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Veränderungen der Unternehmensfinanzierung durch Kreditderivate und Asset-Backed Securities

Veränderungen der Unternehmensfinanzierung durch Kreditderivate und Asset-Backed Securities
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martin Schüürmann
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 658,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Osnabrück Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8042-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8042-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8042-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schüürmann, Martin Januar 2004: Veränderungen der Unternehmensfinanzierung durch Kreditderivate und Asset-Backed Securities, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: synthetisch, Verbriefung, Refinanzierung, Forderung, Finanzierungsform

Diplomarbeit von Martin Schüürmann

Einleitung:

Die Konjunkturflaute zerrt an den Kapitalreserven und an den Gewinnen der Unternehmen und macht somit eine Innenfinanzierung vielfach unmöglich. Zugleich verfolgen deutsche Banken aufgrund hoher Ausfallquoten, eigener Gewinnproblematik sowie erwarteter Neuregulierung der Eigenkapitalunterlegung im Zuge von Basel II eine deutlich restriktivere Kreditpolitik.

Zunehmende Unternehmensinsolvenzen im Mittelstand, die zu Forderungsausfällen anderer Unternehmen führen, sowie die Kollapse einst anerkannter Konzerne wie Enron und Worldcom auf internationaler Ebene oder Kirch Media, Fairchild Dornier, Babcock Borsig in Deutschland führen dazu, dass sich der Markt eines bestehenden Kreditrisikos verstärkt bewusst wird.

Deutsche Unternehmen werden somit in zunehmendem Maße gezwungen, nach alternativen Finanzierungsformen zu suchen. Außerdem reift bei ihnen die Erkenntnis, dass zur Sicherung der eigenen Liquidität die mit der Verschlechterung von Bonitäten einhergehenden Risiken eines besseren Risikomanagements bedürfen. In neuerer Zeit kommen daher Kreditderivate und Asset-Backed Securities (ABS), welche vormals hauptsächlich im Bankensektor Verwendung fanden, auch in Unternehmen zum Einsatz.

Inwieweit nun Kreditderivate und Asset-Backed Securities die „herkömmliche“ Politik der Finanzierung einer Unternehmung verändern und beeinflussen können, und welche Einsatzmöglichkeiten, Probleme und Risiken sich einer Unternehmung dabei bieten, soll Zielsetzung dieser Arbeit sein.

An dieser Stelle sei bereits angemerkt, dass beide Finanzmarktsegmente sich durch eine hohe Gestaltungsvielfalt und Innovationskraft auszeichnen. Die Begriffsabgrenzung und Systematisierung der verschiedenen Produktkategorien ist somit immer ein Prozess, der den Entwicklungen am Markt kontinuierlich anzupassen ist. Bei den folgenden, dieser Arbeit zugrunde liegenden Definitionen, handelt es sich somit lediglich um eine Momentaufnahme sowie subjektive Auswahl einer möglichen Abgrenzung. Kreditderivate und Asset-Backed Securities werden in dieser Arbeit seitens des Verfassers zumeist in ihrer, wie in der Literatur häufig definierten, „engsten Form“ gebraucht und verstanden.

Die Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel. Dieses Kapitel gibt eine kurze Einführung in die Problemstellung, den Gegenstand sowie die Vorgehensweise der Arbeit. In Kapitel 2 werden dann die Grundlagen für den weiteren Verlauf der Arbeit gelegt, indem Kreditderivate und Asset-Backed Securities zunächst in ihren grundsätzlichen Strukturen dargestellt als auch voneinander abgegrenzt werden. Das Kapitel 3 widmet sich dann der Darstellung der Situation am deutschen Geld- und Kapitalmarkt. Hierbei wird zunächst der Status Quo der Unternehmensfinanzierung in Deutschland dargestellt und aufbauend darauf ausgewählte Entwicklungen, Initiativen sowie regulatorische Veränderungen, die für den weiteren Verlauf der Arbeit, d.h. für Kreditderivate und ABS, von Interesse sind.

Kapitel 4 befasst sich mit dem Einsatz von Kreditderivaten in Unternehmen. Aufbauend auf der Darstellung verschiedener finanzwirtschaftlicher Risiken sowie möglichen Substituten, werden die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten im Detail dargestellt. Daraufhin erfolgt eine Darstellung der mit diesen Anwendungsmöglichkeiten verbundenen Problemen und Risiken. Das 4. Kapitel schließt mit einer kurzen Darstellung einer Bewertung sowie möglichen Bilanzierung von Kreditderivaten.

