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Controlling in der kommunalen Verwaltung

Anspruch und Realität eines rechnungswesenorientierten Controlling-Konzepts

Controlling in der kommunalen Verwaltung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Beckmann
  • Abgabedatum: März 2004
  • Umfang: 131 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Duisburg-Essen, Standort Essen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8008-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8008-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8008-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Beckmann, Markus März 2004: Controlling in der kommunalen Verwaltung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kommunalverwaltung, öffentliche Verwaltung, Kameralistik, Kostenrechnung, NSM

Diplomarbeit von Markus Beckmann

Zusammenfassung:

Schon seit Anfang der 90er Jahre führt der herrschende und sich weiter verschärfende finanzielle Druck auf Städte und Gemeinden dazu, Reformprozesse einzuführen. Die Ursache hierfür kann primär im Rückgang des kommunalen Einkommensteueranteils und der Gewerbesteuereinnahmen insb. in den Jahren 2001/2002 gesehen werden, aus denen eine vorher nie dagewesene Staatsquote von über 50 Prozent resultierte. Aus der dargestellten Finanzsituation heraus leitet sich die Forderung nach einem verstärkten Kostenbewußtsein und die Frage wie öffentliche, insbesondere kommunale Sach- und Dienstleistungen betriebswirtschaftlich gesteuert werden können, ab.

Gegenwärtig ist die Diskussion über die Bedeutung des Controlling in ziemlich allen Kommunen zugegen, wobei ihre grundsätzliche Berechtigung unumstritten ist.

Zu Beginn des Kapitels 2 werden die Grundlagen zum Controlling in der Kommunalverwaltung behandelt. Zunächst wird der Begriff Controlling in funktionaler und institutionaler Hinsicht differenziert und die Controlling-Ziele der Kommunalverwaltung, im Vergleich zur Privatwirtschaft, abgegrenzt. In Anlehnung an den Controlling-Regelkreis aus der Privatwirtschaft, wird dieser im Anschluß auf die kommunale Verwaltung, unter besonderer Berücksichtigung der strategischen und operativen Verwaltungsebene, übertragen.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit grundlegenden Aspekten, wie das Controlling als Instrument der Verwaltungssteuerung zur Modernisierung der Verwaltung beitragen kann. Hierzu werden wesentliche controllingrelevante Reformansätze wie das „Tilburger Modell“ und das „Neue Steuerungsmodell“ vorgestellt und kommunale Aufgaben und Leistungen beschrieben. Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Produktansatz zu, der nach einer Definition von Verwaltungsleistungen bzw. Verwaltungsprodukten eine wertmäßige Betrachtung der erstellten kommunalen Leistungen (Produkte) erlaubt und für eine outputorientierte Budgetierung und Steuerung der Verwaltung maßgeblich ist.

Im 4. Kapitel werden das externe kommunale Rechnungswesen und die Unterschiede in den eingesetzten Buchführungssystemen behandelt. Ihnen kommt eine hohe Bedeutung zu, da sie entscheidungsrelevante Informationen für die Kosten- und Leistungsrechnung bereitstellen.

Das 5. Kapitel legt den Schwerpunkt auf die kommunale Kostenrechnung, da die Leistungsrechnung, welche Informationen über Mengen, Erlöse, Qualität und Wirkungen liefern soll, in den Kapiteln 3.2 und 3.3 behandelt wird. Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) ist für die Gebührenkalkulation und zur Beurteilung, inwieweit die Formalziele „Wirtschaftlichkeit“ und „Haushaltsausgleich“ erreicht wurden, zwingend notwendig. Hierzu werden die verschiedenen Kostenrechnungssysteme auf Voll- und Teilkostenbasis behandelt, die den Ressourcenverbrauch dokumentieren.

