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Sport im Alter

Eine empirische Studie

Sport im Alter
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Daniel Seibel

Einleitung:

‚Der Bewegungsdrang nimmt zu’, so lautet der Titel des Regionalteils der Nürnberger Nachrichten vom 27. November 2003. Der Dauerlauf in seinen unterschiedlichen Variationen gewinnt vor allem bei Senioren zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen im fortgeschrittenen Alter kommen wohl zu der Erkenntnis, dass regelmäßige und gezielte Bewegung dem Wohlbefinden auch in den späten Lebensjahren ganz erheblich dient. „Dass die über 60-Jährigen einen immer größer werdenden Teil unserer Bevölkerung ausmachen, ist eine Tatsache von eminenter gesellschaftlicher Bedeutung. 1880 waren noch 5% unserer Bevölkerung über 60 Jahre alt, 1982 waren es bereits 19,6%, im Jahre 2030 sollen es nach Oswald sogar 35% sein“. Ein Merkmal unserer heutigen Gesellschaft ist, dass sich die natürlichste Art der Fortbewegung, das Laufen, in grotesker Weise auf kürzeste Gehstrecken reduziert hat. Bewegungsarmut fördert körperliches Gebrechen und seelisches Unwohlsein, degenerative und chronische Erkrankungen sind die Folgen. Begünstigt wird dieser Missstand durch den Fortschritt der Medizin, der zu einer Erhöhung der Lebenszeit beiträgt aber nicht unbedingt zu einer Verbesserung der Lebensqualität.

Der Anteil der sportlich aktiven Senioren die ‚Sport treiben’ als eine Maßnahme sehen, ihr Alter bewusst und gesund zu erleben, ist leider immer noch zu gering. Im Gegensatz zur jüngeren Generation, in der dem Gesundheitssport bereits größere Bedeutung beigemessen wurde, ist dies bei den Senioren noch nicht ausreichend der Fall. Dass Gesundheitssport, Prävention und Rehabilitation auch im Alter eine überragende Rolle spielen muss, ist unumstritten. Gerade im Hinblick auf die Durchführung Interventionsgerontologischer Maßnahmen im Sport sollte dem Dauerlauf hohe Beachtung geschenkt werden, da es sich einerseits um die natürlichste Bewegungsform des Menschen handelt, die man nicht ‚neu’ erlernen muss und andererseits durchweg positive Auswirkungen auf das physische und psychische Wohlbefinden hat.

Dadurch, dass der Autor seit mehr als 20 Jahren sportlich aktiv ist und das Dauerlaufen seit ungefähr acht Jahren intensiv betreibt ist das Forschungsfeld gut bekannt. Durch das Interesse am Thema ‚Sport’, der Milieuerfahrung im Bereich der Dauerläufer und der Auseinandersetzung mit der Thematik des Alterns im Studienschwerpunkt Gerontologie interessiert sich der Verfasser für die Zusammenhänge von Alter und Sport und hierbei im Speziellen für die Ausübung von Dauerlauf älterer Menschen.

Die vorliegende Arbeit wird als eine empirische Studie angelegt, die versucht, die Fragestellung, ,Was alte Menschen motiviert’ Dauerlauf zu betreiben, zu beantworten. Der Verfasser wird versuchen, sportlich aktive Senioren zu finden, die Dauerlaufen und sich dazu bereit erklären, an einer Befragung teilzunehmen, um Gründe dafür zu erfahren, aus welcher Motivation heraus sich die sportliche Aktivität zurückführen lässt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 5
1.1 Aktualität des Themas 5
1.2 Fragestellung und Methodik 6
1.3 Gliederungsansatz 7
2. Sportwissenschaftliche Aspekte 9
2.1 Begriffsabgrenzung der Sportwissenschaft 9
2.2 Sportwissenschaftliche Aufgabengebiete 11
2.3 Dauerlauf als Breitensport 12
2.3.1 Zur Laufbewegung 14
2.3.2 Läufertypen 15
2.4 Auswirkungen des Sports auf den Menschen 17
2.4.1 Auswirkungen des Sports auf die körperliche Gesundheit 18
2.4.2 Auswirkungen des Sports auf die seelische Gesundheit 20
2.5 Zusammenfassung 23
3. Gerontologische Aspekte 25
3.1 Begriffsabgrenzung der Gerontologie 25
3.2 Zur Situation des alten Menschen 26
3.2.1 Multimorbidität 29
3.2.2 Soziale Isolation 30
3.3 Modelle des Alterns 31
3.3.1 Aktivitätstheorie 33
3.3.2 Disengagement-Theorie 34
3.3.3 Kompetenztheorie 35
3.4 Geriatrische Aspekte 36
3.5 Sport im Alter 37
3.5.1 Auswirkungen des Sports auf die körperliche Gesundheit 40
3.5.2 Auswirkungen des Sports auf die seelische Gesundheit 42
3.6 Zusammenfassung 44
4. Motivationsaspekte 46
4.1 Begriffsabgrenzung von Motiv und Motivation 46
4.2 Motiv und Motivation 47
4.3 Intrinsische und extrinsische Motivation 48
4.4 Motive beim Sport 49
4.5 Motivation älterer Menschen Sport zu treiben 54
4.6 Zusammenfassung 56
5. Empirische Sozialforschung 58
5.1 Quantitative Forschung versus qualitative Forschung 58
5.2 Die empirische Sozialforschung 61
5.3 Methoden der empirischen Sozialforschung 62
5.3.1 Zum Methodenüberblick 62
5.3.2 Zur Methodenkritik 66
5.4 Forschungsansätze in der Sportwissenschaft 67
5.5 Zusammenfassung 68
6. Forschungsprojekt: Dauerlauf bei Senioren 70
6.1 Ziel und Fragestellung 70
6.2 Erhebungsinstrument und Forschungsgruppe 70
6.3 Zu erwartende Probleme und Ergebnisse 71
6.4 Zum Forschungsablauf 71
6.5 Dokumentation 72
6.6 Kritische Würdigung 72
6.7 Darstellen der Einzelergebnisse 73
6.8 Zusammenschau der Ergebnisse 73
6.9 Schlussfolgerungen und Beantworten der Forschungsfrage 87
7. Interpretation der Ergebnisse 90
7.1 Interpretationsansatz 90
7.2 Ernährungswissenschaftlicher Ansatz 90
7.3 Variation weiterer Sportarten 93
7.4 Motivationspsychologische Deutung 96
7.5 Zusammenfassung 99
8. Interventionsgerontologische Aspekte 100
8.1 Begriffsabgrenzung zur Interventionsgerontologie 100
8.2 Begriffsabgrenzung zur Gesundheit 101
8.3 Interventionstheorien aus dem Sport 103
8.3.1 Intervention in Betrieben 105
8.3.2 Intervention in Sportvereinen 107
8.3.3 Intervention auf Gemeindeebene 108
8.4 Kampagne 2000 109
8.5 Zusammenfassung 112
9. Ausblick 114
Literaturverzeichnis 121
Anhang 129
Persönliche Erklärung zur Diplomarbeit 167

