"Viel Theater ums Theater"
Theaterpädagogik in der sozialen Arbeit unter besonderer Berücksichtigung des problemorientierten Rollenspiels
- Art: Diplomarbeit
- Autor: René Omlor
- Abgabedatum: März 2003
- Umfang: 114 Seiten
- Dateigröße: 600,9 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Düsseldorf Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7674-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7674-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7674-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Omlor, René März 2003: "Viel Theater ums Theater", Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Theaterspiel, Sozialpädagogik, Rolle, Kulturpädagogik, Sozialarbeit
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Diplomarbeit von René Omlor
Zusammenfassung:
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem gezielten Einsatz des problemorientierten Rollenspiels in der Sozialen Arbeit.
Durch das Rollenspiel bekommt man ein effektive Möglichkeit affektive Seelenhygiene zu betreiben und so, soziale und psychische Defizite zu verarbeiten, bzw. neu soziale Kompetenzen zu erlangen. Daher werden in dieser Arbeit auch gezielte Techniken dargestellt, mit denen leicht gearbeitet und die gut umgesetzt werden kann. Außerdem bietet das Thema eine kleine Exkursion in die Theaterepochen der Antike und Neuzeit. Zudem werden theaterpädagogische Entwicklungen beschrieben und anhand von bedeuteten Theaterreformern und -pädagogen dargestellt.
Die Arbeit wird mit einem Praxisteil abgeschlossen. Dabei wird die gesamte Thematik der Arbeit, also psychische, pädagogische und soziale Inhalte verarbeitet und schlüssig wiedergegeben.
Man kann sich diese Arbeit wie eine Rechenaufgabe vorstellen. Jedes Kapitel stellt einen Summanden dar, so dass zusammengerechnet alle Kapitel ein Endprodukt ergeben. Nebenbei zeichnet sich diese Arbeit durch Empathie und Wertschätzung aus, so dass das Thema spannend und mit immer wieder neu zu entdeckenden Möglichkeiten zu lesen ist.
Viel SPASS!!
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | ||
| A. | Einleitung | 1 |
| B. | Einblick in die Welt des Theaters | 6 |
| I. | Faszination Theater und Theaterspiel | 6 |
| I.1 | Theoretische Überlegungen zum Begriff Theater | 6 |
| I.2 | Theaterspielen - Wozu? Kulturpädagogische Aspekte des Theaterspiels | 8 |
| II. | Das Theater der Vergangenheit! Zur Geschichte des Theaters | 10 |
| III. | Das Theater in Deutschland an der Schwelle zum 21. Jahrhundert | 14 |
| C. | Die künstlerische, subjektive und soziale Dimension des Theaters | 17 |
| I. | Die künstlerische Dimension des Theaters | 17 |
| II. | Die subjektive Dimension des Theaters | 20 |
| III. | Die soziale Dimension des Theaters | 23 |
| III.1 | Zur Aussagekraft der Wirklichkeit | 23 |
| III.2. Theater und Interaktion | 24 | |
| IV. | Implikation von subjektiver und sozialer Dimension in das Theaterspiel | 27 |
| D. | Psychosoziale Erfahrungen in der Theaterpädagogik | 31 |
| I. | Theaterpädagogik | 32 |
| I.1 | Zum Begriff der Theaterpädagogik | 32 |
| I.2 | Geschichtlicher Hintergrund | 34 |
| I.3 | Theaterpädagogische Ansätze | 37 |
| I.3.1 | Theater des Einfühlens: K. Stanislawski | 37 |
| I.3.2 | Verfremdung und Distanz: B. Brecht | 38 |
| I.3.3 | Theater der Unterdrückung: J. Boal | 40 |
| I.3.4 | Improvisationstheater: K. Johnstone | 44 |
| I.4 | Ziele der Theaterpädagogik | 47 |
| II. | Theaterpädagogik zwischen Kunst, Pädagogik und Therapie | 49 |
| II.1 | Theaterspielen und Pädagogik | 49 |
| II.1.1 | Zur Begründung der Verwandtschaft von | Theaterspielen und Pädagogik zum Erwerb sozialen Verhaltens und Lernens |
| II.1.1.1 | Verstärkungslernen | 51 |
| II.1.1.2 | Beobachtungslernen | 53 |
| II.1.1.3 | Situatives Lernen | 54 |
| II.1.2 | Prinzipien der Theaterpädagogik | 54 |
| II.1.2.1 | Prinzip 'Learning by doing' | 55 |
| II.1.2.2 | Prinzip 'Transfer' | 56 |
| II.1.2.3 | Prinzip 'Kritik - Feed-back' | 57 |
| II.1.2.4 | Prinzip 'Gemeinschaft' | 57 |
| II.2 | Theaterpädagogik und Therapie | 58 |
| II.2.1 | Das Psychodrama | 60 |
| III. | Theaterpädagogisches Rollenspiel | 61 |
| III.1 | Chancen und Ziele des theaterpädagogischen Rollenspiels in Anlehnung an die vier Dimensionen der Kulturpädagogik | 62 |
| III.1.1 | Beschäftigung mit der eigenen Person | 62 |
| III.1.2 | Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit | 63 |
