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Die Veränderungen der Transferbestimmungen für Nachwuchsfußballer und ihre Auswirkungen

Eine ökonomische Analyse der Beschlüsse des DFB-Bundestages vom 3. Mai 2002

Die Veränderungen der Transferbestimmungen für Nachwuchsfußballer und ihre Auswirkungen
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Christian Müller
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 660,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7571-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7571-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7571-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Müller, Christian Dezember 2002: Die Veränderungen der Transferbestimmungen für Nachwuchsfußballer und ihre Auswirkungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fußball, Nachwuchsförderung, Transferentschädigung, Ausbildungsentschädigung, Prinzipal-Agent-Theorie

Magisterarbeit von Christian Müller

Zusammenfassung:

„Die Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land!“ Um dabei erfolgreich zu sein, hat es sich der DFB als Dachverband des deutschen Fußballs zur Aufgabe gemacht, die Nationalmannschaft in die Weltspitze zurückzuführen. Damit dies gelingt, muss der Fußballnachwuchs in Deutschland stärker als bisher gefordert und gefördert werden. Dies gilt im trainingswissenschaftlichen Bereich ebenso wie im organisatorischen Umfeld des DFB, der Vereine, der Fußballbundesliga und auch der Spieler selbst. Denn Nachwuchsförderung darf nicht nur auf den Sportplätzen im Rahmen von Trainingseinheiten betrieben werden. Vielmehr ist es notwendig, die jungen Spieler durch umsichtiges Heranführen an das Unterhaltungsgeschäft Profifußball, auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Dazu müssen alle Institutionen des deutschen Fußballs zusammenarbeiten.

Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, berief der DFB einen außerordentlichen Bundestag am 3. Mai 2002 ein. Hier wurden unter anderem Regelungen verabschiedet, die die Transferentschädigungen für deutsche Nachwuchsfußballer festlegen sowie diesen Spielern Einsatzzeiten in den Regional- und Oberligen sichern sollen. Weiterhin wurde die Einführung einer A- Junioren- Bundesliga beschlossen, damit sich die ältesten Nachwuchsspieler auf höchstem Wettkampfniveau miteinander messen können.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der ökonomischen Beurteilung der Beschlüsse für Nachwuchsfußballer. Der Begriff „Nachwuchsfußballer“ umfasst dabei Jugendspieler ab etwa 16 Jahren und erstreckt sich dabei von Amateuren über Nichtamateure ohne Lizenz bis hin zu Nichtamateuren mit Lizenz. Die Altersgrenze nach oben liegt bei cirka 24 Lebensjahren. In der Presse kursierten auch schon Fälle von wesentlich jüngeren Sportlern, die sich mit langfristigen Verträgen an Klubs oder Berater gebunden haben. Im Rahmen dieser Arbeit stehen die Spieler im oben beschriebenen Altersbereich im Mittelpunkt der Untersuchung, da der DFB insbesondere in diesem Altersbereich mit seinen Beschlüssen Wirkung erzielen will.

In dieser Untersuchung werden die Beschlüsse des DFB- Bundestages dargelegt und auf ihre ökonomischen Auswirkungen auf den Verband, die Bundesliga, die Vereine und den Spieler selbst hin untersucht. Dabei soll ersichtlich werden, welche Anreize die Beschlüsse den einzelnen Institutionen geben, damit diese den deutschen Fußballnachwuchs fördern. Im Rahmen der institutionenökonomischen Analyse wird eine Aussage dazu getroffen, ob die Beschlüsse dazu beitragen, das Niveau des Jugendfußballs nachhaltig positiv zu beeinflussen. Dies geschieht aufgrund der Opportunismusausprägungen innerhalb der Prinzipal- Agent- Theorie. Weiterhin gilt es, die Beziehungen und die Absichten der unterschiedlichen Parteien zu beleuchten. Dabei sollen die komplementären und konkurrierenden Ziele herausgearbeitet werden.

