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Gestaltung spezifischer Theaterangebote für die Zielgruppe Jugend mit Hilfe der Conjoint Analyse

Gestaltung spezifischer Theaterangebote für die Zielgruppe Jugend mit Hilfe der Conjoint Analyse
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Beate Tenz
  • Abgabedatum: März 2004
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 800,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Harz (FH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8029-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8029-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8029-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tenz, Beate März 2004: Gestaltung spezifischer Theaterangebote für die Zielgruppe Jugend mit Hilfe der Conjoint Analyse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marktforschung, Präferenz, Theater, Kulturmanagement, Produktgestaltung

Diplomarbeit von Beate Tenz

Zusammenfassung:

Die Vielfalt an Freizeitangeboten und –aktivitäten ist heute unermesslich. So verwundert es kaum, dass wir im Theater nur wenige Jugendliche antreffen. Die Theater müssen sich in einem starken Wettbewerb behaupten: sie stehen in Konkurrenz zu anderen Kultureinrichtungen, zu Kino, Fernsehen, Sportveranstaltungen, Computerspielen – um nur einige zu nennen. Um in diesem Umfeld zu bestehen, bedarf es einem professionellen Theatermanagement und -marketing. Marketing, also „das Denken vom Markt her“ und damit einhergehend die Beschaffung relevanter Marktinformationen, ist unverzichtbar geworden, insbesondere auch im Hinblick auf die Schaffung attraktiver, zufriedenstellender Theaterangebote für die Besucher. Kundenorientierte Leistungsgestaltung darf für das Theater kein Fremdwort sein.

Als Basis kundenorientierter Leistungsgestaltung sollte das Theater nicht den „Standardbesucher“ bzw. das Durchschnittspublikum ansetzen. Eine Differenzierung in Zielgruppen und in der Konsequenz die Gestaltung zielgruppenorientierter Leistungen ist unerlässlich. Allerdings reicht es nicht, lediglich die Zielgruppen zu bedienen, die bereits zum Theaterpublikum zählen, wie beispielsweise die kaufkräftigen „best ager“. Diese Sicht- und Handlungsweise wäre ein sehr kurzfristige. Vielmehr müssen Theater auch Jugendliche für sich gewinnen: sie sind die Zuschauer von Morgen und sollten deshalb frühzeitig an das Theater herangeführt werden – nur so lässt sich die zukünftige Existenz unserer Theaterlandschaft, quantitativ als auch qualitativ, sichern. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Conjoint Analyse als ein Instrument der Marktforschung vorzustellen und aufzuzeigen, dass sie auch für das Theater eine geeignete Methode darstellt, um Leistungen kunden- und zielgruppenorientiert zu gestalten. Die Conjoint Analyse ist ein multivariates Verfahren, dass der Präferenzforschung zuzuordnen ist. Sie versucht, die Konsumentenpräferenzen durch die Bewertung alternativer Produktkonzepte zu erfassen und den Beitrag einzelner Produktmerkmale für das Zustandekommen der Gesamtpräferenz abzuleiten. Der Conjoint Analyse wird eine hohe Akzeptanz zur Lösung von Marketing-Problemen entgegengebracht, da ihre Ergebnisse direkt umsetzbare Informationen für die Gestaltung der Marketing-Instrumente liefern. So können u.a. Aussagen zu der Wichtigkeit einzelner Produktmerkmale und zum optimalen Merkmals-Mix eines Produktes, auch für verschiedene Segmente, getroffen werden.

Das Kapitel B dieser Arbeit gibt einen Überblick über die aktuelle Situation von Jugend und Theater. Dabei werden zunächst wichtige Begriffe abgegrenzt. Anschließend werden die Relevanz der Zielgruppe Jugend für das Theater sowie die aktuellen Bemühungen der Theater um diese Zielgruppe vorgestellt. Abschließend findet in diesem Kapitel eine erste Analyse der Nichtbesucher und des jungen Kulturpublikums statt.

Die CA ist eine Methode, die der Präferenzforschung zuzuordnen ist. Um ein allgemeines Verständnis der zugrundeliegenden methodischen Ansätze zu gewährleisten, steht die Präferenzforschung im Mittelpunkt von Kapitel C. Sie ist die Theorie über das Entscheidungsverhalten bei alternativen Wahlmöglichkeiten, insbesondere bei unterschiedlichen Produktkonzepten, und bildet den Rahmen für eine kundenorientierte Leistungsgestaltung. Das zugrundeliegende Konstrukt der Präferenz wird genau definiert und abgegrenzt und in die Modelle der Kaufentscheidung eingebettet. In diesem Zusammenhang wird der Präferenzbildungsprozess ausführlich dargelegt. Ferner liefert das Kapitel C einen Überblick über die verschiedenen Verfahren der Präferenzforschung.