| III.1.3 | Erlernen von sozial-kommunikativen Fähigkeiten | 63 |
| III.1.4 | Entwicklung von Kreativität und instrumenteller Fähigkeiten | 64 |
| III.2 | Grenzen des theaterpädagogischen Rollenspiels | 65 |
| E. | Rollenspiel und Rollenarbeit: Ein Vergleich zwischen zwei psychosozialen Erfahrungsfeldern | 68 |
| I. | Das Rollenspiel | 69 |
| I.1 | Zum Begriff des Rollenspiels | 69 |
| I.2 | Das Rollenspiel als Primat der psychosozialen Erfahrung | 71 |
| I.3 | Das problemorientierte Rollenspiel | 74 |
| II. | Die Rollenarbeit | 77 |
| II.1 | Zum Begriff der Rollenarbeit | 77 |
| II.2 | Rollenarbeit: Ästhetische und psychosoziale Erfahrungen | 79 |
| II.3 | Die gesellschaftsorientierte Rollenarbeit | 81 |
| III. | Zusammenfassung beider Erfahrungsfelder und Schlussfolgerung für die Sozialarbeit | 83 |
| F. | Das problemorientierte Rollenspiel im Einsatz der Sozialarbeit | 87 |
| I. | Der Bezug des problemorientierten Rollenspiels zur Sozialarbeit | 87 |
| II. | Formen, Ziele und Phasen des problemorientierten Rollenspiels in der Sozialarbeit | 89 |
| II.1 | Formen des Rollenspiels | 90 |
| II.1.1 | Das spontane Rollenspiel | 90 |
| II.1.2 | Das gelenkte Rollenspiel | 91 |
| II.2 | Lernziele des problemorientierten, gelenkten Rollenspiels | 93 |
| II.2.1 | Selbstdarstellung | 94 |
| II.2.2 | Einsicht in das eigene Rollenverhalten | 95 |
| II.2.3 | Empathielernen als Voraussetzung für das soziale Handeln | 96 |
| II.2.4 | Kommunikation und Interaktion | 98 |
| II.2.5 | Kreative Konfliktlösung im Rollenspiel | 99 |
| II.3 | Phasen des problemorientierten Rollenspiels | 101 |
| III. | Das methodische Vorgehen im problemorientierten Rollenspiel | 104 |
| III.1 | Rollentausch | 105 |
| III.2 | Spiegelmethode | 106 |
| III.3 | Doppelgängermethode | 107 |
| III.4 | Rollenwechsel | 108 |
| III.5 | Feed-back-Methode | 109 |
| IV. | Das problemorientierte Rollenspiel im Rahmen der Arbeitsformen der Sozialarbeit | 110 |
| IV.1 | Das problemorientierte Rollenspiel im Rahmen der sozialen Einzelhilfe | 110 |
| IV.2 | Das problemorientierte Rollenspiel im Rahmen der sozialen Gruppenarbeit | 112 |
| IV.3 | Das problemorientierte Rollenspiel im Rahmen der Familienbehandlung | 113 |
| IV.4 | Das problemorientierte Rollenspiel im Rahmen der Gemeinwesenarbeit | 115 |
| G. | Zusammenfassung und Bewertung | 117 |
| H. | Anwendungsmöglichkeit in der Praxis | 120 |
| Das problemorientierte Rollenspiel am Beispiel des Theaterstücks | ||
| „Mein Körper gehört mir“ der Theaterpädagogischen Werkstatt | ||
| Osnabrück zur Präventionsarbeit von sexuellem Mißbrauch bei Kindern | ||
| I. | Schlusswort | 127 |
| J. | Anhang | (a) |
| I. | Pressemitteilung des Deutschen Bühnenvereins | (b) |
| II. | Infomaterial des Schweizer Theatersportfestival | |
| ANHANGSVERZEICHNIS | ||
| LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS | ||
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG |
zu erlangen. Hierbei wird "in dem äußeren Rahmen des Darstellens, des Erlebens und der Nachbereitung mit Hilfe der spielerischen Verfremdung ein Prozeß eingeleitet, der den verstandesgemäßen, gefühlsmäßigen und sozialen Aspekt von Entwicklung und Entfaltungen in sich vereinigt."92 Dabei können in anschließenden Gesprächen und Als-ob-Handlungen Begrenzungen und Möglichkeiten erkundet werden, die sich in der Wirklichkeit erproben lassen. Der Erfahrungswert des Rollenspiels ist dabei enorm hoch. Da durch das Spielen ein Bezug zu einem fremdartigen Verhalten oder Erleben hergestellt wird, erfährt der Spieler oder Zuschauer die eigenständige Welt des Handelnden am eigenen Körper. Er durchlebt die gefühlsbestimmte Handlung und überträgt diese automatisch auf seine eigene Gefühlswelt. Dabei entsteht ein Vergleich beider Welten, nämlich der des Spielers und der der fiktiven Person. Durch diesen Vergleich entstehen Emotionen, Regungen, aber auch neue Verhaltenseinsichten. Diese Gefühls- und Handlungswelt bringt Erfahrungen mit sich, sogar sehr viele dieser. Sie können daher als psychosoziale Erfahrungen zusammengefaßt werden, da sie durch psychische und soziale Faktoren bedingte Erfahrungen. Die vorherigen Kapitel haben deutlich gemacht, welche Wirkungen diese Erfahrungen zur Folge haben. Die Wirkungen haben Einfluß auf das soziale Lernen und Verhalten. Daher kann das Rollenspiel als Primat für die vielen psychosozialen Erfahrungen bezeichnet werden. [...]