Das Ziel dieser Arbeit besteht darin aufzuzeigen, inwieweit das Controlling fester Bestandteil der kommunalen Verwaltung ist und ob es gelingt, dem Verwaltungsmanagement und dem Rat entscheidungsrelevante Informationen zur Verwaltungssteuerung bereitzustellen, um dem Bürger eine wirtschaftlich angemessene und den Anforderungen entsprechende Leistung anbieten zu können.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis I
Tabellenverzeichnis II
Anlagenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Untersuchungsgegenstand 4
1.3 Aufbau der Arbeit 5
2. Grundlagen zum Controlling in der Kommunalverwaltung 7
2.1 Zum Begriff Controlling in der Kommunalverwaltung 7
2.2 Ziele und Bedeutung des Controlling in der Kommunalverwaltung 10
2.2.1 Controlling beim kommunalen Zielfindungsprozess 10
2.2.2 Controlling in der kommunalen Kostenplanung 11
2.3 Unterschiede zum privatwirtschaftlichen Controlling 13
2.4 Der Controlling-Regelkreis in der Kommunalverwaltung 14
2.4.1 Planungsfunktion 16
2.4.2 Steuerungs- und Regelfunktion 16
2.4.3 Informationsfunktion 20
2.4.4 Kontrollfunktion 22
2.5 Abgrenzung zur Rechnungsprüfung 25
3. Controllingrelevante Modernisierungsaspekte in der kommunalen Verwaltung 27
3.1 Grundzüge der kommunalen Verwaltungsentwicklung 27
3.1.1 Das Tilburger Modell als Reformauslöser 27
3.1.2 Das Neue Steuerungsmodell 29
3.2 Der Erstellungsprozeß kommunaler Leistungen 32
3.3 Die produktorientierte Steuerung 37
3.3.1 Schwachstellen der traditionellen Haushaltsplanung 37
3.3.2 Vorteile einer produktorientierten Haushaltsplanung 39
3.3.3 Produktdefinition und –beschreibung 42
3.3.4 Produktbildung 45
3.3.5 Outputmessung über Kennzahlen 46
3.3.6 Kritische Umsetzungsanalyse des Produktkonzepts 50
4. Die kommunalen Buchführungssysteme 53
4.1 Grundzüge der traditionellen Kameralistik 53
4.2 Die erweiterte Kameralistik 57
4.3 Die doppelte (bzw. kaufmännische) Buchhaltung 59
4.4 Aktuelle Tendenzen zur Schnittstelle mit der Kostenrechnung 63
5. Die kommunale Kosten- und Leistungsrechnung 68
5.1 Grundlagen und Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung 68
5.2 Aufbau der traditionellen Kosten- und Leistungsrechnung 69
5.3 Prozeßkostenrechnung 73
5.3.1 Grundlagen der Prozesskostenrechnung 73
5.3.2 Beurteilung der Prozeßkostenrechnung für die kommunale Verwaltung 76
5.4 Target Costing 77
5.5 Teilkosten- und Deckungsbeitragsrechnungen 79
5.5.1 Direct Costing 80
5.5.2 Relative Einzelkostenrechnung 81
5.6 Plankostenrechnung 84
5.6.1 Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis 84
5.6.2 Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis 87
5.6.3 Plankostenrechnung in der kommunalen Praxis 87
5.7 Verbreitung und Nutzung der kommunalen Kostenrechnung 89
6. Fazit und Ausblick 93
Literaturverzeichnis 102

Automatisiert erstellter Textauszug:

richtet, werden Produktkataloge in manchen Kommunen seit mehreren Jahren nicht mehr fortgeschrieben und erfüllen, wenn überhaupt, nur einen „nachrichtlichen Charakter“, insbesondere aktuelle Qualitätsstandards erfüllen sie nicht.370 Baier beschreibt die derzeitige Situation so, daß sich die Kommunen in „einer schwierigen Umsetzungsphase mit viel Detailarbeit“ befinden.371 Insgesamt läßt sich feststellen, daß das Controlling die Verwaltungsführung nicht in Bezug auf eine outputorientierte Steuerung unterstützen kann,372 da eine outputorientierte Budgetierung (noch) nicht gesetzlich legitimiert ist und somit weiterhin, gem. § 78 Abs. 3 GO NRW, inputorientiert budgetiert werden muß.373 Der DST berichtet hingegen, daß die Beschreibung und Einführung von Produkten noch von 32 % (1998: 61 %) der befragten Kommunen durchgeführt wird und bereits bei den meisten befragten Kommunen abgeschlossen ist.374 Neben der gesetzlich vorgeschrieben inputorientierten Budgetierung haben insgesamt 60 % der befragten Kommunen eine outputorientierte Budgetierung durchgeführt. In 18 % der Kommunen werden noch Pilotprojekte zur outputorientierten Budgetierung durchgeführt, bei 9 % befindet sich die Einführung in der Planung und bei 13 % ist keine Einführung geplant.375 Entscheidend ist jedoch, ob eine freiwillig durchgeführte outputorientierte Budgetierung auch positive Effekte in Bezug auf eine outputorientierte Steuerung hat. Hierzu liefert der DST jedoch keine Informationen. [...]

