Das Olympische Dorf als Begegnungsstätte
Unter Berücksichtigung ökonomischer Notwendigkeiten und olympischer Werte
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Laura Dertmann, geb. Globig
- Abgabedatum: April 2003
- Umfang: 112 Seiten
- Dateigröße: 2,0 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7736-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7736-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7736-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dertmann, geb. Globig, Laura April 2003: Das Olympische Dorf als Begegnungsstätte, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Olympische Spiele, Sportveranstaltungen, Olympiabewerbung, Olympische Bewegung, Nachnutzung
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Bachelorarbeit von Laura Dertmann, geb. Globig
Zusammenfassung:
Am 12. April 2003 traf die Mitgliederversammlung des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland die Entscheidung, mit Leipzig als Bewerberstadt im internationalen Auswahlverfahren um die Ausrichtung der XXX. Olympischen Sommerspiele im Jahr 2012 anzutreten.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Bewerbungskonzepten für den nationalen Auswahlprozess, in dem neben Leipzig auch noch Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg und Stuttgart vertreten waren. Die Arbeit geht dabei auf alle fünf Städte und Bewerbungen gleichermaßen kritisch ein und untersucht darüber hinaus viele Aspekte, die Einfluss auf die Konzepte nehmen konnten, angefangen von dem Themenkomplex Sport, über die Entstehung und Entwicklung der Olympischen Bewegung bis hin zu Formalien und Richtlinien für die Bewerbungen selber. Das Olympische Dorf steht dabei immer im Mittelpunkt der Untersuchungen.
Es wurde festgestellt, dass die Olympischen Werte nicht per se existieren, sondern bewusst kommuniziert und gelebt werden müssen. Trotz anhaltender Kommerzialisierung und immer häufigeren Leistungsmanipulationen im Sport, beziehungsweise gerade deswegen, besteht die dringende Notwendigkeit, die Werte an heutige Bedürfnisse anzupassen und sich für ihre Wiederbelebung einzusetzen.
Wirtschaftliche Aspekte sind bei der Planung wichtig, um den finanziellen Rahmen zu berücksichtigen und öffentliche Akzeptanz zu schaffen bzw. eine sinnvolle Nachnutzung zu ermöglichen.
Im Anschluss der Olympischen Spiele müssen die geschaffenen Flächen und Bauten sinnvoll genutzt werden können. Dazu ist es unumgänglich, zukünftige demografische, wirtschaftliche und technologische Entwicklungen zu untersuchen, um die Gestaltung des Dorfes zielgruppen- und bedarfsgerecht zu realisieren.
Das vorgelegte Konzept versteht die Athleten als Gäste des Dorfes und nicht nur als Hauptakteure der Olympischen Spiele. Daran anknüpfend werden verschiedene Vorschläge gemacht, die die internationale Begegnung fördern sowie für qualitative Arbeitsbedingungen sorgen und eine Normalität fernab vom Trubel der Spiele kreieren.