Das Kapitel D stellt das Instrument der Conjoint Analyse vor: der Leser erhält einen detaillierten Einblick über die Grundlagen, die Arten und den idealtypischen Ablauf der Conjoint Analyse. Abschließend werden die Vor- und Nachteile der Methode diskutiert.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde eine Pilot-Studie durchgeführt, um den praktischen Einsatz und die Vorgehensweise bei der Durchführung einer Conjoint Analyse aufzuzeigen und ggf. erste Tendenzen zur jugendorientierten Gestaltung von Theaterangeboten abzuleiten. Kapitel E stellt die empirische Untersuchung vor.

Inhaltsverzeichnis:

A. Einführung und Methodik der Arbeit 1
B. Jugend & Theater - Die Ausgangslage 3
1. Die Begriffe Jugend & Theater 3
1.1 Jugend 3
1.2 Theater 4
2. Die Relevanz der Zielgruppe Jugend für das Theater 4
3. Derzeitige Bemühungen der Theater um die Zielgruppe Jugend 6
4. Die Zielgruppe Jugend - Eine erste Analyse 7
4.1 Die Nichtbesucher 7
4.2 Das junge Kulturpublikum 9
C. Die Präferenz - Theoretischer Rahmen kundenorientierter Leistungsgestaltung 11
1. Kundenorientierte Leistungsgestaltung 11
1.1 Der Produktbegriff 11
a. Produktmodell für Dienstleistungen 12
b. Das Produktmodell von Meyers & Shocker 13
1.2 Was bedeutet Kundenorientierung? 14
2. Das Konstrukt der Präferenz 15
2.1 Definition und Abgrenzung des Präferenzbegriffs 15
2.2 Einordnung der Präferenz in das Modell der Kaufentscheidung 18
a. Modelltheoretische Ansätze der Kaufverhaltensforschung 19
b. Der Prozess der Kaufentscheidung 20
c. Der Präferenzbildungsprozess 21
3. Ansätze zur Messung von Nachfragerpräferenzen 26
3.1 Kompositionelle Verfahren 27
3.2 Dekompositionelle Verfahren 28
3.3 Hybride Verfahren 29
D. Die Conjoint Analyse als Hilfsmittel kundenorientierter Leistungsgestaltung 31
1. Die Grundlagen der Conjoint Analyse 31
1.1 Begriff der Conjoint Analyse 31
1.2 Beurteilungstheoretischer Grundgedanke 33
1.3 Historie der Conjoint Analyse 33
1.4 Anwendung der CA im Rahmen des Marketing 34
2. Arten der Conjoint Analyse 34
2.1 Dekompositionelle Verfahren 35
2.2 Hybride adaptive Verfahren 38
3. Ablaufschritte bei der Durchführung der Conjoint Analyse 39
3.1 Auswahl der Merkmale und Merkmalsausprägungen 40
3.2 Festlegung des Präferenzmodells 41
3.3 Festlegung der Erhebungsform 42
3.4 Präsentation und Bewertung der Stimuli 42
a. Präsentationsform der Stimuli 42
b. Bewertung der Stimuli 44
c. Festlegung des Stichprobenplans 45
3.5 Schätzung der Nutzenwerte 46
3.6 Individuelle und aggregierte Auswertung der Nutzenwerte 47
a. Individualanalyse 47
b. Aggregierte Auswertung 48
c. Marktsimulation 50
4. Bewertung des Instrumentes Conjoint Analyse 53
E. Einsatz der CA zur Gestaltung jugendorientierter Theaterangebote 57
1. Planungsschritt I: Auswahl der Merkmale und Ausprägungen 57
2. Planungsschritt II: Untersuchungsdesign und Stichprobe 59
2.1 Die Adaptive Conjoint Analyse 59
2.2 Die Choice Based Conjoint Analyse 60
2.3 Abschließende Betrachtungen zum Untersuchungsdesign 61
2.4 Stichprobenplan 62
3. Ergebnisse der Theater CA 63
3.1 Auswertung der ACA Ergebnisse 63
3.2 Auswertung der CBC Ergebnisse 70
3.3 Schlussbetrachtung 75
F. Fazit 77
Anhang I: Erläuterung der in der Arbeit verwendeten statistischen Begriffe 80
Anhang II: Der ARTAMIS-Aussagenkatalog 82
Anhang III: Prozess der Auswahl von Merkmalen und Ausprägungen für die Theater CA 83
AnhangIV: Vergleichende Betrachtung von ACA und CBC 87
Anhang V: Bildschirmausdrucke zur Theater CA 88
Anhang VI: Über Single Select Fragen ermittelte Merkmalspräferenzen 91
Anhang VII: Ergebnisse der Auswertung des ACA Interviewteiles 93
Anhang VIII: Cluster-Bildung und Beschreibung der gefundenen Segmente 95
Literatur- und Quellenverzeichnis 105

Automatisiert erstellter Textauszug:

