Turniere - Theorie und Anwendung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jörg Franke
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 66 Seiten
- Dateigröße: 548,3 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7668-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7668-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7668-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Franke, Jörg August 2003: Turniere - Theorie und Anwendung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Asymmetrische Information, Autkion, rent-seeking, Mechanismus-Design, Contests
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Diplomarbeit von Jörg Franke
Zusammenfassung:
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftstheoretischen Analyse von Turnieren. Ein Turnier wird in diesem Kontext als Mechanismus interpretiert, der die Allokation eines oder mehrerer unteilbarer Güter an die Turnierteilnehmer ermöglicht, wobei das relevante Entscheidungskriterium dabei die ordinale Rangfolge der erbrachten Leistungen der Turnierteilnehmer darstellt. Turniere können von daher prinzipiell auch als Auktionen interpretiert werden (bei denen allerdings jeder Teilnehmer zur Bezahlung seines Gebots verpflichtet ist, i.e. sogenannte All-pay-Auktionen), was den Vorteil mit sich bringt, eine auktionenbasierte Analyse von Turnieren durchführen zu können, die dabei auch auf Instrumentarien der Spieltheorie, der Vertragstheorie und des Mechanism-Design zurückgreift.
Durch diese relativ umfassende Definition von Turnieren kann die theoretische Analyse auf unterschiedliche Turnierformen angewendet werden, wie beispielsweise Beförderungsturniere, Architekturwettbewerbe, Sportwettkämpfe oder auch auf das in dieser Arbeit explizit analysierte „rent-seeking“ von Lobbygruppen im Rahmen von politischen Entscheidungsprozessen.
Der eigentliche Untersuchungsschwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Beantwortung der Frage, ob der Turnierveranstalter durch die Ausgestaltung der Turnierbedingungen die erwarteten Leistungen (respektive die Höhe der jeweils abgegeben Gebote) der Turnierteilnehmer implizit beeinflussen kann. Dabei wird gezeigt, dass der Turnierveranstalter insbesondere durch die Entscheidung bezüglich der Auslobung eines oder mehrerer Turnierpreise eine entscheidende Einflussmöglichkeit auf die Strategien der Turnierteilnehmer und damit auf die Höhe seines Erlöses gewinnt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 2. | Grundlegende theoretische Konzepte | 7 |
| 2.1 | Turniere und Auktionen | 8 |
| 2.2 | Gleichgewichtsstrategien | 10 |
| 2.3 | Das Theorem der Erlösäquivalenz | 13 |
| 3. | Vollständige Information | 16 |
| 3.1 | Turniere mit einem Preis | 16 |
| 3.1.1 | Turniere mit zwei Teilnehmern | 17 |
| 3.1.2 | Turniere mit mehreren Teilnehmern | 21 |
| 3.1.3 | Ein Beispiel: Rent-Seeking | 24 |
| 3.2 | Turniere mit mehreren Preisen | 30 |
| 3.2.1 | Turniere mit zwei Teilnehmern | 31 |
| 3.2.2 | Turniere mit mehreren Teilnehmern | 33 |
| 4. | Unvollständige Information | 38 |
| 4.1 | Turniere mit einem Preis | 38 |
| 4.2 | Turniere mit mehreren Preisen | 41 |
| 4.2.1 | Turniere mit gleicher Anzahl an Teilnehmern | 41 |
| 4.2.2 | Turniere mit unterschiedlicher Anzahl an Teilnehmern | 47 |
| 5. | Abschließende Bemerkung | 60 |
| 6. | Literaturverzeichnis | 62 |
Das in Kapitel 3.1.1 eingef¨hrte Modell wird um einen dritten Teilnehmer erg¨nzt, u a dessen Wertsch¨tzung V3 annahmegem¨ß kleiner ist als die der anderen Spieler (V1 > a a V2 > V3 ).20 Im Folgenden soll gezeigt werden, dass f¨r Spieler 3 kein positives Gebot u aus seinem Tr¨ger existiert, dass zu einem h¨heren Nutzen als seinem (ebenfalls auf a o null normalisierten) Reservationsnutzen f¨hren w¨rde, wenn Spieler 1 und 2 die beu u reits hergeleitete Gleichgewichtsstrategie gem¨ß Gl. 3.5 und Gl. 3.8 verfolgen. Spieler a 3 wird in diesem Fall also x3 = 0 bieten, respektive auf eine Teilnahme an dem Turnier verzichten. Spieler 3 gewinnt (hypothetisch) dann das Turnier, wenn sowohl Spieler 1 als auch Spieler 2 ein geringeres Gebot als x3 abgeben. Da vollst¨ndige Information vorliegt, a sind die gleichgewichtigen Verteilungsfunktionen der Spieler und der entsprechende Tr¨ger bekannt und es gilt aus Sicht von Spieler 3 (f¨r den x1 und x2 Zufallsvariablen a u darstellen): P r{x1 < x3 ∀ x1 ∈ [x1 , x1 ] ∧ x2 < x3 ∀ x2 ∈ [x2 , x2 ]} = F1 (x3 )F2 (x3 ) (3.10) [...]
Grund f¨r diese Abweichung ist das Vorliegen von asymmetrischen Einsch¨tzungen u a bez¨glich der Wertsch¨tzungen der Spieler. Das Theorem der Erl¨s¨quivalenz ist wie u a oa bereits dargelegt lediglich unter folgenden Voraussetzungen anwendbar: If beliefs are ” identical [...] and individuals are risk-neutral, then the double dichotomy of contests [...] all generate the same expected expenditure. This result is termed the Revenue Equivalence Theorem“ (Hirshleifer 1992, S. 387). Im Kontext des vorgestellten Modells sind die Einsch¨tzungen der Turnierteilnehmer a bez¨glich der jeweiligen Wertsch¨tzungen allerdings nicht identisch, sondern asymu a metrisch, da jeder Teilnehmer aufgrund vollst¨ndiger Information die (heterogenen) a Wertsch¨tzungen aller anderen Teilnehmer mit Sicherheit kennt. Daher ist das Theoa rem der Erl¨s¨quivalenz f¨r diese Turnierspezifikation nicht anwendbar.19 oa u [...]
Da die Spieler nicht zur Teilnahme am Turnier gezwungen werden k¨nnen, greift die o Partizipationsbedingung, i.e. der erwartete Nutzen muss mindestens dem Reservationsnutzen r entsprechen, der in diesem Fall auf null normalisiert wird: E[πi (xi )] ≥ r = 0. Zur Bestimmung des Gleichgewichts in gemischten Strategien sind zun¨chst die Eia genschaften der Wahrscheinlichkeitsfunktion P r{xj < xi } n¨her zu bestimmen. Da a sich Spieler i einem randomisierenden Spieler j gegen¨ber sieht, interpretiert er desu sen Gebot xj als Zufallsvariable mit einer Verteilungsfunktion Fj , die annahmegem¨ß a (aufgrund vollst¨ndiger Information) bekannt ist. Es gilt also aus Sicht von Spieler i: a P r{xj < xi } = Fj (xi ), wobei xj durch Spieler i als Zufallsvariable interpretiert wird (deren Tr¨ger in Satz 3-4 hergeleitet wird). Durch Einsetzen in Gl. 3.2 ergibt sich a dann die modifizierte Nutzenfunktion f¨r Spieler i: u πi (xi ) = Fj (xi )Vi − xi (3.3) [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832476687
Arbeit zitieren:
Franke, Jörg August 2003: Turniere - Theorie und Anwendung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Asymmetrische Information, Autkion, rent-seeking, Mechanismus-Design, Contests




