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Die Wettbewerbsgrundsätze der EU - ein Überblick

Die Wettbewerbsgrundsätze der EU - ein Überblick
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Theilmann
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 169 Seiten
  • Dateigröße: 1,9 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Pforzheim Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7902-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7902-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7902-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Theilmann, Stefan Januar 2004: Die Wettbewerbsgrundsätze der EU - ein Überblick, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kartelle, grenzüberschreitende Unternehmensfusion, Liberalisierung, staatliche Beihilfen, Marktbeherrschung

Diplomarbeit von Stefan Theilmann

Zusammenfassung:

Wettbewerb ist ein Mechanismus, der Erfolg belohnt und Misserfolg bestraft, und so angemessene Preise, Qualität, ein breites Angebot sowie blühenden technologischen Fortschrift sicherstellt. Dies alles kann jedoch nur durch das Aufstellen von Vorschriften über faires Verhalten erreicht werden, welche sowohl Unternehmen wie auch Regierungen zu beachten haben. Diese Diplomarbeit gibt eine strukturierte Übersicht über die Grundlagen der fünf Hauptbereiche des europäischen Wettbewerbsrechts:

- Kartelle.

- Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

- Kontrolle grenzüberschreitender Unternehmensfusionen.

- Liberalisierung.

- Kontrolle von staatliche Beihilfen.