Automatisiert erstellter Textauszug:

F r a g e 1 1 : Wie ernähren Sie sich? In Abbildung 16 ist dargestellt, wie die Läufer die Frage nach ihrer Ernährungsgewohnheit beantwortet haben. 54% von 37 Nennungen der Personen, die Angaben zu ihrer Ernährungsweise machten, achten auf eine gesunde Ernährung. Aus der Abbildung ist ersichtlich, dass es zwischen den Angaben der weiblichen mit 27% und der männlichen Teilnehmer mit ebenfalls 27% keine Unterschiede in der Ernährungsgewohnheit gibt. Ebenfalls keine geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es bei der Aussage ‚Ich mache mir über meine Ernährung keine Gedanken’. Hier stimmten jeweils 13,5% der Frauen und 13,5% der Männer zu. Des Weiteren ist zu erkennen, dass sich 10,9% der weiblichen Dauerläufer vollwertig ernährt und 5,4% auf Fleisch verzichtet. [...]

Mit Unterstützung der Sportvereine in Nürnberg und Umgebung sowie regionalen Lauftreffanzeigen im Internet, wurde es dem Autor ermöglicht, Ansprechpartner zu finden, die Lauftreffs für Senioren organisieren. Dem Autor war zunächst unklar, auf welche Weise die Daten zusammengetragen werden konnten. Die Überlegung, die Senioren nach dem Laufen zu interviewen wurde auf Grund der kalten Jahreszeit schnell verworfen, da dies den Senioren nicht zugemutet werden konnte. Um eine alltagsnahe Situation zu schaffen, entschied sich der Autor daraufhin, an den Lauftreffs als Läufer teilzunehmen, nachdem die Senioren vorher kurz darüber aufgeklärt wurden was das Ziel der Befragung sei. Der reibungslose Ablauf der Datenerhebung und die bereitwillige Auskunft der Interviewpartner sind einerseits darauf zurückzuführen, dass das Interesse an den Ergebnissen der [...]

kommen. Der Fragebogen besteht aus 3 Teilen: Allgemeines, Sportliche Aktivität, Gesundheit/Ernährung. Im Allgemeinen Teil wird der Autor die soziodemographischen Daten dazu nutzen, ein Altersund Geschlechtsschema anzulegen, andererseits dazu, über die Ermittlung des Body-Mass-Index zu erfahren, ob der Teilnehmer der Befragung, z.B. auch aus Gründen einer Adipositas, das heißt Fettleibigkeit, zum Dauerlauf motiviert wird. Die beiden anderen Teile des Fragebogens bestehen aus neun Fragen, von denen sich der Autor verspricht, mittels der Angabe über Gewohnheit, Interesse, Motivation, Gefühle und den Gesundheitszustand der Teilnehmer zu Ergebnissen zu gelangen, die zu einer Klärung der Forschungsfrage führen. Die Forschungsgruppe soll aus 30 Personen ab dem Alter von 60 Jahren bestehen – sowohl weiblichen als auch männlichen Teilnehmern. Der Fragebogen liegt im Anhang auf Seite 131 bei. [...]

Arbeit zitieren:
Seibel, Daniel April 2004: Sport im Alter, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
sportwissenschaftliche Aspekte, gerontologische Aspekte, Motivationsaspekte, Empirische Sozialforschung, Interventionsgerontologische Aspekte

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