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Der Legitimationsdiskurs zum Irakkrieg 2003

Eine Studie zum vermuteten Zusammenspiel zweier konservativer think tanks und der Administration Bush

Der Legitimationsdiskurs zum Irakkrieg 2003
Über dieses Buch
  • Art: Lizentiatsarbeit
  • Autor: Lukas Lüscher
  • Abgabedatum: Oktober 2003
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 795,9 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bern Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7595-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7595-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7595-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lüscher, Lukas Oktober 2003: Der Legitimationsdiskurs zum Irakkrieg 2003, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: USA, Ideenfabrik, Aussenpolitik, internationale Beziehungen, Diskursanalyse

Lizentiatsarbeit von Lukas Lüscher

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenspiel zweier konservativer think tanks - dem Project for the New American Century sowie der Heritage Foundation - und der Administration von George W. Bush in der Legitimationsfrage zum Irakkrieg 2003. Der Autor vermutet, dass die beiden Denkfabriken die Regierung ideologisch zu beeinflussen vermochten und deren Legitimationsdiskurs zum Irakkrieg nachweislich prägten.

Im Anschluss an theoretische Betrachtungen zu verschiedenen Denkrichtungen der amerikanischen Aussenpolitik und zur Funktionsweise und dem Einfluss von think tanks auf die Politik wird diese Hypothese anhand zweier Dimensionen geprüft: In der institutionellen Dimension werden die personellen Beziehungen zwischen den beiden think tanks und der Politikebene untersucht und die grundsätzlichen politischen Zielsetzungen der beiden Organisationen herausgearbeitet.

In der diskursiven Dimension wird sodann eine Textanalyse durchgeführt. Dabei werden in Texten der think tanks sowie einzelner Regierungsmitglieder Argumente für den Irakkrieg isoliert und anhand eines Kategoriensystems den erwähnten Denkrichtungen amerikanischer Aussenpolitik zugeordnet, womit sie miteinander vergleichbar werden. Während den Analysen bildete sich eine weitere Argumentekategorie heraus, welche als juristisch geprägt bezeichnet wird.

Der Autor kommt zum Schluss, dass das Vorliegen eines Einflusses der think tanks auf den Legitimationsdiskurs der Administration Bush plausibel erscheint. Namentlich die Resultate aus der institutionellen Dimension legen jedoch nahe, dass von einer gegenseitigen Beeinflussung auszugehen ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Zum Thema 1
1.2 Aufbau der Arbeit 2
1.3 Hypothese 3
1.4 Thematische Abgrenzung 4
2. Methode 5
2.1 Allgemeine Überlegungen zur Problemstellung 5
3. Geschichtlicher Rückblick 6
3.1 Der 11September und der Krieg gegen den Terror 6
3.2 Der Irak-Krieg und die Krise der Legitimation 8
4. Theorien zur Formulierung amerikanischer Aussenpolitik: eine Auswahl 9
4.1 Isolationismus versus Internationalismus 10
4.2 Realismus versus Idealismus 11
4.3 Unilateralismus versus Multilateralismus 13
5. Quelle der Ideen? Die think tanks 16
5.1 Arten und Zweck von think tanks 16
5.2 Der Einfluss von think tanks auf die amerikanische Aussenpolitik 18
5.3 Auswahl von think tanks für die vorliegende Arbeit 21
5.4 Neokonservative und Neokonservativismus 22
5.5 Der Einfluss Neokonservativer auf die U.S.-Politik 23
6. Operationalisierung 25
6.1 Institutionelle Dimension 26
6.1.1 Die think tanks als Institution 26
6.1.2 Die think tanks als Gruppe von Personen 26
6.2 Diskursive Dimension 27
6.2.1 Strukturierung 27
6.2.2 Argumentekategorien 27
6.2.3 Isolierung von Argumenten und Vorgehen bei der Auswertung 28
6.2.4 Auswahl der Texte 28
7. Project for the New American Century 29
7.1 Institutionelle Dimension 29
7.1.1 PNAC als Institution 29
7.1.2 PNAC als Gruppe von Personen 31
7.2 Diskursive Dimension 37
7.2.1 Auswertung der Argumente 37
7.2.2 Erkenntnisse 48
8. The Heritage Foundation 49
8.1 Institutionelle Dimension 49
8.1.1 Heritage als Institution 49
8.1.2 Heritage als Gruppe von Personen 50
8.1.3 PNAC und Heritage im Vergleich 52
8.2 Diskursive Dimension 53
8.2.1 Auswertung der Argumente 53
8.2.2 Erkenntnisse 71
8.2.3 Umgang mit nicht klassifizierbaren Argumenten 71
9. Administration Bush 73
9.1 Diskursive Dimension 73
9.1.1 Auswahl der Personen und der Texte 73
9.1.2 Auswertung der Argumente 76
9.1.3 Erkenntnisse 90
10. Fazit 92
10.1 Diskursive Dimension im Überblick 92
10.2 Diskussion der Hypothese 93
10.3 Stimmen zu PNAC und Heritage 95
10.3.1 PNAC 95
10.3.2 Heritage 97
10.4 Ausblick 98