Im zweiten Kapitel werden die Rahmenbedingungen für den Fußball in Deutschland, insbesondere den Nachwuchsfußball, erläutert. Das darauf folgende Kapitel beschreibt die Rechtsverhältnisse der am Transfer teilhabenden Institutionen. Dabei werden die Verknüpfungen und Interessen aller beteiligten Parteien beschrieben. Anschließend werden der Transfer und das Transfersystem sowie dessen Entwicklung aufgezeigt. Das vierte Kapitel gibt einen kurzen Einblick in die Neue Institutionenökonomik. Im Vordergrund steht die Prinzipal- Agent- Theorie und die auftretenden Ausprägungen von opportunistischem Verhalten. Sie bildet die unmittelbare theoretische Basis für die Analyse. Im fünften Abschnitt der Arbeit werden die Beschlüsse des DFB- Bundestages erläutert. In diesem Zusammenhang werden die Neuerungen herausgearbeitet, die sich im besonderen Maße auf die Entwicklung des Fußballnachwuchses auswirken.

Die Analyse erfolgt aus Sicht der unterschiedlichen Institutionen, die zum nationalen Markt des Teamsports Fußball gehören. Dies betrifft den DFB als Dachverband des deutschen Fußballs, den Ligaverband, der die Interessen der Profivereine im Sinne der Bundesliga vertritt, die Lizenz- und Amateurvereine sowie die Spieler selbst.

Das Ende der Arbeit bildet die Schlussbetrachtung, die die Ergebnisse der Untersuchung zusammenfasst und einen möglichen Ausblick in die Zukunft des deutschen Fußballs und seiner Nachwuchsförderung aus institutionenökonomischer Sicht gibt.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis I
II. Abbildungsverzeichnis V
III. Abkürzungsverzeichnis VI
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung 1
2. Rahmenbedingungen für den Fußball in Deutschland 3
2.1 Die Struktur des Fußballsports 3
2.1.1 Die internationale Organisationsstruktur des Fußballs 5
2.1.2 Die nationale Organisationsstruktur des Fußballs 6
2.2 Die Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball 6
2.2.1 Die Nachwuchsarbeit auf Verbandsebene 7
2.2.2 Die Nachwuchsarbeit auf Ligaebene 8
2.2.3 Die Nachwuchsarbeit auf Vereinsebene 10
2.2.4 Alternative Möglichkeiten der Nachwuchsarbeit 11
3. Die Rechtsverhältnisse der am Transfer Beteiligten 12
3.1 Dreiecksverhältnis DFL - Lizenzverein - Lizenzspieler 12
3.1.1 Der Deutsche Fußballbund 14
3.1.2 Der Liga- Fußballverband e. V. (Ligaverband) 14
3.1.3 Der Verein 16
3.1.3.1 Die Lizenzvereine 16
3.1.3.2 Die Amateurvereine 18
3.1.4 Der Spieler 18
3.1.4.1 Der Amateur 19
3.1.4.2 Der Nichtamateur ohne Lizenz 19
3.1.4.3 Der Nichtamateur mit Lizenz 20
3.1.5 Der Spielervermittler 21
3.2 Das Transfersystem in Deutschland 22
3.2.1 Die Entwicklung des Transfersystems 22
3.2.2 Das „Bosman- Urteil“ 23
3.2.3 Das Transfersystem heute 25
3.2.3.1 Der Transfer im Amateurbereich 26
3.2.3.2 Der Transfer eines Amateurs zu einem Lizenzverein 26
3.2.3.3 Der Transfer im Profibereich 27
3.2.4 Die Transferentschädigung 28
4. Grundlagen der Prinzipal- Agent- Theorie 30
4.1 Die neue Institutionenökonomik als methodische Grundlage 31
4.2 Hold up 32
4.3 Moral Hazard 33
4.4 Adverse Selektion 35
4.5 Informations- und Anreizinstrumente zur Abminderung der Opportunismusausprägungen 36
5. Die Beschlüsse des DFB- Bundestages vom 3. Mai 2002 38
5.1 Die Regelungen der Transferbestimmungen, insbesondere die Ausbildungsentschädigung 39
5.1.1 Transferregeln beim Vereinswechsel von Amateuren 39
5.1.2 Transferregeln beim Vereinswechsel von Nichtamateuren ohne Lizenz ohne Statusveränderung 41
5.1.3 Transferregeln beim Vereinswechsel von Nichtamateuren ohne Lizenz mit Statusveränderung 44
5.2 Die Einführung der A- Junioren- Bundesliga 45
5.2.1 Einteilung der Spielklassen, § 18 DFB- Jugendordnung 45
5.2.2 Aufstieg und Abstieg in der Junioren- Bundesliga, § 19f DFB- Jugendordnung 46
5.2.3 Endrunde um die deutsche Meisterschaft, § 26 DFB- Jugendordnung 46
5.2.4 Ermittlung der Qualifikanten für die Spielzeit 2003/04, § 28 DFB- Jugendordnung 46
5.3 Die Einsatzregelungen in den Regional- und Oberligen 47
5.3.1 Amateurvereine 47
5.3.2 Lizenzvereine 48
6. Analyse der Beschlüsse 49
6.1 Vorgehensweise 50
6.2 Die unterschiedlichen Prämissen der Institutionen und ihr Einfluss auf die Beschlüsse 51
6.2.1 Der DFB 52
6.2.2 Der Ligaverband 53
6.2.3 Die Vereine 54
6.2.3.1 Die Lizenzvereine 54
6.2.3.2 Die Amateurvereine 56
6.2.4 Die Spieler 57
6.2.4.1 Der ambitionierte Nachwuchsspieler 58
6.2.4.2 Der Lizenzspieler 59
6.3 Interaktionen der Beteiligten 60
6.3.1 Interessenharmonie und -divergenz von Liga und Verband 60
6.3.2 Interessenharmonie und -divergenz von Liga und Lizenzvereinen 63
6.3.3 Interessenharmonie und -divergenz von Lizenzvereinen und Amateurvereinen 65
6.3.4 Interessenharmonie und -divergenz von Spieler und Verein 68
6.4 Zusammenfassung 72
7. Schlussbetrachtung 75
IV. Literaturverzeichnis VIII
V. Sachwortregister XIII
Danksagung XVI