In Kapitel 5 wird der Einsatz von Asset-Backed Securities in Unternehmen dargestellt. Nachdem zunächst auf eine Eignung von ABS als Substitut anderer Formen der Fremdfinanzierung eingegangen wird, werden die Anforderungen an ein mögliches zu verbriefendes Forderungsportfolio näher erläutert. Aufbauend darauf wird dann die Nutzung von ABS zur Refinanzierung, als auch ihr Einsatz zur Gestaltung der Finanz- und Bilanzstruktur einer Unternehmung, dargestellt. Letztlich folgt, bevor das Kapitel mit einem kurzen Fallbeispiel endet, eine Betrachtung der Kosten und der Flexibilität einer ABS-Transaktion einer Unternehmung.

Den Abschluss dieser Arbeit bildet dann Kapitel 6 mit einer kurzen Zusammenfassung, einem Fazit zu den bis dato erläuterten Aspekten sowie einem kurzen weiterführenden Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Begriff der Kreditderivate und Asset-Backed Securities 4
2.1 Kreditderivate 4
2.1.1 Hauptkonstruktionen 4
2.1.1.1 Credit Default Produkte 5
2.1.1.2 Credit Spread Produkte 6
2.1.1.3 Total Return Swap 7
2.1.1.4 Credit Linked Note 8
2.1.2 Der Markt für Kreditderivate 9
2.2 Asset-Backed Securities 12
2.2.1 Grundkonzept 12
2.2.2 Transaktionsbeteiligte 13
2.2.3 Zahlungsstrommanagement 14
2.2.4 Sicherungskonstruktionen 15
2.2.5 Synthetische Verbriefungen 16
2.2.6 Der Markt für Asset-Backed Securities 18
3. Situation am deutschen Geld- und Kapitalmarkt 20
3.1 Unternehmensfinanzierung 21
3.2 Entwicklungen, Initiativen und regulatorisches Umfeld 22
4. Einsatz von Kreditderivaten in Unternehmen 25
4.1 Finanzwirtschaftliche Risiken 25
4.2 Kreditderivate als Substitut für Kreditversicherung und Garantie 27
4.3 Anwendungsmöglichkeiten 28
4.3.1 Kreditderivate als Sicherungsinstrumente 28
4.3.2 Kreditderivate zum Passivmanagement 30
4.3.3 Kreditderivate zum Eigenhandel 30
4.3.3.1 Spekulation 31
4.3.3.2 Arbitrage 32
4.4 Probleme und Risiken beim Kreditderivateinsatz 33
4.4.1 Rolle der Informationsasymmetrien 33
4.4.2 Veränderung der Risikostruktur 34
4.5 Bewertung von Kreditderivaten 36
4.6 Bilanzierung von Kreditderivaten 38
5. Einsatz von Asset-Backed Securities (ABS) in Unternehmen 42
5.1 ABS als Substitut anderer Formen der Fremdfinanzierung 42
5.2 Forderungsportfolio 48
5.2.1 Generelle Anforderungen 49
5.2.2 Begünstigende Anforderungen 51
5.3 ABS als zusätzliche Refinanzierungsquelle 52
5.4 Gestaltung der Finanz- und Bilanzstruktur 53
5.5 Kostenaspekte 56
5.5.1 Etablierungskosten 57
5.5.2 Laufende Kosten 59
5.5.3 Kapitalkostenbetrachtung 60
5.6 Flexibilität 62
5.7 Fallbeispiel 63
6. Fazit 67
Literaturverzeichnis VIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

In der Praxis trägt diese beschriebene Problematik in weit reichender Form zu einer Begrenzung des Schuldnerkreises, auf den sich Kreditderivate beziehen, bei. So beziehen sich Kreditderivate gegenwärtig weitestgehend auf große, am Kapitalmarkt agierende Unternehmen. Lediglich bei diesen Schuldtiteln sind die verschiedenen Marktteilnehmer bereit, die Bonität des Schuldners über eine Orientierung am Credit Spread oder am vorhandenen Rating einzuschätzen, ohne selbst eine direkte Geschäftsbeziehung zu diesen zu unterhalten, bzw. unterhalten zu haben.125 Ein weiterer Aspekt innerhalb der Informationsasymmetrie ist auch das Problem des Moral Hazards. Dieser kommt innerhalb einer Kreditderivatkonstruktion darin zum Ausdruck, dass eine Unternehmung als Sicherungsnehmer nach der Veräußerung des Kreditrisikos ein schrumpfendes Interesse daran hat, den Ursprungsschuldner weiterhin intensiv zu überwachen oder gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, um die Wahrscheinlichkeit einer vertragsgemäßen Bedienung des Kredites zu erhöhen.126 Für eine am Kreditderivatmarkt tätige Unternehmung stellt sich dieses Problem je nach dem, ob sie als Sicherungsgeber oder als Sicherungsnehmer auftritt. Tritt sie als Sicherungsgeber auf, so hat sie zumeist wenige Möglichkeiten, dem Moral Hazard entgegenzuwirken. Tritt sie jedoch als Sicherungsnehmer auf, so kann sie versuchen, durch verschiedene Sicherungsmechanismen ihr vertragsgemäßes Verhalten dem Sicherungsgeber glaubhaft darzustellen. Der Vorteil für eine Unternehmung als Sicherungsnehmer in solch einem Verhalten liegt darin, dass durch diese Aktivitäten die Misstrauensprämie, welche nicht nur auf die Adverse Selektion zu zahlen ist, auch in Bezug auf den Moral Hazard verringert werden kann. 4.4.2. Veränderung der Risikostruktur Wie in den vorherigen Kapiteln dargestellt, können Kreditderivate Ausfallrisiken und, je nach Vertragsgestaltung, auch Marktrisiken des Referenzinstrumentes auf Dritte übertragen und somit für Unternehmen managebar machen. Der Einsatz von Kreditderivaten bewirkt jedoch nicht zwingend eine Risikoreduktion, sondern [...]