Sie befasst sich neben materiell-rechtlichen Aspekten mit der Europäischen Kommission, die mit entsprechenden Befugnissen ausgestattet ist, um die Befolgung der Vorschriften sicherzustellen. Da das Wettbewerbsrecht der Europäischen Gemeinschaft durch einen fortwährenden Evolutionsprozess gekennzeichnet ist, werden aktuelle Entwicklungen und Tendenzen vorgestellt, nicht ohne jedoch auf das ein oder andere Beispiel oder die ein oder andere kritische Bemerkung zu verzichten. Die Arbeit stellt abschließend fest, dass Wettbewerb durchaus einen Wert für das Wohlergehen der gesamten EU-Wirtschaft bedeutet, solange die Leistungsfähigkeit der Wettbewerbsregeln andauernd verbessert wird und eine starke Kommission diesen in allen vorgenannten Bereichen Geltung verschafft.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einführung 1
II. Hauptteil 5
1. Wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen 5
1.1 Einleitung 5
1.2 Grundsatz und Wettbewerbsregeln 6
1.2.1 Der Grundsatz - Art. 81 Abs. 1 EGV 6
1.2.2 Die „Rule of Reason“ 19
1.2.3 Rechtsfolge eines Verstoßes gegen Art. 81 Abs. 1 EG 20
1.2.4 Das Negativattest 21
1.2.5 Ausnahmen vom Kartellverbot 22
1.2.5.1 Freistellungen durch Entscheidung und Verordnung 22
1.2.5.2 Voraussetzungen einer Freistellung gem. Art. 81 Abs. 3 EG 24
1.2.5.3 Wichtige Veröffentlichungen der Kommission 26
1.3 Zuständigkeit 31
1.4 Die Kronzeugenregelung 33
1.4.1 Erlass der Geldbuße 34
1.4.2 Ermäßigung der Geldbuße 35
1.4.3 Die bisher höchsten Geldbußen in Kartellsachen - „Top 10“ 37
1.4.4 Bewertung der Kronzeugenregelung 37
1.5 Beispiele für die Tätigkeit der Europäischen Kommission 39
1.6 Ausblick - die neue Verordnung 1/2003 - ein neuer Rahmen für die Anwendung der Art. 81 und Art. 82 EG 45
2. Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung 52
2.1 Einleitung 52
2.2 Grundsatz und Wettbewerbsregeln 53
2.2.1 Der Grundsatz - Art. 82 EG 53
2.2.1.1 Ausbeutungsmissbrauch 53
2.2.1.2 Behinderungsmissbrauch 55
2.2.1.3 Strukturmissbrauch 58
2.2.1.4 Verwaltungsmonopole 59
2.2.2 Exkurs: Der relevante Markt 60
2.2.3 Keine Ausnahmen! 65
2.2.4 Rechtsfolge eines Verstoßes gegen Art. 82 EG 65
2.3 Zuständigkeit 66
2.4 Beispiele für die Tätigkeit der Europäischen Kommission 67
3. Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen 69
3.1 Einleitung 69
3.2 Grundsatz und Wettbewerbsregeln 70
3.2.1 Die Fusionskontrollverordnung (FKVO) 70
3.2.1.1 Zusammenschluss 71
3.2.1.2 Gemeinschaftsweite Bedeutung 72
3.2.1.3 Konzerne 74
3.2.1.4 Die geographische Zuordnung des Umsatzes 75
3.2.1.5 Unternehmenszusammenschlüsse in Drittstaaten 75
3.2.1.6 Umgehung der FKVO durch Staffelung? 75
3.2.1.7 Beurteilung von Zusammenschlüssen nach der FKVO 76
3.2.1.8 Oligopole und Zusammenschlüsse 79
3.2.1.9 Zusammenfassung materiell-rechtlicher Teil 79
3.2.2 Das Verfahren 80
3.2.2.1 Allgemeines 80
3.2.2.2 Was tun, wenn ein Zusammenschluss Wettbewerbsprobleme aufwirft? 83
3.2.2.3 Zusammenschluss trotz Unvereinbarkeit mit dem Gemeinsamen Markt? 85
3.2.2.4 Befugnisse der Kommission 85
3.2.3 Exkurs: Gemeinschaftsunternehmen 85
3.2.4 Bewertung der Fusionskontrolle 87
3.3 Beispiele für die Tätigkeit der Europäischen Kommission 88
3.4 Ausblick - Vorschlag für eine neue Fusionskontrollverordnung 92
4. Liberalisierung & Leistungen der Daseinsvorsorge 97
4.1 Einleitung 97
4.2 Grundsatz und Wettbewerbsregeln 99
4.2.1 Allgemeines 99
4.2.2 Der Grundsatz - Art. 86 Abs. 1 EG 100
4.2.3 Ausnahmen von den Wettbewerbsregeln? 105
4.2.3.1 Allgemeines 105
4.2.3.2 Art. 86 Abs. 2 EG - Die Vorschrift im Detail 107
4.2.3.3 Beweislast 112
4.2.3.4 Rechtsfolgen der Ausnahmeregelung 112
4.3 Exkurs - Der Netzzugang 112
4.4 Zuständigkeit 114
4.5 Beispiele für die Tätigkeit der Europäischen Kommission 116
4.6 Bewertung der Liberalisierungspolitik 118
5. Staatliche Beihilfen 120
5.1 Einleitung 120
5.2 Grundsatz und Wettbewerbsregeln 122
5.2.1 Allgemeines 122
5.2.2 Der Grundsatz - Art. 87 Abs. 1 EG 123
5.2.2.1 Der Beihilfenbegriff 124
5.2.3 Ausnahmen vom Beihilfenverbot 126
5.2.3.1 Legalausnahmen des Art. 87 Abs. 2 EG 127
5.2.3.2 Legalausnahmen des Art. 87 Abs. 3 EG 128
5.2.3.3 Bereichsausnahme des Art. 86 Abs. 2 EG 131
5.2.3.4 Spezialregelungen für bestimmte Sektoren 131
5.3 Zuständigkeit 131
5.4 Das Verfahren 132
5.4.1 Verfahren für Altbeihilfen 133
5.4.2 Verfahren für Neubeihilfen 134
5.4.2.1 Die vorläufige Prüfung 136
5.4.2.2 Das Hauptprüfverfahren 137
5.4.2.3 Verfahren bei rechtswidrigen Beihilfen 138
5.4.3 Weitere Befugnisse der Kommission 140
5.5 Beispiele für die Tätigkeit der Europäischen Kommission 141
5.6 Transparenz - Beihilfenregister und Beihilfenanzeiger 144
5.7 Bewertung der Beihilfenpolitik und Ausblick 144
III. Fazit 147
IV. Abstract 149
Anhang I
Anhang II

Automatisiert erstellter Textauszug:

gen gleich in vierfacher Weise missbraucht, was zu einem Verstoß gegen Art. 82 EG führte. Sie praktizierte erstens Diskriminierung zwischen verschiedenen Kunden, verweigerte zweitens die Zustellung, verlangte drittens einen überhöhten Preis für den Zustelldienst und schränkte viertens die Entwicklung des deutschen Marktes für die Zustellung von Auslandspost und des Marktes des Vereinigten Königreichs für Auslandspost nach Deutschland ein.402 Wanadoo403 Mit Entscheidung am 16. Juli 2003 hat die Kommission beschlossen, eine Geldbuße in Höhe von 10,35 Mio. EUR gegen Wanadoo Interactive, eine Tochtergesellschaft der France Télécom, zu verhängen. Grund war der Missbrauch einer beherrschenden Stellung in Form von Kampfpreisen beim ADSL-Zugang zum Internet, wobei von März 2001 bis Oktober 2002 die Endabnehmerpreise unter den eigenen Kosten lagen. Mit diesem Verhalten von Wanadoo wurde der Marktzugang wie auch die Entfaltung von Wettbewerbern zu Lasten der Verbraucher eingeschränkt. Dies wog besonders schwer, weil es sich dabei um einen Markt handelte, der für die Entwicklung der Informationsgesellschaft immense Bedeutung hat. [...]

