | Moderne IuK-Techniken | 15 |
| I. | Integrierte Systeme zur Unterstützung der Geschäftsprozesse | 15 |
| 1. | ERP-Systeme als ganzheitlicher Lösungsansatz | 16 |
| 2. | Middleware-orientierte Ansätze | 18 |
| 3. | Behördenübergreifender Datenaustausch | 21 |
| II. | IT-gestützte Vorgangsbearbeitung in der Kommunalverwaltung | 23 |
| 1. | Dokumentenmanagementsysteme für die elektronische Ablage | 24 |
| 2. | Work?ow-Management-Systeme zur Unterstützung elektronischer Geschäftsprozesse | 27 |
| 3. | Groupware-Systeme für die elektronische Zusammenarbeit | 32 |
| 4. | Management von Wissen | 34 |
| III. | Data-Warehouse-Systeme für die optimale Entscheidungsfindung | 37 |
| 1. | Das Data Warehouse-Konzept | 37 |
| 2. | Mehrdimensionale Analysen mit OLAP | 40 |
| 3. | Datenmustererkennung mit Data Mining | 42 |
| IV. | Sicherheitssysteme | 44 |
| 1. | Verschlüsselungssysteme | 46 |
| 2. | Digitale Signatur und Chipkartensysteme | 47 |
| 3. | Firewallsysteme | 50 |
| B. | Integriertes Dienstleistungsangebot in Kommunalverwaltungen | 52 |
| I. | Bereitstellung von Dienstleistungen in der Kommunalverwaltung | 52 |
| 1. | One-Stop-Shops als gebündelter Verwaltungszugang | 52 |
| 2. | Innovative Formen der behördenübergreifenden Zusammenarbeit | 55 |
| 3. | Call Center für den telefonischen Bürgerkontakt | 57 |
| 4. | Electronic Government für die virtuelle Verwaltung | 58 |
| Drittes Kapitel: Kritische Erfolgsfaktoren eines integrierten IuK-Einsatzes | 62 | |
| A. | Datenschutz und Datensicherheit | 62 |
| B. | Personalwirtschaftliche Voraussetzungen | 67 |
| C. | Auswahl der geeigneten IuK | 68 |
| D. | Interaktion mit den Bürgern | 71 |
| Viertes Kapitel: Bestandsaufnahme der Kommunalverwaltungen in Schleswig-Holstein | 74 | |
| A. | Umfrage zum Stand der Technik | 74 |
| I. | Grundsätzliches zur Umfrage | 74 |
| II. | Anwendungssysteme in der Kommunalverwaltung | 75 |
| III. | IT-gestützte Vorgangsbearbeitung | 78 |
| IV. | E-Government | 79 |
| V. | Zukunftsaussichten | 81 |
| B. | Handlungsalternativen für Kommunen | 84 |
| Zusammenfassung | 87 | |
| Anhang | VII | |
| Literaturverzeichnis | XX | |
| Sachverzeichnis | XXV |
In dieser Organisationsstruktur dienen die Bürgerämter als Front Ofce oder One-Stop-Shops. Sie treten als einzige Bereiche der Kommunalverwaltung in direkten Kontakt zu den Bürgern. 231 Die Mitarbeiter im One Stop-Shop können die für den Vorgang benötigten Angaben direkt in die kommunalen EDV-Systeme eingeben, die Angaben mit den im System gespeicherten Daten überprüfen und den Vorgang mit speziellen Fachanwendungen bearbeiten. Systeme zur Zugangskontrolle stellen sicher, dass die Verwaltungsmitarbeiter nur Zugriff auf bestimmte Daten und Programme bekommen. Die Identizierung erfolgt über auf Chipkarten gespeicherte Benutzerausweise. Diese Struktur setzt offene Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Verwaltungsinformationssystemen voraus, die einen kontrollierten Informationsaustausch zulassen und die erforderlichen Informationen schnell verteilen. Middleware-Systeme stellen die benötigte Infrastruktur für die Integration der isolierten elektronischen Informationssysteme zur Verfügung. [...]
Bei den in Kapitel eins diskutierten Bürgerämtern handelt es sich um First-Stop-Shops, die dem Bürger als erste Anlaufstelle dienen. Neben der Verbesserung der Bürgerorientierung lag die ursprüngliche Absicht der Bürgerämter in der Entlastung der Fachämter vom Publikumsverkehr. Der Aufgabenbereich der Bürgerämter beschränkte sich auf Auskunftserteilung sowie Ausgabe und Entgegennahme von Formularen. Die eigentliche Vorgangsbearbeitung fand im Hintergrund in den Fachämtern statt.228 Zurzeit versuchen viele Kommunen, Anliegen der Bürger vollständig im Bürgerbüro zu bearbeiten, was eine entsprechende Qualikation der Mitarbeiter voraussetzt. Darüber hinaus wird die Produktpalette der Kommunalverwaltungen an die Bedürfnisse der Bürger angepasst. Dieses so genannte One Stop-Shopping bietet, anders als die Bürgerämter, nicht einfach Dienstleistungen an, sondern Problemlösungen für konkrete Lebenslagen der Bürger. Sie gruppieren ihre Angebote rund um den Zeitpunkt der Veränderung im Leben (z. B. Hausbau, Hochzeit, Pegefall, Ruhestand etc.). Durch die Trennung mittelbarer und unmittelbarer Leistungsbereiche erlauben sie dem Bürger, alle Anliegen an einer einzigen Anlaufstelle abzuwickeln. 229 Der Mitarbeiter im One Stop-Shop gewinnt so schnell einen Gesamtüberblick [...]
Öffentliche Verwaltungen bieten den Bürgern vielfältige Dienstleistungen an. Dazu zählen beispielsweise die Ummeldung im Einwohnermeldeamt oder die Beantragung einer Baugenehmigung im Bauamt ebenso wie das Anmelden eines Gewerbes im Gewerbeamt. Diese Verwaltungsleistungen werden aber nicht isoliert produziert, sondern im engen Zusammenwirken mit dem Leistungsempfänger. Die Bürger stellen und begründen Anträge, beantworten Rückfragen und müssen sonstigen Mitwirkungspichten nachkommen. Die Zugangsform zu den öffentlichen Verwaltungen lassen sich hauptsächlich in persönlichen Kontakt, telefonischen Kontakt und elektronischen Zugang unterteilen. 226 Ziel muss es sein, diese Zugangskanäle informationsund kommunikationstechnisch zu integrieren. Informationen müssen unabhängig von der Wahl des Zugangskanals jederzeit und überall verfügbar sein. 227 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832482039
Arbeit zitieren:
Herbst, Martin Juli 2004: Integrierte Informations- und Kommunikationstechnologien in Kommunalverwaltungen, Hamburg: Diplomica Verlag
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