Automatisiert erstellter Textauszug:

für die Handlung durch den Einfluss von unkontrollierten exogenen Faktoren selbst erschwert werden. Dadurch entstehen diskretionäre Verhaltensspielräume.149 Im Falle von „hidden information“ geht man davon aus, dass die Aktionen des Agenten zwar beobachtbar sind. Der Prinzipal ist aber nicht in der Lage, diese zu beurteilen. Dies ist möglich, wenn der Agent besseren Zugang zu den notwendigen Informationen besitzt als der Prinzipal.150 Typische Beispiele dafür sind die Filialleitung in räumlich stark dezentralisierten Unternehmungen, oder Expertendienste in Stabsabteilungen.151 Im Normalfall ist davon auszugehen, dass der Prinzipal risikoneutral agiert und der Agent risikoscheu bzw. risikoavers.152 Denn der Agent geht mit dem Prinzipal nur dann einen Vertrag ein, wenn sein erwarteter Nutzen („Reservationsnutzen“) genauso hoch ist, wie der einer nächstbesten Beschäftigungsmöglichkeit in einer anderen Branche. Man bezeichnet dies auch als Partizipationsbedingung.153 Der Prinzipal muss sich somit Gedanken über die Entlohnung des Agenten machen. Dabei sollte das Risiko optimal zwischen beiden Parteien aufgeteilt werden. Im Falle einer symmetrischen Informationsverteilung könnte der Prinzipal den Agenten stets überwachen und sanktionieren. Daher braucht er ihm keine monetären Anreize, wie eine Gewinnbeteiligung, zu bieten. Dafür trägt der Prinzipal das gesamte Risiko. Sind jedoch die Informationen asymmetrisch verteilt, kann es zu keiner optimalen Lösung mehr kommen. Um seinen Nutzen zu maximieren, wählt der Agent das geringstmögliche Aktivitätenniveau. Dadurch entstehen dem Prinzipal Vertretungskosten. Als Anreizmoment könnte der Prinzipal in diesem Falle neben dem Fixlohn eine Gewinnbeteiligung einführen. Dies kann den Agenten dazu verleiten, sein Aktivitätenniveau so zu erhöhen, um den Erwartungswert des Residualgewinns des Prinzipals auf ein optimales Niveau zu steigern. In diesem Zusammenhang lässt sich bei einer Gewinnbeteiligung auch von einer Risikoprämie sprechen. Nach Erning ist die Reduzierung des Residualgewinns als Konsequenz der Prämienzahlung umso höher: • • • „je asymmetrischer die Informationsverteilung, je höher das vom Agenten zu tragende Risiko, je größer die Risikoaversion des Agenten [...]