Insbesondere die Empfehlungen dieser Arbeit zur Gestaltung des Dorfes während der Spiele können, unabhängig von einer Vergabe der Olympischen Spiele an Deutschland, berücksichtigt und, z.B. für Athletendörfer während Welt- und Europameisterschaften, verwendet werden. Als Informationsquellen dienten, neben verschiedenen Literaturwerken, persönliche Gespräche mit Repräsentanten der Bewerberstädte, Sportverbänden und Olympiastützpunkten. Außerdem wurde eine Umfrage unter Leistungssportlern und Fachverbänden durchgeführt, um einen Eindruck in ihre persönliche Sicht der Olympischen Werte zu bekommen und etwas über ihre Anforderungen an das Olympische Dorf zu erfahren.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Inhaltsverzeichnis | |
| II. | Abkürzungsverzeichnis | v |
| III. | Abbildungsverzeichnis | VI |
| IV. | Tabellenverzeichnis | VII |
| 1. | Einleitung | 8 |
| 2 | Sport im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses | 10 |
| 2.1 | Die Strukturen sportlicher Organisationen in Deutschland | 10 |
| 2.2 | Die Bedeutung des Sports für Gesellschaft und Wirtschaft | 12 |
| 2.3 | Sport als Mittelpunkt von Veranstaltungen | 14 |
| 2.3.1 | Wirtschaftliche Bedeutung von Sportveranstaltungen | 15 |
| 2.3.2 | Herausforderung Olympische Sommerspiele | 16 |
| 3. | Olympia zwischen Anspruch und Wirklichkeit | 18 |
| 3.1 | Die Entstehung der Olympischen Bewegung | 18 |
| 3.1.1 | Die Neuaufnahme der Olympischen Idee | 18 |
| 3.1.2 | Olympische Werte Anfang des 19. Jahrhunderts | 19 |
| 3.2 | Olympische Organisationen und Institutionen | 20 |
| 3.2.1 | Die Organe des IOCs | 20 |
| 3.2.2 | Rechtliche Grundlagen der Olympischen Bewegung | 22 |
| 3.2.3 | Strukturen des IOCs | 23 |
| 3.2.4 | Finanzierung des IOCs | 24 |
| 3.2.5 | NOK für Deutschland | 25 |
| 3.3 | Erfahrungen der Olympischen Bewegung | 26 |
| 3.3.1 | Die Entwicklung Olympischer Spiele | 26 |
| 3.3.2 | Umsetzung Olympischer Werte in der heutigen Zeit | 28 |
| 3.3.3 | Leben im Olympischen Dorf am Beispiel der Olympischen Spiele in Sydney | 31 |
| 3.3.4 | Wirtschaftliche Auswirkungen Olympischer Spiele | 33 |
| 4. | Bewerbung zur Ausrichtung der XXX. Olympischen Sommerspiele | 35 |
| 4.1 | Die Ausschreibung | 35 |
| 4.1.1 | Formalitäten und Ablauf der Bewerbung | 36 |
| 4.1.2 | Anforderungen und Auswahlkriterien | 37 |
| 4.2 | Analyse der deutschen Bewerbungskonzepte für 2012 | 39 |
| 4.2.1 | Düsseldorf Rhein-Ruhr 2012 GmbH: So bunt wie die Welt | 41 |
| 4.2.2 | Frankfurt RheinMain 2012 GmbH: Frankfurt 2012 für Deutschland! | 42 |
| 4.2.3 | Hamburg für Spiele 2012 GmbH: Mit Feuer und Flamme | 43 |
| 4.2.4 | Leipzig, Freistaat Sachsen und Partnerstädte GmbH: Spiele 2012 mit uns | 44 |
| 4.2.5 | Stuttgart 2012 GmbH: Faszination Olympia | 45 |
| 4.3 | Wirtschaftliche Aspekte der Olympia-Bewerbung | 46 |
| 4.3.1 | Kritische Betrachtung der Finanzierungskonzepte | 47 |
| 4.3.2 | Gesellschaftspolitische Gründe für eine Bewerbung | 50 |
| 4.3.3 | Olympische Dörfer unter städtebaulichen Gesichtspunkten | 50 |
| 5. | Das Olympische Dorf in den Bewerbungskonzepten für 2012 | 52 |
| 5.1 | IOC-Richtlinien für das Olympische Dorf | 52 |
| 5.1.1 | Die Residential Zone | 53 |
| 5.1.2 | Die International Zone | 55 |
| 5.2 | Analyse der Bewerberkonzepte | 55 |
| 5.2.1 | Lage und allgemeine Konzepte | 57 |
| 5.2.2 | Nachnutzungskonzepte der Olympischen Dörfer | 59 |
| 5.2.3 | Vergleich der Finanzkonzepte | 60 |
| 5.2.4 | Das Dorf in seiner Funktion als Olympische Begegnungsstätte | 62 |
| 6. | Empfehlungen für die Gestaltung eines Olympischen Dorfes | 64 |