Missbrauch einer beherrschenden Stellung Deutsche Post AG399 Auf eine Beschwerde des British Post Office400 hin entschied die Kommission am 25. Juli 2001, dass die Deutsche Post AG (DPAG) ihre beherrschende Stellung auf dem deutschen Briefmarkt missbraucht hatte. Dies geschah dadurch, dass sie eingehende grenzüberschreitende Post, die sie fälschlicherweise als im Ausland aufgegebene Inlandspost (sog. "ABA-Remail") einstufte, abfing, durch Zuschläge verteuerte und mit teils mehrwöchiger Verzögerung zustellte. Dem Streit zu Grunde lag, dass die beiden Postbetreiber den Absenderbegriff internationaler Poststücke anders definierten. Die DPAG geht davon aus, dass eingehende internationale Poststücke, die einen Verweis auf Deutschland, wie z. B. eine deutsche Antwortanschrift, enthalten, auch einen deutschen Absender haben, unabhängig davon, wo die Postsendungen zusammengestellt oder aufgegeben worden sind. Sie argumentierte, dass es sich bei derartige Sendungen praktisch um umgeleitete Inlandspost handle, fing diese Sendungen ab und verweigerte die Zustellung, sofern nicht der in Deutschland geltende volle Inlandspreis gezahlt wurde. Das British Post Office war dagegen der Ansicht, dass alle im Vereinigten Königreich zusammengestellten und aufgegebenen ausgehenden Sendungen als Auslandspost behandelt werden müssen. Nachprüfungen ergaben schließlich, dass die beanstandeten Postsendungen keine deutschen Absender trugen. Die Sendungen wurden im Vereinigten Königreich zusammengestellt und aufgegeben bzw. in Schweden oder in den Niederlanden zusammengestellt und über das Vereinigte Königreich nach Deutschland geschickt. Damit war die Argumentation der DPAG hinfällig und sie musste die Post als normale grenzüberschreitende Post aus dem Vereinigten Königreich nach Deutschland behandeln. Die Kommission verhängte für dieses missbräuchliche Verhaltensweise der DPAG eine Geldbuße, die wegen der zur Zeit der Zuwiderhandlung herrschenden Rechtsunsicherheit401 nur Symbolcharakter hatte (1.000 EUR). Nach Ansicht der Kommission hat die DPAG ihre beherrschende Stellung auf dem deutschen Markt für die Zustellung grenzüberschreitender Postsendun399 400 [...]

Recht,395 wobei stets der „effet utile“ und legitime Schutzinteressen Dritter im Auge zu behalten sind.396 Der EuGH hat sogar bereits aus dem Missbrauchsverbot des Art. 82 EG in speziellen Fällen für marktbeherrschende Unternehmen die Verpflichtung abgeleitet, ihre Wettbewerber zu beliefern. „Leading Case“ ist der Fall „Commercial Solvents Cooperation“.397 Hier hatte ein Hersteller (in marktbeherrschender Stellung) des Ausgangsstoffes für ein Arzneimittel gegen Tuberkulose die Lieferbeziehung zu einem Abnehmer abgebrochen, nachdem er beschlossen hatte, selbst das Arzneimittel herzustellen. Nachdem eine anderweitige Bezugsquelle für den Grundstoff versiegt war, war das andere Unternehmen auf die weitere Belieferung angewiesen. Der EuGH hat in der Lieferverweigerung eine missbräuchliche Ausschaltung des Wettbewerbs auf dem Markt für Derivate gesehen. [...]

Arbeit zitieren:
Theilmann, Stefan Januar 2004: Die Wettbewerbsgrundsätze der EU - ein Überblick, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kartelle, grenzüberschreitende Unternehmensfusion, Liberalisierung, staatliche Beihilfen, Marktbeherrschung

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