schreiben. Zu beachten ist allerdings, dass diese 7 BP im Prinzip allerdings auch die im folgenden Kapitel beschrieben Risiken kompensieren sollten. 4.4. Probleme und Risiken beim Kreditderivateinsatz In diesem Kapitel werden die verschiedenen Probleme und Risiken beim Einsatz von Kreditderivaten beschrieben. Dabei wird zunächst auf die Rolle der Informationsasymmetrien eingegangen und später dann auf die entstehenden Veränderungen in der Risikostruktur einer Unternehmung durch Kreditderivate. 4.4.1. Rolle der Informationsasymmetrien Die für die Arbitrage im vorherigen Kapitel beschriebenen notwendigen Informationsasymmetrien können sich jedoch auch als hinderlich bei der weiteren Verbreitung von Kreditderivaten (nicht nur bei Unternehmen) erweisen. Bei oben beschriebenen Ausfallrisiken besteht nämlich immer die Gefahr, dass der Verkäufer des Risikos besser informiert ist als der Käufer, so dass für den Käufer die Gefahr besteht, dass er die Höhe des Ausfallrisikos falsch einschätzt und deshalb auch eine zu geringe Prämie dafür verlangt. Der Verkäufer kann nun versuchen, gerade solche Risiken zu verkaufen, die vom Käufer falsch eingeschätzt werden (Adverse Selektion). Da sich der Käufer i.d.R. dieser Gefahr bewusst ist, wird er für die Risikoübernahme zusätzlich eine Art Misstrauensprämie in Rechnung stellen.122 Handelt es sich bei dem Referenzinstrument um eine Forderung an einen souveränen Schuldner oder an ein sehr großes Unternehmen, welches durch eine anerkannte Ratingagentur bewertet ist, dann spielt die Adverse Selektion und somit ein Aufschlag der Misstrauensprämie kaum eine Rolle. 123 Liegt dies jedoch nicht vor, so hat eine Unternehmung als Sicherungsnehmer prinzipiell die Möglichkeit, ein Rating des Referenzinstrumentes durch eine vertrauenswürdige Agentur einzuholen und das Ergebnis dann dem Käufer mitzuteilen. Da es sich bei einem solchen externen Rating jedoch um eine sehr zeit- und kostenintensive Angelegenheit handelt, wird es sich hierbei i.d.R. lediglich um einen theoretischen Aspekt handeln.124 [...]

einer besonderen Beziehung zum Kreditnehmer, einer besseren technischen Infrastruktur oder einfach aufgrund langjähriger Erfahrung einen Informationsvorsprung gegenüber den anderen Marktteilnehmern besitzt und diesen dann zu Arbitragezwecken nutzen kann. Hierzu tritt das Unternehmen als eine Art Kredithändler am Markt auf. Das Unternehmen kann versuchen, zwei genau entgegengesetzte Risikopositionen aufzubauen, indem es bei einem Credit Default Swap Konstrukt als Sicherungsnehmer und bei einem anderen Credit Default Swap Konstrukt als Sicherungsgeber auftritt. Voraussetzung ist in diesem Fall, dass beide Swaps das gleiche Basisinstrument beinhalten, gleiche Laufzeiten haben und insbesondere durch das exakt gleiche Kreditereignis ausgelöst werden.119 Das Unternehmen tritt dann in dem Markt, der das Kreditderivat als weniger riskant einschätzt und somit dieses billiger handelt, als Sicherungsnehmer auf. In einem anderen Markt, in dem das Risiko des Kreditderivats höher eingeschätzt wird, tritt es als Sicherungsgeber auf. Das Unternehmen fungiert somit im Prinzip lediglich als Durchreichstelle der Kreditderivate.120 Folgende Abbildung verdeutlicht diesen Zusammenhang. [...]

Arbeit zitieren:
Schüürmann, Martin Januar 2004: Veränderungen der Unternehmensfinanzierung durch Kreditderivate und Asset-Backed Securities, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
synthetisch, Verbriefung, Refinanzierung, Forderung, Finanzierungsform

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