| 6.1 | Grundsätzliche Hypothesen und Voraussetzungen | 64 |
| 6.2 | Gestaltung des Dorfes unter besonderer Berücksichtigung der Nachnutzung | 65 |
| 6.2.1 | Die demographische Entwicklung der deutschen Gesellschaft | 66 |
| 6.2.2 | Skizzierung des städtischen Lebens der Zukunft | 68 |
| 6.2.3 | Wirtschaft und Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland | 70 |
| 6.2.4 | Bautechnische Gesichtspunkte | 71 |
| 6.3 | Kreation eines Athletendorfes für die Zeit der Olympischen Spiele | 73 |
| 6.3.1 | Die Interessen des IOCs | 74 |
| 6.3.2 | Konzeption des Dorfes aus Sicht der Athleten | 75 |
| 6.4 | Skizzierung des Dorfes unter Berücksichtigung eigener Empfehlungen | 90 |
| 7. | Fazit | 92 |
| V. | Quellenverzeichnis | 94 |
| VI. | Anhangsverzeichnis | 97 |
| Eidesstattliche Erklärung |
Auch das Leipziger Dorf wird in Wassernähe gebaut. Vor allem an der Uferpromenade sollen Bars und Cafés entstehen, die als Treffpunkte in entspannender Umgebung gedacht sind. Als einzige der fünf Städte integriert Leipzig bereits ein „Forum der Weltreligionen“, das 500m² in Anspruch nehmen soll. Der Landschaftspark ist mit 50ha größer als die bebaute Fläche des Dorfes und bietet ausreichend Platz für Freizeitaktivitäten und Begegnung der Sportler in natürlicher, abgeschiedener Umgebung252. Am südlichen Ende des Hafenbeckens werden, abgeschirmt von den Wohnräumen, ein Freizeit und- Kulturzentrum sowie Läden und Serviceeinrichtungen entstehen253. Diese Gebäude liegen in akzeptabler Entfernung zu allen Wohnungen, um niemanden in seinem Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung zu stören. Daher scheint hier die Balance zwischen dem Dorf als Wohnraum und Begegnungsstätte gelungen zu sein. [...]
Zwei Grundsätze in Verbindung mit dem Frankfurter Dorf lauten, dass die Athleten das Recht und die Pflicht haben, während der gesamten Spiele in einem Dorf zusammen zu wohnen. Das Dorf soll dazu beitragen, den Athleten die Olympische Bewegung näher zu bringen und interkulturelle Erfahrungen zu vermitteln. Östlich des Dorfes schließt der Europagarten an, der zum Teil auch in der Residential Zone liegt und so den Athleten Sport- und Begegnungsflächen außerhalb bebauter Fläche bietet. Ein genaues Konzept zur Einbindung Coubertins Ideale wird in den Jahren vor den Spielen erarbeitet, da man sich darüber bewusst ist, dass interkulturelle Begegnung und Kommunikation ein Konzept [...]
In den Kapiteln 3.1.2 und 3.3.2 wurde bereits beschrieben, was unter Olympischen Werten zu verstehen ist und wie sie in der heutigen Zeit umgesetzt werden. Im Wesentlichen geht es um eine Sichtweise des Lebens, bei der sportliche Betätigung im Mittelpunkt steht und als Teil in die Erziehung des Menschen integriert wird. Weitere Aspekte sind Friedensförderung und Bemühung um Völkerverständigung sowie Aufrechterhalten ethischer Prinzipien246. In dieser Arbeit wird ein Olympisches Dorf entworfen, welches das Erleben und Überleben der Olympischen Werte möglich macht. Bevor dies im nächsten Kapitel geschieht, ist eine Betrachtung der deutschen Bewerberkonzepte unter besonderer Berücksichtigung dieses Aspektes notwendig, um festzustellen, in wie weit die Bewerberstädte den Geist der Olympischen Bewegung bereits in ihr Konzept aufgenommen haben. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832477363
Arbeit zitieren:
Dertmann, geb. Globig, Laura April 2003: Das Olympische Dorf als Begegnungsstätte, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Olympische Spiele, Sportveranstaltungen, Olympiabewerbung, Olympische Bewegung, Nachnutzung