Zunge zergehen lassen, um sich dessen Inhalt bewußt zu werden. Man wird erkennen, dass es die Begriffe 'Rolle' und 'Spiel' beinhaltet. Und das ist im Prinzip schon eine vereinfachte Definition des Rollenspiels. Es geht darum, eine Rolle zu spielen. Allerdings ist diese leichte Heranführung an den Begriff des Rollenspiels zu oberflächlich. Nimmt man sich ihn näher unter die Lupe, so erkennt man, dass hinter dem "Rollenspiel eine auf wenigen Verabredungen beruhende spielerische Improvisation zwischen Akteuren, die zugleich als Spieler (also in fiktiven angenommen Rollen), wie als Personen (also in realen Bezügen) gegenwärtig sind, liegt."89 Dabei können sie gezielt zum Einsatz in der Vorbereitung für das gesellschaftliche Rollenhandeln in der veränderten Welt von morgen eingesetzt werden. Aber "sie dürfen sich nicht begnügen mit der einfachen Nachahmung dessen, was überall zu sehen ist, sondern müssen sich verantworten können vor der Realität, und dabei Aufklärung über die physische und psychische Wirklichkeit bringen, und Fähigkeiten vermitteln, die für unsere Welt von Nutzen sind und brauchbar für die Welt von morgen, soweit wir sie erkennen."90 Dabei liegt der Grundgedanke des Rollenspiels in der Vorstellungskraft des Spielers. Er wird daher gebeten sich vorzustellen in einer bestimmten Situation oder in der ein andrer Person betreffende Situation zu sein, und sich so zu verhalten, wie die Person es seinem Gefühl nach tun würde. Das Ergebnis wird sein, dass er oder der Rest der Gruppe oder auch beide etwas über die Person und/oder Situation lernen. Denn durch das Durchleben oder Beobachten einer Situation oder einer Person bekommt der Spieler, Mitspieler oder auch Zuschauer eine Einsicht in das Durchlebte und damit auch in die Gefühlswelt der beteiligten Personen. Aber "was gelernt wird, kann eine Fertigkeit oder auch eine Technik sein, oder es geht eher um Empfindungen, möglicherweise aber auch um Einstellungsänderungen."91 Die Situationen, die gespielt werden, können dabei einfach oder verzweigt, vertraut oder fremd sein. Sie können aber auch detailliert beschrieben oder ganz oder gar den Phantasien, Vorstellungen oder Träume der Spieler überlassen sein. Auf jeden Fall ist das Rollenspiel ein handlungsorientiertes Spielverfahren, bei dem die Nutzung in der bewußten Aufhebung eines bisherigen Rollenverhaltens liegt, um einen gewissen Erfahrungswert [...]
"Ich glaube an all die Dinge, die dank des Theaters sichtbar gemacht werden können." A. Boal In der Theaterpädagogik arbeitet man sehr oft mit der Rollenarbeit und dem Rollenspiel. Diese beiden Bereiche haben viel gemeinsam, sind aber gleichzeitig so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Trotzdem werden sie oft miteinander verwechselt. Stellt man sich die Theaterpädagogik bildlich vor, so teilt sie sich in zwei Wege. Dieser Verlauf hat mit der geschichtlichen Entwicklung der Theaterpädagogik zu tun (siehe Kapitel D.I.2.). Die eine Richtung orientiert sich an dem sozialen Lernen, die andere an der ästhetischen Förderung des Theaterspielens. Zwar können auf beiden Wegen psychosoziale Erfahrungen gemacht werden, die mit Hilfe theaterpädagogischer Mittel ermöglicht werden, trotzdem ist für die Sozialarbeit nur ein Erfahrungsfeld entscheidend. Darum soll in diesem Kapitel ein Vergleich beider Felder herangezogen werden, damit der entscheidende Unterschied sichtbar wird und sich auch eine Schlußfolgerung für die Sozialarbeit ziehen läßt. Dies soll in der folgenden Untersuchung deutlich werden. Dabei soll mit dem Rollenspiel begonnen werden. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832476748
Arbeit zitieren:
Omlor, René März 2003: "Viel Theater ums Theater", Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Theaterspiel, Sozialpädagogik, Rolle, Kulturpädagogik, Sozialarbeit