Controlling in der kommunalen Verwaltung – Anspruch und Realität eines rechnungswesenorientierten Controlling-Konzepts Produktgruppen mit 533 Produkten gebildet wurden.360 Es wird jedoch angezweifelt, ob ein konkreter Nutzen kurzfristig überhaupt realisiert werden kann. Schwierig stellte sich dem Verwaltungsmanagement und den politischen Mandatsträgern auch der Umgang mit den Produktplänen selbst dar. Erst mit der Einführung einer KLR und eines Berichtswesens zur Planung und Zielbildung, hat sich die Bedeutung des Produktkonzeptes für den gesamten Reformprozeß deutlich verstärkt. Einer Fokussierung auf das reine Kostenmanagement wird jedoch entgegengehalten, zu einer Kopplung zwischen Produkten und Wirkungen nicht beizutragen, zumal die Darstellung der Produktqualität über Kennzahlen nur mit einem sehr hohen Aufwand möglich ist.361 Die politische Zielformulierung erfolgt tendenziell eher allgemein bzw. verbal und trägt zu einer Steuerung anhand von ökonomischen Größen nur geringfügig bei.362 Die Bildung von wirkungsorientierten strategischen Produkten,363 die Einführung eines Kontraktmanagements und die Evaluierung der Wirkungen durch Bürgerbefragungen,364 stellen einen Lösungsansatz zur beschriebenen Problematik dar. Eine politische Zielformulierung bleibt jedoch solange wirkungslos, wie eine Budgetfestlegung aufgrund nicht gebildeter Kostenstellen und Produkten unterbleibt.365 Da die Produktdefinition und -beschreibung einen sehr hohen Verwaltungsaufwand für Erfassung, Pflege und Fortschreibung verursacht,366 ist zu empfehlen, vor allem mit kostenintensiven Produkten zu beginnen, da dort das Einsparungspotential tendenziell höher ist.367 Die KGSt empfiehlt von einer allzu perfektionistischen Produkterfassung und -beschreibung abzusehen, da dieses nur zu unwesentlichen Verbesserungen führen würde, der Mehraufwand dieses aber nicht rechtfertigt.368 Kritisch ist weiterhin zu ergänzen, daß die Komplexität der Realität durch Produkte nicht ausreichend beschrieben werden kann, da die Festlegung von Produkten zu Starrheit und Inflexibilität bei Bedürfnisänderungen verleitet und eine umfangreiche Anhäufung von Produktdaten die kommunale Verwaltungssteuerung erschwert.369 Wie Bals be360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 [...]

Ressourceneinsatz einer zu erbringenden Leistung geplant (Soll-Wert) und den tatsächlich realisierten Ist-Werten gegenübergestellt. Mögliche Abweichungen werden dann in der Abweichungsanalyse hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit untersucht und ggf. Gegenmaßnahmen generiert. Soll-Ist-Vergleiche dienen der Nachkalkulation und sind die Grundlage für die Vorkalkulation zukünftiger Perioden. Bei interkommunalen Vergleichen werden Ist-Werte der eigenen Kommune, anderen Kommunen oder privatwirtschaftlichen Unternehmen gegenübergestellt, um mit den Informationen über die Qualität und die Kostenstruktur eines externen, aber inhaltlich gleichen Produkts ggf. die eigene Leistungserstellung zu verbessern. Für eine Vergleichbarkeit muß jedoch die Kostenermittlung und Weiterverrechnung übereinstimmen. Beispielsweise können die Personalkosten als IstKosten, als Durchschnittskosten der Gesamtverwaltung oder entsprechend eines von der KGSt kalkulierten Stundensatzes in einem Vergleich berücksichtigt werden. Hierfür ist eine genaue Absprache über Vergleichsparameter notwendig.355 Zusammenfassend sind Kennzahlen eine wichtige Voraussetzung für ein steuerungsrelevantes Berichtswesen. Die kommunale Praxis verwendet jedoch erst in wenigen Fällen Kennzahlensysteme.356 3.3.6 Kritische Umsetzungsanalyse des Produktkonzepts [...]

Arbeit zitieren:
Beckmann, Markus März 2004: Controlling in der kommunalen Verwaltung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kommunalverwaltung, öffentliche Verwaltung, Kameralistik, Kostenrechnung, NSM

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