ge, die entstehenden Vertretungskosten zu quantifizieren.143 Das bedingt jedoch, dass er die Handlungsergebnisse des Agenten beobachten kann. Das Problem wird aber nur dann für den Prinzipal akut, wenn er kein Sanktionspotential mehr besitzt und somit die eingegangene Kooperation, wenn auch widerwillig, fortsetzen muss. Daher geht man davon aus, dass Hold- up- Probleme vor allem zwischen rechtlich selbstständigen Parteien auftreten. In solchen Fällen wurden durch den Prinzipal oftmals Vorleistungen getätigt, die bei einer Vertragsauflösung zu versunkenen Kosten (sunk costs) führen.144 Prinzipiell können Hold up´s zweierlei Arten von Transaktionskosten nach sich ziehen. Einerseits kann der Prinzipal aus Vorsicht zuviel in Absicherungsressourcen investieren. Oder aus Angst vor Erpressung kommt es zum Unterlassen sinnvoller spezifischer Investitionen. Das hat zur Folge, dass eine überlegene Spezialisierungsoption verfehlt wird.145 Allerdings geht Franck davon aus, dass nicht zwangsläufig bei jedem Vertragsschluss versucht wird, opportunistisch zu agieren. Vielmehr entscheidet sich in den meisten Fällen der Agent erst innerhalb der Vertragslaufzeit aufgrund externer oder interner Einflüsse zu einem opportunistischen Verhalten gegenüber dem Prinzipal. Aus dieser Sicht ist es sehr schwer zu beurteilen, ob ein Agent von Beginn an versucht, den Prinzipal um seine Quasirente146 zu betrügen, oder ob er sich erst im Laufe der Zeit dazu entschließt.147 [...]

Eine Variante des Ex- post- Opportunismus stellt das Hold- up- Modell („Raubüberfall“) dar. Für Hold- up- Probleme gibt es zwei Vorrausetzungen. Zum Einen ist einer der Transaktionspartner (Prinzipal oder Agent) nicht in der Lage, ex ante zu beurteilen, wie sich der andere Vertragspartner im Laufe der Geschäftsbeziehung verhält. Ex post tritt dieses Verhalten des Gegenüber sehr klar zu Tage.142 Im Normalfall geht man in diesem Fall von einer asymmetrischen Informationsverteilung aus, die auch als „Hidden intention“ bezeichnet wird. Demnach kennt der Agent seine Ziele und Verhaltensweisen genau, da er die notwendigen Informationen besitzt. Der Prinzipal kennt diese Verhaltensweise nicht. Er kann die Auswirkungen erst nach Vertragsschluss feststellen. Dadurch ist er in der La- [...]

Arbeit zitieren:
Müller, Christian Dezember 2002: Die Veränderungen der Transferbestimmungen für Nachwuchsfußballer und ihre Auswirkungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fußball, Nachwuchsförderung, Transferentschädigung, Ausbildungsentschädigung, Prinzipal-Agent-Theorie

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