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Zahl der Mitarbeiter bei Heritage ubersteigt jene des Project for the New ¨ American Century um ein Vielfaches. Bei PNAC bin ich angesichts des kleinen Mitarbeiterstabes und der thematischen Spezialisierung der think tank auf ausgew¨hlte aussenpolitische Fragen davon ausgegangen, dass die Verbreitung eines a Legitimationsdiskurses f¨r den Irakkrieg dem gesamten Personal zugeschrieben u werden kann, zumal PNAC keine ausgepr¨gte Divisionalisierung kennt. Entsprea chend wurden s¨mtliche Biographien behandelt. Bei der Heritage Foundation a erscheint dieses Vorgehen unter Ber¨cksichtigung des weit gr¨sseren Personalu o bestandes, der Breite der behandelten Themen und der entsprechend starken Divisionalisierung des Instituts weniger sinnvoll. Ein Heritage-Experte f¨r U.S.u amerikanische Gesundheitspolitik handelt kaum als Ideologe des Irakkrieges. Im Folgenden sollen daher nur jene Personen aufgef¨hrt werden, die sich in der hier u gew¨hlten Zeitperiode zu der Legitimationsfrage des Irakkrieges ge¨ussert haa a ben und die in der Personalliste von Heritage verzeichnet sind oder waren. James Phillips ist Research Fellow bei der Heritage Foundation. Er ist Mitglied des Board of Editors des Politikjournals Middle East Quarterly. Die Publikation befasst sich mit politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Themen in der Region zwischen Marokko und Afghanistan und wird von der think tank Middle East Forum (MEF)18 herausgegeben. Zum Expertenteam des MEF z¨hlt auch William Kristol, Vorsitzender von PNAC. James Phillips war fr¨her a u als Research Fellow beim Congressional Research Service t¨tig, einer Abteilung a der Library of Congress. Dieselbe T¨tigkeit ubte er f¨r das East-West-Center a u ¨ mit Sitz in Honolulu aus, welches sich mit dem Aufbau einer asiatisch-pazifischen Gemeinschaft besch¨ftigt, worin die Vereinigten Staaten als f¨hrender Partner a u agieren sollen. [...]

Die 1973 gegr¨ndete Heritage Foundation ist ein weit gr¨sseres Institut als The u o Project for the New American Century, was sich sowohl in der Personalstatistik, den zur Verf¨gung stehenden Geldmitteln und dem Bereich behandelter Themen u ausdr¨ckt. Heritage bezeichnet sich selbst als “research and educational instituu te” beziehungsweise als “think-tank” [Heritage 2003a]. Die Analysen von Heritage decken eine breite Palette sowohl innen- wie auch aussenpolitischer Themen ab, womit das Institut in der politischen Informations- und Beratungsindustrie als eigentliche “Generalunternehmung” auftritt. Zum aussenpolitischen Bereich geh¨ren l¨nderspezifische Analysen f¨r alle Kontinente, welche vor dem Hino a u tergrund der Wahrung und F¨rderung U.S.-amerikanischer Interessen und der o Bildung hierzu geeigneter Koalitionen verfasst werden. Hinzu kommen themenspezifische Studien, namentlich auch im Bereich der Sicherheitspolitik und der damit verkn¨pften Anti-Terror-Bek¨mpfung. u a [...]

¨ Uber den von PNAC vertretenen Legitimationsdiskurs zum Irakkrieg lassen sich gest¨tzt auf die bisherigen Analysen folgende Aussagen machen: u • PNAC widmet sich ausschliesslich der positiven Legitimation des Irakkrieges. • Der Diskurs ist schwergewichtig vom Realismus gepr¨gt. Zu den behandela ten Themen z¨hlen die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen, die a notwendige Entwaffnung Saddam Husseins, die fehlenden (milit¨rischen) a Alternativen zur U.S.-F¨hrungsrolle, der Erhalt der U.S.-Glaubw¨rdigkeit u u gegen¨ber Feinden und das Versagen der UNO bei der Rechtsdurchsetu zung im Irak. Das Konzept des Pr¨ventivschlages wird diskutiert und a gutgeheissen. Die Legitimation des Zeitpunktes der Intervention im Irak ist widerspr¨chlich. Hier vermischen sich Betrachtungen zur Unmittelu barkeit der Bedrohung mit l¨ngerfristigen milit¨risch-politischen Zielen. a a Die Grenze zwischen pr¨ventivem Handeln und Selbstverteidigung wird a fliessend. • Zwei weitere Denktraditionen sind bedeutungsvoll: der Idealismus und der Multilateralismus. Zu den vom Idealismus propagierten Werten geh¨ren o die Einf¨hrung der Demokratie (im Irak und im Mittleren Osten), die u Rechtsstaatlichkeit, der Sturz der Diktatur und die Erlangung von Freiheit. Die USA werden als bester Anwalt der Werte freier Gesellschaften gewertet. Zwischen den USA und dem Regime von Saddam Hussein wird ein Wertekonflikt festgestellt. Die vom Idealismus vertretenen Werte sind in erster Linie immateriell und s¨kular. Religi¨s gepr¨gte Argumentatia o a onslinien tauchen in den hier untersuchten Dokumenten nicht auf. Unter dem Aspekt des Multilateralismus wird auf einen weitreichenden zwischenstaatlichen Konsens bez¨glich der irakischen Bedrohungslage veru wiesen. Weiter wird eine entt¨uschte Bereitschaft der USA zum Mula tilateralismus geltend gemacht. Eine Beteiligung zahlreicher Staaten am Wiederaufbau des Iraks erscheint angesichts der Komplexit¨t der Aufgabe a ¨ und zwecks Uberwindung U.S.-europ¨ischer Differenzen w¨nschbar. Das a u in Argument 21 verwendete Auswahlkriterium “committed to our goals” deutet allerdings auf einen Multilateralismus ` la carte hin. a • Es sind praktisch keine isolationistischen Tendenzen feststellbar. • Der Unilateralismus tritt in keinem Argument offen zutage. Eine Reihe von Argumenten konnte nicht klassifiziert werden. Diesem Umstand wird in Kapitel 8.2.3 nachgegangen. [...]

Arbeit zitieren:
Lüscher, Lukas Oktober 2003: Der Legitimationsdiskurs zum Irakkrieg 2003, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
USA, Ideenfabrik, Aussenpolitik, internationale Beziehungen, Diskursanalyse

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