Präsentationsformen bieten sich unter Zeit- und Kostengesichtspunkten an, aber auch wegen der Einfachheit der Datenerhebung und der besseren Darstellung nicht greifbarer Produkte (insb. Dienstleistungen).80 Als nachteilig ist jedoch die z.T. sehr hohe kognitive Belastung der Auskunftspersonen zu sehen.81 Im Rahmen der visuellen Gestaltungsformen werden die zu beurteilenden Stimuli mit Hilfe von Zeichnungen, Bildern, Fotos, Graphiken oder Filmen dargestellt.82 Durch eine optische Darstellung kann die Realitätsnähe erhöht und damit auch das Interesse der befragten Personen intensiviert werden.83 Jedoch sind die Kosten der Datenerhebung bei den visuellen Präsentationsformen höher als bei den abstrakten. Zudem besteht die Gefahr, dass durch die visuelle Darstellung andere als die gewünschten Informationen vermittelt werden.84 Multimediale Präsentationsformen zeichnen sich dadurch aus, dass sie mindestens zwei Wahrnehmungssinne (z.B. visuelle und akustische Ansprache) gleichzeitig ansprechen.85 Bei ihrer Verwendung steigt der Realitäts- und Reizgehalt, aber auch der Aufwand der Datenerhebung. Das größte Maß an Realitätsnähe lässt sich durch reale Präsentationsformen erreichen. Diese Form eignet sich insbesondere bei Produkten mit hohem Erklärungsbedarf oder mit völlig neuartigen Eigenschaften, von denen sich der Proband nur so eine genaue Vorstellung [...]

Bei der Festlegung der Anzahl der verwendeten Merkmale und Merkmalsausprägungen sind folgende Aspekte zu berücksichtigen: • Die Anzahl der Eigenschaften und Ausprägungen ist zu begrenzen, um der Gefahr eines zu großen Befragungsumfangs zu begegnen.65 In der Literatur sind diesbezüglich sechs Merkmale mit jeweils bis zu fünf Ausprägungen als Obergrenze angesetzt.66 • Bei der Festlegung der Ausprägungen aller Merkmale ist der „Number-of-Levels-Effekt“ zu berücksichtigen.67 Empirische Studien zeigen, dass die relative Wichtigkeit eines Merkmals mit steigender Zahl seiner Ausprägungen zunimmt. So wird ein Merkmal mit 3 Ausprägungen als tendenziell wichtiger bewertet als eines mit 2 Ausprägungen. Deshalb ist anzuraten, für alle Merkmale möglichst eine gleiche Anzahl an Ausprägungen zu verwenden.68 Für die Brauchbarkeit einer Conjoint Studie nehmen die Festlegung der Merkmale und Ausprägungen und die Erfüllung der dargelegten Anforderungen eine zentrale Rolle ein. Deshalb sollten die Eigenschaften und Ausprägungen im Rahmen von Expertengesprächen, MitarbeiterWorkshops als auch in Gesprächen mit (potenziellen) Kunden generiert werden.69 [...]

Die Auswahl der Merkmale und Merkmalsausprägungen muss bereits vor der eigentlichen Anwendung der Conjoint Analyse erfolgen.54 Von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Durchführung der CA ist, dass die für die Konstruktion der Stimuli ausgewählten Merkmale und Ausprägungen in der Realität auch tatsächlich für die Kaufentscheidung und Präferenzbildung ausschlaggebend sind.55 Werden relevante Merkmale nicht berücksichtigt, Ausprägungen falsch spezifiziert oder unrealistisch miteinander kombiniert, so können die Ergebnisse der CA am Ende verfälscht oder gar realitätsfern sein.56 Das Auswahlproblem ist i.d.R. mit einem Kompromiss verbunden. Einerseits sollen möglichst viele Eigenschaften und Ausprägungen im CA-Design einbezogen werden, um eine hohe Realitätsnähe zu erreichen.57 Andererseits nimmt mit zunehmender Zahl an Merkmalen die Validität der Konsumentenantworten aufgrund der beschränkten menschlichen Informationsverarbeitungskapazität ab. Auch die Reliabilität der Ergebnisse ist bei einer zu großen Anzahl an Merkmalen nicht ausreichend gewährleistet. Deshalb ist immer nach einem Mittelweg zwischen realistischer Beschreibung und Handhabbarkeit der Bewertungsaufgaben für die Konsumenten zu suchen.58 Auf jeden Fall aber sollten die gewählten Eigenschaften und Eigenschaftsausprägungen folgende Anforderungen erfüllen: • Sie müssen kaufentscheidungsrelevant sein und somit einen Beitrag zur Erklärung der Präferenz liefern. Nicht kaufverhaltensrelevante Eigenschaften liefern diesen Beitrag nicht, sie erhöhen den Befragungsaufwand [...]

Arbeit zitieren:
Tenz, Beate März 2004: Gestaltung spezifischer Theaterangebote für die Zielgruppe Jugend mit Hilfe der Conjoint Analyse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marktforschung, Präferenz, Theater, Kulturmanagement, Produktgestaltung

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